Jagdtourismus

dalmatiner

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#1

Marius

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#2
Gefällt mir gar nicht, diese reine Tötungslust auch noch finanziell auszunützen, denn dass es hier um die Regelung des Tierbestandes geht, wird wohl niemand ernsthaft behaupten, das könnten die kroatischen Jäger auch ganz alleine.

Es ist aber ein anschauliches Beispiel dafür, worum es einem guten Teil der Jägerschaft bei der Jagd eigentlich geht.
 

Fotopaar63

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#4
Gefällt mir gar nicht, diese reine Tötungslust auch noch finanziell auszunützen, denn dass es hier um die Regelung des Tierbestandes geht, wird wohl niemand ernsthaft behaupten, das könnten die kroatischen Jäger auch ganz alleine.
Du verstehst doch, was in dem Artikel steht. Da geht es nicht um Regelung eines Tierbestandes in Istrien, sondern um das (sinnlose) Abknallen von Kleinwild, zu 95% Zugvögel, nämlich Schnepfen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schnepfenvögel

Und wo kommen die Jäger her? Ja klar, überwiegend aus Italien. Und die sind dafür bekannt, Singvögel u.a. zu fangen und / oder zu töten. Was aber in ihrem eigenen Land erschwert worden ist und weiterhin wird. Da bietet sich doch Istrien an, dem "Hobby" weiterhin zu frönen. Mit 400 Kuna ist so eine Abschußlizenz ja auch nicht teuer. Prima Werbung für Kroatien.
 

dalmatiner

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#6
Hallo es geht doch um Tourismus und im Winter, da ist hauptsächlich Jagd nach Wildschweinen,Rotwild, Hasen. Ich sehe oft Autos mit italienischen Kennzeichen an den Waldränder stehen. Die Waldgebiete in Kroatien sind sehr groß und es ist für die kroatischen Jäger eine Mitnahme von Touristen eine Einnahme. Die Ansichten von Marius sind halt fraglich ohne eine weitere Diskussion von mir. Gruß Traudl
 

Fotopaar63

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#7

Marius

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#8
Meine Ansichten sind nicht fraglich, sondern meine Meinung zu diesem Thema, dabei ist mir auch völlig egal, ob es sich dabei um Wild oder um Vögel handelt, es geht hier zu 100% um die reine Lust am Abschuss und am Töten, und dass ein Artikel zum Thema Jagd (!!!) eine Diskussion zum Thema Jagd (!!!) startet, ist ja wohl erwünscht und zu erwarten oder ist das jetzt auch schon eine Themenabschweifung? ;-)
 

dalmatiner

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#9
Hallo Fotopaar in dem Artikel sind keine Tiere genannt worden.Die 400 Kuna ist für die Lizens in Kroatien an der Jagd teilzunehmen.Die 2500 Euro beziehen sich auf Unterkunft,Essen,Trinken, Jäger sind meist sehr großzügig und laden auch gerne Leute ein.Gruß Traudl
 

Marius

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#10
Du verstehst doch, was in dem Artikel steht. Da geht es nicht um Regelung eines Tierbestandes in Istrien, sondern um das (sinnlose) Abknallen von Kleinwild, zu 95% Zugvögel, nämlich Schnepfen:
So ist es, genau darum geht es im Artikel, das wird ausdrücklich mehrmals erwähnt und auch erklärt, warum das so ist. Richtige „Trophäentiere“ gibt es nämlich in Istrien einfach zu wenige.
Es ist also so, dass es hier rein um das Abknallen von Kleintieren geht.
Warum diese Schwachköpfe nicht einfach auf eine Tontauben-Anlage fahren, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich schießen sie einfach nur zu schlecht, brauchen also Vögel, die auch mal am Boden oder auf Bäumen sitzen, das tun Tontauben bekanntlich ja nicht.

Auch alleine schon die Bezeichnung „Trophäentiere“ spricht schon Bände über große Teile der „Jägerschaft“.
 

Fotopaar63

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#11
Hallo Fotopaar in dem Artikel sind keine Tiere genannt worden.
Doch

Die 400 Kuna ist für die Lizens in Kroatien an der Jagd teilzunehmen.
Habe ich erwähnt

Die 2500 Euro beziehen sich auf Unterkunft,Essen,Trinken, Jäger sind meist sehr großzügig und laden auch gerne Leute ein.Gruß Traudl
Ebenfalls erwähnt

Wir müssen uns jetzt nicht kloppen. Steht alles in #4.;)

edit: Und jetzt auch Marius.
 

claus-juergen

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#12
hallo,

was die Jagd auf Singvögel anbelangt, habe ich vor zweieinhalb Jahren diesbezüglich Erfahrungen auf der italienischen Insel Ischia sammeln können.

Ein "Hobby" der Einheimischen möchte ich euch hier vorstellen von dem sicherlich viele zwar wissen sich jedoch nicht näher damit befasst haben. Es beginnt mit mehr oder weniger lautem krachen vor der Morgendämmerung und dauert etwa zwei Stunden an. Am frühen Abend dann wieder das gleiche bis etwa eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit. Am Wochenende vervielfacht sich diese Knallerei. Es geht um die Jagd auf Vögel die fast jeder ischitaner mit Hilfe der hauseigenen Schrotflinte zelebriert. Die ist zwar mittlerweile reglementiert aber was bedeutet, daß schon die Flinte im Haushalt von einer Generation auf die nächste übergeht.

Auch sind logischerweise bestimmte Vogelarten geschützt. Mit einer Schrotflinte trifft auch jeder noch so ungeübte Schütze. Erstaunlich wie gut die Einheimischen diese Vogelarten bei Dunkelheit erkennen können und nur auf erlaubte Vögel zielen. Die erlegten "Broiler" landen dann in der Pfanne und sollen von den Einheimischen auch recht schmackhaft zubereitet werden. Das ganze hat Nebenerscheinungen die mir erst nach ein paar Tagen Aufenthalt aufgefallen sind. Bei meiner mehrstündigen Wanderung auf den höchsten Berg der Insel, den Epomeo habe ich weder einen Vogel gehört noch einen zu Gesicht bekommen. Selbst in den ausgedehnten Maroni Wäldern war kein Piepmatz zu hören.

Anders jagdbares Wild wie Wildschweine oder Kaninchen gibt es schon seit Jahrhunderten nicht mehr auf der Insel. Dafür liegen überall Patronenhülsen rum die jedoch weniger stören als mancherorts achtlos vor länger Zeit weggeworfener Müll. Ich will dies nicht anprangern, gehört dieses "Brauchtum" doch zur Insel wie der Stierkampf zu Spanien oder das "fensterln" zu Bayern. Andere Länder - andere Sitten!

Es ist scheinbar so, dass das Verspeisen der Vögel eine Art Statussymbol wie das Essen von Austern oder Kaviar ist. Ich glaube, dass es auch um das Schiessen an sich geht. Vielleicht ist es eine Art von Freiheit, so wie bei den Amis, die auf dem eigenen Grundstück und auf freier Flur schießen wie sie wollen.

In Frankreich ist die Jagd ja auch seit der Revolution ein Jedermannsrecht welches keine Regierung reglementieren will auch wenn beispielsweise bei der Wildschwein Jagd auf Korsika in jedem Jahr Opfer zu beklagen sind. Man stelle sich das ein mal bei uns vor. Undenkbar auch vor dem Hintergrund, dass ein Schießeisen meiner Meinung nach eh nur in die Hände von wenigen mit einem echten Bedürfnis gehört wie es unsere Waffengesetze sicherlich ganz gut regeln.

Auf den Speisekarten der regionalen Gaststätten in Süditalien konnte ich im übrigen bisher das Gericht "Piepmatz oder Hansi" noch nicht finden. Gegessen wird die Beute wohl im Familienkreis. Die jüngeren haben ja auch bessere Augen als wir und können so die Knöchelchen aussortieren oder dank besserer Zähne auch zermahlen. Meines ist es jedenfalls nicht.

In Norditalien ist mir bisher die Vogeljagd nicht aufgefallen. Scheinbar ist das schon eher ein Hobby der Süditaliener. Istrien ist da zwar meiner Meinung nach nicht der nächste Weg, aber was tut man nicht alles für sein Hobby. ;)

grüsse

jürgen
 

Marius

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#13
Wenn das irgendwo Brauch ist, dann sollen sie das dort machen.
Von einem istrianischen Brauch der Vogeljagd weiß ich jedenfalls nichts. Dummerweise entscheiden die Jagdverbände in Kroatien, so wie in allen anderen Ländern, wer was niederballern darf.

Diese sinnlose Jagd oder auch den spanischen Stierkampf mit dem bayrischen Fensterln zu vergleichen, ist aber auch eine Verharmlosung der Sonderklasse, denn mir wäre neu, dass beim Fensterln das zu beobachtende Zielobjekt am Ende abgeknallt würde.

Ich glaube auch nicht, dass die Vögel, die in Istrien von Italienern gejagt werden, dann zu Hause gegessen werden, wie du es gerne insinuieren willst, so naiv bist du doch sonst nicht, Jürgen, dass du glaubst, wir seien auf der Nudelsuppe daher geschwommen. :)
 

claus-juergen

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#14
hallo Marius,

ich habe nur geschildert, daß die Piepmätze in Süditalien sehr wohl verspeist werden. Was in Istrien gejagt und danach gegessen wird, kann ich nicht sagen. Allerdings habe ich bisher diese Jagd auf meinen Streifzügen durch Istrien noch zu keiner Jahreszeit erlebt, wobei anzumerken ist, daß ich im tiefen Winter fast nie vor Ort bin.

Du wirst mir auch zugestehen, daß ich durchaus etwas auf der Halbinsel herumkomme. ;)

grüsse

jürgen
 

Klaus

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#16
Wie zu erwarten bringt Marius,auf alles was Jürgen richtig oder falsch schreibt,alles durcheinander.
Wenn man den Eingangsbericht von Traudl liest ,ist doch von Vogelfang in Istrien überhaupt nicht die Rede auch von abballern nicht.
Sehr wohl werden von Italienern in Istrien per Fangnetze Vögel jeder Art (auch Singvögel) in großer Zahl gefangen.
Wurde schon vor 10 Jahren hier im Forum thematisiert. https://www.adriaforum.com/kroatien...oatien-genehmigte-registrierungsaktion.49055/
 

Marius

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#17
Oh, interessant, Klaus kann plötzlich besser Kroatisch als ich. :-D

Und wie zum Henker kommst du jetzt überhaupt auf „Vogelfang“?
Wer redet denn von Vogelfang? Es geht um die Jagd und das Abknallen von Tieren gegen Geld.

Also Klaus, erleuchte uns, worum geht‘s denn deiner Meinung nach im von Traudl verlinkten Artikel, da bin ich jetzt aber gespannt! :-D
 

Marius

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#18
Klaus, deshalb stehen die Protagonisten am Bild im verlinkten Artikel ja auch mit einem Vogelfangnetz da und nicht etwa mit Jagdhund und Schießgewehr.

Oh, das ist ja gar kein Vogelfangnetz, das sind Gewehre und ein Jagdhund. ;-)
 

Marius

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#19
Auszug aus dem Artikel: „Lovačko društvo im daje pravo odstrela određenog broja...“

Klaus übersetzt uns diesen Satz bestimmt gerne, weil Marius bringt ja immer alles durcheinender. :)
 

Fotopaar63

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#20
Das kann doch echt nicht so schwer sein, den Artikel zu verstehen: Bei diesem Jagdtourismus, der in den Wintermonaten stattfindet, kommen 95% der "Jäger" zum Abballern von Sljuke:

Sljuke

Auf gut deutsch ist das die Waldschnepfe, die u.a. in Norditalien und auf Istrien ihr Überwinterungsgebiet hat. In den Brutgebieten, die ebenfalls im Artikel erwähnt sind, stellt man einen Rückgang der Population fest. Ganz normaler Vorgang. Mit "Fangen" hat das nichts zu tun. Das ist eine Leidenschaft der Norditaliener (und teils Franzosen). Wohingegen Süditaliener (und Anrainer) Singvögel fangen und auch verspeisen.

Ich zitiere aus dem Kosmos Naturführer: "Bestand durch die Jagd bedroht, ..... alljährlich werden in Europa 3-4 Millionen Waldschnepfen geschossen". Und wenn man in Norditalien so ohne weiteres nicht mehr darf, dann bietet sich doch Istrien an. Gibts hier nen Kotzsmilie?
 
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