Ein weiterer Giftmüllskandal

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perenospera

erfahrenes Mitglied
Über einen Umweltskandal in Gospić berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk.
Sehr bedenklich wenn man bedenkt wie wichtig die Region für die Trinkwasserversorgung großer Teile Kroatiens ist. Die Örtlichkeit lieg direkt an der D50 in Richtung Gračac



Gruß Jochen
 

claus-juergen

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Hallo Jochen,

ja, auch auf solche Dinge darf man hinweisen, auch wenn mancher meint, dass in einem Reiseforum über Kroatien nur Sonne, Meer und leckeres Essen zählt. Erst in der letzten Woche bin ich an den weithin sichtbaren Silos in Gospic vorbeigefahren. Was da abgelagert wurde, bleibt zumindest nun der Öffentlichkeit nicht mehr im Verborgenen. Gospic ist allerdings nur ein Beispiel. Ein paar Dutzend Kilometer südöstlich davon in Gracac ist das Gelände eines stillgelegten Industriebetriebs ebenfalls ein Lager für Müll. Selbst aus dem Weltall erkennt man vermutlich Tausende von Paketen mit Plastikmüll. Dazu viele Berge mit Altreifen. Das Gelände ist mit einem Zaun umschlossen. Was damit geschieht, weiß man im Ort beziehungsweise im örtlichen Cafe neben der Tankstelle auch nicht. Der Müll liegt schon seit Jahren dort auf freier Fläche herum. Ich habe zwar kein Foto geknipst. Aber jeder Laie erkennt wohl, dass da etwas nicht stimmt.


Hoffentlich werden die Verantwortlichen entsprechend verknackt. Allerdings kommt der Steuerzahler wie wohl überall für den Schaden auf.

grüsse

jürgen
 
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Reaktionen auf meine Beiträge: Julija

claus-juergen

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"Die schockierenden Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft über den Zustand der illegalen Mülldeponie in Gospić bestätigen einmal mehr das völlige Versagen der staatlichen Abfallpolitik und sind zugleich ein weiterer Appell an die istrischen Politiker, die Schuld für Kaštijun, das seit Jahren eine ökologische Katastrophe auf der istrischen Halbinsel darstellt, nicht länger von sich zu weisen. Die Deponie in Gospić sowie die nahe Senj gelegene, auf der ebenfalls unbekannte Abfälle entsorgt wurden, sind ein Beispiel für eklatante Fahrlässigkeit seitens der staatlichen und lokalen Behörden. Jemand muss dafür zur Rechenschaft gezogen und mit langen Haftstrafen belegt werden.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft zeigt, dass die Verschmutzung in Gospić so gravierend ist, dass die dauerhafte Grundwasserqualität in der Region fraglich ist. Politiker waschen wie üblich ihre Hände in Unschuld, und die Reaktion von Ministerin Marija Vučković auf die ganze Situation ist beinahe tragisch. Die einzig wirkliche Frage, die sich in diesem Moment stellt, ist, wie es überhaupt möglich ist, dass sie nach diesen Erkenntnissen noch Ministerin ist und wie es möglich ist, dass der Premierminister Marija Vučković nicht sofort entlassen hat, nachdem ihm die Untersuchungsergebnisse der DORH zur Lage in Gospić vorgelegt wurden."


grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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Der Giftmüllskandal beschäftigt auch das kroatische Parlament.


grüsse

jürgen
 

claus-juergen

Globaler Moderator
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Die illegale Ablagerung von Sondermüll in Gospic ist anscheinend nur die Spitze des Eisbergs.

"Bereits 2022 warnte Europol davor, dass kriminelle Netzwerke zunehmend Abfälle aus Westeuropa nach Mittel- und Osteuropa umleiten, dass Kriminelle legale Unternehmen für illegale Abfallgeschäfte nutzen, und das UNODC warnte kürzlich davor, dass Abfälle in Ländern mit milden Strafen landen."


grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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Viele wissen, daß das Zementwerk in Koromacno ja mittlerweile auch als Müllverbrennungsanlage fungiert. Nun kam der Vorschlag den Sondermüll von Gospic dort zu verbrennen.

"Die Ankündigung, dass die derzeit in Gospić gelagerten Abfälle zum Zementwerk von Holcim in Koromačno transportiert und dort verbrannt werden sollen, hat in der istrischen Öffentlichkeit große Besorgnis ausgelöst, und die istrische Bezirksversammlung tagt am Montag.

Wir sprachen mit Renato Šarc, außerordentlicher Professor an der Montanuniversität Leoben in Österreich und stellvertretender Leiter des Lehrstuhls für Recyclingtechnologien und Abfallwirtschaft an dieser Universität, darüber, ob dieser Abfall den ökologischen und technischen Standards der Zementindustrie entspricht und ob es in der lokalen Bevölkerung berechtigte Bedenken hinsichtlich dieses Abfalls gibt.


Abfälle müssen einer strengen Behandlung unterzogen werden​


Sie haben auf Facebook eine Analyse veröffentlicht, in der Sie behaupteten, dass die in Gospić gefundenen Abfälle nicht der Zusammensetzung der in der Umweltverträglichkeitsstudie von Holcim aufgeführten und prognostizierten Abfälle entsprechen?



Ja, Sie haben es richtig verstanden. Zunächst müssen wir zwei Konzepte klar unterscheiden. Zum einen Abfall im allgemeinen Sinne – sei es der gemischte Hausmüll oder der spezielle Abfall, der in Gospić gelagert wird. Zum anderen Ersatzbrennstoff (SRF/RDF), der in der Zementindustrie verwendet wird. Es handelt sich dabei um einen alternativen Brennstoff, der primäre Energieträger wie Kohle oder Petrolkoks ersetzt. Um einen primären Energieträger durch Abfall zu ersetzen, muss dieser streng aufbereitet werden, um zu einem Brennstoff mit genau definierter Qualität zu werden. Dazu gehört die Abtrennung von Metallen, Schadstoffen und anderen unerwünschten Bestandteilen. Erst dann erhält man einen Brennstoff, der strenge physikalische (z. B. Partikelgröße) und chemische Parameter (z. B. Energiewert und geringe Schwermetallgehalte) erfüllt.

Was schreibt die Umweltverträglichkeitsstudie für das Zementwerk Koromačno in diesem Zusammenhang vor?

Die Holcim-Studie definiert präzise den zulässigen Bereich der Brennstoffqualität. Die Umweltauswirkungen werden anhand dieser Parameter simuliert. Die technischen Gegebenheiten und die Massenbilanz eines Zementofens sind stets eindeutig: Was hineinkommt, muss auch wieder hinaus. Es gibt nur zwei Wege: Ein Teil gelangt in die Rauchgase und entweicht durch den Schornstein, ein anderer Teil wird in der Asche gebunden, die Bestandteil des Klinkers, dem Rohstoff für Zement, wird. Es gibt keinen dritten Weg. Bei der Erstellung der Studie wird rückwärts gerechnet. Man geht von den gesetzlich zulässigen Emissionsgrenzwerten für den Schornstein und den internationalen Normen aus, die der Klinker erfüllen muss, und berechnet daraus die zulässige Zusammensetzung des dem Ofen zugeführten Brennstoffs. Zudem gibt es keinen universellen Brennstoff für jedes Zementwerk. Die Wahl des Brennstoffs hängt von der Länge und Größe des Ofens, der Art und dem Feuchtigkeitsgehalt der Rohstoffe usw. ab. Kürzere Öfen benötigen einen höheren Energiewert, da sie weniger Zeit für die Klinkerproduktion haben. Deshalb entspricht der Abfall aus Gospić weder den physikalischen und chemischen Eigenschaften noch der Partikelgröße der in Holcim verwendeten Materialien. Es ist schlichtweg technisch, physikalisch und chemisch nicht möglich, diesen Abfall in seiner jetzigen Form einfach in den Ofen in Koromačna zu werfen...


grüsse

jürgen
 
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