Liznjan - Herbstzeit ist Gartenzeit - auch in Istrien

claus-juergen

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#1
Herbstzeit ist Gartenzeit. Das gilt für Istrien genauso wie für zuhause. Vor ein paar Tagen war es soweit. Nach einer ausgiebigen Rasur auf dem Balkon, die deshalb so ausgiebig ausfällt, weil einem am Morgen schon die aufgehende Sonne wärmt und es ja so viel zu sehen gibt, geht’s ans Frühstück auf der Terrasse und dann werden die Palmen getrimmt. Die sind vier Mal im Jahr dran. Die Wedel müssen mittlerweile mit der Kettensäge geschnitten werden. Dabei muß man zu zweit sein. Angelika hält die Wedel nach oben und ich säge was das Zeug hält. Dabei ist besondere Vorsicht zu walten, weil gerade am Blattansatz die Phoenix Canariensis etwa 30 cm lange Stacheln hat. Ins Auge ist das zwar bisher noch nie gegangen, so mancher Stich in Hände und Arme ließ sich jedoch in den vergangenen 10 Jahren nicht vermeiden.

Ja, man glaubt es kaum, daß diese gewaltigen Palmen vor erst 10 Jahren aus Blumentöpfen in unseren Garten gesetzt wurden und sich so prächtig entwickelt haben. Egal, ob sie im Sommer gegossen werden oder auch nicht, ausreichend Erde ist vorhanden und die Wurzeln suchen sich ihr Wasser und ihre Nährstoffe.













Auch die Bougainvillea war fällig. Das Ding blüht von Mai bis in den November und wächst so mindestens zwei Meter im Jahr. Nach der Aufnahme wurde sie radikal abgeschnitten. Ich hoffe, daß sich nun ein dicker holziger Stamm bildet und das lästige Anbinden der schweren blütenbehangenen Zweige weitgehend entfällt.





Diese Washingtonpalme in der Mitte des Gartens lag schon in der Mülltonne. Ich habe damals den braunen Strunk einfach mit nach Istrien genommen und eingesetzt. Unglaublich, wie die Pflanze mir diese Rettung vergolten hat. Ich hoffe, ihr freut euch genauso an den Bildern wie wir uns.





Mal sehen, wie der Garten im Frühjahr aussieht. Alle paar Jahre weht auch in Istrien die Bora recht heftig (über 100 km/h) oder es schneit. Der Schnee kann schon mal zwei oder drei Tage lang liegen bleiben. Da kann es schon mal wegen des Windes passieren, daß die Wedel der Palme geknickt werden. Da warten wir einfach, bis die herausgewachsen sind und schneiden sie ab. Bis zum Herbst ist dies dann der Fall und die Palmen schauen gesund aus.

Jürgen
 

Sonnenkind74

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#2
Hallo Jürgen,

sag mal, die Palmen auf den Bildern 2 und 3 sind allen Ernstes erst 10 Jahre alt? Mit welchem Geheimrezept wuchern die so?

Liebe Grüße,
Conny
 

claus-juergen

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#4
Hallo Jürgen,

sag mal, die Palmen auf den Bildern 2 und 3 sind allen Ernstes erst 10 Jahre alt? Mit welchem Geheimrezept wuchern die so?...
hallo Conny,

nein, zuvor wurden die Dinger irgendwann einmal im Baumarkt oder bei Dehner für ein paar Euro gekauft und wie bei den meisten jahrelang in einem zu kleinen Topf eingepflanzt. Irgendwann wurden sie mal umgetopft. Topfdurchmesser zuletzt ca. 30 cm. Im Sommer auf die Terrasse gestellt und im Winter in den Wintergarten. Jedes Jahr gibt es ein oder zwei neue Blätter, die dann langsam braun und abgeschnitten werden. Dann ging es auf die Reise ans Meer.

Nachdem unser Haus in Istrien 2003 fertiggestellt war, gings im Folgejahr an den Garten. Ein paar Lkw Humus angefahren, die Natursteinmauern errichtet und rein mit den Minipflanzen. Im Winter regnet es eh immer wieder mal, im Sommer die ersten Jahre während der Urlaube regelmäßig gegossen und seitdem nur geschnitten und geschnitten. Leider hat sich das mittlwerweile zu einer ziemlichen Arbeit entwickelt. Der Anblick der Pflanzen, gerade auch bei Nacht auf Grund der stimmungsvollen Beleuchtung entschädigt für die Mühen.

Der Olivenbaum im Hintergrund steht erst acht Jahre im Garten und muß jeden Winter gestutzt werden. Die Rosmarinhecke hinter der Mauer ist aus Wildpflanzen gezogen und wird ebenfalls einmal im Jahr um ca. 30 cm gestutzt.

grüsse

jürgen
 
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Sonnenkind74

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#5
Ich finds sooooo schön wenn sich Pflanzen wohlfühlen und jedes Jahr mehr und größer werden :) Das ist einfach eine Wohltat für die Seele, grad dann noch im Urlaub.
Ich seh ja zum Glück meinen Garten jeden Tag, und der ist dieses Jahr nach dem Umzug letztes Jahr förmlich explodiert.
Was regelmäßige Pflege ausmachen kann :)

Seid ihr jetzt schon daheim? Wenn nicht: es ist für morgen für den Süden Bayerns ein Themperatursturz angesagt, Schneefall bis 800m runter. Heißt also auch daß vermutlich der Tauern Schnee bekommt.

Liebe Grüße vom Irschenberg,
Conny
 

Sonnenkind74

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#6
Ah, ich hab die Warnung vor schweren Sturmböen in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch vergessen... Machts auch nicht viel besser...
 
A

AlterNeuer

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#7
Hallo Jürgen,

rate doch mal (die Anderen dürfen auch), wo diese Aufnahmen entstanden sein könnten:









Gruß
Wolli





(Hochgeladen mit picr.)
 

Sonnenkind74

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#8
Jetzt glaub ichs aber nicht: das schaut nach Deutschland aus.
Mennooo, ich hätt schon auch gern Palmen in meinem Garten. Aber so nah an die Berg funktioniert das halt nicht...

LG,
Conny
 
D

diavolo rosso

Guest
#9
Hallo Wofram,

.......und wer pflegt die mitteldeutschen Palmen dann, wenn Du Dich monatelang auf Koversada aalst?

liebe Grüße
vom Roten Teufel
 
A

AlterNeuer

Guest
#10
Jetzt glaub ichs aber nicht: das schaut nach Deutschland aus.
Mennooo, ich hätt schon auch gern Palmen in meinem Garten. Aber so nah an die Berg funktioniert das halt nicht...
.......und wer pflegt die mitteldeutschen Palmen dann, wenn Du Dich monatelang auf Koversada aalst?
Das ging ja schnell. Ihr habts erfasst!
Die Palmen stehen hier:
50°41'57.0"N 11°39'10.5"E
Das ist keine 20 km weg von mir. Hab mal den Eigentümer gefragt, wie der die so durch den Winter bringt.
Da ist das Beschneiden bei Jürgens Palmen eine Kleinigkeit.
Sie werden sorgfältig eingepackt und in die Verpackung kommt dann ein Frostwächter. Mal sehen ob ich daran denke im Winter auch ein paar Fotos zu machen.

Auf Koversada habe ich natürlich standesgemäß:) einen Platz mit eigener Palme.



Um die kleine zu Hause, die ich vor 3 Jahren mitgebracht habe, kümmert sich dann die Schwiegertochter.



Gruß
Wolfram
 
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claus-juergen

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#13
...Seid ihr jetzt schon daheim? Wenn nicht: es ist für morgen für den Süden Bayerns ein Themperatursturz angesagt, Schneefall bis 800m runter. Heißt also auch daß vermutlich der Tauern Schnee bekommt...
hallo Conny,

ja, wir sind am Sonntag nach Hause gefahren. Zuhause gibt es auch Arbeit und auch einen Garten der nach Pflege schreit. Die vergangene Woche war schön mit Wolken und Sonne im Mix und Wassertemperatur von 21 Grad. Das Wasser ist jedoch derzeit aufgrund der starken Regenfälle vor zwei Wochen ziemlich trüb. Es dauert einige Zeit, bis das eingeschwemmte Material sich komplett auf dem Boden abgesetzt hat und von Seegurke und Konsorten verarbeitet wird.

Im übrigen mußten wir auch deshalb nach Hause, weil ich ja meine Bilder in neue Reiseberichte für Euch verpacken muß. ;)

Für alle, die Palmen in Deutschland in den Garten setzen wollen, habe ich hier einen Tipp. Nehmt die Bulgarischen Hanfpalmen, die sind frostsicher bis Minus 18 Grad. Nur etwas einpacken im Spätherbst und die Dinger überstehen die meisten, leider aber nicht immer alle Winter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hanfpalmen

Die gibt's bei manchen Versandhäusern zu kaufen.


Hi Wolli,

wenn du dir solche Palmen in deinen Garten in Triptis pflanzt, kannst du vielleicht viel öfters die Augen in deren Schatten schließen und dich an dein Koversada erinnern. Lustig wäre nur, wenn du dann nackt dem Postboten das Gartentor öffnest. ;)

grüsse

jürgen
 

kugelfisch63

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#16
Hallo, Jürgen!
Auch ich kann kaum glauben, wie groß diese Palmen nach 10 Jahren im Freien schon sind. Weißt du vielleicht auch, wie die heissen? Ich hab im Internet nichts vergleichbares gefunden am nähesten kam dem ganzen noch die Phoenix canariensis. Schaut aber doch anders aus.
Wir sind diesen Sommer sehr belächelt worden, als wir auf dem Anhänger zwei große Olivenbäume abgeladen haben. Die Buddelei war auf dem felsigen Boden extrem schweißtreibend...
Vielen Dank, daß du deinen schönen Garten uns allen vorgestellt hast!
 

claus-juergen

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#17
...
Auch ich kann kaum glauben, wie groß diese Palmen nach 10 Jahren im Freien schon sind. Weißt du vielleicht auch, wie die heissen? Ich hab im Internet nichts vergleichbares gefunden am nähesten kam dem ganzen noch die Phoenix canariensis...
hallo Kugelfisch,

es sind tatsächlich drei der Allerweltspalmen Phoenix Canariensis, also die Kanarische Dattelpalme und eine Washingtonpalme, auch ein Allerweltsgewächs aus jedem Baumarkt für wenige Euro. Sommer, Sonne, ausreichend Humus und die ersten Jahre viel Wasser. Dann geht alles wie von selbst.

Auch Schnee haben die Pflanzen vor ein paar Jahren schon kennengelernt. Kein Problem - keine Frostschäden. Ein paar Grad unter Null verträgt alles, was wir im Garten haben. Das sind Oleander, Blauzypressen, zwei verschiedene Kirschlorbeer, Olivenbaum, Flaschenbürstenstrauch, Clementine, Granatapfel, Feigenbaum, Wandelröschen, gelbe Scheinzypresse (die braucht Wasser), Eibe und ein Blauregen.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#18
hallo miteinander,

um alle Zweifel am Alter der Palmen aus der Welt zu schaffen, habe ich diese Aufnahme aus dem Mai 2005 gefunden. Im Vordergrund seht ihr einen der Oleanderbüsche, dann die Washingtonpalme und dahinter eine der Phoenix Canariensis. Der Feigenbaum befindet sich hinter dem Pampasgras. Wie gesagt: die ersten Jahre im Sommer gut gegossen und dann die Palmen drei bis vier mal im Jahr geschnitten.



:)

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#19
hallo miteinander,

beim abendlichen Stöbern auf meiner Festplatte habe ich doch glatt zwei Bilder gefunden, die ich euch nicht vorenthalten will.

So schaut ein Teil unseres Gartens im April aus. Da blüht der Blauregen.




Nachdem dieser im August verblüht ist, steht die Bougainvillea in voller Blüte. Dies im übrigen bis weit in den November hinein. Dann wurde sie von mir radikal beschnitten, so daß die Gartendusche wieder zugänglich ist. Mal sehen, ob ich euch im Spätsommer zeigen kann, wie schnell sich dieser Strauch sich in einem Jahr erneuert hat. Ein Längenwachstum von zwei Metern ist nichts außergewöhnliches.




grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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#20
Heute möchte ich euch einmal zeigen, wie sich unser Garten in Istrien im Laufe des Jahres ändert und welche Arbeiten hier anfallen.

Los geht’s im Frühjahr mit dem Schneiden der Dattelpalmen. Dabei muß man zu zweit sein. Meine Frau hebt die Wedel etwas an und ich setze die Kettensäge nahe dem Stamm an um rundherum alle drei Phönix Canariensis oder die Washingtonpalme zu trimmen. Hierbei ist besondere Vorsicht geboten, weil die Blätter nahe des Stammes, also gerade da, wo man arbeitet, als bis zu 30 cm lange extrem spitze Stacheln ausgebildet sind. Da kommt es schon mal vor, daß sich so ein Ding in die Haut bohrt. Das vergeht jedoch. Aufpassen muß man jedoch auf die Augen.

Wedel auf den Pick-Up geladen und weg damit.



So sieht die Palme nach meiner Bearbeitung aus. Diese Tätigkeit mache ich etwa drei Mal im Jahr, zuletzt im Oktober.



Weniger Arbeit machte uns in den letzten beiden Jahren der Olivenbaum. Weil ich ihn im Vorjahr nicht geschnitten habe, gibt es in diesem Jahr eine Menge Früchte. Die dreimonatige Trockenheit wurde mit Hilfe einer Bekannten, die den Baum im Sommer gelegentlich goß, überwunden. Mittlerweile hat er auch ein Alter erreicht, wo seine Wurzeln recht tief in den Boden ragen.



Nach etwa drei Jahren haben sich unsere Wandelröschen prächtig entwickelt. Wie der Name schon sagt, wandelt sich deren Blütenfarbe immer wieder.





Wer sich hier ein paar Zweige abschneiden möchte um sie in die Vase zu stellen wird schon nach einem Tag enttäuscht sein. Dann sind sämtliche Blüten abgefallen.







Schade, daß ich diese Kleinsträucher Anfang November mitten in der Blütezeit, die dann bereits schon ein halbes Jahr andauert, kräftig zurückschneiden muß.

Unsere Bougainvillea hat es in diesem trockenen Sommer nicht leicht gehabt. Wie immer blüht sie ab Ende Mai. Anfang September bot sich uns jedoch dieses Bild.



Vermutlich zu viel Hitze und zu wenig Wasser. Sonst erfreut uns diese Pflanze mit üppigen Blüten ebenfalls bis in den November hinein. Dann werden alle Seitentriebe, die im Laufe des Jahres bis ca 2,50 Meter Länge gewachsen sind, radikal abgeschnitten. Auch dieses Gewächs verfügt über spitze Dornen die gerade am holzigen Stamm ziemlich hart sind. Also auch hier aufpassen auf die Finger!

Im übrigen habe ich keine meiner Gartenpflanzen in den vergangenen zwölf Jahren gedüngt. Einfach Wasser und ab und zu die Astschere oder Kettensäge genügen anscheinend.

Grüsse

Jürgen
 
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