Der Kommentator von Glas Istre bringt es auf den Punkt. Deshalb zitiere ich hier ausnahmsweise mal den kompletten Artikel:
"Die Ungarn inszenieren mal wieder ein Drama um den Transport russischen Öls über Janaf, doch diesmal fehlten die üblichen Beleidigungen Kroatiens als „unzuverlässiges Transitland“, mit denen uns der ungarische Außenminister Péter Szijjártó regelmäßig beglückte, sobald die Gefahr bestand, dass russisches Öl über Janaf nach Ungarn gelangen könnte. Und dieses Öl, für das sie Putin einen Rabatt abgerungen hatten, den ihnen die EU und die USA erlaubten – und zwar nur ihnen und den Slowaken. Die Beleidigungen blieben aus, weil ihr Öl nun nicht mehr über die Druschba-Pipeline, sondern über Janaf transportiert werden muss. Daher haben sie ihre Rhetorik etwas abgeschwächt, da sie nun für den Transport bezahlen müssen, für den sie ebenfalls einen Rabatt erhalten hatten. Doch nicht nur deshalb fehlten die traditionellen Beleidigungen gegen Kroatien, sondern auch, weil Brüssel und Washington diesmal entschieden und die Ungarn vor vollendete Tatsachen gestellt haben. Darüber hinaus teilte die Europäische Kommission mit, dass der Öltransport über Janaf Teil einer umfassenderen Energiestrategie sei, um die Abhängigkeit der Union von russischen fossilen Brennstoffen endgültig zu verringern. Knapp zwei Monate vor den Parlamentswahlen in Ungarn verliert Ministerpräsident Orbán eine seiner wichtigsten Säulen: das billige russische Öl. Zwar wird er es weiterhin vergünstigt beziehen, muss aber die Transportkosten tragen. Und genau deshalb gibt es so viel Aufregung und Empörung. Denn nun wird der Benzinpreis leicht steigen.
Orbán und Szijjártó inszenieren ein Drama, weil ihre Regierungssitze vor den Wahlen auf dem Spiel stehen, nicht etwa, weil sie den Lebensstandard der Ungarn schützen wollen. Dieser ist während Orbáns 15-jähriger Herrschaft so stark gesunken, dass Ungarn laut Eurostat-Daten 2024 beim realen Pro-Kopf-Verbrauch mit nur 72 Prozent des EU-Durchschnitts den letzten Platz in der Europäischen Union belegte. Zum Vergleich: Rumänien liegt bei 88 Prozent, Bulgarien bei 74 Prozent und Kroatien bei 78 Prozent. Die Aufregung dreht sich nicht um die ländliche Entwicklung. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie lediglich ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent, im ersten Quartal desselben Jahres sogar nur 0,2 Prozent. 2023 wiesen sie mit 25,2 Prozent die höchste Inflationsrate in ganz Europa auf – trotz des billigen russischen Öls, auf das sie neben den Slowaken als Einzige Anspruch haben. Etwas teureres russisches Öl aufgrund der Transportkosten nach Kroatien wird den ohnehin schon stark angeschlagenen Lebensstandard der Ungarn nicht weiter gefährden, sondern nur Orbáns Politik. Und Angela Merkel hat die deutsche Wirtschaft einst fest an billige russische Energiequellen und die Macht gebunden.
Das Problem der Ungarn besteht nicht nur darin, die Öltransporte zu Marktpreisen zu bezahlen, denn aufgrund von Orbáns Verflechtungen mit Putin sind sie an Dumpingpreise gewöhnt. Zusätzlich zur Einhaltung der Marktregeln, genauer gesagt der Janaf-Preisliste, müssen sie eng mit der US-Regierung zusammenarbeiten, um die Sanktionen gegen alle Tanker aufzuheben, die russisches Öl liefern und selbst unter Sanktionen stehen. Auch Kroatien als Transitland muss Tankern, die US-Sanktionen unterliegen, die Einfahrt verweigern.
Budapest ist sich dessen bewusst, ebenso wie der Tatsache, dass Tanker für Öltransporte nach Omišalj lange benötigen, während die Lieferung über Družba schneller und günstiger war. Obwohl MOL versichert, dass die Versorgung des ungarischen Marktes mit Ölderivaten sicher und stabil sei, hat das Unternehmen die ungarische Regierung dennoch um die Erlaubnis gebeten, Öl aus strategischen Reserven entnehmen zu dürfen, um die Versorgung seiner Raffinerien zu gewährleisten. Obwohl die Ungarn diesmal auf Beleidigungen Kroatiens und Janaf verzichtet haben, merkte der Energieexperte Davor Štern an, dass sie die Gelegenheit dennoch genutzt hätten, Forderungen zu stellen, da sie die Erlaubnis für Öllieferungen durch unser Territorium fordern. Štern erklärt, dass der Ausdruck „wir bitten“ im diplomatischen Sprachgebrauch nicht existiere, insbesondere nicht zwischen Nachbar- und befreundeten Ländern, und dass er seit der Zeit von Ban Khuen Hedervary nicht mehr verwendet worden sei. Sie tun so, als gehöre ihnen Janaf, und die kroatische Regierung hat auf diese Art der Kommunikation bisher nicht reagiert. Lediglich Wirtschaftsminister Ante Šušnjar teilte den Ungarn in den sozialen Medien mit, Kroatien werde eingreifen. Man darf nicht vergessen, dass die Ungarn die Ausnahmeregelung von den US-Sanktionen für den Import von russischem Öl genau wegen des Theaters um die Janaf-Preise von MOL erhielten. Und nun scheinen die Ungarn mit ihrem Gejammer den Amerikanern auf die Nerven zu gehen."
Mađari opet rade dramu oko transporta ruske nafte Janafom, no ovog puta su izostale uobičajene uvrede o Hrvatskoj kao "tranzitno nepouzdanoj zemlji", kakvim nas je uredno znao počastiti mađarski šef diplomacije Peter Szijjarto svaki put kad je postojala opasnost da bi do Mađarske ruska nafta...
www-glasistre-hr.translate.goog
grüsse
jürgen