Ausnahmsweise zitiere ich mal wörtlich einen kompletten Kommentar aus der heutigen Ausgabe von Glas Istre.
"Das erste Juniwochenende in Rabac in Istrien, ein sonniger Tag, gegen 15 Uhr. Die Cafés und Restaurants sind eher leer als voll, nur in einer Taverne herrscht reges Treiben, ansonsten spielen desinteressierte und arbeitslose Kellner gelangweilt mit ihren Handys. Der Ort, der normalerweise ein Bild von zweitklassigem Tourismus mit verblassten Fotos von Eiscreme aus dem letzten Jahrhundert vermittelt, wobei Banana Split der absolute Renner ist, wirkt wie Anfang April, kurz vor Ostern, wenn die ersten Gäste nur auf ihren Einlass warten. Trotzdem kostet ein Kaffee fast drei Euro. Bild zwei: Sonntagnachmittag, Autobahn Rijeka-Zagreb, auf dem Abschnitt von Rijeka nach Bosiljevo. Nur wenige Autos, hauptsächlich mit Kennzeichen aus Rijeka und Pula, kehren in die Metropole zurück. Keine Touristen zu sehen. Nur von Bosiljevo Richtung Zagreb ist es etwas voller, aber das sind Dalmatiner, die von einem verlängerten Wochenende zurückkehren. Die Straßenverhältnisse sind ähnlich wie nach Ostern, entspannte Vorsaison, kein Stress.
Und was sagen die offiziellen Daten? Laut Statistik besuchten am ersten Juniwochenende dieses Jahres, von Donnerstag bis Sonntag, rund 380.000 Gäste Kroatien. Das entspricht exakt dem Vorjahreswert. Insgesamt gab es dieses Jahr einen Anstieg von 7 Prozent. Die Touristenzahlen sind also nicht gesunken. Doch die Frage bleibt: Wo sind die Touristen? Der Strand in Rabac war menschenleer, und die Ausflugsboote lagen gegen 15 Uhr im Hafen – es gab also keine Interessenten für diese zusätzlichen Angebote. Diese kosten übrigens 40 Euro für eine zweistündige Fahrt nach Cres und zurück, ohne Mittagessen. Wo sich die Delfine befanden, die auf den Plakaten eine „Delfintour“ versprachen, ist unbekannt.
Offensichtlich handelt es sich hier um Touristen, die nicht im Restaurant zu Mittag essen, sondern in ihren Ferienwohnungen selbst kochen. Rabac ist aber auch ein typischer Hotelort, daher haben sie möglicherweise Halbpension gebucht und das Mittagessen ausgelassen, da ihre Unterkunft Frühstück und Abendessen beinhaltete. Strand und Uferpromenade in Rabac wirken jedenfalls frühlingshaft, ganz und gar nicht wie der Beginn der Hauptsaison. Es ist allgemein bekannt, dass Kroatien zu teuer ist und die Preise jährlich steigen. Die entscheidende Frage ist, ob sich das negativ auswirken wird, insbesondere im Vergleich zum östlichen Mittelmeerraum, der aufgrund der Kriegsangst günstig und menschenleer ist, sowie im Vergleich zum traditionell erschwinglicheren Italien und vermutlich auch Spanien. Das Tourismusministerium ist jedoch weiterhin optimistisch. Tourismusminister Tonči Glavina betont zwar immer wieder, dass er mit einer anspruchsvolleren und unsichereren Saison als in den Vorjahren rechnet, glaubt aber dennoch, dass Kroatien gute Ergebnisse erzielen kann, wenn es preislich wettbewerbsfähig bleibt. Er hob hervor, dass die Gäste in diesem Jahr deutlich vorsichtiger seien, Angebote vergleichen und preissensibler reagierten als zuvor. Er warnt insbesondere vor der Konkurrenz aus Griechenland, der Türkei, Ägypten und Spanien, die die Preise aggressiver senken und zahlreiche Sonderangebote anbieten.
Glavina hat daher wiederholt an den Tourismussektor appelliert, die Erwartungen und Gewinnspannen zu reduzieren und einige Preise, teilweise um 10 bis 20 Prozent, zu senken, damit Kroatien seine Wettbewerbsfähigkeit nicht verliert. Er betont, dass der Staat zwar keine Preise für Privatpersonen festlegen könne, aber darauf hinweisen könne, dass überhöhte Preise dem kroatischen Tourismus und dem Image des Reiseziels langfristig schaden.
Und er ist nicht der Einzige – Premierminister Andrej Plenković hat unzählige Male davor gewarnt, die Preise im Dienstleistungssektor zu übertreiben. Er fleht die Tourismusbranche förmlich an, sich nicht selbst zu schaden, denn sonst würde die gesamte Wirtschaft zusammenbrechen, und seine politischen Erfolge und „Errungenschaften“ würden infrage gestellt.
Andererseits gibt es aber auch einen Gegeneffekt: Mit der Ankündigung einer Besteuerung von Touristenwohnungen werden zusätzliche Preiserhöhungen angekündigt. Ähnlich wird es wohl auch im Einzelhandel enden. Große Ketten gehören zu den Nutznießern, die von der neuen Gewinnsteuer betroffen sein könnten, die ab nächstem Jahr eingeführt werden soll. Für Touristen, die in ihren Apartments selbst kochen, wird der Aufenthalt dadurch wahrscheinlich noch teurer. Die Reaktion auf die Steuererhöhungen wird vermutlich eine neue Welle von Preiserhöhungen sein. Anstatt dass alle gemeinsam erkennen, dass ein Bananensplit niemals 15 Euro kosten wird, werden wir alle gemeinsam in der Schuldenfalle landen. Politische Appelle helfen hier offensichtlich nicht weiter. Die Ernüchterung wird die leere Uferpromenade im Juli oder August sein."
Slika prva: prvi vikend u lipnju, Rabac u Istri, sunčan dan, oko 15 sati. Kafići i restorani više prazni nego puni, samo u jednoj konobi živost, drugdje nezainteresirani i nezaposleni konobari prčkaju po mobitelu, nemaju posla. Mjesto koje i inače nudi sliku drugorazrednog turizma s...
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grüsse
jürgen