die Ruine Kozljak am Fuß des Ucka Gebirges

claus-juergen

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Landkreis Augsburg und Liznjan/Istrien
#1
Obwohl ich seit mehr als zwei Jahrzehnten die Halbinsel Istrien erkunde habe ich eine Weile gebraucht, bis ich endlich den genauen Standort der Ruine Kozljak fand. Das war gar nicht so einfach weil die nun mal nirgendwo angeschrieben ist und Einheimische mir den Weg nicht genau beschreiben konnten oder ich die Erklärung mangels Sprachkenntnissen nicht verstand. Letztendlich hat es im Vorjahr doch noch geklappt, so daß ich das Gemäuer in Augenschein nehmen konnte.

Wer da hin will muß an der Kapelle Sveti Kriz vorbei bis zu einem wohl gerade im Umbau befindlichen Gehöft fahren und dort das Auto abstellen. Rechts führt dann ein schmaler Weg entlang zur Burgruine.

https://www.google.de/maps/place/Burg+Waxenstein/@45.1970142,14.187894,661m/data=!3m1!1e3!4m13!1m7!3m6!1s0x476351b60b725259:0x475ba9a1f334aaa6!2sKožljak,+Kroatien!3b1!8m2!3d45.1783302!4d14.1787277!3m4!1s0x4763504c5265772d:0x75a52df6e5c94984!8m2!3d45.1946191!4d14.1923296

Versteckt im Wald steht dann dieser Wegweiser, der jedoch auch nicht auf die Ruine selbst hinweist. Die liegt jedoch am Weg und ist vom Ende der Straße aus in zehn MInuten Gehzeit zu erreichen.




"Auf den südlichen Hängen des Bergmassivs Učka erhebt sich ein steiler Felsen, auf dem sich das Kastell Kožljak befindet, neben der alten Straße, die das antike Histria und Liburnien verband; es ist die letzte in der Reihe der feudalen Festungen, die sich vom Karst, an den Hängen von Učka bis nach Ostistrien hinziehen. Es wurde an der Stelle der prähistorischen histrischen Burg errichtet, und erstmals in schriftlichen Dokumenten im Jahr 1102 erwähnt, unter den Kastellen, die Graf Ulrich II. von Weimar-Orlamunde dem Patriarchen von Aquleia schenkte.

In der ersten schriftlichen Quelle erwähnt man es unter dem kroatischen Namen Iosilach oder Giosilach, während der germanische Name dieser Burg Wachsenstein, und der slawische Kožljak oder Kožlak war. Wachsenstein bedeutete in kroatischer Sprache den Fluchtfelsen, oder einen Felsen der Zuflucht, und die Bezeichnung kožl(j)ak den Ziegengipfel. Beide Namen weisen unmissverständlich auf seine felsige und unzugängige Position hin, und die Herrscher des Kastells fügten ihren Namen auch die Bezeichnung "de Cosliaco" oder "de Wachsenstein" aus eben dem gleichen Grund hinzu.

Der natürliche Schutz, aber auch der eindrucksvolle Hintergrund von Kožljak sind die Bergmassive Učka und Ćićarija, und zum Kastell kommt man nur über eine in den bloßen Stein gehauene Treppe. An der Spitze ist der Wohnteil, umzingelt von Mauern mit zwei halbkreisförmigen Türmen, und unterhalb des Kastells befindet sich die romanische Kirche des hl. Hadrian.

Es ist interessant, dass zusammen mit dem Kastell auch das Gefängnis erhalten geblieben ist. Das Schicksal von Kožljak ähnelt vielen anderen istrischen Kastellen: zahlreiche Konflikte und viele Schulden ihrer Eigentümer sorgten für den häufigen Wechsel der Besitzer, angefangen bei den Grafen von Gorica, den Venezianern, bis zum Patriarchen von Aquileia und natürlich Österreich. Einzelne Mitglieder der Familie Barbo, die ebenfalls im 16. Jahrhundert das Kastell bewohnte, traten zum Protestantismus über, und einer der bedeutendsten Beschützer der Reformation in Istrien war gerade Franjo Barbo-Waxenstein. Er empfing prominente Prediger und Schriftsteller und half den Protestanten, aber die Kirche vertrieb sehr bald alle von ihnen und überließ sie der Inquisition."

aus http://www.istria-culture.com/de/kastell-kozljak-i44




Ein zugewachsener Weg führt zu diesem Tor. Das Haus daneben macht einen bewohnten Eindruck, auch wenn alle Fensterläden verschlossen waren.



Dahinter erkennt man bereits den Glockenturm von Sveti Hadrian, einer Kapelle, die sich unterhalb der ehemaligen Burg befindet.



Immerhin stehen noch alle vier Umfassungsmauern der Kirche.









Jetzt wird der Weg etwas abenteuerlich. Zur eigentlichen Ruine geht es hinter der Kirche auf Stufen und einem schmalen Pfad weiter nach oben.



Im Hintergrund ist der Sisol zu erkennen.



Viel steht nicht mehr von der ehemaligen Burg. Das eingefallene Gemäuer ist ziemlich zugewachsen.






Dafür hat man von dieser Stelle aus einen guten Blick über das Cepicko Polje oder den ehemaligen Cepic See. Der wurde in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts trocken gelegt. Einen Bericht dazu findet ihr hier:

https://www.adriaforum.com/kroatien...rien-der-verschwundene-see.82066/#post-873671






Vielleicht gelingt es den Verantwortlichen diese Ruine ähnlich der Burg Possert zumindest so wiederherzustellen, daß der tolle Ausblick auch von normalen Touristen genossen werden kann. Als Vorbild könnte die nicht allzu weit entfernte Burg Possert dienen.

https://www.adriaforum.com/kroatien/threads/burg-possert-und-schloß-belaj-in-istrien.82956/

jürgen
 
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