Kroatien baut Flüssiggas-Terminal im Eiltempo

Malin

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#22
@Malin - ja du musst dich weiter einlesen... :)

Welchen Grund gib es eigentlich der Presse einfach nachzuplappern, dass wir uns von den "bösen" Russen unabhängig machen sollen, weil...

...ich bräuchte mal eine seriöse Zeitungsmeldung, dass Russland in den letzten 20 Jahren seine vertraglichen Verpflichtungen über die Gas-Lieferungen nicht nachgekommen ist...

Nun, dass die Ukrainer die Russen um über 5 Mrd (Milliarden) US-Dollar Gas geklaut haben, scheint mir verständlich, dass man den Hahn zudreht!

Wenn du die Zusammenhänge ernsthaft verstehen willst musst du tiefer die Ukraine-Krise analysieren.

Tja, so eine kleine Meldung über ein Gas-Terminal in Kroatien kann man auch nicht losgelöst von der europäischen Entwicklung betrachten, dass ist mir zumindest klar geworden.

Ein paar tiefere Einsichten auf hier dargestellte Postings zur Klarstellung hätte ich schon, bin aber froh, dass wir ein Urlaubsforum sind. :)

burki
In den Konflikt bin ich durchaus eingelesen und ich weiß auch, dass die Ukraine Russland Geld schuldet, nur weiß ich auch, wie Russland mit Partnern je nach deren (unliebsamen) Verhalten umgehen kann. Ich will ebenso nicht zu tief darauf eingehen, nur soviel: Putin ist für mich nicht mehr berechenbar, nach all seinen Äußerungen (die auf keine Kuhhaut mehr gehen) und Taten. DE könnte meines Wissens nicht ganz Europa versorgen derzeit. Unabhängig davon und auch unabhängig von den Gründen richtet sich Russland gen Türkei, China und andere Staaten (Ungarn hehe). In der jetzigen Situation nicht vorausschauend zu planen und alle Eventualitäten miteinzubeziehen wäre fahrlässig. Davon abgesehen ist Abhängigkeit nie gut. Würde sich Putin anders verhalten (und die Hardliner die ihn treiben), wir hätten das problem nicht und ich würde mich darüber freuen. (Ja auch der Westen machte Fehler, aber das rechtfertigt nichts bezüglich Russlands Vorgehen)

@Wolli: Die Medien gehen schon auf den Aufruf ein, habe heute 2 Artikel gelesen, gibt sicher mehr. Wegschauen und "Maul halten", damit Russland nicht mehr ganz so böse kuckt und ungestört weitermacht, sehe ich nicht als Lösung.
 

claus-juergen

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#23
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nihil-est

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#25
bbbbboooooaahhhhhhh, Leeuuuttsss....egal ob man nun von Gas/Ölterimals/oder auch Fussball nur nen blanken Schimmer hat,,,,,,,


bei " Schalke 05 " hätte ich nun wirklich een bisserl Resonanz erwartet.

Schlaft ihr alle?????


***Grübel***
 

Marius

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#26
Ne, das Video kennt erstens vermutlich schon jeder, und zweitens schwingt da so ein schmieriger Stammtisch-Unterton der Sorte "Nene, Frauen woll'ma da nicht im Fußball" mit, und dann stuerzte man sich natuerlich auf so einen Versprecher.

Also vom Video bin ich eher peinlich beruehrt, als dass es mich zum Lachen bringen wuerde.

Sorry, du hast Feedback eingefordert, jetzt hast du ihn :)
 
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nihil-est

Guest
#27
Neeeee, @Marius ,

mit gar Unterton hat datt nu nix zu tun.

Daher, für dich:

o4neu.jpg


....und wenn Du noch een paar 05er Bilderl aus der Neuzeit brauchst....bekommste. Versprochen.


Gasterminal. Ohne Fussball. Ohne Gazprom.

Folge ich ersten Internetquellen - vielleicht noch een bisserl früh - mehren sich hier die Gegenstimmen. ( Mich erfreut´s )
Wollen wir also hoffen baldig, kann auch een paar Wochen dauern, sieht die Welt schon anders aus.


Gruss
 

Marius

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#28
Ja, egal, was man machen will, es findet sich immer jemand, der das total doof findet. :)
 

Marius

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#29
Ich glaub eher das ist ne Presseente. Alternativ betrachtet ein Milliardengrab.

LNG/LPG-Tanker gibt es ja nicht viele weltweit, damit fangen wir mal an.
Nun nehmen wir die Zahlen von @burki und gehen von 6-12 Milliarden Kubikmeter aus.

Als Gegengewicht zu South-Stream, aktuell eingestellt, taugt diese Spielzeuganlage ja eh nicht. Um die Dimension einmal zu verstehen, South Stream entspricht über 50.000 Schiffsladungen. Andersrum rund 140 durchschnittliche LNG-Schiffsanlandungen tagtäglich.

Selbst in der Version von " nur " 6 Milliarden Kubikmeter wären es ein paar Schiffsanlandungen tagtäglich. Je nach dem von wo das Gas denn nun kommt ( = Wegzeit ) braucht man also zig LNG-Schiffe. Es gibt weltweit aber nur rund 200. Grösster, in Planung, 266.000 Kubikmeter.

Daher, liebe mehr oder minder geneigte Rätselfreunde, wo sind denn die Schifflein welche man benötigt um gar im grossen Stil diesen Flüssiggasumschlagplatz zu betreiben ( und per Pipeline gar bis A/HU usw zu pumpen ) ?

Nur so am Rande, nebenbei
Hey, das musst du diesen Leuten aber dringend sagen! Die pumpen da ansonsten Milliarden in das Projekt und dann machen sie Verluste!
Und das macht ja alles ueberhaupt keinen Sinn, sag ihnen, dass du das alles schon berechnet hast, und am besten, sie vergessen das gleich wieder :)
 
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nihil-est

Guest
#30
Nun, vieles ist im Wandel.

Unterdessen sind die Planungen Tap abgeschlossen, leider noch in eher wenigen Medien. Tap ist die Verlängerung der Tanap, OK, versteht kaum jemand. EU-Fördergelder sind bewilligt.

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf das ( ebenfalls EU-geförderte ) kroatische Gasterminal LNG/ Schiff.

Tap/Tanap ( ich kann´s eh niemanden hier näher bringen ) in allgemeinverständlicher Form findet man hier: http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/die-tuerkei-wird-zur-energiedrehscheibe--102276181.html
( Artikel ist sogar mit Landkarte )

Wer Interesse hat, bitte Artikel lesen.


Gruss in die Runde
 

burki

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#31
EU-Steuerzahler müssen Fracking-Gas-Terminal für die USA finanzieren

Die europäischen und amerikanischen Steuerzahler müssen 1,3 Milliarden Euro berappen, um für US-Firmen eines kroatischen Terminal für Flüssig-Gas zu errichten. Dadurch soll die Energieabhängigkeit von Russland reduziert werden. Ohne den Terminal können die Amerikaner ihr Flüssig-Gas nicht nach Europa transportieren.
Die EU-Steuerzahler müssen den zügigen Bau eines Flüssig-Gas-Termins (LNG-Gas) auf der kroatischen Insel Krk finanzieren. Das berichtet der Journalist Tonino Picula aufTwitter. Der EU-Energiekommissar Maroš Šefčovič habe ihm das EU-Vorhaben im Rahmen einer Anfrage bestätigt. Der Bau des Terminals soll rund 1,3 Milliarden Euro kosten, berichtet 2b1st Consulting. Der Grundstein für den Bau soll Mitte 2016 gelegt werden. Ab 2019 soll das Terminal dann in Betrieb gehen. Das Projekt wird vom Konsortium Adria LNG getragen. E.ON Ruhrgas hält 39,17 Prozent an dem Konsortium. Weitere Anteileigner sind Total S.A. mit 27,35 Prozent, OMV mit 32,48 Prozent und Geoplin mit einem Prozent, berichtet Reuters.

Der ganze Artikel hier: http://deutsche-wirtschafts-nachric...acking-gas-terminal-fuer-die-usa-finanzieren/

:arghh: eigentlich wollte ich das nicht mitfinanzieren...
 
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nihil-est

Guest
#32
Mojen @burki ,

tja, das ist Politik. Einerseits fördert man Bewerber A im Markt ( Tap/Tanap ) und andererseits den direkten Mitbewerber B ( Das Terminal ). Ich zumindest kann mit Gas nur einmal heizen.....warum also 2 fördern mit meinem sauer verdienten Geld?

Lustig wird es erst so richtig wenn man ( in Kroatien ) die Solarförderung reduziert was Förderungen betrifft - aber Importkohlekraftwerke neu aufbaut ( anderer Strang ) welche auch sicherlich nicht ohne Fördertöpfe in Betrieb gehen.

Seitenhieb auf die EU-Fördertöpfe. Grad wurd erst die Milchquote endlich abgeschafft, bald andere wie Zucker(rübe) in der Landwirtschaft - aber bei Energiewirtschaft geht die eene oder auch andere Milliarde immer noch. Milliarde in Währung " Yankee-Dollar " oder eben " Teuro ", darauf kommt es eh nicht an.

Was bliebe anzumerken? Nehmen wir een Sprichwort! ----> Zahle, zahle, zahle - von der Wiege bis zur Bahre
Dies Sprichwort zumindest kennt keine Währung, kein polit. System, kein rein gar nix. Es ist weltweit überall gültig.


Gruss
 
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nihil-est

Guest
#33
Ich nochmalig, sorry.

Eine durchaus wichtige Detailmeldung möchte ich den wirklich interessierten nicht vorenthalten. Ist auch " tagfrisch ". Soll also @burki mit seinem Strangbeitrag einmal unterstreichend begleiten.

Externer Link: http://www.pesterlloyd.net/html/1519inaergebnisq1.html
Zitat hieraus: ...internationalen Shareholder der MOL drücken dabei aber aus strategischen Erwägungen (EU-Markt, Flüssiggasterminal Krk etc.) auf die Bremse, ...

Wie schon angemerkt, sprengt den " Urlaubergedanken " welchen wir alle ja hegen & pflegen. Genau das aber sind eben die Info´s hinter der " Urlaubskulisse ".

Gruss in die Runde
 

Malin

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#34
Deutsche Wirtschaftsnachrichten, wie ich die "Nachrichtenseite" liebe. Formulieren alles ein wenig um, damit es "spannender" klingt. Mag sogar sein, dass es stimmt, aber der reisserische Ton ist jedes mal toll :) Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer was für das Terminal bezahlen muss, in der Twitternachricht (vom Februar) steht nichts davon, in der anderen Quelle der DWN steht nur, dass die EU die Hälfte der Machbarkeitsstudie finanziert(e). Ich denke ja schon, dass sich die Firmen des Konsortiums an den Baukosten beteiligen werden, zumindest finde ich nichts gegenteiliges, außer die Behauptung von DWN. Davon abgesehen sind die Hälfte von 1,3 Mrd für EU Verhältnisse recht wenig Geld, das wird niemand merken. Die Umwelt tut mir da schon mehr leid.

Soll keine Wertung des Bauvorhabens sein, ich bin auch nicht unbedingt dafür, ich wäre nur bei DWN immer sehr vorsichtig. Sehe aber gerade, dass die Seite nun zu 51 % einem neuen Käufer gehört, mal schaun ob irgendwann die News besser werden :)
Ich selbst bin beim Thema gespalten, vermutlich brauchen wir es nicht, für die Natur und eine meiner Lieblingsinseln ist es auch nicht gerade das Wahre, ne Umweltkatastrophe in der Adria kann sich Kroatien eigentlich nicht leisten, so sehr wie das Land vom Tourismus abhängig ist. Ich gönne dem Land das Projekt finanziell, obs langfristig eher schadet bleibt abzuwarten.
 

claus-juergen

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#35
...Ich selbst bin beim Thema gespalten, vermutlich brauchen wir es nicht, für die Natur und eine meiner Lieblingsinseln ist es auch nicht gerade das Wahre, ne Umweltkatastrophe in der Adria kann sich Kroatien eigentlich nicht leisten, so sehr wie das Land vom Tourismus abhängig ist. Ich gönne dem Land das Projekt finanziell, obs langfristig eher schadet bleibt abzuwarten.
Hallo Malin,

tatsächlich ist es so, daß die bestehenden LNG-Terminals in der EU derzeit gerade mal zu 50 % ausgelastet sind. Allerdings befinden sich diese in Spanien, Frankreich und den Niederlanden und eines im Baltikum. Die EU-Länder auf dem Balkan sind hingegen derzeit beim Gas zu nahezu 100 % von den Russen abhängig, deren Leitung durch die Ukraine verläuft. Aufgrund des schwelenden Konflikts in dieser Region ist das Ansinnen der Balkanstaaten auf eine Alternative logisch zu erklären. Somit blecht die EU und damit der Steuerzahler.

grüsse

jürgen
 
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nihil-est

Guest
#37
Just wurden erst die Ausschreibungen Terminal verlängert habe ich die Tage gelesen, leider grad keinen passenden Link.

Tap/Tanap, also die Lösung über eine Pipeline ist eh sinnvoller. Spart ja auch jede Menge Schiffsverkehr.

Gruss in die Runde
 
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nihil-est

Guest
#38
Auch zum Terminal News.

Link: http://www.solidbau.at/home/artikel...den/aid/27675?analytics_from=themen_gruppiert

Auszug:
Nachdem die EU 5 Mio. Euro für die Dokumentation des Projekts spendiert hatte, soll der Terminal auf der Westbalkankonferenz am 27. August in Wien abgesegnet werden. Um eine Milliarde Euro soll ab dem nächsten Jahr die Anlage für...
Allerdings habe sie "große Zweifel, ob das Projekt jemals realisiert wird". Schließlich seien die Eigentumsverhältnisse von "Petrokemija" seit vielen Jahren unklar und vor Gericht. "Wenn das aber wirklich ein strategisches Objekt ist, dann muss die Regierung jede Kuna aus dem Staatshaushalt dafür bereitstellen" , verlangt sie. (APA)

Interessant, längst ist alles in den Medien & Politik. Man jubelt. Geld wurde schon gezahlt, sicherlich mehr als nur die 5 Millionen im Text.

Doch was darf man nun zwischen den Zeilen lesen?
Da wo das Terminal geplant ist und gebaut werden soll sind die Eigentumsverhältnisse nicht einmal geklärt?


Gruss in die Runde
 

claus-juergen

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#39
hallo Gerd,

ungeklärte Eigentumsverhältnisse - das ist das kroatische Grundübel. Selbst bei der vor 20 Jahren erfolgten Privatisierung von Staatsunternehmen einschließlich Hotels sind auch heute noch viele Dinge ungeklärt.

Auf der anderen Seite würde so ein Flüssiggasterminal sicherlich dem Wettbewerb dienen. Dies gerade vor dem Hintergrund, daß im letzen Jahre zwar der Ölpreis auf etwa die Hälfte gesenkt wurde, der Gaspreis jedoch kaum. Dem stehen anscheinend langfristige Lieferverträge, vor allem mit den Freunden aus Russland entgegen.

Die Technik der Verflüssigung von Erdgas ist mittlerweile anscheinend wirtschaftlich und somit durchaus mit Gas aus der Pipeline konkurrenzfähig. Die Zukuft wird es zeigen.

grüsse

jürgen
 
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nihil-est

Guest
#40
2017 ist ein bisserl grösseres Flüssiggasterminal fertig. Dies wird sicherlich aus Auswirkungen auf die Ausbaupläne haben, erst recht der angedachten Trasse von Kroatien gen Nordeuropa.

Gebaut wird in Sabetta ( was eher keener kennt ), liegt auf der Jamal Halbinsel ( die auch praktisch niemand kennt ) und versorgt sodann mit Flüssiggas Nordeuropa recht billig. Die Flüssiggastanker, um das kleene Geoquiz aufzulösen nehmen die Route durch das Nordmeer. Dürfte sich ausser in tatsächlichen strengen Wintern als schiffbare ganzjährige Route etabliert haben. Umrunden also auf der Route von Russland kommend noch eben Skandinavien.

Auch unter Betrachtung Pipelinekosten ( Bau+Unterhalt+Durchleitungsgebühren ) ein wahrhaft meisterlicher Schachzug. Nicht etwa Gazprom ( in´s Gerede gekommen trotz " Gasmanni ", also ex Bundeskanzler ) sondern Novatek ( im Westen unbekannt und unbelasteter ) führt die Regie.

Tja, bleibt spannend das Thema würde ich meinen.......und ich schau mir jetzt einmal an welchen Kurs denn Novatek so hat an der Börse...... ;):(;):(


Gruss in die Runde
 
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