Lost Places - Verlassene Orte

McFive05

Mister Lost Place
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#1
Es wird mal wieder Zeit mit einem neuen Thread ;):)

- Lost Places -

wobei der Schwerpunkt nicht nur das zeigen von Bildern sein sollte, sondern wenn möglich, mit ganz vielen Infos zu untermauern

- es darf alles gezeigt werden, was zu diesem Thema passt
- Standortangeben werden nur bekanntgegeben wenn der Ort öffentlich bzw. legal besichtigt werden darf (Urbex - Kodex)

...
 

McFive05

Mister Lost Place
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#2
Fangen wir mit einer Insel in der Adria an…
Goli Otok (kroatisch für „Nackte Insel“) ist eine kroatische Adria Insel zwischen der Insel Rab und dem Festland.
Im Jahre 1949 errichtete die Kommunistische Partei Jugoslawiens ein Umerziehungslager für politische Gefangene. In Folge des Bruchs des Tito-Regimes mit der Sowjetunion wurden als „Stalinisten“ bezeichnete Anhänger des Kominforms interniert, die bis zur Aussöhnung mit der Sowjetunion nach Stalins Tod als Volksfeinde galten. Zwischen 11.000 und 18.000 von ihnen wurden auf Goli Otok (männliche Gefangene) und der Nachbarinsel Sveti Grgur (Frauen) inhaftiert. Daneben auch einige überlebende Ustascha-Faschisten. Ab etwa 1955 wurden auch andere angebliche Staatsfeinde gefangen gehalten. Die Transporte fanden ohne jegliche Verpflegung und ohne Sitzplätze in Viehwagen statt, welche aus dem Landesinneren mit der Eisenbahn zum Hafen von Bakar gebracht wurden. Von dort wurden sie an Händen und Füßen gefesselt mit einem Schiff auf die Insel gebracht, was je nach Wetterlage 5 bis 6 Stunden dauerte und selbst bei starken Stürmen durchgeführt wurde.
Die Gefangenen wurden zur Zwangsarbeit in den Steinbrüchen und Werkstätten (ab den 60er unter anderem Terrazzofließen und Möbel) eingesetzt, gefoltert und getötet.
Auf Goli Otok herrschte Rechtlosigkeit, Willkür, Terror und Gewalt. Die Gefangenen wurden zu schweren körperlichen Arbeiten ohne Rücksicht auf die Wettergegebenheiten gezwungen, Tausende starben durch Folter und Misshandlung.
1988 wurde das auch als „Titos KZ“ oder beschönigend „Titos Hawaii“ (Titovi Havaji) bezeichnete Gefängnis stillgelegt und 1989 völlig verlassen
Insgesamt wurden 16.500 Personen auf der Insel eingesperrt. Die meisten Staatsfeinde wurden ohne Gerichtsurteil auf die Insel verfrachtet. Neben Stalinisten und Ustascha befanden sich darunter auch Arbeiter, Bauern, Intellektuelle, Studenten und Beamte. Die härtesten Gegner des Tito-Regimes blieben bis 1985 auf Goli Otok

Die ehemalige Gefängnisinsel ist heute unbewohnt, kann aber von Touristen besichtigt werden, ich hatte sie allerdings nicht besucht, bin nur mit einem Schiff vorbei.













...Flucht unmöglich





...eines der Verwaltungsgebäude, die Steine zur Verkleidung wurden von den Gefangenen in "Handarbeit" geschlagen und bearbeitet







 
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Daniel_567

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#3
Hallo Uwe.

Das ist eine top Idee, danke für die Eröffnung dieses Threads.
Ich finde es sehr interessant und informativ, Hintergrundfakten von diversen Locations zu erfahren.:zustimm:


Viele Grüße, Daniel.
 

claus-juergen

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#4
Hallo Uwe,

danke für die Eröffnung dieses Threads. Ist es nicht so, dass es an ganz vielen Ecken Kroatiens solche vergessenen Orte gibt?

Goli Otok ist eine Insel nur 10 Bootsminuten von der beliebten Ferieninsel RAB entfernt. Und doch wissen nur sehr wenige Urlauber um die Bedeutung von Goli und der Nachbarinsel Grgur. Beide habe ich vor etwa 20 Jahren bereits besucht. Auf Grgur finden sich ein paar Mauerreste und eine Zisterne. Auf Goli waren noch einige marode Gebäude vorhanden. Angeblich soll es mittlerweile dort eine Art Infozentrum geben wo auch mittels eines Videos die Geschichte dieses Gefängnisses erzählt wird.

Und doch mangelt es in Kroatien an der Aufarbeitung der Tito Diktatur. Diesbezüglich gibt es noch einen erheblichen Nachholbedarf.

Ich habe mal gehört, dass Goli Otok auf Druck der Westmächte und der Amerikaner deshalb aufgelöst werden musste, weil sonst das bereits in den Siebziger Jahren faktisch bankrotte Jugoslawien keine Kredite mehr von westlichen Banken erhalten hätte.

Wusstest du übrigens, dass erst vor wenigen Jahren in Pula eine bronzene Tito Büste aufgestellt wurde? Auch wenn die im Titov Park unterhalb der Arena zusammen mit während des Zweiten Weltkriegs umgekommenen Partisanen und Freiheitskämpfern errichtet wurde, findet sich in den dortigen Inschriften kein kritisches Wort über den Diktator. Dies 40 Jahre nach dessen Tod.

Von den vielen nach ihm immer noch benannten Straßen und Plätzen will ich erst gar nicht reden.

grüsse

jürgen
 

McFive05

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#5
... erlaubt mir bitte nochmals den Hinweis ...hier geht es weder alleine um besagte Insel, noch um den Diktator (das würde alleine einen Strang füllen) es ist sicher Interessant, hier aber Off-Topic

hier nur die vielen Lost Places aus Kroatien mit ganz vielen Info's

Danke für Eure Aufmerksamkeit :)

Gruß

Uwe
 

Luppo

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#6
Um Goli Otok bin ich anlässlich einen Campingaufenthalts in Lopar/Rab 1981 mit einem Sportboot rumgegurkt, ohne zu wissen, was sich dort befindet. Damals mein erster Aufenthalt in Yugoslawien. Ich erinnere mich wie heute. Zum Glück sind wir der Insel nicht näher gekommen, ich denke, der Skipper wusste Bescheid.
 

McFive05

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#7
Machen wir weiter mit dem nächsten Objekt, es befindet auf dem Festland in der Nähe von Ledenice oberhalb von Novi Vinodolski

Okruglo Groblje - zu deutsch runder Friedhof



Der Friedhof ist kreisrund angelegt mit einem Durchmesser von 35 Metern, die Außenmauer hat eine Länge von 135 Meter







in der Mitte gab es eine kleine Kirche oder Kapelle Sv. Jurja, geweiht 1695 vom Bischof Sebastijan Glavinić (Januar 1632 – 5. Juli 1697)










Aufgegeben wurde dieser Friedhof Anfang des 20. Jahrhundert
 
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baskafan

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#8
Um Goli Otok bin ich anlässlich einen Campingaufenthalts in Lopar/Rab 1981 mit einem Sportboot rumgegurkt, ohne zu wissen, was sich dort befindet. Damals mein erster Aufenthalt in Yugoslawien. Ich erinnere mich wie heute. Zum Glück sind wir der Insel nicht näher gekommen, ich denke, der Skipper wusste Bescheid.
Mein Schwager (damals noch Freund meiner Schwester) ist 1963 mit Freund von Punat/Krk in Richtung Insel Rab gepaddelt, dabei sind sie unwissend auf der Insel "Otok Sveti Grgur" gelandet und haben in einen Zelt übernachtet.
Am nächsten Morgen wurden sie prompt verhaftet. Gott sei Dank nach einem Tag wieder freigelassen.
Sie waren auf der Gefängnisinsel für Frauen.
..
 

Luppo

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#9
Da sage ich, Glück gehabt. Angeblich war mit dem Wachpersonal in keinster Weise zu spaßen und da bin ich mir auch sicher, dass die ein Auge drauf hatten, dass sich kein Touri nähert.
 

claus-juergen

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#10
Vor ein paar Jahren habe ich euch schon mal die Torpedo Abschußstation in Rijeka vorgestellt. Auch die zähle ich zu den verlassenen Orten.

Die Abschussrampe aus den 1930er Jahren ist Teil einer stillgelegten Fabrik zur Herstellung von Torpedos. Sie ist Zeugnis der technischen Erfindungsgabe Rijekas seiner Zeit, gleichzeitig ein weltweit bedeutendes Wahrzeichen des industriellen Erbes. Die Torpedofabrik entstand aus den Gedankenspielen von Giovanni Luppis aus Rijeka über eine Abwehrwaffe, genannt „Retter der Küste“. Luppis beschäftigte sich mit der Idee Anfang der 1860er, ohne Erfolg. Glücklicherweise interessierte sich Robert Whitehead, Direktor der technischen Anstalt Rijeka (Stabilimento tecnico fiumano), dafür.

Basierend auf der Idee von Luppis, entwickelt Whitehead eine Lösung ähnlich einem metallenen Fisch und nennt diesen Torpedo. Der Prototyp wurde im Jahr 1866 erprobt. Stabilimento formierte sich im Jahr 1875 zur Torpedofabrik R. Whitehead & Co. Dies ist die erste Torpedofabrik auf der Welt. Die Rampe aus den 1930er Jahren hat das Abschießen von Projektilen von Schiffen und aus Flugzeugen simuliert.

aus

http://www.visitrijeka.eu/de/was_sehen/sehenswurdigkeiten/torpedo_abschussstation

Als ich vor einiger Zeit das erste Mal von dieser Einrichtung erfahren habe, war die Neugier in mir geweckt. Ich habe herausgefunden, daß die Ruine des Gebäudes am nördlichen Ende der Straße Milutina Baraca zu finden sein müsste und so haben wir uns neulich auf die Suche nach der Ruine gemacht.




Einen direkten Zugang von der Straße gibt es nicht.



Ein kurzes Gespräch mit dem Wachtposten im Container rechts der Schranke und wir durften auf das Gelände gehen. In den Hallen sind verschiedene Gewerbebetriebe untergebracht.



Gegenüber befindet sich diese Villa. Da bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts direkt neben der Abschußstation eine Fabrik bestand, die Torpedos herstellte, ist es denkbar, daß in der Villa vielleicht die Verwaltung residierte oder vielleicht sogar der erste Inhaber Robert Whitehead und seine Familie.

Links vom Eingang zum Gelände befindet sich ein Cafe in welchem wir nach der Besichtigung nicht nur ein kühles Blondes getrunken, sondern auch ein paar Bilder der Torpodofabrik gesehen haben.









Schauen wir uns die Abschußstation doch mal aus der Nähe an.






Überall Durchbrüche im Boden. Da muß man aufpassen um nicht ein unfreiwilliges Bad im Meer zu nehmen.









Wieso mußten die Torpedos überhaupt zu Testzwecken abgeschossen werden?

Getestet wurden sowohl die Antriebsarten

https://de.wikipedia.org/wiki/Torpedo#Antriebsarten

als auch die Steuerung und Stabilisierung

https://de.wikipedia.org/wiki/Torpedo#Lenkbarkeit



Man schoß die Torpedos aus der Luft ins Meer oder startete sie gleich unter Wasser.






Wir kennen den Torpedo heute als reine Angriffswaffe. Dabei war er von Luppis und Whitehead eigentlich zur Küstenverteidigung auf die Distanz gedacht.



So eine Metallröhre wog sicherlich ein paar Zentner. Einsatzbedingungen konnten ja nur mit Dummies mit dem selben Gewicht getestet werden. Ob von hier aus auch scharf auf vor der Küste befindliche Ziele geschossen wurde, ist mir nicht bekannt.

Jedenfalls wurden die Torpedos mechanisch nach oben oder unten befördert und dann gings ab ins Meer.



Die Abschußrampen hatten wohl je nachdem wie der Test verlaufen sollte verschiedene Eigenschaften.



"Die ersten schraubengetriebenen Torpedos wurden von Giovanni Luppis (kroat. Ivan Lupis), einem österreich-ungarischen Marineoffizier, entwickelt und gebaut. Die Schraube wurde dabei durch Federkraft betrieben, die Steuerung erfolgte mittels Seilzügen von Land aus. Die Präsentation erfolgte 1860 in Fiume an der Nordadria im heutigen Kroatien.



Aufbau des Whitehead-Torpedos. In der Spitze (links) befindet sich die Sprengladung. Das Mittelstück wird vom Druckbehälter eingenommen. Dahinter liegt der Motor, der zwei gegenläufige Schrauben antreibt. Letztere sind von Flossen umrahmt.
Als Vorbild für Prinzip und Aufbau moderner Torpedos gilt aber der sogenannte Whitehead-Torpedo, der nach seinem Erbauer, dem englischen Ingenieur Robert Whitehead, benannt wurde. Whitehead entwickelte zusammen mit Luppis den Torpedo für die österreichische Marine weiter und führte ihn 1866 in Fiume vor. Dieser Torpedo trug eine 9 kg schwere Sprengladung in der Spitze, hatte eine Reichweite von 300 bis 400 Metern und erreichte eine Geschwindigkeit von 6 Knoten. Als Energiequelle für den Antrieb diente auf 40 kp/cm² verdichtete Luft, die in einem Druckbehälter mitgeführt wurde."

(aus Wikipedia)

Gebaut hat man diese Abschußstation deshalb, weil der Torpedo so konstuiert werden mußte, daß er knapp unter der Wasseroberfläche verbleibt bis er sein Ziel trifft. Da war eine enorme Entwicklungsarbeit mit Tests erforderlich.

Letztendlich wurde hier bereits vor dem Ersten Weltkrieg in der angegliederten Fabrik diese Waffe gefertigt. Damit konnten bereits damals Torpedoboote, Torpedoflugzeuge und Unterseeboote ausgestattet werden. Das zu einer Zeit, wo selbst der Großbauer gerade erst einmal dampfbetriebene Dreschmaschinen einsetzte. Von Traktoren war noch gar keine Rede.

Der Ausstoß der angegliederten Fabrik erreichte im Jahr 1943 eine monatliche Zahl von 160 Torpedos, die an die deutsche und italienische Kriegsmarine geliefert wurden. In den 1990er Jahren ging die Fabrik dann in Konkurs.

In diesem Haus im Zentrum der Stadt, kurz Ploechpalast genannt, er wurde im Jahr 1888 erbaut, wohnte bis zu seinem Tod im Jahr 1906 Annibale Ploech, der Mehrheitseigentümer der Fabrik. Seine Frau war die Tochter von Robert Whitehead. Ich finde es erstaunlich, wie das junge Unternehmen innerhalb gerade mal 20 Jahren so viel Gewinn abwerfen konnte, daß der Eigentümer sich so eine noble Behausung leisten konnte.




(Bild aus Wikipedia)

Wie es nach dem Tod von Ploech mit dem Unternehmen weiterging, ist mir nicht bekannt.

Derzeit gibt es Bestrebungen seitens der Stadt Rijeka die Ruine der Abschußstation zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten.Ein Torpedomuseum gibt es bereits in der Nähe des Bahnhofs.

jürgen
 
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claus-juergen

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#11
Mitten im grünen Istrien zwischen den kaum bekannten Orten Paz und Letaj befinden sich etwas abgelegen eine Burgruine mit Namen Possert und ein Schloß mit dem Namen Belaj. Letzteres ist vielleicht manchem bekannt, weil die Schloßbewohner nicht nur ein Weingut von etwa 10 Hektar bewirtschaften, sondern einen Teil des Schlosses zu einer Gaststätte ausgebaut haben. Diese ist besonders für festliche Feiern beliebt.

Burg Possert war vielleicht mal ein "lost place". Nun nach der Renovierung und der Zugänglichkeit für Besucher ist die Burg das für den ein oder anderen nicht mehr. Einen Wegweiser gibt es nur unmittelbar an der Verbindungsstraße Paz - Letaj. Am besten stellt man den Pkw an der Kapelle Sveti Martin ab und läuft dann die letzten Meter bis zur Ruine.







Ab dem Jahr 2007 wurde das völlig überwucherte alte Gemäuer freigeschnitten und so instandgesetzt, daß nun jedermann die Burgruine gefahrlos besichtigen kann.



Eine englischsprachige Infotafel steht auch daneben.






Auf den Turm kann man jederzeit auf einer gesicherten Stahltreppe hinaufgehen. Der Ausblick von oben lohnt sich.






Im Hintergrund sehen wir das Ucka Gebirge



ansonsten viel grünes Istrien



Ein paar hundert Meter östlich der Burg befindet sich Schloß Belaj.



Dieses Schloß ist bewohnt und bewirtschaftet. Näheres darüber findet ihr in diesem Bericht.

https://www.adriaforum.com/kroatien/threads/burg-possert-und-schloß-belaj-in-istrien.82956/

grüsse

jürgen
 
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claus-juergen

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#12
Vor einiger Zeit bin ich auf den alten Beobachtungsturm des Militärs auf der Halbinsel Marlera bei Liznjan gekraxelt. Da befindet sich ein ehemaliges Übungsgelände der JNA.




Es ist eigentlich ganz einfach und völlig ungefährlich da raufzuklettern. ;)



Bis auf ein paar rostige Stellen ist der Turm ganz in Ordnung.



Von oben hat man einen ganz guten Blick über die Halbinsel.



In dieser Halle lagerte mal irgendwelches militärische Gerät. Dahinter erkennt man den stillgelegten Kalksteinbruch.



Der Weg führt bis an die Spitze der Halbinsel. Ganz draußen befindet sich der Leuchtturm, der heute als Ferienhaus gemietet werden kann.



Die Militärs haben das Gelände schon lange geräumt und so nutzen die Bauern die Felder für Ackerbau. Vor allem Tomaten, Kohl und Wein wird hier kultiviert.



Das sind sogenannte Betonbomben. Von denen liegen Hunderte wenn nicht gar Tausende überall herum. Auch im Meer findet man die Dinger. Die sind harmlos. Anstatt irgendwelcher scharfer Bomben hingen die an den Kampfflugzeugen und wurden auf Ziele abgeworfen, die die Militärs hier zu diesem Zweck aufgebaut haben. Das waren Panzer aus Sperrholz, Attrappen von Fahrzeugen, Flugzeugen oder Gebäuden.

Ob nun einer oder mehrere Rekruten auf dem Beobachtungsturm waren, während die Flugzeuge diese Dinger abwarfen weis ich nicht. Vielleicht war es eine Art Strafkompanie, die hier Ziele aufgebaut hat und die Treffer registrieren mußte.



Beim Bearbeiten der Felder kommt auch solches Zeug zum Vorschein. Was das wohl mal war?



Welche Dienstgrade diesen gesicherten Unterstand im Falle der Bombardierung nutzen durfte weis ich nicht.

Sind wir jedenfalls froh, daß diese Zeit vorbei ist und auch die kroatische Armee die Halbinsel Marlera nicht mehr fürs Krieg spielen benötigt.

grüsse

jürgen
 

McFive05

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#13
Vor einiger Zeit bin ich auf den alten Beobachtungsturm des Militärs auf der Halbinsel Marlera bei Liznjan gekraxelt. Da befindet sich ein ehemaliges Übungsgelände der JNA.




Beim Bearbeiten der Felder kommt auch solches Zeug zum Vorschein. Was das wohl mal war?
... das sind Reste einer Hohlladungsgranate, wie sie zur Panzerbekämpfung eingesetzt werden, in diesem Teilstück befand sich der Treibsatz, die kleinen Aluminiumstreifen dienen zur Stabilisierung der Flugbahn
das auf dem Bild könnte von einer russischen RPG-7 stammen
 
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McFive05

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#14
Betonbomben, besser Fake-Bomben :p

zu meiner Zeit war es eher so, das diese Teile eingesetzt wurden um anwesenden Militärdelegationen/Beobachtern und oder Generälen der Führungsebenen, die entsprechende "Präzision" demonstrieren zu können, d.h. Erdziele wurden mit Sprengsätzen präpariert und sobald die Kampfflugzeuge ihre "tödliche" Fracht abgeworfen haben, wurde die Sprengsätze ferngezündet... :oops::oops::oops:;):D
 
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claus-juergen

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#15

claus-juergen

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#16

Julia 35

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Tito's ehemalige, prunkvolle Villa gilt auch als Lost Place! In der Nähe von den Plitvicer Seen, steht das baufällige Gebäude, im Wert von vielen Millionen Euro. Scheinbar will man diese für den Tourismus renovieren bzw.restaurieren lassen. Schaut euch auch das Video dazu an.

https://kroatien-nachrichten.de/titos-mysteriose-160-mio-euro-villa/
 
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