Kroatien soll russisches Öl durch Pipelines nach Ungarn und in die Slowakei leiten

l200auto

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Hallo Jürgen,
alles gut und Durran - ich bin voll bei Dir.
P.S. Deutschlands Gasspeicher sind fast leer und mal sehen wie sich die Meinungen ändern wenn Industrie abgeschaltet wird.
Die politische Feindschaft mit Russland muss ja nicht heißen, das wir wirtschaftlich dieses Feindbild aufrecht erhalten. Der AMI hat nur Angst seine Macht zu verlieren. Russland, China und Deutschland wirtschaftlich an einem Strang ziehen - da kann der AMI einpacken.
 
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DerReisende

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wer im Glashaus sitzt...
Die Gasspeicher in Kroatien (primär der Speicher Okoli) weisen Mitte Februar 2026 niedrige Füllstände aufAktueller Stand (Februar 2026): Die Speicherfüllstände in Kroatien lagen Mitte Februar 2026 im Bereich von ca. 15% bis 16%.
  • Vergleich: Kroatien gehört damit aktuell zu den EU-Ländern mit den niedrigsten Füllständen, ähnlich wie Österreich, Belgien und die Niederlande.
 

claus-juergen

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…Deutschlands Gasspeicher sind fast leer und mal sehen wie sich die Meinungen ändern wenn Industrie abgeschaltet wird...
Hallo Andreas,

es ist richtig, dass Deutschlands Gasspeicher derzeit nur zu 23 % gefüllt sind. Nachlesen kann man das hier. Dort gibt es auch Tabellen über den aktuellen Import.


Das hat verschiedene Gründe. Gesetzlich wurden die Mindestfüllstände vor kurzem gesenkt und so kaufen die Betreiber ihr Gas am Spotmarkt dann ein wenn es möglich billig ist. Und das ist anscheinend derzeit nicht der Fall. Nun war der Winter bisher kälter als der vorige und so ist logischerweise in ganz Europa mehr Gas verbraucht worden. Allerdings hat das ganze sehr wenig mit dem Bezug von Öl durch Ungarn und die Slowakei aus Kroatien zu tun. Nur darum geht es in diesem Strang.

So wie möglicherweise die Betreiber unserer Gasspeicher gezockt haben ist es anscheinend in Ungarn und der Slowakei ebenfalls der Fall. Wäre das anders, hätten diese beiden Länder Ölreserven für viele Monate aufgebaut. Jetzt ist die Ölleitung aus Russland wohl aufgrund kriegerischer Einflüsse der Russen defekt und Kroatien soll es richten. Nun ist Kroatien am Zug und verdient hoffentlich viel Geld damit, um diese beiden Länder flüssig zu halten.

Am Beispiel Ungarn und Kroatien sieht man, wie man von einem einzigen Lieferanten abhängig sein kann. Ich hoffe das passiert uns in Europa künftig nicht mehr. Ich sehe übrigens diesbezüglich positiv in die Zukunft. Auch Ungarn und die Slowakei werden früher oder später bei ihren Energie Importen diversifizieren müssen. Versorgungssicherheit ist wichtiger als der billigste Preis den man kurzfristig erhält.

Ich persönlich brauche grundsätzlich kein Gas und auch kein Öl um meine vier Wände warm zu halten, weil ich mit meiner eigenen PV Anlage und einer Wärmepumpe ausgestattet bin. Den Strom den ich noch zukaufen muss, kann ich mir gerade noch leisten.

grüsse

jürgen
 

t-kal

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claus-juergen

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Moin Jürgen,

naja, indirekt brauchst du doch schon noch Gas. Denn ein erheblicher Teil unseres Gases muss leider verstromt werden ... ;)
Hallo Tobias,

genaugenommen ist in unserem Strom je nach Bedarf und Jahreszeit mal Strom aus AKW von Frankreich oder Belgien, dann wiederum Strom aus Laufwasserkraftwerken oder aus Pumpspeicherwerken in Österreich, dann mal wieder aus Kohlekraftwerken aus Polska und der Tschechei oder auch Strom aus Wasserkraft aus Norwegen oder Windstrom aus Dänemark oder auch Solarstrom oder Windstrom überwiegend aus Deutschland. Genau kann man das nicht sagen auch wenn die Stromversorger dem Kunden angeblich 100 % reinen Ökostrom verkaufen wollen. Doch wäre es erheblich weniger Gas, welches importiert wird wenn jeder so heizen würde wie ich. ;)

Um auf die Adriapipeline in Kroatien zurückzukommen die Ungarn und die Slowakei mit Öl versorgen soll sei erwähnt, dass sich das Öl in dieser Pipeline sicherlich auch vermischt, selbst wenn man in Omisalj heute diesen Tank und morgen einen anderen Tank anzapft.

In der Slowakei geht es seit heute wohl ans Eingemachte oder eingelagerte Öl.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Slowakei-ruft-Erdoel-Notstand-wegen-Ukraine-Krieg-aus-id30377209.html

grüsse

jürgen
 

frank2.0

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Meine Meinung zu dem Thema:
Ich finde man muss beide Seiten verstehen.
Klar geht es darum dem russischen Kriegstreiber und Revanchisten Putin die Haupteinnahmequelle zur Kriegsfinanzierung streitig zu machen. Die Frage ist nur was es bringt. Nach 4 Jahren Krieg leiden die "verzichtenden" Länder mehr unter den Sanktionen als Russland. Und vor allem - wer zahlt es denn? Nicht die Politiker und nicht die Wohlhabenden die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Eigenheims haben. Eher die Mieter die unter teils vierstelligen Nachzahlungen ihrer Nebenkosten zu leiden haben. Die Industrie gibt die hohen Energiepreise wiederum an den Endverbraucher weiter - also zahlt auch hier wieder der Otto Normalverbraucher beim Einkaufen im Supermarkt.
Wenn ich heute als Einkäufer bei einem Unternehmen nicht das günstigste Angebot nehme bekomme ich Ärger. Kaufen Politiker teures Öl und Gas passiert dagegen nichts.
Und dann wundert man sich wenn der verdrusste Endverbraucher Parteien wählt die genau das anprangern!
Nochmal : Verzicht auf russisches Blutöl und Blutgas ja - aber diejenigen die die Zeche zahlen sollten besser unterstützt werden! Und das wird in der Slowakei und Ungarn nicht anders sein.
 

DerReisende

erfahrenes Mitglied
Hallo Tobias,

genaugenommen ist in unserem Strom je nach Bedarf und Jahreszeit mal Strom aus AKW von Frankreich oder Belgien, dann wiederum Strom aus Laufwasserkraftwerken oder aus Pumpspeicherwerken in Österreich, dann mal wieder aus Kohlekraftwerken aus Polska und der Tschechei oder auch Strom aus Wasserkraft aus Norwegen oder Windstrom aus Dänemark oder auch Solarstrom oder Windstrom überwiegend aus Deutschland. Genau kann man das nicht sagen auch wenn die Stromversorger dem Kunden angeblich 100 % reinen Ökostrom verkaufen wollen. Doch wäre es erheblich weniger Gas, welches importiert wird wenn jeder so heizen würde wie ich. ;)
Ich will mal was klarstellen, hab es farblich markiert. Der Strompreis wird ja an der Börse gehandelt. In jedem Fall zahlt der Normalbürger drauf,
Fall grün Stromüberschuss durch Wind und Strom. Der Staat zahlt Einspeisevergütung und verkauft den Strom zum Dumpingpreis ins Ausland. Wir machen Minus. Fortsetzung weiter unten.
Fall Blau kein eigener Strom: Wir kaufen zu und starten die Stromerzeugung mit Gas und Kohle. Ergo: Der Strom wird teurer.

Fall Rot
Jetzt der Hammer: Wir haben Überfluss durch Windstrom, unser Strom wird verramscht. Nun kommt Österreich ins Spiel: Die kaufen fast zum Nulltarif Strom für die Wasserpumpen, um die Speicher zu füllen. Soweit gut. Aber Bayern und BW haben den Stromüberschuss aber gar nicht, weil die Leitungen (Südlink) nicht fertig sind!
Jetzt kommt der Hammer: verkauft ist verkauft. Um den Bedarf für Bayern und Österreich zu sichern, werden jetzt Gaskraftwerke angeworfen und Strom teuer erzeugt! Volle Subventionierung von Österreichs Strom!
Abhilfe ist im Gespräch. Deutschland soll in Regionen aufgeteilt werden, dann wird Bayern und BW erstmal Hochpreisland mit Strom!
 
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claus-juergen

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Soweit ich das sehe, haben aber die Strompreise in Deutschland jetzt mit dem Defizit an Rohöl in der Slowakei und Ungarn eher weniger zu tun. Damit wären wir wieder beim Thema. ;)

grüsse

jürgen
 

frank2.0

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Ich habs mal verbessert. Da steckt sicher auch der Ami mit dahinter. Bin gespannt wenn endlich die Karten auf den Tisch kommen.
Und jetzt bin ich raus. :hallo:
Lass doch mal die Verschwörungstheorien weg. Ist jetzt schon die dritte.
- Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Euro und Goldpreis. Nur zwischen Dollar und Goldpreis.
- Die Industrie wird nicht abgestellt wegen einer sowieso nicht vorhandenen Gasmangellage.
- Ein Ukrainer steht vor Gericht und ein weiterer wird von Polen wegen dem Anschlag auf die Ostsee-Pipeline nicht ausgeliefert. Ob die USA da irgendwie dahinter stehen ist reine Spekulation.
 
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claus-juergen

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Der Kommentator von Glas Istre bringt es auf den Punkt. Deshalb zitiere ich hier ausnahmsweise mal den kompletten Artikel:

"Die Ungarn inszenieren mal wieder ein Drama um den Transport russischen Öls über Janaf, doch diesmal fehlten die üblichen Beleidigungen Kroatiens als „unzuverlässiges Transitland“, mit denen uns der ungarische Außenminister Péter Szijjártó regelmäßig beglückte, sobald die Gefahr bestand, dass russisches Öl über Janaf nach Ungarn gelangen könnte. Und dieses Öl, für das sie Putin einen Rabatt abgerungen hatten, den ihnen die EU und die USA erlaubten – und zwar nur ihnen und den Slowaken. Die Beleidigungen blieben aus, weil ihr Öl nun nicht mehr über die Druschba-Pipeline, sondern über Janaf transportiert werden muss. Daher haben sie ihre Rhetorik etwas abgeschwächt, da sie nun für den Transport bezahlen müssen, für den sie ebenfalls einen Rabatt erhalten hatten. Doch nicht nur deshalb fehlten die traditionellen Beleidigungen gegen Kroatien, sondern auch, weil Brüssel und Washington diesmal entschieden und die Ungarn vor vollendete Tatsachen gestellt haben. Darüber hinaus teilte die Europäische Kommission mit, dass der Öltransport über Janaf Teil einer umfassenderen Energiestrategie sei, um die Abhängigkeit der Union von russischen fossilen Brennstoffen endgültig zu verringern. Knapp zwei Monate vor den Parlamentswahlen in Ungarn verliert Ministerpräsident Orbán eine seiner wichtigsten Säulen: das billige russische Öl. Zwar wird er es weiterhin vergünstigt beziehen, muss aber die Transportkosten tragen. Und genau deshalb gibt es so viel Aufregung und Empörung. Denn nun wird der Benzinpreis leicht steigen.

Orbán und Szijjártó inszenieren ein Drama, weil ihre Regierungssitze vor den Wahlen auf dem Spiel stehen, nicht etwa, weil sie den Lebensstandard der Ungarn schützen wollen. Dieser ist während Orbáns 15-jähriger Herrschaft so stark gesunken, dass Ungarn laut Eurostat-Daten 2024 beim realen Pro-Kopf-Verbrauch mit nur 72 Prozent des EU-Durchschnitts den letzten Platz in der Europäischen Union belegte. Zum Vergleich: Rumänien liegt bei 88 Prozent, Bulgarien bei 74 Prozent und Kroatien bei 78 Prozent. Die Aufregung dreht sich nicht um die ländliche Entwicklung. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie lediglich ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent, im ersten Quartal desselben Jahres sogar nur 0,2 Prozent. 2023 wiesen sie mit 25,2 Prozent die höchste Inflationsrate in ganz Europa auf – trotz des billigen russischen Öls, auf das sie neben den Slowaken als Einzige Anspruch haben. Etwas teureres russisches Öl aufgrund der Transportkosten nach Kroatien wird den ohnehin schon stark angeschlagenen Lebensstandard der Ungarn nicht weiter gefährden, sondern nur Orbáns Politik. Und Angela Merkel hat die deutsche Wirtschaft einst fest an billige russische Energiequellen und die Macht gebunden.

Das Problem der Ungarn besteht nicht nur darin, die Öltransporte zu Marktpreisen zu bezahlen, denn aufgrund von Orbáns Verflechtungen mit Putin sind sie an Dumpingpreise gewöhnt. Zusätzlich zur Einhaltung der Marktregeln, genauer gesagt der Janaf-Preisliste, müssen sie eng mit der US-Regierung zusammenarbeiten, um die Sanktionen gegen alle Tanker aufzuheben, die russisches Öl liefern und selbst unter Sanktionen stehen. Auch Kroatien als Transitland muss Tankern, die US-Sanktionen unterliegen, die Einfahrt verweigern.

Budapest ist sich dessen bewusst, ebenso wie der Tatsache, dass Tanker für Öltransporte nach Omišalj lange benötigen, während die Lieferung über Družba schneller und günstiger war. Obwohl MOL versichert, dass die Versorgung des ungarischen Marktes mit Ölderivaten sicher und stabil sei, hat das Unternehmen die ungarische Regierung dennoch um die Erlaubnis gebeten, Öl aus strategischen Reserven entnehmen zu dürfen, um die Versorgung seiner Raffinerien zu gewährleisten. Obwohl die Ungarn diesmal auf Beleidigungen Kroatiens und Janaf verzichtet haben, merkte der Energieexperte Davor Štern an, dass sie die Gelegenheit dennoch genutzt hätten, Forderungen zu stellen, da sie die Erlaubnis für Öllieferungen durch unser Territorium fordern. Štern erklärt, dass der Ausdruck „wir bitten“ im diplomatischen Sprachgebrauch nicht existiere, insbesondere nicht zwischen Nachbar- und befreundeten Ländern, und dass er seit der Zeit von Ban Khuen Hedervary nicht mehr verwendet worden sei. Sie tun so, als gehöre ihnen Janaf, und die kroatische Regierung hat auf diese Art der Kommunikation bisher nicht reagiert. Lediglich Wirtschaftsminister Ante Šušnjar teilte den Ungarn in den sozialen Medien mit, Kroatien werde eingreifen. Man darf nicht vergessen, dass die Ungarn die Ausnahmeregelung von den US-Sanktionen für den Import von russischem Öl genau wegen des Theaters um die Janaf-Preise von MOL erhielten. Und nun scheinen die Ungarn mit ihrem Gejammer den Amerikanern auf die Nerven zu gehen."


grüsse

jürgen
 
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claus-juergen

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Die Kapazität der kroatischen Ölpipeline JANAF reicht aus um Ungarn und die Slowakei mit Öl zu versorgen. Bekanntlich sind es politische und vielleicht auch wirtschaftliche Gründe warum diese beiden Länder Kroatien als Transitland ablehen. Denkbar, daß zumindest Ungarn nach den Wahlen Mitte April doch noch zum Kunden des Adrialandes wird.

"Kroatien ist voll und ganz darauf vorbereitet, die Ölversorgung sowohl Ungarns als auch der Slowakei über die Adriatische Ölpipeline zu gewährleisten, bestätigte Premierminister Andrej Plenković. Bei der Eröffnung einer Sitzung der kroatischen Regierung am Donnerstag wies Plenković die Behauptungen von Vertretern der ungarischen Regierung, die Adria-Pipeline sei zweitrangig und unzuverlässig, entschieden zurück.

Der Premierminister betonte, dass die Dschandranski naftovod (JANAF) über die volle Kapazität verfüge, um eine ununterbrochene Ölversorgung beider Länder zu gewährleisten. Er hob hervor, dass die kombinierte Jahreskapazität der Raffinerien von MOL in Ungarn und der Slowakei bei 14 Millionen Tonnen liegt, während die Adriatische Ölpipeline in der Lage ist, 15 Millionen Tonnen pro Jahr zu transportieren."


grüsse

jürgen
 
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