Ein Stück die Magistrale runter - Wohnmobiltour Pfingsten 2026

Luppo

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Wir wissen es alle, die Magistrale ist eine der schönsten und beeindruckendsten Strecken entlang der europäischen Küsten.
Und so zog es uns über die Pfingstferien auch wieder dort hin bzw. dort entlang.

Eigentlich war Kroatien schon an Ostern gesetzt, aber der Wetterbericht ließ nicht Gutes vermuten, dann noch ein paar Bilder vom Schneeräumer am Sveti Rok.
Dann lieber über den San Bernadino nach Genua und das ligurische Meer runter Richtung Monaco.
Wir wurden nicht enttäuscht. Während in Kroatien sich der Frühling Zeit ließ, blühte es am ligurischen Meer. Mittags schon im Poloshirt und schon mal den Zeh ins Wasser gehalten. Gute Entscheidung.

Egal, jetzt geht's die Magistrale runter bis nach Split. So war der Plan.
Freitag vor Pfingsten, meine Frau musste noch bis Mittag arbeiten, unser Kurzer hatte noch bis 11.20 Uhr Schule.
Ich selbst "schuftete" im Home Office und machte unser Womo startklar :)
Nachmittag gings los.

Üblicherweise versuchen wir am ersten Tag Strecke zu machen um dann am zweiten Tag es entspannter angehen zu lassen.
Anders als den umhertingelnden Rentnern ist unsere Zeit beschränkt.
Seit langer Zeit haben wir wieder die klassische Route gewählt, Nürnberg, München, Walserberg, die Tauernautobahn runter durch den Karawanken und die "günstige" Autobahn in SLO bis nach Postonja. In Rupa nach Kroatien und ab der Krk Most dann die Magistrale.
Tags zuvor habe ich noch schnell die digitale Vignette für A und SLO gebucht, Tauern und Karawanken gehen per digitaler Flexmaut, bei der ASFINAG Kennzeichen mit Konto verknüpft und schon hat man freie Fahrt, dazu eine kleine Pushnachricht auf dem Smartphone, dass das Konto erleichtert wurde.
Die angekündigte Vollsperrung auf der A10 wegen der Tunnelsanierung nach einem LKW-Brand traf zum Glück nur die Fahrtrichtung Salzburg.
Unser Übernachtungsziel war Lesce in Slowenien. Dort gibt es nur wenige Meter neben der Autobahn ein Gewerbegebiet mit mehreren Supermärkten und einem riesigen ADMIRAL Casino, das bei unserer Ankunft um 23.30 Uhr noch gut besucht war.
Uns hat es nicht gestört, Parkplatz einer Pizzeria in Anspruch genommen, noch was getrunken und ab ins Bett.


Das Abendessen ist bei uns traditionell am Anfahrtstag Weißwürste mit Bretzn und süßem Senf, für den Sohn ein paar Wiener.
Da es auf der A8 München-Salzburg mehr zäh als fließend ging, vermutlich hatte wieder mal ein älterer Herr kurz vor Piding etwas hektisch gebremst, wir kennen es, haben wir kurzerhand die Schlange am Chiemsee verlassen und das Abendessen zu uns genommen.
Leider hat sich die Schlange nicht beeindrucken lassen und es ging so bis Walserberg weiter.
Der morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, wir nahmen unser Frühstück ein und machten uns auf den Weg.
Zwischen Unec und der Abfahrt Adelsberg legte sich ein älteres Wohnmobil auf die Seite, die Insassen bleiben augenscheinlich unverletzt und stiegen über die Seitenfenster und Dachluken ein, um letzte Habseligkeiten aus dem Wohnmobil zu retten. Uns kostete es eine knappe Stunde, bis wir im Stop-ans-Go-Verkehr die Unfallstelle passieren konnte. 3 km weiter wäre uns es wurscht gewesen...
Unser Tagesziel hieß Stellplatz Skver in Senj.




Vorher noch kurz beim nagelneuen Lidl Senj einkaufen, da wir für unterwegs nur wenig mitnehmen.
2 Tankstellen wurden in der App angezeigt, Eurodiesel 1,66. Wie schon im anderen Strang beschrieben, alle normalen Zapfhähne waren blockiert, die "Ultimate" für knapp 1,90 waren frei. Auf Rückfrage kam "Dieseltank leer". Warum glaube ich ihm nicht?
Tags drauf habe ich an der INA gegenüber dem Platz beobachtet, wo die Einheimischen tanken, da hat es dann auch für uns funktioniert.
Die Fahrt ans ligurische Meer Ostern fiel in die sanften Preiserhöhungen, die wir unserem grenzdebilen Diktator in den USA zu verdanken haben.
Den üblichen gut 10 ltr. Verbrauch versuchte ich durch Reduzierung des Tempomaten von 105 auf 92 kmh zu begegnen. Was sich nicht nur in 8,5 ltr. Verbrauch äußerte, sondern auch in einer völlig neuen Dimension der Entspannung beim Fahren, da Überholvorgänge und damit Spurwechsel sehr selten wurden. Fortan sollte das mein neuer Fahrstil werden, 2 Fliegen mit einer Klappe.
Wir kamen wieder mit 8,6 ltr. zurecht, für ein Fahrzeug mit der Front einer PKW-Garage und 3,5 to. recht passabel.
Der Skver ist eigentlich ein genialer Stellplatz. Da er sehr lang ist, aber nur 2 Reihen hat, können viele Fahrzeuge in der ersten Reihe stehen und den Blick auf Südspitze von Krk geniessen. Saubere Sanitäranlagen und ein tolles Lokal direkt am Meer runden den Eindruck ab.
Die Kosten betrugen 32,50 Euro inkl. Kind, 25 Euro für 2 Pers.

Weiter ging es mit Blick auf Krk, man sieht Baska, vorbei an Goli Otok mit bekanntlich unrühmlicher Vergangenheit.


Auf dem Weg Richtung Süden gönnten wir uns eine Pause in Karlobag mit Espresso und Blick auf die Westküste von Pag. Pfingsten war es wohl geschuldet, dass die kurvenreiche Strecke von vielen Motorradfahrern genutzt wurde.


Diese Strecke von Senj nach Starigrad und nochmal nach Omis bis Markarska zählen für mich zu den schönsten Abschnitten der Magistrale. Es ist zwar sehr kurvenreich, meist windig, aber die Aussicht auf die Inseln und das blaue Meer entschädigt auf jeden Fall.


Für meinen Geschmack ist Murter eines der schönsten Inseln vor der Küste. Nicht zu groß, nicht zu klein, sehr hügelig, umgeben von zahlreichen kleineren grünen Inselchen kommt bei mir ein Stück Karibikfeeling auf, ein bisschen wie auf den Bahamas :)
Aus unserer letzten Tour auf der Magistrale hatte ich den Area Sosta Camper Parking Plaza Slanica, früher mal "Kamp Odmorište", im Kopf. An der Westküste in der Nähe von Murter Stadt gelegen, direkt vor dem CP Slanica.
Der Platz ist eigen. Damals fuhren wir einfach auf die Wiese, auf der der Eigentümer an einer Platte für Waschbecken hantierte. Er meinte "Welcome", ich "was kostet die Nacht?", er "fifteen".



Die 15 EUro sind geblieben (fast nicht zu glauben!), dafür steht man auf einer ungemähten Wiese in der Größe eines Fussballfeldes mit 3 anderen Fahrzeugen. Privatsphäre!
Wasser gibt es hier und da per über der Erde gelegten PE-Rohre, Strom gibt es auch hier und da, wir brauchen ihn nicht dank Solar.
Mitten drin stehen 2 Hüttchen mit jeweils 2 Toiletten, sauber und abschließbar. Dazwischen ein Plateau mit einer Freiluftdusche. Freiluft heißt, wer auf die Pflege ALLER Körperteile wert legt, steht da, wie Gott ihn schuf, zum Wohlgefallen der restlichen Menschheit oder auch nicht.
Hier noch ein Bild aus 2022, Wetter war da jedenfalls nicht so schön.



Wir blieben 2 Nächte. Tagsüber haben wir uns Murter angesehen, haben die Gegend genossen und natürlich den Espresso im Hafen (für den Jüngsten eine Cedevita!). Vor dem Platz ist eine gepflegte Bucht mit Kiesstrand. Das erste mal wagte ich mich ins Meer. Frisch, aber nach wenigen Minuten aushaltbar.
Die Strandbar hatte leider noch geschlossen.

Tags drauf ging es weiter.


Wir fuhren über Sibenik die Landstraße nach Trogir über die Serpentinen runter mit dem genialen Ausblick auf Ciovo und Drevenik. Vorbei an den Kastelas und ins Getümmel des Großstadtverkehrs von Split.



Unser Ziel war der CP Stobrec im gleichnamigen Ort, paar km südlich von Split. Es gibt relativ wenig Steh-Möglichkeiten, angeblich ein Stellplatz direkt in der Innenstadt, aber für mehr als eine Übernachtung sind die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes für uns doch wichtig.
Die sollten wir dort haben.
Der Platz war gut gebucht, sollte unsere spontane Anfahrt ein Problem darstellen? Uns wurde ein ACSI-Platz zugeteilt, da wären wir bestimmt 1,50 in den Fahrweg gestanden. Nicht jeder an der Rezeption kann sich offensichtlich 7,50 m Länge vorstellen. Auch der zweite Versuch scheiterte an einem großen Baum, der mitten auf der Parzelle stand. Zusätzlich wurde streng nach ACSI und Nicht-ACSI unterschieden, da konnte eine 50 cm Hecke entscheiden.
Und dann der richtige, groß, strategisch gut gelegen, unter großen Bäumen für ein wenig Schatten und ACSI.
38 Euro wurden für die Nacht fällig (immer mit Kind), 27 Euro + Taxe + Kind. Und das war es wert.
Ich habe selten so einen gepflegten Platz gesehen. Er glich mehr einem Kurpark, alles fein säuberliche Wege, saubere Stellflächen, unendlich viel Grün, kein Grashalm, wo er nicht hingehört, vieles am blühen. Das Herz des deutschen Gartenliebhabers schlug höher.
Dazu vorbildliche Sanitäranlagen, ausreichend in der Anzahl, eher Hotelniveau.
Der riesige Strand, fein gekiest, ein großer beheizter Pool. Restaurant, Spielplatz. Wirklich super.





Am kommenden Tag stand natürlich Split an. Mehrfach vorbei gefahren, aber nie in der Stadt gewesen.
Die Buslinie 25 ist nur wenige Meter neben dem CP. In 20 Minuten ist man direkt neben dem Diokletianspalast.
Menschenmassen ist nicht so meins. Aber da musste ich durch. Beeindruckend, was der alte Dio da auf die Beine gestellt hatte.
Wir verschaffen uns immer gerne einen Überblick über die besuchte Stadt mit den Touristenbähnchen. Nichts ist so effektiv wie diese.
Alternativ standen TukTuks bereits, kleine Piaggios Ape mit Rücksitzen für 4 Personen. 100 Euro für eine Stunde um an einen Strand Sundowner-Bildchen zu knipsen war uns zu teuer. Als rein in das Bähnchen für 15 Euros.
Vorbei an Titos Villa, Villa Dalmacija, rein in den Marjan Park mit wunderbarer Aussicht auf die Umgebung von Split mit dem Kozjak-Höhenzug. Eine Rundfahrt in der Stadt mit Erläuterungen gaben uns einen guten Eindruck. Fürs Kind war das Stadion Poljud von Hajduk Split jedenfalls das Highlight.









Stobrec selbst ist im Gegensatz eher unspektakulär. Eine kleine Flaniermeile mit dem obligatorischen Eis in der Hand rundete den Abend ab.
Obwohl wir nicht mal die Hälfte unserer 15 Tage-Tour absolviert hatten, war hier unser südlichster Punkt.
Ich wollte es auf dem nördlichen Weg ruhiger angehen lassen, da die Anfahrt schon recht zügig war. Glücklicherweise ist unser Jungcamper recht pflegeleicht. Er sitzt hinten drin, die Vorhänge auf, die Kopfhörer auf den Ohren, spannende Geschichten und raus schauen. Damit schafft er tatsächlich viele Stunden, ohne groß zu murren, vorausgesetzt, es gibt genug zu trinken und hin und wieder was Süßes.
Ich blätterte nochmal in den Beschreibungen der Plätze und stellte fest, dass meine Wahl, der Amadria Park Sibenik, wohl ein wenig geschummelt hatte. Die Wellnesswelt gehörte zum Nachbarhotel gegen Eintritt. Und mit der Reinlichkeit nehmen sie es wohl auch nicht so genau. Außen herum ist tote Hose. Da werde ich umplanen.
Jetzt ging es erstmal die Küste zurück an den Kastelas und Trogir vorbei die Küste entlang nach Primosten.
Die einzigartige Lage der Altstadt auf der Halbinsel erinnert an Rovinj.
Zu meinem Wohlgefallen war fast nichts los, die Sonne bretterte unerbärmlich aufs Pflaster, der Schweiß rann die Stirn herab, trotzdem musste der Hügel mit der Kirche St. Georg erklommen werden.
Die grandiose Aussicht entschädigte für alles.





Auch wenn es für den Betroffenen nur von untergeordneter Bedeutung ist, aber hier ist die Endlagerung schon ein Träumchen, oder?


Weiter ging es an Sibenik (da waren wir auf der letzten Tour intensiv) vorbei, dem obligatorischen Einkauf im Supermarkt und dann nach Drage.
Ich habe mir den CP Oaza Mira ausgesucht.
Völlig unkompliziert hieß es an der Rezeption, sucht Euch eine Platz aus, ist alles ACSI. Der nette Herr vom Stobrec sollte hier mal Praktikum machen!
Der Platz ist eine eigentümliche Mischung aus altem Sozen-Charme und den allgegenwärtigen Mobilhomes mit Blinki-Blinki und großer Terrasse Richtung Meer, direkt oben auf dem Hügel, gottgleich mit Blick bis Nordafrika.
Obwohl das Gelände stark hügelig ist und es runter zum Meer einige Meter sind, ist das Stellplatzgelände terassenförmig mit Kies und Stützmäuerchen angelegt, zig brettl-ebene Flächen unter Bäumen stehen zur Verfügung. Es waren noch einige frei, wir wählten die Mitte, strategisch günstig zwischen Sanitärgebäude und Meer.
Als Besonderheit steht für die Wassernixen neben dem Kiesstrand ein beheiztes (!) Meerwasser-Hallenbad mit 25 Meter Becken zur Verfügung, davor eine riesige Sonnenterrasse. Sowas habe ich noch nie gesehen.
Das Sanitärgebäude ist sehr futuristisch kreisrund und sehr offen. Man kann eigentlich komplett durchsehen. Eine Dame auf einer CP-Bewertungsplattform regte sich tatsächlich darüber auf, dass sie nirgends ungesehen ihrer Morgentoilette vor dem Spiegel nachgehen könne!
Die Lage unter den riesigen Bäumen erweist sich als sehr vorteilhaft. Die Tagestemperaturen erreichen seit Tagen um die 33-35 Grad, länger in der Sonne aufhalten ist mir unangenehm, außerdem nicht gut für meinen Astral-Teint.
Daher genieße ich den Dauerschatten bei einem lauen Lüftchen vom Meer. Heute Nacht waren es schlappe 23 Grad früh um 4. Da hilft nur Lüftung und Gebläse.



Die Kroaten haben den Kies entdeckt! Es fällt auf, dass jede noch so abgelegene Bucht mit Kies zugeschüttet wird. Tatsächlich schaut es aus der Entfernung fast ein bisschen wie in der Karibik aus, da das Wasser hellblau schimmert. Dennoch gefallen mir die Felsen mit dem glasklaren Wasser besser.
Hier wird der Strand am CP Oaza Mira mit Kies belegt.


Nach einigen Abenden mit Grillsachen (u.a. mein Leibgericht, Cavaps mit groben Zwiebeln und Ajvar ljuti, dazu Weißbrot und eine Schüssel Bauernsalat) waren wir gestern essen am Hafen Drage, ich hatte eine leckere Pizza, meine Frau Lignje na zaru und Mangoldkartoffel. Mit einer Pizza Hawaii für den Sohnemann und Getränken 53 Euro, kein Schnapper, aber im Hotel de Paris in Monaco wars teurer :)
Heute gibt's selbstgekochtes Meeresfrüchterisotto und einen Tomatensalat, ein Vorteil, wenn die Frau gelernte Köchin ist.
Bis dahin wird gefaulenzt, Meer, Hallenbad und im Schatten im Liegestuhl.

Stay tuned!
Demnächst hier exklusiv der zweite Teil unserer Reise.
 
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Reaktionen auf meine Beiträge: burki

burki

Administrator
Mitarbeiter
Wow, bin beeindruckt von deiner Mobilität, die nun mal so eine Schrankwand (im cw - Wert!) mit sich bringt und man dennoch Sparpotential heraus holen kann :)
Freiluft heißt, wer auf die Pflege ALLER Körperteile wert legt, steht da, wie Gott ihn schuf, zum Wohlgefallen der restlichen Menschheit oder auch nicht.
ha ha, die Bilder kannst ja nachlegen :lach:

Dein Bericht macht Spaß auf den nächsten Teil :zustimm:
burki
 
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