UNESCO-Welterbe: K_0097 > SPLIT - Diokletianpalast

Hartmut

Administrator
Mitarbeiter
Registriert seit
1. Apr. 2004
Beiträge
7.243
Zustimmungen
82
Punkte
48
#1
Split
Altstadt und Palast des Kaisers Diokletian

UNESCO-Welterbe: 1979
Kriterien: K 2-3-4
Land: HR - Mitteldalmatien



Geschichte:
295 - 305 > Palastbau 215 x 180 m
im 7. Jh. > Umwandlung des Jupitertempels in die Taufkapelle des hl. Johannes
im 11. Jh. > Errichtung der kleinen Martinskirche im Obergeschoss des goldenen Palasttores
1443 > Bau des Rathauses
1420-1797 > Teil der Dogenrepublik Venedig
1805-1813 > Französische Herrschaft
1797-1918 > unter österreichischer-ungarischer Herrschaft

Bedeutung: Zeugnis der Ära Diokletians und ein Architekturkaleidoskop von Romanik bis Barock


Nun folgt eine Textinformation zur Welterbestätte, die ich entsprechend meinem Hobby mit Briefmarken bebildern möchte.


Der römische Kaiser Gaius Valerius Aurelius Diocletianus (um 245 -313) ließ sich während seiner Regierungszeit den 177 x 216 m großen Palast in der direkten Umgebung seines Geburtsortes Solana, dem heutigen Solin bei Split, als seinen Alterssitz errichten.



Während dem kriegerischen Einfall der Awaren um 614 n. Chr. flüchteten die Einwohner Solanas in die Palastruinen und somit entstand die Keimzelle der heutigen Stadt Split.



Der Diokletianpalast ist im Altstadtkern das einzige noch erhaltene bedeutende römische Bauwerk in Dalmatien. Der Palastkomplex wurde wie üblich nach dem System mit Herrschafts-, Kult-, Wirtschaftsbauten und einem Personalbereich angelegt. Die Palastmauern weisen eine Höhe von circa 16 bis 23 m auf und sind 2 m dick. An allen 4 Ecken sind Türme errichtet worden, von denen der südwestliche Turm zerstört wurde. In der Mitte jeder Seitenwand befindet sich ein Tor. Die Tore wurden durch die beiden Hauptachsen Cardo und Decumanus miteinander verbunden. Früher gelangte man durch 3 Tore zu Fuß in die Stadt und durch das Seetor „>Bronzene Tor< Porta aenea“ in der Südmauer direkt zum Schiffsanlegeplatz, da die Palastmauer direkt mit dem Adriatischen Meer abschloss. Über eine existierende Uferpromenade erreicht man heutzutage trockenen Fußes den südlichen Eingang. Direkt nach dem Durchschreiten des Seetors gelangt man in einen Teil der freigelegten Kellergewölbe, die auch den damaligen Grundriss des Palastes wiederspiegeln. In den Kellergewölben kann man sich mit der römischen Bautechnik auseinander setzten. Außerdem gewinnt man einen Eindruck über die ehemals darüber befindlichen kaiserlichen Gemächer von denen leider nichts mehr erhalten ist.
Weiter des Weges erreicht man das Peristyl auf dessen rechter Seite hinter den Säulen das achteckige Mausoleum liegt, welches ab dem 7. Jh. als Kirche benutzt und im 13. Jh. zur Kathedrale Sveti Duje ausgebaut und mehrmals umgebaut wurde.

Die handgeschnitzten Flügeltüren,


Kanzel und das Chorgestühl stammen aus dem 13. Jh.. Sehenswert ist auch der 1448 von Juraj Dalmatinac geschaffene Altar des Heiligen Anastasius.


Der 61 m hohe romanische Glockenturm wurde im 12. Jh. begonnen und im 16. Jahrhundert fertiggestellt. Auf der anderen Seite des Peristyls standen seinerzeit die außen runden „mit Kolonnaden“ und innen sechseckigen Tempel der Venus und Kybele.
Durch einer dem Dom gegenüberliegenden Gasse erreicht man den über einer Krypta liegenden Jupitertempel der zum Johannesbaptisterium umgebaut wurde. Innerhalb der Palastmauern liegen noch die bedeutenden Gebäude Cindro-Palast und Papalic-Palast.

Die drei weiteren Stadtmauertore tragen die Namen „Porta argentea >Silbernes Tor< (im Osten)“ und ist eine schlichte Kopie des Tores „Porta aurea >Goldenes Tor< (im Norden) mit der altkroatischen Martinskapelle“ und dem Tor „Porta ferrea >Eisernes Tor< (im Westen)“. Neben dem Eisernen Tor steht der Campanile von 1081 – Uhrturm mit einer 24 Stundenuhr – der zur Kirche Gospa od Zvonika gehört.



Verlässt man den Palast durch das westliche Tor „Porta ferrea“ befindet man sich in der außerhalb des Palastes gelegenen Altstadt und gleich auf deren Volksplatz „Narodni trg“, dem Geschäfts- und Verwaltungszentrum des 15. Jh.. An der Nordseite des Volksplatzes wurde das auch zum UNESCO-Weltkultererbe gehörende Rathaus in der ersten Hälfte des 15. Jh. im Renaissancestil erbaut. Die Rathausfassade weist drei Bogen im Erdgeschoss und ein gotisches Fenster im Obergeschoss auf. Es wurde im 19. Jh. renoviert und beherbergt in der heutigen Zeit das Ethnographische Museum.


Literaturquellen:
Baedeker; Brockhaus; Die Schätze der Welt aus dem Chronik-Verlag; UNESCO-Internetrecherche;
Autor: Hartmut Max Voit

(Den Bericht habe ich für ein Rundschreiben der philatelistischen Arbeitsgemeinschaft Landkarten-Vermessung-Entdeckungsgeschichte der Erde mit UNESCO-Welterbe verfasst)
 

EmmEmm

neues Mitglied
Registriert seit
22. Sep. 2010
Beiträge
6
Zustimmungen
0
Punkte
0
#3
Sehr interessant ... ich mag Schlösser, Paläste etc total gerne!
 
Top Bottom