das neue Einkaufszentrum Max in Pula

claus-juergen

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#1
Es war einmal ein alter Steinbruch am Stadtrand von Pula. Hier kann man ihn gut auf der Luftaufnahme erkennen.

https://www.google.de/maps/place/Pu...2324a3a7b4e580d!8m2!3d44.8666232!4d13.8495788

Hier habe ich euch ein Video verlinkt, wo ihr sehen könnt, wie es hier bis vor gut einem Jahr noch ausgesehen hat.


Er befindet sich zwischen den Straßen Fizela und Stoja. Letztere ist vielleicht manchem noch bekannt, weil diese zum gleichnamigen Campingplatz führt. Finzela erschließt ein paar Zulieferbetriebe der Uljanik Werft und ermöglicht den Zugang zur ehemaligen Marinebasis auf der Halbinsel Musil. Die ist zwar schon seit einiger Zeit aufgegeben. Der Zugang ist jedoch für die Allgemeinheit noch immer gesperrt.

Der Steinbruch ist auch deshalb für Passanten unsichtbar gewesen, weil hier ein Hügel zwischen den beiden Straßen über lange Zeit abgebaut wurde und die Ränder stehen blieben.

Nun wird hier also ein ziemlich großes Einkaufs- und Kinozentrum namens Max gebaut. Eröffnung soll am 8.11.2018 sein. Max deshalb, weil der Name des Steinbruchs schon immer Max lautete. Mancher meint, der Name geht auf Maximilian, den Bruder von Kaiser Franz-Joseph zurück. Das liegt nahe, haben doch erst die Österreicher Pula seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom Fischerdorf zu einer Stadt mit 60.000 Einwohnern ausgebaut. Dazu wurde natürlich eine Unmenge Gestein benötigt. Teils kam es auch aus diesem wohl ältesten Steinbruch Istriens:

http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/der-römische-steinbruch-vinkuran-bei-pula.81602/

Aber schauen wir zumindest von außen mal, was hier vor sich geht.

Blick von der Straße Stoja auf die Baustelle



Die Mall, wie man so etwas auf neudeutsch nennt, soll sage und schreibe einmal 71.000 Quadratmeter auf sieben Etagen umfassen.






Die Straße Stoja wurde ausgebaut und dazu Bushaltestellen errichtet.



Der Wegweiser ist schon angebracht.



Die Kunden werden mit den Fahrzeugen hauptsächlich über diesen neuen Kreisverkehr ins Parkhaus kommen, sofern sie nicht öffentliche Verkehrsmittel nutzen.



Dieser Kreisverkehr befindet sich direkt am KuK Marinefriedhof. Wer den nicht kennt, den verweise ich auf den alten Bericht meines Freundes Huberlinger.

http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/in-und-um-pula-teil-01-der-k-u-k-marinefriedhof.52240

Rechts befindet sich der Marinefriedhof. Links gehts zu Max und hinter mir befindet sich das öffentliche Bad in der Bucht Zelenika.



Da gehts rein ins Center bzw. ins Parkhaus.






Sicherlich wird jetzt die Diskussion für und wider so ein gigantisches Einkaufs- und Kinocenter beginnen. Mancher frägt sich, ob das nicht eine Nummer zu groß ist und mancher sorgt sich um die kleinen Läden in und um Pula.

Ich persönlich brauche das nicht, weil ich das wenige was ich benötige überall kaufen kann. Ins Kino gehe ich eh nicht, weil eine Glotze im Wohnzimmer steht. Außerdem hasse ich Einkaufszentren.

Sehen wir es doch einfach so:

Die Investoren und finanzierenden Banken werden das Multi-Millionen-Projekt in Istriens größter Stadt sicherlich genau durchgerechnet haben bevor auch nur mit dem ersten Spatenstich begonnen wurde. Hinzu kommt, daß hier hunderte neue Arbeitsplätze geschaffen und Umsätze generiert werden, die dem kroatischen Staat dringend benötigte Steuereinnahmen bescheren.

Die Problematik des stehenden Verkehrs im Sommer bei schlechtem Wetter in Pula wird sicherlich nicht besser werden. Das andere vor zwei Jahren eröffnete kleinere Einkaufszentrum an der vierspurigen Umgehungsstraße von Pula wird es sicherlich zu spüren bekommen, daß hier nun gewaltige Konkurrenz erwächst. Auch da reichen an Nicht-Badetagen die Parkplätze heute schon nicht mehr aus. Die Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.



(Bild vom künftigen Betreiber)

In diesem Sinne warten wir ab...

jürgen
 
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Oropack

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#2
Moin moin!
Hat sich schon was bezüglich der Sperrung der Straße Pula --> AC Stoja und Gegenrichtung getan?? Laut Routenplaner (Google Maps) ist die Straße gesperrt
 

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claus-juergen

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#3
Hallo Oropack,

Vor drei Wochen war die Straße offen und neu geteert. Die Bushaltestellen waren noch nicht ganz fertig. Die Urlauber, die nach Stoja wollen können wie bisher über den Stadtteil Veruda anreisen. Die Straße entlang der Werft bis zum Marinefriedhof direkt am neuen Kreisverkehr, von wo aus das Einkaufszentrum zugänglich ist, war gesperrt, da noch im Bau. Wer also von Stoja in die Innenstadt möchte, fährt am besten an der alten Datscha Siedlung Valovine vorbei (die auf deiner Karte blau eingezeichnete Strecke) oder über Verudela am dortigen Markt vorbei.

Grüße

Jürgen
 

Oropack

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#4
Dann ist ja gut, weil mit dem Wohnwagen wird das teilweise schon knifflig!
 

Klaus

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#5
Am 8. 11. eröffnet das größte Einkaufscenter in Istrien, mit viel Tamtam und Angeboten wird das Event stattfinden.

Max City heißt der Tempel,60 Einzelhandelsgeschäfte mit internationale Ruf bieten dort ihre Waren an.



Marken der Firmen HM, Bershka, Pull & Bear, Stradivarius, Mango, Reserviert, Mohito, Sinsay, CCC, SportVision, Elipso, DMP, BIPA,sind dort vertreten.

Auf 5 Etagen findet ihr die Angebote, der Hammer ist ein Spielcenter für Kinder im Twister Fun Park auf der obersten Ebene und ein CineStar-Kino,auf der Etage wird auch für Essen und Trinken gesorgt.
Es stehen 800 Parkplätze zur Verfügung, ihr findet das Einkaufscenter in Stoja in der Nähe des Valkane Beach.





Das wichtigste erscheint mir, hier wurden ca. 500 neue Arbeitsplätze geschaffen!

Quelle: https://www.facebook.com/trgovacki.centar.max.stoja/
 

Marius

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#6
Sehr schön. Ein richtiges Einkaufszentrum hat mir in Pula bisher immer gefehlt.
 

Marius

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#7
Das liegt nahe, haben doch erst die Österreicher Pula seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom Fischerdorf zu einer Stadt mit 60.000 Einwohnern ausgebaut.
Immerhin ein „Fischerdorf“ mit einem Kolosseum, Augustustempel, Triumphbogen etc. :)
Das duerfte fuer ein richtiges Fischerdorf nicht gerade typisch sein und ich glaube kaum, dass das die Oesterreicher gebaut haben. :)

Es stimmt schon, dass Pula um 1850 herum nur etwa 1.000 Einwohner hatte, in der mehrere tausend Jahre alten Geschichte der STADT waren es aber auch schon deutlich mehr.
Also tu nicht immer so, Juergen, als haetten die Oesterreicher die ganze Stadt mal eben so aus dem Boden gestampft. :)
 

claus-juergen

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#8
hallo Marius,

irgendwie hast du einen Komplex. Was hast du als "Beute-Österreicher" ;) eigentlich gegen deine Landsleute oder die Donaumonarchie an sich? ;)

Kein Mensch bestreitet, daß das Fischerdorf Pula vor 2000 Jahren eine von den Römern gegründete Stadt war. Nach dem Untergang des Römischen Reichs blieben halt diese Ruinen übrig. In der sumpfigen Niederung an der Bucht von Pula siedelten über mehr als 1000 Jahre ein paar Fischer, die übrigens fast ausschließlich einen italienischen Dialekt sprachen bis sich die Donaumonarchie, kurz "die Österreicher" genannt, dazu entschloß, das Dorf Pola zum Kriegshafen auszubauen. Das alles ist dir doch auch bekannt.

Die ältesten Städte Deutschlands sind Trier, Kempten und Augsburg. Alle wurden von den Römern gegründet. In Trier blieb davon die Porta Nigra, in Kempten Fundamente von Thermen und in Augsburg ein paar Grundmauern und Grabstelen übrig. Ansonsten stammen 99 % der heute existierenden Bauwerke nicht von den Römern ab, sondern von Deutschen.

Was dein Begriff "aus dem Boden gestampft" angeht, finde ich den eigentlich recht passend. Es wurde innerhalb weniger Jahrzehnte eine Infrastruktur einschließlich eines Bahnanschlusses geschaffen. Das ist schon eine Leistung logistischer, technischer und finanzieller Art. Viele Bauten aus dieser Zeit stehen heute noch und werden auch genutzt. Dazu kamen ein paar aus italienischer Zeit. Wer genau hinsieht, wird jedoch erkennen, daß die Bauten, die nach 1945 errichtet wurden, qualitativ weit schlechter sind, als das was "die Österreicher" zuvor gebaut haben.

grüsse

jürgen
 
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Marius

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#9
Ich mag einfach diese kolonialistische Überheblichkeit nicht, Jürgen.
 

claus-juergen

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#10
Ich mag einfach diese kolonialistische Überheblichkeit nicht, Jürgen.
hallo Marius,

wenn ich es genau überlege, hast du recht. Die Kolonialmacht Österreich hat sich in den letzten zweihundert Jahren ein paar Dinge geleistet, die nicht ganz ok sind. Sei es, daß vor 200 Jahren mit Hilfe von Napoleon Bonaparte Salzburg und Kufstein dem armen kleinen Herzogtum Bayern entrissen und an das Habsburger Reich angegliedert wurde.

Genauso wie in Pula haben "die Österreicher" im italienischen Meran und Bozen gebaut, was das Zeug hält.

Und dann der Höhepunkt. Lassen die doch glatt zu Beginn des Ersten Weltkriegs einen Postkarten- und Plakatmaler aus Wien nach Deutschland auswandern wo er anders als in Felix Austria beim Bayerischen Heer an der Westfront Dienst schieben darf. Die Piefkes sind dann 15 Jahre später so doof und verleihen im die deutsche Staatsbürgerschaft und der lässt sich darauf gleich zum Reichskanzler wählen. Ein paar Jahre später ist Austria mit Deutschland dank der Hilfe des "Beute-Deutschen" vereint und wieder haben wir ein Beispiel für die österreichische Kolonialpolitik. Dieses Mal ist wohl Deutschland das erste Opfer, dem in den nächsten paar Jahren andere europäische Staaten folgen. :(

Ich bin ja gespannt, was "den Österreichern" noch alles in der Zukunft einfällt. ;)

grüsse an die Donau sendet dir

jürgen
 

Marius

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#11
Danke für die nochmalige Klarstellung.
Exakt diese kolonialistische Überheblichkeit mag ich nicht, Jürgen.
 

claus-juergen

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#13
hallo,

ich war letzte Woche mal im Max um dort in einem Elektroladen zwei Klimaanlagen zu kaufen. Nachsaisonpreise lohnen sich insbesondere dann, wenn man die Geräte mit nach Deutschland nehmen möchte. Hierzulande sind die wesentlich teurer.



der Übersichtsplan der Geschäfte in den drei Etagen



Parken in der Tiefgarage ist bis drei Stunden frei.



Das Gebäude an sich ist relaiv billig gebaut. Die Bodenbeläge, Treppengeländer und Treppen selbst sind einfach gehalten. Aber all den Schnickschnack in vergleichbaren EKZ muß eh letztendlich der Kunde bezahlen.






Im obersten Geschoß sind noch ein paar Läden zu vermieten. Die sind verbarrikadiert und mit Werbung zugepflastert.



Ganz oben befinden sich Futterbuden mit einer Terrasse, die den Ausblick auf den Steinbruch und in die Bucht von Pula gewährt.



Ich habe hier zwar auch etwas gegessen. Ehrlich gesagt war das Gulasch mit Salat jedoch nicht der Renner.



Im südlichen Bereich gibt es ein paar Cafes. Unterhalb tangiert das Max die Straße nach Stoja.

Insgesamt ist das Max sicherlich eine Bereicherung der Einkaufsstadt Pula. Obwohl jetzt Ende September nicht allzu viel los war, hat mir der Verkäufer des Elektroladens erzählt, daß zumindest sein Geschäft gut laufen würde.

grüsse

jürgen
 
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