Bakar - unbekannte Schönheit im Kvarner mit Geschichte - 2. -Teil

claus-juergen

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#1
Vor einem Jahr habe ich auf meinem Weg in den Süden einen kleinen Stop bei dem Städtchen Bakar, wenige Kilometer südlich von Rijeka eingelegt. Damals habe ich mich vor allem an der Küste umgesehen. Ein paar Bilder habe ich damals schon ins Forum gestellt. Den Bericht könnt ihr hier nachlesen.

http://www.adriaforum.com/kroatien/ein-paar-bilder-aus-bakar-bei-rijeka-t65262/

Dieses Jahr an Ostern hat mich der Weg wieder durch die Stadt geführt und ich habe mir Zeit für einen Spaziergang durch die Oberstadt genommen. Dabei habe ich manches Sehenswerte entdeckt. Aber schaut selbst…

Mehr sieht man im Normalfall nicht vom Städtchen, wenn man von der Autobahnschleife herunter und an Bakar vorbeifährt. Wer vermutet da alte Bauwerke und mehr als den öden Kohlehafen.



Bei genauerem Hinsehen jedoch schaut die Oberstadt aus der Entfernung recht idyllisch aus.



Links der noch heute betriebene Kohlehafen. Rechts erkennt man noch das ebene Gelände der ehemaligen Kokerei, wo die angelandete Kohle zu Gas verschwelt wurde.



Hier der untere Bereich des Städtchens mit dem markanten 1903 erbauten Hotel Jadran unmittelbar am Meer gelegen. Zu dieser Zeit entwickelte sich in Österreich-Ungarn, wozu dieses Gebiet damals gehörte, der Tourismus an der Adria für Adel und Geldadel.





Blick auf den Gesamtort am Ende der Bucht von Bakar gelegen



Blick auf die Stadt vom Platz vor der 1849 gegründeten Navigationsschule aus gesehen



Dieses zerfallende Haus zeugt mit seinen filigranen Zierelementen von besseren Zeiten. Da wird es höchste Zeit für Renovierungsarbeiten, wenn man dieses Zeitdenkmal noch retten will.



Bei dieser Schule aus alter Zeit ist die Renovierung bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Oberhalb der Schule das neue „Wahrzeichen“ von Bakar: die Küstenautobahn







Das Wappen über dem Eingangsportal deutet auf die ehemals existierenden drei verbundenen Festungen aus der Frankopanenzeit sowie das nautische Zeichen auf die heute noch existierende Seefahrtsschule hin.



Ein Weg in die Oberstadt





Links vom Kohlehafen kann man sehr gut den Eingang des Kohletunnels, der unter dem Meer hindurchführt erkennen. Wer sich für die Geschichte dieses einzigartigen Industriedenkmals interessiert, kann in Wikipedia nachlesen, was Josip Broz Tito aus welchem Grund da bauen hat lassen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bakar_(Stadt)

Dieses uralte Gebäude wird das türkische Haus „turska kuca“ genannt. Nähere Kenntnisse hierzu habe ich leider nicht.





Der einzeln stehende Turm der St. Andreas-Kirche mit glagolithischer Inschrift





und weiter geht’s durch die Oberstadt





Diese Steintröge dienten in früherer Zeit als Hohlmaße. Unsere Forenkollegin Anita-Elisabeth hat das Rätsel, zu welchem Zweck diese Dinger dienten, herausbekommen. Danke nochmal dafür!




Hier handelt es sich um oberhalb der Stadt aufgefangenes Süßwasser, welches bereits im Jahr 1894 für die Stromerzeugung durch eine Turbine genutzt wurde. Die Turbine hatte damals 6,5 KW.



Der Zweck dieser wasserführenden Kanäle ist mir nicht bekannt.









Hier der andere Eingang, oder besser gesagt, der Ausgang des Kohletunnels. Von dort wurde die Kohle, die im Hafen auf der anderen Seite der Bucht angelandet wurde, vermutlich mittels einer kleinen Eisenbahn zur Kokerei verbracht.

Ich hoffe, euch mit den Bildern auf den Geschmack gebracht zu haben, vielleicht mal einen Stopp im bisher kaum bekannten Bakar auf dem Weg in den südlichen Urlaubsort zu machen. Bakar hat immerhin eine 2000jährige Geschichte.

Jürgen
 

tosca

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#2
Hallo Jürgen,

dieses Bakar ist wirklich eine versteckte Perle wie es scheint. Jahr für Jahr fahren wir auf dem Weg nach Cres um diese Bucht, und anfangs dachte ich auch, wer will denn hier Ferien machen, mit dieser Raffinerie (ums Eck) und diese Hafen- und Fabrikanlagen. Doch der eine Blick auf das Örtchen auf dem Hügel von oben von der Strasse macht dann doch neugierig und immer denke ich es wäre doch mal interressant, das zu erkunden - jedoch mit dem Wohnanhänger hintendran ist das mangels Parkgelegenheit für ein Gespann Utopie dort mal eine Rast einzulegen.
Um so schöner, daß Du uns hier die Schönheiten des Ortes zeigst - Danke dafür.
 

claus-juergen

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#3
.... jedoch mit dem Wohnanhänger hintendran ist das mangels Parkgelegenheit für ein Gespann Utopie dort mal eine Rast einzulegen.....
hallo sylvi,

danke erst einmal für dein lob.

nein, du kannst sehr wohl auch mit gespann in die stadt fahren um sie dir anzusehen. wenn du vom autobahnende nicht nach links in die küstenstraße einbiegst sondern gleich geradeaus in einer weiten schleife den nicht sehr steilen hang hinunter nach bakar fährst, ist es möglich, dein gespann irgendwo beginnend beim hotel jadran, endend bei der navigationsschule am straßenrand zu parken. parklatz findest du normalerweise immer. alles, was du von der stadt sehen mußt, kannst du zu fuß, wenn auch bergauf erreichen. anschließend mußt du nicht mal mehr wenden. du fährst einfach die straße weiter, kommst am kohlehafen vorbei wieder auf die jadranska magistrale.

grüsse

jürgen
 
V

vize2

Guest
#4
Hallo Jürgen

Sehr schöner Bericht von dir, vielen Dank!

Wo du aber auch überall herumkrabbelst, sagenhaft...
Wenn du mal ganz nach HR ziehst, kannst du glatt als Kanalinspektor anfangen!:D

Viele Grüsse
Viktor
 
E

ELMA

Guest
#5
Jetzt weiß ich es sicher- Bakar werden wir uns ansehen!
Du hast mich mit diesem Bericht so richtig auf den Geschmack gebracht.

Danke auch für den Tipp mit dem Parken, den Du Tosca gegeben hast ( Das ist für uns mit dem Wohnmobil immer eine wichtige Frage, vor allem wenn es um enge, alte Städtchen geht)

Danke, Jürgen!

Gruß,
ELMA
 

tosca

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#6
Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine Antwort.
Wir sind diese Straße mal versehentlich nach Bakar reingefahren und dann mangels Wendegelegenheit durchgefahren - nein danke, das muss ich nicht nochmal haben, hätte unser Wohnwagen 2.50 und nicht 2.30 Breite, wären wir keinen cm mehr weitergekommen, so haben wir zwei Gespanne uns mit Milimeterarbeit an der Promenade entlang, mit an rechts und links der Strasse parkenden Autos durchgekämpft, bis wir dann wieder auf der Strasse zur Magistrale hoch kamen ;-)
Die Blicke der PAssanten sprachen ebenfalls Bände - die dachten wohl :"was sind denn das für I...."
Die Schönheiten des Ortes blieben mir damals verborgen, ich musste mit aufpassen, daß wir nirgends '"hängenbleiben" ;-)

Nicht nochmal ;-) auch wenden ist dort nicht gut möglich, alles zu eng. Jedenfalls war das vor einigen Jahren so , es waren sehr viele parkende Autos entlang der Strassen im Ort. Wir haben das seither nicht mehr ausprobiert *lach*
 

claus-juergen

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#7
hallo sylvi,

ich war dieses jahr an ostern und im vergangenen jahr im oktober in bakar. zu diesem zeitpunkt war nichts los. es gab ausreichend parkplätze und die pkw waren nicht wild geparkt. schon möglich, daß an der promenade im sommer die autos wild parken, zumal man eigentlich so gut wie nicht in die oberstadt fahren kann.

wenn du am ortseingang gleich beim kohletunnel und noch vor dem hotel jadran am straßenrand parkst, dürfte es kein problem sein. wenden ist glaublich nicht so gut, du müsstest anschließend wie von mir vorgeschlagen, die uferstraße entlang weiterfahren, bis du oberhalb des kohlehafens auf die jadranska magistrale einbiegen kannst. hier gibts möglicherweise probleme beim berganfahren. die einmündung selbst ist relativ übersichtlich.

ob es direkt an der jadranska magistrale eine parkmöglichkeit für gespanne gibt, habe ich nicht beachtet. sollte dies der fall sein, ist der fußweg jedenfalls auch nicht weit. man kann auch von oben in die stadt fahren. allerdings ist es da eng, kaum parkmöglichkeit und für gespanne wegen mangelnder wendemöglichkeit nicht geeignet.

grüsse

jürgen
 

tosca

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#8
Danke Jürgen,

wie immer sehr freundlich :) .
Also das Anfahren am Berg dürfte das kleinste Problem sein, wir sind schon manchen Alpenpass hochkutschiert wie St. Gotthard oder San Bernardino ;-) - eher die Durchfahrt durch den Ort. Ja, Ostern und Oktober ist das sicher besser :), wenn keine Autos parken.

Lieben Gruß von Sylvi
 

Josef1

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#9
Hallo Jürgen!

Danke für die 2 herrlichen ausführlichen Berichte über Bakar
mit den vielen schönen Fotos.
Bei vielen Fotos kam wieder die Erinnerung an unsere Spaziergänge
durch die Altstadt von Bakar auf.

Wenn uns dann zu heiß wurde oder wir eine Rast einlegen wollten setzen wir
uns immer auf die Terrasse dieses Hotels wo die gesamte Terrasse gekühlt wird.
Hier wird eiskalte Luft herausgepresst die dann zu feinen Wassertöpfchen verteilt wird.
So hat man auf der Terrasse eine herrlich angenehme kalte feuchte klimatisierte Temperatur.



 

claus-juergen

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#10
hallo josef,

das ist doch meines wissens das hotel jadran auf der dem meer abgewandten seite. gehe ich recht in der annahme, daß auf meinem foto rechts dein "freund nepomuk" auf seiner säule thront?



grüsse

jürgen
 

Josef1

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#11
Hallo Jürgen!

Ja, stimmt genau.
Auf Deinem Foto ist der Nepomuk rechts auch schön ersichtlich.

Bei diesen Nepomuks muss man direkt vorsichtig sein.

Die warten schon überall wo ich hinkomme an irgendeiner Ecke
damit ich Sie fotografiere. :roll:
Scheinbar hat sich dies unter Ihnen schon rumgesprochen. :D
 
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