Der Salbeipfad Teil 1 + 2 + 3

xorox

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#1
Beim Fremdenverkehrsamt in Novi Vinodolski gibt es eine Wanderkarte mit 7 Tourenvorschlägen verschiedener Schwierigkeitsgrade.


Die Nummer 1, der „Pfad der Wellen“ (staza valova) beginnt in Povile und endet nach 30 km in Jadranovo. An einem schönen sonnigen Februartag wollten wir das Teilstück Novi Vinodolski - Selce erwandern. Zunächst führt der Weg als Uferpromenade an Ferienhäusern und um diese Jahreszeit geschlossenen Restaurants vorbei.

Plötzlich standen wir vor einem Zaun. Das Gelände des im Winter geschlossenen Novi Spa Resorts dehnt sich bis ans Meer aus und blockiert somit den Uferweg. Wir standen etwas ratlos herum, bis wir sahen, dass andere Spaziergänger einfach über den Zaun geklettert, über das weitläufige Resort-Gelände marschiert und auf der anderen Seite wieder herausgestiegen sind. Wir haben es ihnen nachgemacht! Nach einiger Zeit kommt man zu einem aufgelassenen Campingplatz. Das dazu gehörige leerstehende Restaurant ist wie auch fast alle an der Promenade befindlichen Straßenlaternen Vandalen zum Opfer gefallen. Ein trauriger Anblick! Weiter geht es über einen Trampelpfad durch fast unwegsamen Auwald an diversen illegalen Müllkippen vorbei, bis der Weg urplötzlich an einem Hügel voller Bauschutt endet. Den wollten wir nicht hinaufklettern und beschlossen wieder umzukehren – klassischer Satz mit X! Für uns war diese Wanderung eine ziemliche Enttäuschung, aber wir waren an der frischen Luft!

So waren wir schon etwas skeptisch inwieweit die Tourbeschreibung den Tatsachen entspricht, als wir letzte Woche die Wanderung Nummer 2 ausgesucht haben, den „Pfad des Karstes und des Salbeis“ (staza krša i kuša), der in Novi Vinodolski beginnt und nach 28 km auf dem Gebirgssattel Orljak endet. Er führt auf dem Grat eines niedrigen Gebirgskamms (Durchschnittshöhe 300 m) entlang und bietet wunderschöne Ausblicke auf das Vinodol und dahinter das Velebitgebirge und auf der anderen Seite auf die Kvarner Bucht bis hinüber nach Krk.

Wir parkten unweit von Lidl auf einem großen privaten Parkplatz. Außer unserem standen nur noch 2 Autos da, und es kam auch niemand zum Kassieren; aber es ist ja auch erst Ende Mai!

Von dort geht es über eine Brücke

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über den Bach Ričina,

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an einem aufgelassenen Fabrikgebäude vorbei, immer bergauf, bis man zu ein paar Häusern kommt. Hier trifft man auf eine Teerstraße und nach ein paar Metern sieht man auf dem Bürgersteig eine rot-weiß-rote Markierung mit der Ziffer 2 und einen verwitterten gelben Pfeil nach rechts. Hier geht der Wanderweg los, zunächst als überwucherter Trampelpfad,

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und wären wir nicht auf die nächste Markierung gestoßen,
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hätten wir stark bezweifelt, ob wir wirklich auf dem Salbeipfad sind. Offensichtlich sind ihn dieses Jahr noch nicht viele Leute gegangen.

Dann wird es karstiger und man kann ins Vinodol (Weintal) hinunterschauen.


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Blick auf Bribir
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Im Hintergrund das Velebitgebirge DSC03501.JPG


Es geht stetig bergauf, bis man auf einer Höhe von ungefähr 200 m auf dem Kamm ist und auch auf die Kvarner Bucht hinunter sieht. Leider war es sehr dunstig, so dass man Vrbnik nur unscharf sieht.

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xorox

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#2
Der Salbeipfad hat seinen Namen völlig zu Recht. So große Salbeibüsche haben wir selten gesehen, und der Duft ist wirklich betäubend.

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Nur schade, dass wir die Salbeiblüte nicht mehr erlebt haben. Anfang Mai, wenn der Salbei noch blüht, muss es noch viel schöner sein. Aber es blüht ja auch noch vieles andere in der gar nicht so kargen Karstlandschaft.

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Und überall duftet es auch nach Vrijesak (Bergbohnenkraut), das man übrigens nicht nur für Bohnengerichte sondern gut als Thymianersatz verwenden kann.

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claus-juergen

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#3
hallo xorox,

vielen Dank für diesen Wanderbericht von dir, zeigt er uns doch, daß auch an der Küste nicht nur das Meer der Erholung dient. Meine Wandergebiete sind zwar überwiegend Istrien, der Ucka und das Cicarija-Gebirge, aber wer weis, vielleicht komme ich auch mal wieder in deine Gegend.

grüsse

jürgen
 

xorox

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#7
Nachdem aus unerklärlichen Gründen Teil 3 meines Posts "Der Salbeipfad" im Bermuda-Dreieck verschwunden ist, stelle ich ihn hier nochmals ein:

Der Salbeipfad Teil 3

Als Umkehrpunkt hatten wir uns eigentlich die Wallfahrtskirche Sveti Juraj oberhalb des Dorfes Sveti Mikula gesetzt,
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aber mein Knie streikte, und es wurde viel zu heiß. Also kehrten wir, schon in Sichtweite der Kirche, um.



Unsere Tipps für den Salbeipfad:
  • Die beste Zeit ist während der Salbeiblüte. Dieses Jahr war sie relativ früh, Ende April – Anfang Mai.
  • Man sollte früher als wir losgehen, um nicht in die Mittagshitze zu kommen; denn der Weg ist, zumindest in dem Abschnitt, den wir gegangen sind, schattenlos.
  • Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich, Wanderstöcke hilfreich, da die Auf- und Abstiege über Geröll gehen.
  • Man sollte lange Hosen tragen und gegen Zecken geimpft sein. Mein Mann hat mir unterwegs zwei Zecken vom T-Shirt gepflückt.

Blick hinunter nach Novi Vinodolski - im Hintergrund das Velebit-Gebirge

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Gegen 13 Uhr waren wir wieder am Auto. Zeit zum Mittagessen! Wir fuhren ins Vinodol, am Weingut Pavlomir vorbei zur Konoba Studec.

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Das Tris Filea (Hühner-, Schweine- und Rinderfilet) mit Pommes Frites,

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und auch das mit Schinken, Frischkäse und getrockneten Feigen gefüllte Schweinefilet an Gemüse vom Rost

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schmeckten hervorragend, und dazu gab es als Hauswein einen Žlahtina vom Weingut.
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Obwohl wir eigentlich schon satt waren, konnten wir den Dessertvorschlägen der netten Bedienung nicht widerstehen. Wer kann schon bei Panna Cotta an frischen Beeren

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und einem lauwarmen Schokoladekuchen an Vanilleeis

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nein sagen? Als wir der Bedienung sagten wir wären zum ersten aber sicher nicht zum letzten Mal da gewesen, bekamen wir auch noch ein Schnapserl aufs Haus.

Nachdem wir ja alle paar Wochen nach Novi Vinodolski zum Großeinkauf fahren, werden wir sicher das eine oder andere Mal auch wieder dort einkehren.



 
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Heiko705

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#8
Danke für den sehr interessanten Wanderbericht! Wenn wir mal wieder in der Gegend sind...
 

teleskopix

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#10
Hallo Sonja,

danke für den schönen Wanderbericht. Wenn du den zur Salbeiblüte machst, dann summt es dort deutlich.

Aber keine Angst, die Mädels haben nur Interesse am Salbei(Nektar).
 

xorox

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#11

xorox

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#13
Danke Martin für die imkerliche Aufklärung. :)

Dann müsste ss bei uns eigentlich viel Salbeihonig geben, aber auf dem Markt, wo die Imker aus dem Umland verkaufen, habe ich noch nie welchen gesehen.
Die haben Wiesenhonig (livada), Waldhonig (šuma) und Kastanienhonig (kesten), wobei ich mich da immer wieder frage, ob der von Rosskastanien oder Maroni stammt. Beide Bäume habe ich in der näheren Umgebung noch nie gesehen.

Und im Internet habe ich gesehen, dass es in Spanien auch Rosmarinhonig gibt: auch der ist mir leider noch nicht untergekommen.

LG Sonja
 

teleskopix

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#14
Hallo Sonja,
für Salbei Honig, muss Salbei angebaut werden, Wilder langt nicht. Man bekommt ihn in Cro, wo muss ich nachschauen. Leider wird von einigen Salbeiöl (2%) druntergemixt und das schmeckt imho bäh.
Und der Kastanienhonig stammt von den Maroni.
 
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Christl

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#16
Hallo Sonja,

mein Vater , Onkel, Opa waren alle Imker und sie mußten sich furchtbar aufregen, wenn solche Sorten wie Maiglöckchenhonig, Margeritenhonig, Almrauschhonig zum Beispiel am Königsee an Touristen verkauft wurden. Mein Vater erzählte von einem Händler der 38 !! Sorten anbot.
 

teleskopix

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#17
Hallo Sonja,
auf Otok Krk und Cres gibt es Imker die Salbeihonig "ernten".
Wenn möglich direkt beim Imker kaufen, an den Häusern/Gärten an dem Schild das man Honig verkauft zu erkennen.
Das Etikett genau ansehen, wenn darauf steht "abgefüllt durch" stehen lassen, das ist dann von einem Abfüllbetrieb.
Wenn die Adresse + Telefon des Imkers drauf steht, dann fragen ob Salbeiöl zugesetzt wurde, steht wenn ja auch auf dem Etikett (kleingedruckt-Lupe nötig), nicht nehmen, wenn ohne Salbeiöl -> beruhigt kaufen.
Auf Märkten auch wieder das Etikett (kleingedrucktes) genau lesen, immer wenn drauf steht "abgefüllt durch" stehen lassen.
Die Regelung was auf dem Etikett stehen muß, stammt aus Brüssel, also EU-einheitlich. Daher kann ich als deutscher Imker sagen wie es in Kroatien sein muß.
 
B

bruce

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#19
Man kann den Salbei förmlich riechen...
Die Konoba muss man sich merken!
Danke für den Wandertipp, das Bermudadreieck werd ich meiden...:D
LG
 

Sporting 505

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#20
Danke für die schöne Wandertour. Hat sehr viel Spass gemacht.:)

Auch die Info von Martin bezüglich des Honigs ist sehr hilfreich.

Wir hatten heute schon heftige Diskussionen deswegen.Wollen uns noch mit Honig eindecken bevor es wieder

nach Hause geht.

Jetzt wissen wir worauf wir achten und einkaufen sollten.
 
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