Fahrt über den Mali Alan Pass im südlichen Velebit Gebirge

claus-juergen

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Im letzten Jahr fanden wir endlich Gelegenheit über den Mali Alan Pass zu fahren. Den Veli Alan Pass im nördlichen Velebit habe ich bereits vor ein paar Jahren mit dem Motorrad befahren. Nun also mit dem Mietwagen auf den Mali Alan Pass. Die gesamte Strecke von Sveti Rok in der Gespanschaft Lika-Senj bis nach Jasenice in Norddalmatien beträgt etwa 40 km. Davon ist die Hälfte asphaltiert. Nach ergiebigen Regenfällen in den Tagen zuvor haben wir die Fahrt gewagt und diese Entscheidung nicht bereut.

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Teilweise sah die Landschaft bei Sveti Rok noch so aus.

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Die letzte Möglichkeit auf eine Tasse Cappuccino hatten wir in der Bar Pupi. Erst ein paar Stunden später kehrten wir anschließend in Obrovac an der Zrmanja ein.

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Auch der See neben der Bar ist über seine Ufer getreten.

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Egal, mit einem Heißgetränk im Bauch wird es schon gut gehen mit der Fahrt über den Pass.

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Ich wußte, daß auf uns zuerst ein längerer Abschnitt einer Teerstraße wartet die erst weiter oben im Gebirge in eine Schotterstraße übergeht. Hoffentlich ist die nicht recht ausgewaschen.

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Der nördliche Teil des südlichen Velebit, welch verschachtelter Satz, ist grün weil es hier viel regnet. Und auch im Winter liegt dort regelmäßig Schnee. Genaugenommen scheidet dieser Pass zwei Klimazonen.

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Wir passieren die Quelle der Weisheit Vrilo Mudrosti.

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Die vielen Gedenksteine für von serbischen (Para)Militärs im Unabhängigkeitskrieg ermordeten Polizisten und Zivilisten habe ich nicht gezählt. Teils alle paar hundert Meter findet sich eine solche Gedenkstätte.

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In der Regel sind die Namen der Opfer vermerkt.

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Das "C" findet sich auf vielen Markierungssteinen an der Straße. Ich vermute es ist ein Hinweis auf die österreichische Monarchie die diese Straße im 19. Jahrhundert hat bauen lassen.

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Je höher man kommt, desto besser wird der Ausblick auf die Lika.

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Deutlich zu erkennen ist die Autobahn A1 in Richtung Dalmatien.

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Eine Quelle wurde neben der Straße in einen Brunnen geleitet.

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...und immer wieder Gedenkstätten.

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Irgendwann ist die Teerstraße zu Ende.

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Ich habe Glück. Die Auswaschungen durch die starken Regenfälle wurden wohl schon eingeebnet. Diese Maschine dient allerdings der Holzwirtschaft.

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Das ist kein überdimensionaler Jägerstand sondern ein Ausguck um mögliche Waldbrände lokalisieren zu können.

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Der Wald lichtet sich so langsam.

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Irgendwann haben wir die Passhöhe auf 1044 Metern erreicht.

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Der Wald ist nun vollständig verschwunden.

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Der Bewuchs ist recht spärlich.

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Das ist ein niedrig wachsender Wacholder.

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Im Mai bei unserer Fahrt hat dort oben noch nicht viel geblüht.

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Die kreisförmigen Mauern frieden Vertiefungen ein in welche nicht nur im Laufe von Generationen das Erdreich eingeschwemmt wurde. Dort hat man Feldfrüchte angebaut und die Mauern als Schutz vor Freßfeinden erreichtet.

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Selbst an der höchsten Stelle der Straße erneut eine Gedenkstätte.

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Heute werden diese Höhenlagen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.

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Ob das da unten im Tal eine Art Ferienhaus ist welches nur im Sommer genutzt wird vermag ich nicht zu sagen.

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Die Straße verläuft jetzt ein paar Kilometer auf der selben Meereshöhe.

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Irgendwo hier oben befindet sich die nicht markierte Grenze zu Dalmatien. In Teil zwei nehme ich euch mit auf die südliche Seite des Velebit.

jürgen
 

claus-juergen

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Weiter geht es auf dem Mali Alan Pass in Richtung Süden. Mittlerweile befinden wir uns bereits in Norddalmatien. Der Ford Ecosport ist genau das richtige Auto für die Schotterstraße. Grundsätzlich kann man den Pass auch mit einem herkömmlichen Pkw fahren. Allerdings wäre mir mein Privatauto zu schade dafür.

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Noch sind wir ganz alleine hier oben.

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Langsam geht es bergab.

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Der markante Berg rechts im Bild ist der Tulove Grede welcher in den alten Winnetou Filmen aus den sechziger Jahren zu sehen ist.

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Dann sehen wir das Meer, genauer gesagt das Novigradsko more und das durch einen Kanal verbundene Karinsko more.

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An der Straße steht diese Kapelle.

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Hier oben bläst ein frischer Wind.

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Die Steigung der Straße ist deshalb nicht sonderlich steil weil sie beim Bau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts darauf ausgelegt war, daß sie von Fuhrwerken befahren werden konnte.

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Unter uns befindet sich der knapp sechs Kilometer lange Sveti Rok Autobahntunnel.

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Auch wenn die Wolken überwiegen ist es hier merklich wärmer als auf der Nordseite des Gebirges. Schließlich sind wir ja bereits in Dalmatien.

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Das scheint eine Zisterne zu sein die wohl Mensch und Tier im 19. Jahrhundert Wasser spendete. Rechts im Bild erkennt man die Speicherseen mit der Lauge der ehemaligen Aluminiumfabrik Jadral die nach kurzer Betriebszeit bereits vor 50 Jahren pleite ging.

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Noch etwas weiter bergab kommen wir zum bekanntesten Aussichtspunkt des Passes. Hier steht die Kapelle Sv. Franjo.

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Die Renovierung ist wohl schon seit Jahren geplant, wird allerdings vermutlich aus Geldmangel nicht weiter betrieben. Das Gerüst steht schon einige Zeit hier.

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Wir genießen den Ausblick in die Ferne zumal es an diesem Ort ein gutes Stück wärmer ist als weiter oben.

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Hier steht auch ein Haus welches anscheinend zumindest zeitweise noch genutzt wird.

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Hinter den Ruinen erkennt man den Tulove Grede.

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Der selbe Berg als Durchblick...

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...und aus der Sicht des Autofahrers. Ab und zu kommt nun tatsächlich ein Pkw herauf. Die Insassen schauen sich um, blicken in die Weite und dann gehts auf dem selben Weg zurück. Ich glaube, daß wir jedoch die richtige Entscheidung getroffen haben, den gesamten Pass abzufahren auch wenn das schon ein paar Stunden gedauert hat.

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die Speicherseen des Flüssigabfalls der Bauxitmine gezoomt

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Auch hier steht ein Gedenkstein. Weil die Inschrift italienisch ist dürfte der älter sein als diejenigen aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges.

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Weiter unten halten wir erneut an. Im Bild sehen wir eine Autobahnraststätte die nie in Betrieb ging. Einerseits ist der Standort völlig ungeeignet weil hier oft starke Winde wehen und andererseits hat wohl der Investor einen kriminellen Hintergrund.

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Gut zu erkennen sind auch die Abraumhalden der Bauxitmine dahinter.

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Nach mehr als 20 Kilometer Makadamstraße erreiche ich endlich wieder eine asphaltierte Straße.

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An der steht dieses Haus welches jedem fußballbegeisterten Kroaten bekannt ist. Hier hat bis zu seinem sechsten Lebensjahr Luca Modric gelebt. Als serbische Freischärler im Jahr 1991 nicht weit von hier seinen Großvater ermordeten floh die Familie nach Zadar. Die Serben zerstörten anschließend dieses Anwesen.

Abschließend gebe ich allen die den Mali Alan Pass befahren wollen den Tipp nicht nur bis zum Tulove Grede hinauf zu fahren, sondern den gesamten Pass zu erkunden. Das dauert zwar erheblich länger. Allerdings kann man ja so wie wir von Norddalmatien aus über die Autobahn in die Region Lika-Senj fahren und dann über den gesamten Pass zurück.

jürgen
 
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