Tupljak - die letzte Untertage Kohlemine Kroatiens

claus-juergen

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#1
Vor einiger Zeit habe ich euch ja bereits den ehemaligen Bergbauort Rasa auf der Halbinsel Istrien vorgestellt. Hier noch mal der link zum Nachlesen.

http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/istrien-der-kohlebergbau-in-rasa.77488/#post-779219

Wer hätte jedoch gedacht, daß es ein Bergwerk in der Region gibt, wo der Abbau der Kohle untertage noch bis 1999 betrieben wurde? Tupljak am Rande des Cepicko Polje ist dieser Ort. Von 1988 bis 1999 wurde Tupljak als letzte der vielen Minen der Region und auch ganz Kroatiens betrieben. Die Kohle wurde auch in dieser Zeit wie bereits zuvor ausschließlich im Kraftwerk Plomin verfeuert um Strom zu produzieren.

Auf Dauer hatte aber auch Tupljak keine Chance. Privatisieren konnte man die Grube nicht, weil kein Mensch die veraltete unrentable Technik wollte und auch die Kohle war und ist wegen des hohen Schwefelgehalts nicht unbedingt der beste Brennstoff. Eine aufwändige Filtertechnik ist notwendig um zumindest den gröbsten Dreck aus den Rauchgasen zu filtern.

Da es mir wegen meiner flüchtigen Bekanntschaft zum jetzigen Eigentümer des Areals möglich war, die alten Förderanlagen in Augenschein zu nehmen, möchte ich euch diese Bilder nicht vorenthalten. Normalerweise ist das Gelände nicht zugänglich, weil in den Hallen mittlerweile andere Betriebe ansässig sind. Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen. Mittlerweile funktioniert die Canon wieder einwandfrei.

Nicht weit weg von diesem Werk befindet sich die ehemalige Grube Tupljak.



Der verrostete Förderturm steht auch heute noch über dem Schacht. Der Schacht selbst ist an der Oberfläche aus Sicherheitsgründen zubetoniert worden. Die kilometerlangen Stollen sind auf mehreren Sohlen mittlerweile mit Wasser vollgelaufen. Auch die Bewetterungsstollen zur Belüftung der Grube wurden verschlossen. So neugierige Menschen wie ich könnten ja auf dumme Gedanken kommen. Das Wort „Sretno“ bedeutet im Übrigen so viel wie „Glück auf“.





Als Bergbau-Laie kann ich euch die Bedeutung dieser Tafel im Förderturm leider nicht erklären.



Der Steuerstand diente dem Heben und Senken sowohl des Personenlifts als auch dem Materialtransport in den Schacht.



Die Namen der Schichtführer der letzten Fahrt vom 6.7.1999 sind noch mit Kreide angeschrieben.



Allerlei Gerät rostet unter dem Turm nur notdürftig vor der Witterung geschützt überdacht vor sich hin.





Über dieses Eisenrad wurde dereinst das Stahlseil des Förderkorbs gelenkt.



In diesem Förderkorb fuhren die Bergleute in den Stollen. Unter Platzangst durfte man da nicht leiden. Die Kohle wurde unter Tage auf Loren, die auf Schienen fuhren bis zum Schacht transportiert und dann in den Loren nach oben gehievt.



Das ist ein Stück der hier noch in großen Mengen lagernden Kohle. Vielleicht lohnt es sich ja in ein paar Jahrhunderten wieder, diese Kohle, zu welchem Zweck auch immer, wieder abzubauen. Zum Verbrennen, so meine ich, ist Kohle eh auf Dauer zu schade.



Eine Zahl möchte ich euch zum Schluß auch nicht vorenthalten. Insgesamt kamen in den Jahren zwischen 1935, als der Kohlebergbau unter der italienischen Besatzung enorm ausgebaut wurde und 1999 die exorbitant hohe Zahl von 751 Minenarbeitern in allen Bergwerken rund um Labin ums Leben. Die größten Unglücke waren 1940 mit 186 Toten und 1948 mit 88 Toten, wobei diesem Unglück vor allem deutsche Kriegsgefangene zum Opfer fielen.

Ich hoffe euch mit diesem Bericht einen kleinen Einblick in ein unbekanntes Stück Istrien gegeben zu haben. Nur wenige Kilometer entfernt vom Badeort Rabac und dem Zentrum Labin befindet sich diese gezeigte Anlage.

Jürgen
 
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dalmatiner

Guest
#2
Hallo in dieser Grube ist letztes Jahr ein junger etwa 20 jähriger Mann gestorben,er ist allein in die Grube gegangen.Man fand zuerst sein Auto und suchte in der Grube,da sein Hund Aufmerksam machte.
 

claus-juergen

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#3
Hallo in dieser Grube ist letztes Jahr ein junger etwa 20 jähriger Mann gestorben,er ist allein in die Grube gegangen.Man fand zuerst sein Auto und suchte in der Grube,da sein Hund Aufmerksam machte.
hallo Traudl,

dann sind also doch nicht alle Zugänge ordentlich verschlossen worden. :(

Auch der Stollen oberhalb des Kraftwerks Plomin ist frei zugänglich. Wenn man sich auskennt, gelangt man dort hin, ohne das gesicherte Kraftwerksgelände zu betreten. Als ich vor Jahren am Eingang dieses Lochs stand, kam mir ein kalter Luftzug entgegen, der mir einen Schauder über den Rücken fließen ließ.

grüsse

jürgen
 
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dalmatiner

Guest
#4
Hallo Jürgen, nun sollten alle Zugänge verschlossen sein auch in Rasa so stand es in den Zeitungen.Der junge Mann war in 70 Meter Tiefe gefunden und ohne Ausrüstung wie Lampe ectr.das ist schon sehr leichtsinnig.
 
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