Drohnen / Multikopter an Land und auf dem Boot

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Marius

Guest
#1
Hallo zusammen, in einem anderen Strang hat @snowflake angemerkt, dass Drohnen / Multikopter beim Bootfahren heikel sind bzw. überhaupt das Fliegen über Wasser.
Geht es da nur um den Absturzfall (klar ist das blöder als an Land) oder gibt es etwa noch andere Gründe, die dagegen sprechen, coole Aufnahmen während der Bootsfahrt zu machen?

Ich frage, weil ich mir im Frühjahr genau für diesen Zweck eine DJI Mavic zulegen möchte und bitte euch um eure Erfahrungen und Gedanken dazu.
 

claus-juergen

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#2
hallo Marius,

was das Fliegen von Drohnen angeht, ist doch vor allem wichtig, die rechtlichen Voraussetzungen zu wissen. In Austria braucht man glaublich eine kostenpflichtige Genehmigung. Wie verhält es sich diesbezüglich in Kroatien?

grüsse

jürgen
 

snowflake

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#3
Ich bin seit ein paar Jahren aktiver Drohnenpilot.
Daher kann ich da ganz gut weiter helfen.

Generell gilt:
Die optischen und akustischen Sensoren bekommen von Wasseroberflächen falsche Signale.
Das sorgt dafür, dass andere Sensoren versuchen, das zu korrigieren, was zu unkontrolliertem Verhalten der Drohne führen kann.
Daraus resultieren Flyaways oder Abstürze, die über Wasser den Totalverlust bedeuten.

Die modernen Multikopter verfügen über "RTH" (Return to home), also eine automatische Rückkehrfunktion.
Auf dem freien Feld ist das super, da bei Kontrollverlust oder Verbindungsabriss, der Kopter wieder zum Ausgangspunkt zurück kommt.
Funktion:
Kopter steigt auf vordefinierte Höhe, fliegt in gerader Linie zum Startpunkt und landet dort mit bis zu ca. 2 m Toleranz.
Bäume und Hochspannungsleitungen sind da aber bereits kritisch!
Und auf dem Boot?
Wo wurde die Drohne gestartet? Dort ist der Rückkehrpunkt im Notfall.
Befindet sich das Boot dann noch dort? Muss die Drohne den Mast umfliegen?

Und auch bei manueller Rückkehr sollte man einiges auf dem Boot beachten:
Wie stark ist der Wind?
Welche Windrichtung liegt vor?
Wie schnell fährt das Boot?
Gibt es auf dem Boot Hindernisse? Z.B. Masten und Seile.
Kann ich die Drohne gefahrlos im Flug fangen?

Achja:
Das Fliegen von Multikoptern unterliegt etlichen Gesetzen. Und die muss man kennen!
Österreich langt den Multikopterpiloten zudem ordentlich in die Tasche!

Kopterforum.de und das Splitterforum Kopterforum.at sind da sehr hilfreich!
Das AT-Forum ist mir lieber. Es ist trotz der Endung hauptsächlich im deutschen Raum.

Gruß
Michael

... der mal wieder Romane verfasst ...
 

snowflake

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#4
Die Gesetze und Regelungen auf dem Balkan sind den deutschen und österreichischen sehr ähnlich.
Aber es interessiert niemanden, solange man keinen Blödsinn macht!
Im Gegenteil:
In Mali Losinj direkt am Hafen ein Dach mit der Drohne inspiziert. Auf Weisung des dort wohnhaften Polizisten.
In D hätte ich gegen 3 Gesetze verstoßen!

Gruß
Michael
 

Fotopaar63

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#5
Hallo,

was das Fliegen von Drohnen angeht, ist doch vor allem wichtig, die rechtlichen Voraussetzungen zu wissen.
Hier sind die rechtlichen Vorschriften für Kroatien gut beschrieben (Stand 2018). Aber da hält sich eh kaum jemand dran: Drohnen Gesetze Kroatien

Geht es da nur um den Absturzfall (klar ist das blöder als an Land) oder gibt es etwa noch andere Gründe, die dagegen sprechen, coole Aufnahmen während der Bootsfahrt zu machen?
Meiner Meinung nach ist es der Drohne egal, ob sie über Wasser oder Land fliegt. Die Dji Mavic hat eh eine RTH Funktion, die sich auf den Standort der Fernbedienung einstellen lässt. Allerdings dürfte die Landung auf einem fahrenden Boot einiges an Übung voraussetzen. Starten vom Boot ist eh kein Problem ... sozusagen und tschüß .....

Was mit der Phantom 2 möglich war, sollte für die Mavic ein Kinderspiel sein;): Drohne von Boot starten
 
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Andy155

Guest
#6
Etwas zu den Regelungen in Kroatien kann man hier nachlesen:

https://my-road.de/drohnen-gesetze-in-kroatien/

Keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Risiken, die es birgt, sind mir durchaus bewußt. Aber weil die Drohne ins Meer stürzen kann oder es gesetzliche Regelungen gibt, schlag ich mir den Gedanken nicht gleich wieder aus dem Kopf

Ich will nur keinen Schrott kaufen, der mehr verspricht, als er erfüllt. Dann lieber eine wirklich billige, die den ganzen Sensoren-Schnickschnack nicht hat und ins Meer gestürzt kein großer Verlust ist. Zum üben vielleicht aber nicht die schlechteste Entscheidung.

Die dji‘s von Mavic sind das obere Segment, es gibt verschiedene Modelle in Preisspannen von etwa 500€ - 1700€. Die im Meer zu versenken, wäre wirklich schmerzhaft. Eine billige für 100€ ist oft zu leicht, dadurch zu windanfällig. Die Kamera kommt selten über 2MP bzw. 720P hinaus. Weiterhin ist die Akkulaufzeit ein Merkmal. Billige sind meist mit etwa 12min angegeben, in der Realität sind es dann noch weniger. Das ist wie beim Spritverbrauch von Autos, der auch in der Realität nicht wie angegeben erreicht wird.
 
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Marius

Guest
#7
Naja, man muss ja nicht bei voller Fahrt am Boot landen, sondern man haelt halt einfach, um die Drohne zu landen. Also, ich kann jetzt nur von der Mavic reden, was ich da an Wendigkeit und Stabilitaet gesehen habe, wuerde es mich extrem wundern, wenn die mal einfach so ins Wasser faellt, aber es stimmt, der Risikofaktor ist wie so oft der Mensch selbst, indem er zum Beispiel gegen Aufbauten am Boot lenkt und das Ding sich dann halt dann irgendwohin purzelt.
Gesetzliche Regelungen zu Drohnen werde ich erfuellen, sofern das nicht zu viele Umstaende macht. :)
 

snowflake

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#8
Die Mavic Pro gehört zu den aktuell wirklich guten Koptern!
DJI ist zwar nicht günstig und nervt manchmal mit seltsamen Flugverbotszonen, hat aber das umfangreichste Sortiment vom Spielzeug bis zu professionellen Filmdrohnen.
Beispiel Mali Losinj nochmal:
Dort kann man DJI Drohnen nicht starten, da der kleine Flugplatz zu nah ist. (Restricted Area)
Mit meinen "Billigteilen" kein Problem.

Das Landen auf beengter Fläche erfordert Übung.
Am besten dann auch zu zweit, damit sich einer aufs steuern und der andere aufs fangen konzentrieren kann.
Und die Anti-Kollisions-Systeme vor der Landung deaktivieren! :D

Gesetzliche Regelungen? Die gibts auch in Kroatien. Sollte man wenigstens mal gelesen haben. ;)

Gruß
Michael
 

Fotopaar63

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#9
Ich will nur keinen Schrott kaufen, der mehr verspricht, als er erfüllt. Dann lieber eine wirklich billige, die den ganzen Sensoren-Schnickschnack nicht hat und ins Meer gestürzt kein großer Verlust ist. Zum üben vielleicht aber nicht die schlechteste Entscheidung.
So sehe ich das auch. Meine gebraucht erworbene Phantom 1 hat sich am goldenen Horn auf Brac im Meer verabschiedet. Konnte ich zwar bergen, aber fliegt nicht mehr ... Schlimmer als diesen Verlust empfand ich, dass der Film nicht mehr zu retten war. Aber bei den neuen Copter-Generationen muss man sich schon wirklich anstrengen oder irgendwelche Hinweise auf dem Tablet mißachten, damit die irgendwo abstürtzen. Die Phantom 4 haben wir über etliche Kilometer aus dem Auto raus gesteuert und die wusste immer, wo wir sind.:)
 
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#10
Ich habe zwar keine Ahnung von Drohnen, verstehe aber was vom Bootfahren. Deshalb erlaube ich mir, hier auch meinen Senf dazu zu geben. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Landung nur mit einem Ungenauigkeitsfaktor von rund 2 Meter möglich, da macht man halt dann zwei Schritte und fängt sie ab (so stell ich mir das vor). Das schwankende Rigg beim fahrenden Boot müsste aber eine Gefahrenquelle sein, denn die Wanten und auch Achter- und Vorstag sind ja nur jeweils ein paar Meter voneinander entfernt. Und, selbst wenn es einem gelingt, die Drohne zum Beispiel auf das Vorschiff zu steuern, dann müsste man vielleicht immer noch zwei schnelle Schritte dorthin machen - aber auf einem Boot sollte man immer achten wo man hinsteigt, das geschieht dann vielleicht nicht und man liegt auf der Nase. Am Ankerplatz wäre das sicher was anderes. Wenn es eine einsame Bucht ist kann man da wahrscheinlich sehr schöne Aufnahmen machen und stören würde es sicher auch Niemanden. Ich würde mich freuen, wenn ich einmal bei einem Törn Jemand mit Drohne dabei hätte, denn vielleicht lege ich mir auch einmal eine zu...
:cool:
 

snowflake

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#12
Wenn alles gut läuft, bin ich dieses Jahr hoffentlich wieder zwei Mal in Mali Losinj.
Wer dort oder in einer von dort gut erreichbaren Region ist, darf mal meine "immer dabei Drohnen" testen.
Das sind hauptsächlich meine Zerotech Dobbys, aber gelegentlich auch billigere Kopien davon.

Die Dobbys sind so groß wie ein durchschnittliches Smartphone und liefern ohne Gimbal dennoch ganz ordentliche Ergebnisse.
DJI liefert meist bessere Ergebnisse, kostet aber auch dementsprechend deutlich mehr. Und die meisten sind wesentlich größer.

Für die Angsthasen gibt es die "Splash Drone". Wasserdicht, schwimmfähig und kann aus dem Wasser starten. ;) Der Preis ist :eek:

Gruß
Michael
 

snowflake

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#14
Eine kardanische Aufhängung!

Oder:
Die Kamera ist in einem Gestell fixiert, das sich mindestens horizontal und vertikal automatisch ausrichtet, wenn das gesamte Objekt (Drohne) sich bewegt.
Man kann das Objekt also nach oben, unten, links und rechts bewegen und die Kamera bleibt auf ihr Ziel fixiert.
Wenn man das z.B. bei einem Handgimbal und einem eingespannten Smartphone in natura beobachtet, wirkt das Anfangs echt krass!
Diese Handgimbals gibt es auch für Systemkameras! Perfekt für ruhige Aufnahmen auf rauer See!

Diese Technik wird bei allen wichtigen Filmaufnahmen sehr gerne verwendet, um keine Wackler ins Bild zu bekommen.

Gruß
Michael

Edit: Frühere Navigationsinstrumente für die Seefahrt oder die Fliegerei waren ebenfalls kardanisch gelagert. Z.B. der Kompass!
 
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#15
Danke für die Erklärung...ich habe ja so was ähnliches von meinen Söhnen zu Weihnachten bekommen für meine Videokamera, wusste nur nicht wie es heißt. Am Karton steht "Camera Stabilizer". Muss erst lernen, damit umzugehen.
 

snowflake

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#16
Hi Christian,

diese Handgimbals sind eine wirklich feine Sache!
Wenn Du dich, nach einer gründlichen Einarbeitung, mal daran gewöhnt hast, willst Du es garantiert nicht mehr missen!
Extrem sanfte Schwenks und perfekte Bildstabilisierung auch beim Stolpern, sorgen für ein tolles Video.
Auf dem Segelboot garantiere ich für traumhaft schöne Filme, ohne Verwackler oder ruppige Schwenks!
Da birgt eher das rollende oder schwankende Deck bei den Betrachtern für Ungemach. ;)

Pro Tipp:
Immer die Anleitung parat halten! Ich schreibe aus Erfahrung!

Gruß
Michael

Mast und Schotbruch, ihr verrückten Hunde! :D
 
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#17
Oh, danke, das freut mich. Es war zwar keine Anleitung dabei, aber ich habe mir schon Tutorials auf YouTube angesehen und erste Versuche gemacht. Freu mich schon, wenn ich das erstmals auf dem Boot ausprobieren kann. Man muss halt sehen, wie man die Gewichte montiert damit die beste Wirkung erzielt wird.:photogenic:
 
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Andy155

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#18
Ich kann nun etwas berichten. Ich habe mir gestern bei Conrad für 99€ eine kleine Drohne zum üben gekauft. Zu mehr taugt sie wahrscheinlich nicht. Ich erwarte aber auch nicht mehr.

Ein paar Daten: Steuerbar mittels Fernsteuerung oder Handy, Kameradarstellung auf dem Handy. Altitude Hold Funktion, Follow Me Funktion, Headles Mode (rechts/links und vor/zurück bleibt am Steuerkreuz immer gleich, egal in welche Richtung sie fliegt, erspart das Umdenken im Kopf), GPS,
Return to Home, Kamerawinkel einstellbar, Signalreichweite 70-80m, WLAN 30m, 1280x720 Pixel, Flugzeit 6min.
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Heute habe ich den ersten Test gemacht. Vorweg gesagt, es war sehr windig.

Zuerst das Positive. Sie ist nicht verloren gegangen und sie ist nicht kaputt. Die Steuerbefehle habe ich verstanden. Starten und abheben vom Boden sind ein Kinderspiel.

Das Negative. Eine willkürliche Steuerung in der Luft ist, zumindest bei Wind, kaum möglich. Es ist mir nicht gelungen, sie ein Stück von mir weg fliegen zu lassen um sie dann vor meinen Füßen wieder landen zu lassen. Stattdessen mußte ich mehrere längere Fußmärsche über den Acker in Kauf nehmen, um sie zurück zu holen. Wenn das Gras zu hoch ist, hat man dann u.U. schon das Problem, sie überhaupt wieder zu finden. Auch die Return To Home Funktion konnte das nicht. Wenn es windstill ist, starte ich den nächsten Versuch. Jedenfalls erscheint mir bei Wind das Starten und Landen auf einem Boot damit unmöglich. Allein Wasser nur in der Nähe hätte heute wohl schon zum Verlust geführt.

Die Kamera ist, auf deutsch gesagt, unter alles S... und genügt nicht mal den Leuten, die den Anspruch nicht höher als an eine Handykamera legen. Da eine stabile Lage in der Luft nicht möglich war, werden aus schlecht aufgelösten Fotos auch noch schlecht aufgelöste verwackelte Fotos.

Wie gesagt, ich gebe die Hoffnung nicht auf, vielleicht ist bei Windstille mehr rauszuholen. Aber momentan lautet das Fazit:

Es ist nicht mehr als ein Spielzeug.

Foto am Boden liegend:

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Foto in der Luft:

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Die Videoaufnahmen sind in selbiger Qualität.
 

snowflake

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#19
Hallo Andi,

zum üben ist die Kleine ideal!
Der Headless Mode ist ein Gimmick, das Du ignorieren musst! Sonst versaust Du dir die nötigen Grundkenntnisse!
Die Prop-Guards sind bei Wind fast wie Segel. Also ausserhalb der Wohnung, weg damit!

Dass die Bildqualität mau ist, ist in dem Preissegment normal. Für ein paar nette Erinnerungen reichts aber.

Grüßle
Michael
 
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