Besichtigung der Festung Benkovic in Benkovac

claus-juergen

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Beim zweiten Anlauf hat es endlich geklappt. Wir waren im Herbst insgesamt drei mal in Benkovac und wollten beim ersten Besuch das revonovierte Kastell über der Stadt besichtigen. Leider war das Tor versperrt und so habe ich vor dem zweiten Besuch angerufen und einen Termin für die Besichtigung vereinbart. Die Besichtigung ist übrigens kostenlos.

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Natürlich kann man mit dem Auto bis hinauf zur Festung fahren. Am Ende ist die Straße jedoch schmal und so sind wir zu Fuß nach oben gelaufen.

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Der Weg ist nicht weit und auch nicht anstrengend.

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Parkmöglichkeiten gibt es für wenige Pkw direkt vor dem Burgtor.

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Rechts davon außerhalb der Festung befinden sich alte Steine.

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Nur manche sind wissenschaftlich bereits untersucht. Die runden im Hintergrund sind Grabsteine.

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Manche tragen lateinische Inschriften.

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Am Parkplatz gegenüber dem Kastell steht diese Tafel.

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Wir schauen uns zuerst im Burghof und auf der Burgmauer um.

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Bei unserem Besuch gehört die Festung nur uns und der Aufsichtsperson.

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Es trifft sich gut, daß die anderen beiden Besucher gerade gehen als wir kommen. Deshalb hat der junge Mann der heute hier die Aufsicht hat, Zeit uns das Gebäude und das darin befindliche Museum zu zeigen und die Exponate zu erklären.

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Die Festung wurde mit Hilfe der EU wunderbar restauriert.

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Wir genießen an diesem Tag einen tollen Blick über Benkovac und die Umgebung.

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Ein Teil der Gebäude und Gewerbebetriebe steht leer und ist vom Grün überwuchert.

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Seit dem Ende des Unabhängigkeitskrieges in den 90er Jahren lebt nur noch ein Bruchteil der einstigen Bevölkerung in der Stadt.

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Zur Burg gehört auch eine Kapelle - hier die Außenansicht.

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Solche Glockentürme sind typisch für viele kleine Kirchen in diesem Teil von Kroatien. Spart man sich doch dabei Steine und Arbeit und damit Kosten.

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Blick vom Bergfried

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Im Museum gibt es eine interaktive Karte, auf welcher man die Veränderungen der Gegend im Laufe der letzten Jahrtausende sehen kann. Die Geschichte der Besiedelung beginnt hier nicht mit den Römern vor 2000 Jahren.

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Mir gefällt es sehr gut, wie das mittels moderner Technik heutzutage visuell gestaltet werden kann.

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Die Räume in den verschiedenen Etagen behandeln jeweils einen bestimmten Zeitraum.

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Unser Führer erklärt uns alles sehr gut in englischer Sprache.

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Anhand dieser Modelle kann man sehen wie sich das Kastell im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

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Die heutige Stadt Benkovac ist erst im 19. Jahrhundert unterhalb der Festung entstanden.

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Die Region war über Jahrhunderte hinweg zwischen Venedig und den Osmanen umkämpft. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Österreich-Ungarn bis zum Ende des 1. Weltkrieges hier das Sagen.

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Das historisch bedeutsamste Ausstellungsstück ist diese dreiläufige Kanone, die in der Ruine der Festung Klicevica in der Nähe gefunden wurde. Das Geschütz hat man nach einem Entwurf von Leonardo da Vinci gebaut. Bisher ist kein zweites Exemplar gefunden worden.

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Im Anschluß an die Besichtigung der Burg waren wir in Klicevica um uns die Ruine dieser Festung anzuschauen.

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In einem Raum wird der Heimatkrieg behandelt. Bei der Besichtigung dieses Raumes hatten wir jedoch Stromausfall. Vielleicht war das gut so, weil das jüngste Kapitel der Geschichte des Landes von den Bevölkerungsgruppen kontrovers diskutiert wird.

Am Ende dieses Berichts habe ich euch noch ein paar Daten zur Stadt Benkovac. Vor dem Heimatkrieg wie die Kroaten ihn bezeichnen lebte ein Vielfaches der heutigen Bevölkerung in der Stadt und dem Umland. Heute sind es etwa 12.000 Einwohner die allerdings in insgesamt gut 35 Ortsteilen leben. Benkovac selbst hat nur etwa 3.000 Einwohner. Das sind weniger als ein Drittel wie noch zu Zeiten Jugoslawiens.

"Die Volkszählung von 2011 ergab eine Einwohnerzahl von 11.026. Davon sind 84,88 % Kroaten und 13,78 % Serben.

Vor den Jugoslawienkriegen und der Besetzung der Stadt durch serbische Kämpfer lebten im Stadtkern etwa 78 % Serben und 22 % Kroaten. Nach der Befreiung der Stadt sind fast alle serbischen Einwohner aus der Stadt geflohen.[1] Nach dem Kroatienkrieg siedelten sich viele bosnische Kroaten im Umkreis der Stadt an. Aufgrund der Rückkehr weiterer Flüchtlinge – darunter auch eine geringere Anzahl Serben – wird geschätzt, dass die Stadt inzwischen bis auf rund 12.500 Einwohner angewachsen ist.

Dem Zensus von 2011 zufolge hat die Stadt Benkovac selbst 2866 Einwohner. Die anderen leben in den 38 Dörfern, die in der weiteren Umgebung liegen"

aus Wikipedia


Wie grausam der jüngste Krieg in der Gegend wütete erzählte mir der schätzungsweise 35jährige Guide der Festung. Zu Beginn des Krieges wurde sein Großvater direkt vor dem Haus von serbischen Freischärlern erschossen. Die Kroaten wurden vertrieben oder ermordet. Bei der Rückeroberung des Gebietes 1995 flohen die meisten Serben und so ist die Bevölkerungsstruktur heute genau umgekehrt wie vor dem Krieg.

Im Allgemeinen hat die Festung bis auf Monatag jeweils bis 14 Uhr geöffnet. Je nach Lust und Laune des Diensthabenden und Witterung aber auch mal nicht. Hier die Telefonnummer wo man sich über die aktuelle Öffnungszeit erkundigen kann.

00385 23 681 055

jürgen
 
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Julija

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Der erste Stein ist ein Gedenkstein der heiligen, römische Märtyrerin Saturnina u.a. Soviel kann man noch erkennen. Ob das Latein ist? Ich tippe eher auf eine römische Inschrift.
Toller Bericht! Sehr interessant.

 
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claus-juergen

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Hier gibts zur Ergänzung einen Bericht über die Stadt Benkovac.


Grüße

Jürgen
 
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