Kroatien baut Flüssiggas-Terminal im Eiltempo

N

nihil-est

Guest
#63
Zum LNG-Terminal habe ich wieder etwas gefunden.

https://www.balaton-zeitung.info/10882/lieferung-von-gas-aus-kroatien-nach-ungarn/

Aus ungarischer Sicht wohl beleuchtet stellt das Terminal auf Krk eine sicherlich interessante Alternative zur Schwarzmeerpipeline da, aber wie so immer, es geht auch um das liebe Geld. Man ist sich wohl bislang nicht über die Durchleitungsgebühren einig geworden, diese soll wohl über die EU-Kommission geregelt werden.

Gruss

Gerd
 

claus-juergen

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#64
hallo Gerd,

wirtschaftlich ist die Verflüssigung von Erdgas und der Transport per Schiff mit anschließender Transformation wieder in Gas nach wie vor keine Alternative. Die bestehenden LNG-Terminals in Europa sind alle bei weitem nicht ausgelastet. Aus diesem Grund zögert man auch in Deutschland mit dem Bau eines solchen, welches glaublich in der Region Wilhelmshaven projektiert ist.

Ob wir Putin mögen oder nicht. Für uns in Deutschland ist North Stream, welches das Gas direkt von Onkel Iwan durch die Ostsee nach Deutschland leitet derzeit mit Abstand die billigste Art Gas zu importieren. Die Transitgebühren entfallen und die Vertragspartner können somit nicht durch Transitländer erpresst werden, wie es in der Vergangenheit leider gelegentlich geschehen ist.

Da mag Trump noch so heftig gegen den Bau der zweiten Leitung schimpfen. So lange er uns nicht für das selbe Geld oder gar billiger wie die Russen Gas liefern kann, wird unsere und damit auch die Abhängigkeit Westeuropas von Iwan größer. Das ist jedoch wirtschaftliche begründet und somit auch politisch gewollt. Ganz abgesehen davon, daß die deutsche Industrie federführend beim Bau ist und dadurch zweistellige Milliardenumsätze erzielt werden. Iwan selbst ist jedoch aufgrund der einseitigen und viel kleineren Wirtschaft als Deutschland viel abhängiger von uns als Abnehmer wie wir von Russland.

Was für Deutschland gibt, gilt genauso für Ungarn und andere europäische Staaten. Deutschland kann sich zum Drehkreuz für Erdgas entwickeln wenn das europäische Gasnetz erst mal ausgebaut ist. Vielleicht ist dann auch in einigen Jahren verflüssigtes Erdgas dabei, wenn die Kosten sinken. Dieses kann bis dahin von überall auf der Welt importiert und in mindestens zwei Dutzend Terminals ins europäische Netz eingespeist werden.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#65
hallo,

hier gibt es neues zum geplanten Flüssiggasterminal auf Krk. Der Zeichnung nach könnten die drei großen Behälter, die Besucher von Omisalj im letzten Sommer im Bau gesehen haben, tatsächlich als Lager für Flüssiggas dienen.

http://kroatien-nachrichten.de/welc...eplante-flussiggasterminal-auf-der-insel-krk/

Auch der letzte Satz im Artikel darf beachtet werden. Strom wird wohl für die Verbraucher auch in Kroatien teurer. Die Zeit des Dumpingpreises könnte vorbei sein.

grüsse

jürgen
 

Fotopaar63

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#66
Seltsame Zeichnung in dem Artikel. Die Flüssiggasterminals wurden zuletzt auf der Westseite gebaut.

Bilder von August 2016:





Dezember 2017:



Januar 2019 - unverändert = keine neue Bautätigkeit. Aber wenn man mal bei google schaut, gibt es noch Platz für weitere Behälter:

https://www.google.de/maps/@45.2190526,14.5253748,2496m/data=!3m1!1e3
 
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claus-juergen

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#68
hallo Mick,

noch wird es ja eine Weile dauern, bis dieses Gasterminal fertiggestellt ist. Bisher ist es jedoch so, daß die in Europa bestehenden gerade mal zu etwa 30 % ausgelastet sind. Bisher ist es auch so, daß das verflüssigte Erdgas nun mal teuerer ist, als dasjenige, welches direkt aus Russland nach Westeuropa gelangt. Die bestehenden Gaspipelines über die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind zwar alt und kostenintensiv. Trotzdem ist das Gas welches durch sie transportiert wird immer noch billiger als das, welches mittels Gastanker aus Quatar oder aus den USA angelandet wird.

Mittlerweile ist North Stream 1 zu etwa 90 % ausgelastet. Ende des Jahres soll North Stream 2 am Netz sein. Dann ist Deutschland eine Art Drehscheibe für das Gas von Onkel Iwan. In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, daß alleine die Ukraine jährlich etwa 2 Milliarden Euro an Transitgebühren für das "Russengas" erhält. Leider zweigen sich vermutlich nicht nur in diesem Land kriminelle Elemente Teile dieses für Westeuropa bestimmten Gases ab. Spitzbuben gibt es wohl überall. ;)

Flüssiggasterminals sind möglicherweise erst in einigen Jahren eine wirtschaftliche Alternative zum Russengas.

Hier zur Ergänzung eine Aufnahme vom Juli 2018 von Omisalj aus gesehen.



grüsse

jürgen
 
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