Ciovo - Urlaub im Hasenkäfig

claus-juergen

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#1
Als ich im Oktober auf der Insel Ciovo war, ist mir eine neue Urlaubsform aufgefallen die hier ab der nächsten Saison angeboten wird. Urlaub im Hasenstall!

Mancher kennt vielleicht die Kirche Sv. Kriza in Mastrinka und den kleinen Hafen davor.



Direkt hinter dieser Kirche oberhalb der Küstenstraße hat nun ein findiger Unternehmer auf einem vielleicht 1000 qm großen Grundstück einige Holzhäuser so eng nebeneinander gestellt, daß die künftigen Urlauber von der eigenen kleinen Terrasse mit einem Schritt rüber zum Nachbarn gelangen.



So eine Baracke hat alles was man braucht. Fünf Meter dahinter steht die zweite Reihe mit ebenfalls etwa zehn oder einem Dutzend Holzhäusern. Der Traumblick reicht bis zur Rückwand der vorderen Häuser.



Im Inneren befindet sich alles was man braucht. Zwei kleine Schlafzimmer, ein Bad und eine Wohnküche. Meistens sind die Gäste ja wohl draußen auf der Terrasse.



Das Bauwerk fußt auf sicherem Fundament. Wie gut, daß es hier eigentlich nie eine Bora gibt. Tatsächlich weht gerade an dieser Seite der Insel der Wind gelegentlich extrem stark.



Wenigstens haben die in der ersten Reihe einen besseren Ausblick auf den Friedhof von Sv. Kriza und den am Festland liegenden Hubschrauberlandeplatz der kroatischen Luftwaffe. Da gibt es immer was zu sehen. Entweder die Bewegungen der Luftwaffe, oder ab und zu eine Beerdigung. Wenn nicht, fließt wenigstens der gesamte Verkehr der Urlauber und Einheimischen auf dieser Seite der Insel bis nach Slatine hier vorbei.



Im Meer baden kann man ja immerhin neben dem eingangs gezeigten kleinen Hafen.

Ich habe vor Ort keine Info über den Investor oder die Höhe der täglichen Miete in der Hauptsaison herausfinden können. Wenn ich jedoch von der Annahme ausgehe, daß so eine Hütte analog zu einem neuwertigen gleichgroßen Mobilhome auf einem Campingplatz in der Hauptsaison etwa 250 € am Tag kostet, dann sind das in drei Monaten 7500 €. HInzu kommen noch ein paar Euro in der Nebensaison. Somit dürfte jeder Hasenkäfig knapp 10.000 € im kommenden Jahr einbringen.

Was kostet nun so eine Bretterbude? Vielleicht kann mich Luppo mit seiner Fachkenntnis bei Wohnimmobilien hier unterstützen. Ich schätze die Baukosten pro Stück auf etwa 10.000 € einschließlich des Inventars. Wer sich hier eine goldene Nase verdient, dürfte somit klar sein.

Ich habe im übrigen an dieser Anlage nur Strom- und Wasserleitungen gesehen. Was geschieht mit dem Abwasser aus Küche und Bad?

Die Zukunft wird zeigen, ob sich so eine Urlaubsforum durchsetzt. Ich befürchte, daß es in wenigen Jahren eine heruntergewirtschaftete Bauruine gibt, die nicht mehr vermietet werden kann und vor sich hin rottet.

grüsse

jürgen
 
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Marius

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Medulin
#2
Juergen, du sollst doch nicht rechnen! :)

Aber immerhin korrigierst du dich gleich selbst, denn obwohl sich da “jemand eine goldene Nase verdient”, soll das ganze nach ein paar Jahren verrotten. Also irgendwas passt da nicht so ganz zusammen, oder wie siehst du das? ;-)

Alex aus Big Brother: “Denk da mal drueber nach!” ;-)
 

claus-juergen

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#5
...denn obwohl sich da “jemand eine goldene Nase verdient”, soll das ganze nach ein paar Jahren verrotten. Also irgendwas passt da nicht so ganz zusammen, oder wie siehst du das? ;-)

Alex aus Big Brother: “Denk da mal drueber nach!” ;-)
hallo Marius,

in wenigen Jahren könnten die Investitionen erwirtschaftet worden sein und dann steht das Gerümpel in der Landschaft herum. Da kümmerst sich doch dann kein Mensch mehr darum, daß die Ruinen wieder abgebaut werden.

Wer ist übrigens dieser Alex? Ein Freund von dir?

Generell habe ich bei dir den Eindruck, daß du alles befürwortest was in Kroatien geschieht. Hauptsache, die Kasse stimmt, auch wenn das Profitdenken nur kurzfristig ist. Dabei ist es scheinbar egal, ob so ein Investment sinnvoll, nachhaltig, umweltfreundlich, was auch immer das sein mag, oder ökologisch sinnvoll ist. Bei negativen Entwicklungen verschließt du die Augen oder ziehst solche Dinge ins Lächerliche. Ich persönlich kenne übrigens niemand, der in so einem Hasenstall seinen Urlaub verbringen möchte. Ich bin noch dazu gespannt, wo überhaupt die zwei Dutzend Pkw der Urlauber geparkt werden sollen. Vielleicht baut der Eigner ja noch einen Parkplatz unterhalb der ersten Häuserzeile. Dann schweift der Blick über Autos, die Straße, den Friedhof rüber zum Heli-Airport.



Derzeit fehtl nur noch eine Kanalisation oder eine riesengroße Septicka. Aber bis zum nächsten Sommer wird das schon. Das Geld der Urlauber lockt und treibt sicherlich die Arbeiten voran.

grüsse

jürgen
 
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Marius

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Medulin
#6
Ich befürworte selbstverständlich nicht alles, was Profit bringt, und ich wundere mich sehr, dass du ausgerechnet bei mir diesen Eindruck hast. Ich vertrete sogar meistens exakt die gegenteilige Position.

Das Problem ist halt, dass dir - das ist mir schon mehrmals aufgefallen - offensichtlich jegliches unternehmerische Verstaendnis fehlt.

Das ist nicht als Vorwurf oder Kritik zu verstehen, Juergen, du hast auf diese Weise schlicht und einfach nie denken muessen, schon gar nicht im Tourismusbereich, deshalb ist das auch voellig ok und die Begruendung, warum ich das nicht als Vorwurf an dich verstanden haben will. Also nicht sauer sein!

Oder wie kommst du sonst auf die Idee, warum jemand etwas, wo er sich deiner Ansicht nach „eine goldene Nase verdient“, sein Objekt nachdem in Rekordzeit (!) der ROI (return on invest) erreicht ist, vergammeln lassen sollte? Da hat man ja noch nicht mal was verdient, und DAS ist ja das Ziel jeder Investition, nicht die Investition selbst.

Nach deiner Rechnung, Herstellung 10 T€, Einnahmen pro Jahr 10 T€ waere die Investition nach einem Jahr schon wieder drin.
Ist aber natuerlich nicht so, bei deiner Rechnung begehst du alle Anfaengerfehler, die man nur machen kann.

Aber aus deiner Sicht gesehen, und nach deiner eigenen (falschen) Rechnung, muesstest du doch zum Schluss kommen, dass solche außerorbitant ertragreichen Objekte gehegt und gepflegt und sogar ausgebaut werden. Niemand (oder kaum jemand) ist seines eigenen Geldes Feind.

Die von dir hier vorgestellte Anlage kenne ich freilich nicht und kann daher - im Gegensatz zu dir ;-) - wenig ueber die Sinnhaftigkeit der Investition sagen. Recht einladend ist es (zumindest auf deinen Fotos) nicht, scheint aber auch noch lange nicht fertig zu sein.
 

claus-juergen

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#7
hallo Marius,

ich habe in Kroatien in der Vergangenheit ein Haus und in Deutschland mehrere gebaut. Seit 1996 stehen doch tatächlich alle noch und sind bewohnt. Somit habe ich auch etwas Ahnung von Bauqualität, Kosten und der Alterung einer Wohnimmobilie. Wenn du mir nun erzählen willst, daß diese Betonplatten, die einfach so auf dem gewachsenen Boden gelegt wurden und als Fundament für diese Bauten dienen sollen, ihren Zweck erfüllen, dann hast du von Statik keine Ahnung.

Derjenige, der diese Hütten hier hat bauen lassen, wird die so lange vermieten wie sie sich vermieten lassen. Wird der Erhaltungsaufwand zu groß, dann wird vielleicht nicht einmal die Türe zugesperrt. Ist morgen vielleicht "Urlaub im Hasenstall" nicht mehr gefragt, dann wird das Zeug doch nicht zurückgebaut und ordnungsgemäß entsorgt. Das kostet Geld und bringt nichts ein. Es sei denn, das Grundstück wird anderweitig genutzt und ist werthaltig.

Das oben gezeigte Fundament ist nur ein Beispiel, wie diese Art von Unterkünften billig und einfach und notdürftig zusammengenagelt wurden. Ich hätte viele Detailaufnahmen machen können, die meine Aussage belegen. Wie in dem schmalen Raum unter den Hütten nun nach dem Bau im Nachhinein Abwasserrohre verlegt werden sollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht hat der Bauherr ja Maulwürfe trainiert? Aber darum geht es ja gar nicht.

Es geht hier darum, daß wohl eine neue Form von Urlaub geschaffen wird, die vielleicht ihre Fans findet. Vielleicht war das Ganze aber auch ein Schuß in den Ofen. Vielleicht kommen ich in zehn Jahren wieder hierher und schau mir dann an, was aus dieser Luxus-Anlage geworden ist.

grüsse

jürgen
 

Marius

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#8
Ich habe kein einziges Wort über die Bauqualität oder über Statik gesagt, Jürgen. sondern über deinen "Business-Case", den du weiter oben aufstellst. :)

Wie kommst du also auf die Idee, zu konstatieren, dass ich dir erzählen will, "dass diese Betonplatten, die einfach so auf dem gewachsenen Boden gelegt wurden und als Fundament für diese Bauten dienen sollen, ihren Zweck erfüllen, dann hast du von Statik keine Ahnung."

So etwas (Business Cases) hast du schlicht und einfach noch nie gemacht und das sieht man halt überdeutlich, nur das habe ich gesagt und was ich gesagt habe, ist unbestreitbarer Fakt. ;-)
 

Marius

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#9
Aber wenn du über diese neue Urlaubsform reden willst, dann können wir das gerne auch machen, wir müssen halt nur darauf achten, dass wir die Themen nicht zusammenwürfeln, so wie es gerade passiert.. ;-)

Alle Themen, die du ansprichst
  • Bauqualität, Statik
  • Sicherheitsfragen
  • Rentabilität der Investitionskosten
  • Umweltschutz, Nachhaltigkeit
  • Urlaubsformen
wären sehr interessant, aber man muss halt aufpassen, dass man nicht immerzu alles miteinander vermischt.
 

Heiko705

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#10
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand hier 250 € pro Nacht zahlt. Für so eine schreckliche Wohnform? Ist das nicht "ein wenig" zu viel?

Gut, ich kann aber auch nicht verstehen, wie jemand über 100 € pro Nacht für ein Mobile Home auf einem Campingplatz zahlen kann. Diejenigen, die ein ganztätiger Aufenthalt auf dem Campingplatz glücklich macht - ohne etwas von der Umgebung sehen zu wollen - die verstehen das vielleicht eher. So etwas wie Campingplatzfeeling kommt vielleicht hier ebenfalls auf.
 

claus-juergen

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#11
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand hier 250 € pro Nacht zahlt. Für so eine schreckliche Wohnform? Ist das nicht "ein wenig" zu viel?...
hallo Heiko,

das sind die neuen Mobilhomes auf Kazela in Medulin. So eine Schachtel ist in etwa gleich groß wie die oben gezeigten Holzhütten. Auf Kazela hast du jedoch bisher zwei neue Pools zur Mitbenutzung. Diese Mobilhomes kosten in der Hauptsaison um die 250 € und in der Nebensaison immer noch gut über 100 €, je nachdem über welches Buchungsportal sie angemietet werden.



Mir persönlich wäre das auch zu viel. Aber es gibt scheinbar Urlauber, die diese Summe für angemessen empfinden.

grüsse

jürgen
 

zonk66

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#12
Als Mobilhome benutzer hierzu:
Nun mit Kind (Sohn 16), der sich mit seinen Freunden (die auch jedes Jahr da sind) treffen will ,und noch in die Schule geht sind 100-120 € OK.
Der Preis ist für bis zu 6 Personen (wir sind nur 3 unser Pech halt)
Er hat mit 16 seinen Spaß, und wir auch ! Es bei unseren Campingplatz alles da ! Aber jeder muss wissen was Ihm sein Urlaub wert ist. Die 250 € würde ich auch nicht bezahlen !
Da bekomm ich auch ein Hotel. !
Außerdem in der Ferienzeit wird halt abgezockt...Allerdings sieht unseres eher wie das untere Bild aus. Das oben wird wohl niemand für das Geld mieten...
 

Marius

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#13
Ich lese schon wieder das Wort “Abzocke”...

Nicht gleich aufregen und Abzocke rufen!
Den Preis von € 250,- für diese Hütten hat sich doch Jürgen ausgedacht!
Das ist seine Preisschätzung als ausgewiesener Tourismusexperte! ;-)
 
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#14
Mobilhomes sind auch nicht anders aufgestellt. Gehe davon aus, dass die Ständer noch in der Platte verschraubt werden.
Wasser / Abwasser / Gas müssen ja nicht verbuddelt werden. Auch bei Mobilhomes laufen die teilweise offen unterm Container durch. Jedenfalls bis zum dann doch eingegrabenen Kanal ;-)
Danach wird einfach ne Verkleidung vorgebappt und nix ist zu sehen.

Die gezeigten Hasenställe sehen mir aber nicht wie Ferienunterkünfte aus, sondern eher wie eine Wohnanlage für Saisonarbeiter. Vielleicht muss ein in der Nähe gelegenes Hotel kurzfristig Wohnraum für Saisonkräfte bereitstellen. habt ihr daran schon mal gedacht, bevor ihr .... ? ;)
 

Julia 35

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#15
Ich dachte auch an Arbeiterunterkünfte, die werden selten für Touris so aufgestellt.

Wir mögen Mobilheime sehr. Waren auch schon mehrmals in einem untergebracht. Aber uns ist es wichtig, dass es drum herum auch stimmt. So wie in Njivice auf dem CP. Da ist es ein Traum. Meine Familie ist im Juni dort wieder in einem MH und bezahlen für zwei Wochen 2000.- Euro. Das wäre uns jetzt zuviel. Wir haben aber auch 1800.- bezahlt.
Wir müssen das jedoch nicht jedes Jahr haben.
 
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Mifle0371

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#16
Ich hab dieses Jahr viele solcher Minihütten gesehen und war immer wieder erschrocken. Anders kann ich das gar nicht bezeichnen.
Diese Enge ist wahrlich erdrückend, mal ganz abgesehen vom Anblick. Hoffentlich setzt sich so etwas nicht durch.
Michael
 
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