Segeln vor Porec

claus-juergen

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#1
Im vergangenen Sommer hatte ich Gelegenheit, mit meinem Freund Wolfgang auf dessen Segelboot von Cervar Porat aus einen mehrstündigen Segeltörn auf der Adria zu unternehmen. Nach einem kleinen zweiten Frühstück in einem Cafe bei einer Tasse Cappuccino ging es los. Das Boot liegt ganzjährig hier im Hafen vor Anker.



Ich selbst bin seemännisch gesehen ein Laie und so habe ich für all diejenigen, die mehr zu diesem Boot wissen wollen, die passende Website verlinkt.

https://www.hanseyachtsag.com/dehler/de/modelle/dehler-39/

Unter Anleitung des fachkundigen Skippers gelang es mir, die richtigen Taue zu lösen und die Fender einzuholen und zu verstauen.






Es herrschte ein leichter Wind. Wir konnten folglich alle Segel setzten. Die Wetterbedingungen waren somit ideal für mich. Es ging zuerst an der Halbinsel Lanterna vorbei in Richtung Novigrad.



Lanterna ist meines Wissens die größte Ferienanlage Kroatiens. Mehrere Hotels, Ferienwohnung, Campingplätze, selbst das neumodische Glamping und die Anmietung eines Leuchtturms sind hier möglich.



Der Leuchtturm befindet sich an der Spitze der Halbinsel.






In der Ferne sieht man nicht nur Antanal, die Mündung der Mirna ins Meer, sondern auch die Autobahnbrücke über das Mirnatal.



Wir nähern uns Novigrad



Für mich ist es etwas ganz neues, diesen Ort einmal vom Meer aus betrachten zu können.



Hier wenden wir. Von jetzt ab segeln wir nach Süden in Richtung Porec.






Zwischenzeitlich mache ich es mir im Bug bequen. Die Aussicht von hier ist auch nicht schlecht.



Hinter mir sieht das dann so aus.



Zur Steuerung und Orientierung gibt es ein paar Instrumente, die eigentlich recht einfach zu verstehen sind.



Aktuell bewegten wir uns mit 2,6 Knoten pro Stunde vorwärts. Die Wassertiefe betrug hier nur 2,3 Meter. Überhaupt ist das Meer vor Cervar Porat nicht sonderlich tief. Mehrere Leuchtfeuer auf Riffen, die nur bei Ebbe sichtbar sind, weisen auf diese Untiefen hin.



Gelernt habe ich auf meinem Törn auch wie man mit einer Winsch umgeht.







Nach dieser Anstrengung habe ich mir ein Bier verdient.



So ungefähr schaut es wohl aus wenn wir segeln.



Es gibt aber auch kleinere Boote hier draußen.



Vor uns liegt zwar nicht der unendliche Ozean, aber immerhin die blaue Adria.






Das Festland ist hier etwa zwei Seemeilen entfernt.



Das Segelboot hat natürlich einen eingebauten Dieselmotor. Sollte der einmal ausfallen, dient der kleine Außenborder an der Reling als Reserve.



Bei Porec wenden wir erneut. Es braucht eine Weile, bis ich das richtige Tau dazu gefunden habe.



Nun wollen wir noch im Meer schwimmen und steuern dazu einen Strand bei Cervar Porat an. Auf dem offenen Meer habe ich ab und zu eine fußballgroße Qualle gesehen. Die sollen jedoch harmlos sein genauso wie die vielen kleinen Quallen hier in der Nähe des Strandes.



Die Segel haben wir inzwischen geborgen. Das Boot treibt langsam vor sich hin während wir drumherum schwimmen.

Motorbetrieben fahren wir nach unserem Trip wieder in den Hafen ein. Auch das klappt genausogut wie vor ein paar Stunden als wir Cervar Porat verlassen haben. Der Tag war natürlich noch lange nicht zu Ende. Ein Sundowner auf der Terrasse und dann ein leckeres Abendessen in Tar und schließlich noch ein Absacker an einer Bar am Hafen dieses Ortes. Wer kommt denn schon an den Hafen von Tar?


Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen. Mancher mag nun lieber das Fahren mit einem Motorboot, mancher ist leidenschaftlicher Segler. Ich möche mir zwar kein Boot zulegen, tendiere jedoch schon eher zum Segeln. Das hat oder hatte zumindest an diesem Tag etwas entspannendes an sich.

jürgen
 

manzi

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#2
Hallo Jürgen!

Danke für den netten Bericht. Habe zwar wenig Ahnung, aber soviel mir bekannt ist, ist der kleine Außenborder für das Beiboot :).

Im Juni sollte endlich unser - für 2020 geplanter Segeltörn - stattfinden. Ich hoffe, wir müssen nicht noch einmal verschieben.
 
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Julia 35

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#5
Hallo Jürgen, danke für deine Berichterstattung.
So wie du und Wolfgang gesegelt seid, würde es mir auch gefallen.
Es ist aber leider nicht immer so entspannt:smuggrin:
 

claus-juergen

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#7
...Im Juni sollte endlich unser - für 2020 geplanter Segeltörn - stattfinden. Ich hoffe, wir müssen nicht noch einmal verschieben.
hallo Margit,

dann wünsche ich dir als nun "erfahrener Segler" Mast und Schotbruch. Ich hoffe, um diese Zeit ebenfalls wieder im Lande zu sein. Vielleicht nimmt mich Wolfgang ja noch mal mit auf einen Törn. :)

grüsse

jürgen
 
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Klaus1963

Guest
#8
Hallo Jürgen,
Danke über deinen Hinweis zu diesen Bericht.
Über deine Tiefenangabe von nur 2,3m musste ich schmunzeln.
Da die Yacht schon 1,98m Tiefgang hat, wäre ich als Skipper nicht mehr entspannt.
Aber, es waren ja 23,5m Tiefe laut der Anzeige auf dem Bild (mittleres)
Mein nächster Törn, so Pandemie will, startet zum 01.05.2021 für 14 Tage ab Trogir.

Gruß Klaus
 
K

Klaus1963

Guest
#10
Hallo Jürgen,
das wird schon. Mit jedem Törn steigt der Spass und kommen mehr Kenntnisse und Erfahrungen.
Irgendwann gibt es dann auch keinen Leinensalat mehr in der Plicht und Du weiß dann auch gleich, welche Strippen Du beim setzen und bergen von den verschiedenen Segeln bediehnen musst. Und dafür muss auch keine Segelscheine machen.
Aber mal eine ernste Frage. Habt ihr wirklich die Yacht freitreibend zum schwimmen verlassen?
 

claus-juergen

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#11
...
Aber mal eine ernste Frage. Habt ihr wirklich die Yacht freitreibend zum schwimmen verlassen?
Ja Klaus,

wir haben einen Strand bei Cervar Porat angesteuert und dann ging es ohne das Setzen des Ankers ins Wasser. Ich war zwar auch skeptisch, weil ich befürchtete, daß unser Boot entweder strandet oder abgetrieben wird. Aber Wolfgang kennt wohl die Gewässer hier recht gut. Untiefen oder Strömungen sind an dieser Stelle wohl keine. Deshalb haben wir es gewagt unsere Runden im Meer ums Boot zu drehen.

Allerdings hat vor allem mich schon gestört, daß hier extrem viele Quallen im Meer waren. Das kenne ich von der Südspitze Istriens, aber auch aus dem Kvarner und Dalmatien überhaupt nicht. Vielleicht war es aber nur im Sommer 2020 so extrem. Ich bin sonst nie in dieser Gegend von Istrien beim Schwimmen im Meer.

grüsse

jürgen
 
K

Klaus1963

Guest
#12
Jürgen, ein Skipper und Eigner hat die Verantwortung und es ist seine Sache.
Ich selber würde so etwas niee zulassen da schon eine plötzliche Böe so eine Yacht ziemlich in Fahrt bringen kann. Kann man gut vor Anker beim schwojen an der Log ablesen.
 

claus-juergen

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#13
... Kann man gut vor Anker beim schwojen an der Log ablesen.
hallo Klaus,

die Segel haben wir vorher natürlich eingeholt. Augenscheinlich bewegte sich das Boot kaum auf dem Meer. Danach sind wir mit dem Motor in den Hafen eingefahren. Kannst du mir als Laie die Bedeutung dieses Satzes erklären? Ich kann damit leider nichts anfangen.

grüsse

jürgen
 
K

Klaus1963

Guest
#14
Jürgen, ich weiß nicht wie ich das erklären soll.
Jedes Schiff bietet alleine durch den Teil, welches aus dem Wasser ragt eine Angriffsfläche für den Wind. Dazu braucht es keine Segel. Also, alleine durch den Wind und entsprechender Angriffsfläche kann ein Schiff eben Fahrt aufnehmen. Dazu braucht es keine Strömung.
Windstille, ist alles schön und gut aber eine plötzliche Böe kann immer aufkommen.
Mit einem Anker im Wasser kann man es gut sehen. Das Schiff bewegt sich hin und her(schwojen). Außer bei absoluter Flaute (Windstille) und die Log (Geschwindigkeitsmesser) zeigt eine Fahrt durchs Wasser an.
Da es aber mit dem Anker einen Festpunkt am Grund hat, bewegt es sich nur in einen eingeschränkten Bereich und auch das Gewicht der Kette macht es träger.
Ohne diesen Festpunkt kann ein Schiff eben durch Böen fahrt aufnehmen und wenn es nicht durch Anker und Kettengewicht eingebremmst wird, kann es immer schneller werden.

Also, ein Schiff frei treiben zu lassen und von Bord gehen ist für mich ein absolutes NO Go.
 
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