Umweltschutz in Kroatien

McFive05

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Umweltschutz in Kroatien


Es betrifft jetzt nicht den Urlaub im Allgemeinen, aber ein Thema bei der es um die Erhaltung der Schönheit und einer intakten Natur unseres geliebten Urlaubslandes Kroatien geht.

Ich hatte bei meinem letzten Aufenthalt in Kroatien einen Fotografen aus Šibenik kennengelernt, so bekam ich Kontakt zu anderen Kroaten aus der Gegend, die in einem Portal rund um Šibenik sich um allerlei Thema austauschen.

Heute ein Beitrag, der mich auch bewegt, und zwar geht es um die Quelle der Cetina, die wachsende Zahl der Touristen mit all Ihren Auswüchsen (ich konnte es im Juli selbst beobachten) rief dort eine Gruppe von engagierten Bürgen auf den Plan …

Es geht konkret um das Baden mit all den negativen Begleiterscheinungen, den Besuchern dort ist nicht bewusst das es sich um eine Trinkwasserquelle handelt und ein halber Landstrich davon abhängig ist. Wie in vielen Fällen handelt die Regierung gar nicht oder schiebt die Verantwortung an die Gespanschaft, die wiederum auch nicht handelt und umgekehrt.

Ivanka Čoga, eine der Initiatoren bat mich, nachdem ich mich mit ihr ausgetauscht hatte, dies hier zu posten, es geht um Aufklärung, nicht um grundsätzliche Verbote, Besucher sind natürlich immer gerne gesehen

Anbei ein paar Bilder der Aktion, Bildrechte wurden von Ivanka Čoga übertragen

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Hier zwei der Akteure: Ivanka Čoga und Goran Šimić


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Ivanka im Gespräch mit den Besuchern

Ich finde das da Kroatien noch ganz schön viel nachhole Bedarf hat (mich persönlich störte das Baden in der Krka - Skradin schon 2020 mächtig, das sah dort aus als wäre ein Öltanker Leck geschlagen), ja ich weiß es gibt die Nationalparks und es wird so einiges gemacht, aber schaut mal hinter die Kulissen ;) und nein, ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten, sondern nur aufzeigen was mir wichtig ist und denen die zur Erhaltung der Natur beitragen Danke sagen.
 

Daniel_567

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Hallo Uwe.

Ganz meine Meinung. Dein Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf.
Ich wünsche den Aktivisten, dass sie mit ihrer Aktion Erfolg haben.


Liebe Grüße, Daniel.
 

Julija

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sven0403

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Ich finde das da Kroatien noch ganz schön viel nachhole Bedarf hat
Diesen Nachhole-Bedarf haben wir doch sicher alle?
Denn nur weil etwas nicht streng verboten ist, muss es ja nicht gleichzeitig in Ordnung sein.
Wir zertrampeln unseren Planeten wo wir können, nicht mal bedacht sondern eher das nicht nachdenken über die möglichen Folgen macht so viel kaputt. Und da nehme ich mich gar nicht aus.

Die Einen sammeln beim schnorcheln das lebende Meer ein und lassen es in der Sonne verrecken, damit sie ein billiges Souvenir im Schrank liegen haben, andere radeln den Wald kaputt, die Skiindustrie verballert Unmengen an Energie um künstlichen Schnee zu erzeugen, Kreuzfahrer..., Trinkwasser, wildes Campen, Müll in die Landschaft kippen usw.

Im großen zerstören Kriege und Umweltverschmutzung aus Profitgier unsere Umwelt, im kleinen sind ganz einfach wir das Problem.

Wir müssen einfach mal anfangen nachzudenken, jeder im kleinen ob das was man gerade tun will unbedingt nötig ist.
 

claus-juergen

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hallo Uwe,

ich war ja bereits wiederholt an dieser Quelle der Cetina. Es gibt noch weitere Quellen in der Nähe, die eine größere Wasserschüttung haben. Das Drachenauge ist halt spektakulär. Taucher sind wiederholt bis zum Grund in etwa 100 Meter Tiefe getaucht und das verlinkte Video zeigt, was da schon alles reingeworfen wurde. Die Autoreifen und der sonstige Müll stammen sicherlich nicht von Touristen. Wer nimmt seine Altreifen mit in den Urlaub um die dort zu versenken?


Ob die Besucher, die dort meist mit den Beinen am Ufer im Wasser stehen, einen großen Einfluß auf die Wasserqualität haben, weis ich nicht. Fakt ist, daß wegen des sehr kalten Quellwassers nur wenige dort überhaupt schwimmen.

Was das Trinkwasser für die Ortschaften der Region an sich angeht, kann ich nicht mitreden. An der Quelle und am Bachlauf im Anschluß gibt es meines Wissens keine Pumpstationen. Die nächste größere Ortschaft ist Vrlika. Woher das Trinkwasser dieses Ortes und der Weiler drumherum stammt weis ich nicht.

Generell ist es halt in Kroatien so, daß Umweltschutz oftmals nur dann eine Rolle spielt, wenn man damit Geld verdienen kann oder es als Werbeargument taugt.

Wer auf den Ferieninseln mal hinter die Kulissen schaut, der wird feststellen, daß es auf vielen noch wilde Müllkippen abseits der Strände gibt, wo willkürlich alles durcheinander abgekippt wird. Die Mövenschwärme zeigen es jedem an, wo die etwas zu fressen finden. Im Hochsommer sind die Rauchfahnen der bewußt oder natülich entstandenen Feuer ein weiteres Merkmal dieser Mülldeponien.

Nun gibt es zwar seitens der EU Zuschüsse bis zu 85 % der Investitionen für Infrastrukturmaßnamen. Aber die restlichen 15 % muß eine Gemeinde oder Gespanschaft erst mal aufbringen.

Liznjan ist so ein Beispiel. Es wird gebaut auf Teufel komm raus. Ein Schmutzwasserkanalsystem existiert genauso wenig wie eine Kläranlage. So wird 15 Jahre lang das Trinkwasser geringfügig verteuert um die Eigenmittel anzusparen. Was in 15 Jahren ist wird die Zukunft zeigen. Ich wette, daß.... Aber halt, damit wage ich schon eine Prognose, die ich vielleicht gar nicht mehr überprüfen kann wenn es so weit sein sollte. ;)

grüsse

jürgen
 

McFive05

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Wie gesagt @claus-juergen keine Grundsatzdiskussion :p ...ich denke die wissen dort schon ganz gut bescheid, ich hatte ein wenig recherchiert über diese Gruppe, wo und wie sie sich engagieren und da geht es um alle möglichen Belange, wie illegale Müllentsorgung (was sicher nicht den Touristen an zulasten ist), das Abfallsytem z.B. in Šibenik, also eine große Bandbreite und ein Hauptanliegen ist ja ein Bewusstsein zum Schutz der Umwelt zu entwickeln.

PS : und es geht ja da nicht nur um Beine im Wasser sondern um das Baden mit seinen Nebenerscheinungen (Müll und und) und es waren nicht wenige im Wasser, ich wiederhole mich gerne, ich habe es selber beobachtet
 

SheldonSJP

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Generell ist es halt in Kroatien so, daß Umweltschutz oftmals nur dann eine Rolle spielt, wenn man damit Geld verdienen kann oder es als Werbeargument taugt.

Nun gibt es zwar seitens der EU Zuschüsse bis zu 85 % der Investitionen für Infrastrukturmaßnamen. Aber die restlichen 15 % muß eine Gemeinde oder Gespanschaft erst mal aufbringen.
Das kann ich so nur unterstreichen. Auf dem Weg vom Hotel, CP Cikat und diversen anderen Unterkünften in den Ort Mali Losinj haben sie ein Denkmal gebaut eine Gedenktafel und ein paar Bänke zum hinsetzen, aber das Geld hat gerade mal für 2 Mülleimer auf dem ganzen Weg gereicht. Am Ufer jede Menge kleiner Müll und Plastik was auf dem Wasser treibt, der Boden bei den Bänken besteht fast nur aus Zigarettenstumeln. Sowas wie Stadtreinigung gibt es da wohl nicht. Aber auch die Touris benehmen sie da wie die absoluten Dreckschweine. Pissen in der Nacht vom Rand ins Wasser, der Müll wird einfach irgendwo hingeworfen, der Hund darf auf den Weg scheißen...... Und es sind eben nicht nur jungendliche, sondern auch "erwachsene" Leute mittleren alters.

Die ganzen Schiffe für die Tagesausflüge zum Baden an verschiedenen Buchten wo entsorgen die denn ihr Abwasser? Hab noch nie gesehen, das da irgenwo ein Tankwagen zum absaugen kommt, ein Schlauch vom Schiff in den Abwasserkanal führt, oder es irgendwo im Hafen oder Werft eine Abgabestation gibt, wo sie hinfahren. Aber da, je nach Wind und Strömungsrichtung, weiß gelbliches Treibgut an manchen Ecken angepült wird, kann man sich ja denken was es ist.

Meiner Meinung nach sieht man hier auch einen extremen Nachteil der EU und das man diese "ärmeren" Länder aufgenommen hat. Jetzt kriegen sie jede Menge Zuschüsse, aber haben selber nie gelernt ihre Gegend sauber zu halten, sondern kriegen mit, es wird sich schon jemand darum kümmern. Die müssten quasi erstmal in ihrem Dreck ersticken um zu lernen wie man damit richtig umgeht und es mal Wertschätzen was sie da eigentlich haben und ihre Umwelt erhalten wollen.

Ein Beispiel aus Budapest. Diese Stadt gilt als einer der schönsten Städte Europas bei Nacht. Tagsüber ist es einfach nur eine dreckige Müllhalde, die fangen erst die letzten Jahre an, für mehr Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.
In Ö und H gibt es keinen Pfand auf Plastikflaschen wie in D, aber in Wien liegt deutlich weniger Müll rum.

Da es noch lange Plastikflaschen und andere Plastiktuben und Behälter geben wird (Duschgel, Schampoo, Zahnpasta) sollte es überall Pfand darauf geben, damit wird es zwar nicht aufhören, aber weniger werden und eben Personal für Kontrollen (Das Geld dafür kriegt man rein, wenn jeder Gast eben 1,50 Euro "Umweltgebühr" pro Tag zahlt womit das Personal bezahlt wird) und wer einfach Müll entsorgt soll ordentlich zahlen. So lächerlich hohe Strafen wie in Singapur fürs Kaugummi ausspucken. Allerdings ist eben auch noch die Korruption sehr hoch, das Behörden diverse Bauvorhaben absegnen oder woanders eben nicht genau hinsehen.
 

dalmatiner

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Es ist 2023 ein Verbot von leichten Plastiktüten.Es gibt auch neue Regeln für Flüssigkeitsbehälter.Gruss Traudl


 

claus-juergen

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Hier der Artikel in deutscher Übersetzung. Ich komme damit ehrlich gesagt nicht klar. Möglicherweise sind Tetra Packs nun auch mit Pfand belegt. Irgendwie ist der Artikel mehr verwirrend als aufklärend.

Einerseits sollen „sehr leichte Plastiktüten“ verboten sein und für „leichte Plastiktüten“ soll eine Gebühr fällig sein.


Grüße

Jürgen
 

sven0403

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Umweltschutz ist doch überall ein eher leidiges Thema, die wenigsten machen etwas weil sie es wollen, sondern nur weil es wirtschaftlich interessant ist und Fördergelder abzugreifen sind. Da macht Deutschland keine Ausnahme.
Ich ärgere mich auch über die Wasserverschmutzung durch Verklappung der Abfälle im Meer denn es ist ekelhaft in so einer Brühe aufzutauchen aber das ist ja nur die sicht-und riechbare Sauerei. Jeder kennt diese Rohre die 100 m weit ins Meer reichen...
 

t-kal

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Umweltschutz ist doch überall ein eher leidiges Thema, die wenigsten machen etwas weil sie es wollen, sondern nur weil es wirtschaftlich interessant ist und Fördergelder abzugreifen sind. Da macht Deutschland keine Ausnahme.
Ich ärgere mich auch über die Wasserverschmutzung durch Verklappung der Abfälle im Meer denn es ist ekelhaft in so einer Brühe aufzutauchen aber das ist ja nur die sicht-und riechbare Sauerei. Jeder kennt diese Rohre die 100 m weit ins Meer reichen...
Teilweise leider wahr.

Zu den Rohren mal: Gibt es irgendwo eine Übersicht und/oder Erfahrungswerte wo an der Adriaküste sich diese befinden?
 

claus-juergen

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…Zu den Rohren mal: Gibt es irgendwo eine Übersicht und/oder Erfahrungswerte wo an der Adriaküste sich diese befinden?

Hallo Tobias,

Sicherlich werden auch heute noch ungeklärte Abwässer ins Meer geleitet. Allerdings hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Die großen Orte an der Küste in Istrien haben alle relativ neue Kläranlagen die EU Standard entsprechen.

Wenn du allerdings kleinere Orte am Meer z. B. entlang der Jadranska Magistrale südlich von Senj betrachtest wie Lukovo, Donja Klada,
Jablanac, Starigrad oder Sveti Juraj, dann wirst du dort wohl noch die guten alten Abwasserrohre ins Meer finden. Allerdings wohnen da nicht allzu viele Menschen und das Wasser ist verhältnismäßig tief, so dass der wenige Dreck ziemlich schnell verteilt ist und sich im Meer abbaut.

Wie es in Dalmatien mit Kläranlagen aussieht weis ich nicht.

Grüße

Jürgen
 

t-kal

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Und wie sieht das auf den Inseln (z.B. die beiden Großen im Kvarner) aus?
Krk ist doch bspw. im Sommer auch komplett voll mit Touristen.
 

claus-juergen

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Und wie sieht das auf den Inseln (z.B. die beiden Großen im Kvarner) aus?
Krk ist doch bspw. im Sommer auch komplett voll mit Touristen.
hallo Tobias,

dazu kann ich dir nichts sagen, weil ich die Insel dafür zu wenig kenne.

Im Allgemeinen gehe ich davon aus, daß Touristenorte ab einer bestimmten Größe auch hohe Einnahmen zu verzeichnen haben und deshalb in den letzten Jahren wohl meist auch Kläranlagen gebaut wurden. Bringt so ein Ort den Eigenanteil von 15 % der Investitionen selbst auf, dann fließt seitens der EU ein nicht rückzahlbarer Zuschuß von 85 %. Das ist schon eine Menge Geld. Ein Touristenort kann es sich heutzutage nicht mehr leisten, Abwässer bei Nacht und Nebel ungeklärt ins Meer abzulassen.

Wo es geographisch schwierig ist wie in Medulin und seinen Ortsteilen sucht man andere Wege. Die Ortsteile haben eigene Kläranlagen und die in Medulin steht am Ortsrand oberhalb von Kazela.


grüsse

jürgen
 
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claus-juergen

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Noch eine Ergänzung zum Hotelbau in Liznjan. Anscheinend wird nun doch eine Abwasserleitung vom neuen Hotel über den Berg bis zur Kläranlage Medulin verlegt. So habe ich es heute telefonisch in Liznjan erfahren. Das geht wohl schneller und ist aktuell billiger als eine eigene Kläranlage zu bauen. Meiner Meinung nach ist dazu mindestens eine Pumpstation nötig. Die Ingenieure werden es wohl wissen, was richtig ist. Ich schau mir das spätestens im April vor Ort an.

Auf jeden Fall darf das Hotel im Sommer sicherlich nur öffnen, wenn auch die Abwasserentsorgung nach EU Recht geregelt ist. Momentan wird ein Graben vom Hotel entlang der neuen Straße bis zum Hafen gezogen.

grüsse

jürgen
 

zoellner

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In Rovinj ensteht gerade eine neue Kläranlage, Bilder folgen .
 

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