Stolac in der Herzegowina

claus-juergen

Globaler Moderator
Mitarbeiter
Wer kennt schon Stolac in der Herzegowina? Alle fahren nach Mostar um die nach dem Bürgerkrieg restaurierte Altstadt und die berühmte Brücke über die Neretva anzuschauen. Das gerade mal 30 km entfernte Stolac hingegen führt ein Schattendasein was den Tourismus anbelangt. Dass dieser Ort durchaus sehenswert ist, möchte ich euch in diesem Bericht zeigen. Wir sind von Neum an der Küste der Adria aus auf einer fast komplett gut ausgebauten Landstraße eine Dreiviertelstunde bis nach Stolac gefahren.

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Die Kleinstadt mit insgesamt 15.000 Einwohnern liegt im Tal der Bregava, welches in diesem Abschnitt flach und fruchtbar ist. Einen Überblick über einen Teil der Stadt hat man von einem erhöhten Aussichtspunkt.

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Noch einen besseren Blick insbesondere auf die Altstadt, hat man von den Ruinen der alten Festung auf einem Hügel über der Stadt. Ich wusste, dass man mit dem Auto bis vor das Eingangstor dieser Festung fahren kann. Das haben wir dann auch auf dieser abenteuerlichen Zufahrt gewagt. Die Skulptur links im Bild ist Teil eines nach dem Bürgerkrieg neu errichteten Kreuzwegs.

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Wir waren völlig allein in der ziemlich großen Anlage und konnten uns dort in Ruhe umsehen.

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An verschiedenen Stellen in dieser Ruine und auch in der Stadt unten am Fluss gibt es englischsprachige Informationstafeln.

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Mit ursprünglich 13 Türmen und einer Festungsmauer mit einer Länge von 1,2 km war diese Burg die stärkste Festung in der Herzegowina.

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Die Burg wurde vor vielen Jahrhunderten strategisch günstig auf einem Hügel an einer Engstelle im Flusstal gebaut.

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Von hier haben wir einen guten Blick auf das Zentrum der Altstadt.

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Der selbe Stadtteil ohne die störenden Ruinen.

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Dahinter verbirgt sich die Neustadt.

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Flussabwärts weitet sich das Tal weshalb in dieser Ebene Landwirtschaft betrieben werden kann.

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Vom oberen Teil der Burgruine gehen wir auf der Terrasse der alten Zufahrt wieder zurück zum Parkplatz. Der befindet sich am unteren Zugang zur Festung.

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An diesem alten Weg fallen mir mehrere Viehtränken für die Zugtiere auf. Die kamen wohl auf dieser steilen Straße insbesondere an heißen Tagen und bei schweren Lasten ganz schön ins Schwitzen.

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Dort oben waren wir.

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Anschließend ging es an die Besichtigung der Altstadt beziehungsweise der historischen Gebäude, die sich alle direkt am Ufer der Breganza befinden. Die Spuren des Bürgerkriegs sind an manchen Gebäuden bis heute zu sehen.

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Wir kommen an einem Gebäude vorbei, welches auf Anhieb den Anschein einer Moschee erweckt. Dies aufgrund des typischen Minaretts. Tatsächlich handelt es sich hier jedoch um ein Hamam, ein muslimisches Badehaus.

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Eine Besichtigung war uns leider nicht möglich.

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Auf dem Hügel hinter dem Fluss ist die Festung zu erkennen.

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Die Aufnahme des Hamam gelang mir von dieser Brücke über den Fluss aus.

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Diesen Wasserfall nennt man Benat.

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Den wiederum habe ich von dieser historischen Brücke aus geknipst.

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An dem öffentlichen Gebäude hängt die kroatische Nationalflagge. Daran erkennen wir, dass katholische Kroaten in Stolac die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

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Ein Bewohner von Stolac hegt und pflegt anscheinend seinen Jahrzehnte alten Yugo aus der Zeit des ehemaligen Jugoslawien.

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Fortsetzung folgt…

Jürgen
 

regina64

aktives Mitglied
Bosnien Herzegowina ist immer eine Reise wert !. Waren im letzten Jahr da unterwegs . Mostar natürlich auch .Schönen Dank fürs mitnehmen ! Finde es so schön auch mal abseits der Adria unterwegs zu sein !
 

claus-juergen

Globaler Moderator
Mitarbeiter
Kommen wir zum zweiten Teil unseres Rundgangs durch Stolac. Genaugenommen sind wir auf der einen Seite des Flusses Bregava flussaufwärts und dann auf der anderen wieder flussabwärts zurück zum Auto gelaufen.

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Und dann gibt es da noch eine romantische Geschichte zu einer anderen Brücke.

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Dieses Gebäude namens Tekija befindet sich direkt an Saras Brücke. In ihm ist heute ein Museum untergebracht. Bei unserem Besuch dort wurden gerade Vorbereitungen für eine Hochzeit unternommen. Vielleicht ist ja doch etwas dran an der alten Geschichte.

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Auf diesem Bild ist ein Kanal zu erkennen, in welchem Wasser abgeleitet wird, welches früher eine Mühle angetrieben hat.

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Auf den Brücken können wir immer wieder mal die Seite wechseln um uns den Fluss und die Gebäude aus anderer Perspektive anzusehen.

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Drüben befinden sich mehrere Becken einer Fischzucht.

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Kaum ist man ein paar Meter weit gelaufen, erreicht man schon das nächste historische Gebäude. Auch das war einmal eine Mühle.

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Vermutlich haben die vielen Mühlen vor Generationen einen gewissen Wohlstand in die Stadt gebracht. Auch in meiner Heimat zählten die Müller vor 100 oder 200 Jahren zur Oberschicht der jeweiligen Ortschaft. Auf einen Müller war man halt als Getreidebauer dringend angewiesen.

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So ein Mühlstein hält oft länger als das Gebäude der Mühle.

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Auch der zweite liegt achtlos im Gestrüpp.

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Unser Ziel ist dieses Restaurant direkt am Fluss.

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Das Gebäude war sicher früher auch einmal eine Wassermühle.

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Auch hier sind ein paar Mühlsteine dekorativ an die Wand gelehnt.

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Wir suchen uns einen Platz direkt am Provalje Wasserfall aus. Im Internet habe ich Bilder gesehen, wo hier erheblich mehr Wasser fließt.

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Wir bestellen uns etwas zu essen ohne zu wissen, was uns genau erwartet. Auf der Platte befindet sich Schinken, ein für unseren Geschmack eher lasch schmeckender Käse und selbst gebackenes Brot.

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Frisch gestärkt geht es anschließend wieder flussabwärts. Dabei fallen mir neben dem Fluss diese seltsamen runden Behälter auf deren Zweck sich mir nicht erschließt. Hat jemand von euch eine Idee was das sein könnte?

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An manchen Stellen ist der Fluss tiefer und wird wohl von den Einheimischen zum Baden genutzt.

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An diesem zentralen Platz befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer des Bürgerkriegs. Auffallend sind hier wieder neben der bosnischen auch zwei kroatische Flaggen.

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HVO war die Bezeichnung der kroatischen Armee in Bosnien-Herzegowina während des Bürgerkriegs.


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In Stolac ging es während des Bürgerkriegs hin und her. Anfangs eroberte die jugoslawische Volksarmee die Stadt. Dann setzten sich die Kroaten durch. Das wiederum hatte die Vertreibung der muslimischen Mitbürger zur Folge. Heute stellen die Kroaten die Mehrheit der Bevölkerung. Die Gedenkstätte erinnert an die kroatischen Opfer. Die Opfer der anderen Volksgruppen werden nicht erwähnt. In Trebinje habe ich es umgekehrt erlebt. Dort gibt es eine pompöse Gedenkstätte für die serbischen Opfer.

Weiter flussaufwärts gibt es noch ein paar Wasserfälle, die natürlich vor allem dann schön anzuschauen sind, wenn der Fluss erheblich mehr Wasser führt als Anfang Juni als wir da waren. Auch ein idyllischer Campingplatz befindet sich direkt am Fluss.

Jürgen
 
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