Ausflug in das istrische Hinterland

H

Harry1958

Guest
#1
Reisebericht => Ausflug in das istrische Hinterland


Unsere Istrien-Urlaube verbringen wir nicht nur relaxend am Strand und in der Adria, sondern auch bei Ausflügen in das "Hinterland".
Nur so lernt man als Urlauber das Land, sein Brauchtum und die Menschen kennen, allerdings nur fernab der Touristenhochburgen.

Eine dieser Touren führte uns von Labin - Drenje an der Ostküste aus über Pićan - Žminj - Kanfanar bis nach Dvigrad.



Pićan

Ca. 12 km östlich von Pazin liegt das kleine, malerische Städtchen Pićan.
Heute leben hier nur noch etwa 300 Menschen.
Durch ein gut erhaltenes Stadttor gelangt man in den Ort.
Leider sind viele Häuser heute verlassen.
Etliche Gebäude, wie das Bürgermeisteramt und die Kirche präsentieren sich jedoch in einem guten Zustand
Pićan hatte einst große Bedeutung als Bischofssitz. Davon zeugt noch heute die barocke Pfarrkirche Mariä Verkündigung, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde.
Der 48 m hohe freistehende Glockenturm zählt zu den höchsten in Istrien.


Stadttor





Glockenturm der Pfarrkirche Mariä Verkündigung





Gasse





Altes Steinhaus





Verfallenes Gebäude







Žminj

Einige Kilometer nordöstlich von Kanfanar, an der Haupstraße von Pazin nach Pula findet man das Städtchen Žminj.
Hier leben noch ca. 700 Menschen.
1943 bombadiert, ist dennoch ein Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlagen erhalten geblieben.
Mittelpunkt ist die barocke Pfarrkirche St. Michael mit wertvollem Inventar.
Gleich neben der Pfarrkirche befindet sich eine kleine einschiffige Dreifaltigkeitskapelle, die einige schöne Fresken beherbergt.


Pfarrkirche St. Michael





Altäre in der Pfarrkirche St. Michael

















Fresken in der Dreifaltigkeitskapelle





Nebenstraße







Kanfanar

Von Žminj aus in Richtung Rovinj fahrend kommt man in das Dorf Kanfanar (ca 18 km südwestlich von Pazin).
Der Ort ist wegen seiner Nähe zu Dvigrad und wegen des großen Festes am St. Jakobstag im Juli bekannt.
Die Region um Kanfanar selbst ist ideal zum Wandern und Radfahren.
Kanfanar wurde zum ersten Mal 1069 urkundlich erwähnt.
Der Ort wurde erst zu Anfang des 18. Jahrhundert zur Gemeinde, als die Geistlichkeit und die Verwaltung ihren Sitz aus dem verlassenen Dvigrad hierher verlegten.
1696 erbauten die Einwohner die Pfarrkirche des Hl. Sylvester zum 600. Jahrestag in Erinnerung an den hl. Sylvester.
Diese wurde anstelle einer kleineren und älteren Kirche aus dem 13. Jahrhundert gebaut.
Die Pfarrkirche des Hl. Sylvester wurde 1714 eingeweiht und zur Pfarrkirche ernannt.
Über dem Altar hängt ein Ölgemälde aus dem Jahr 1713.



Glockenturm der Pfarrkirche des Hl. Sylvester





Altar in der Pfarrkirche des Hl. Sylvester





Innenansicht der Pfarrkirche Hl. Sylvester





Madonna in der Pfarrkirche Hl. Sylvester







Dvigrad

Gleich nach dem Ort Kanfanar biegt eine schmale Straße rechts ab. Auf dieser erreicht man das verlassene Dvigrad.
Im Mittelalter standen hier auf einer Kuppe 2 Festungen. Daher stammt der Name Dvigrad = Zweiburg.
Im Jahre 1630 brachen Pest und Malaria in Dvigrad aus und ca. 90% der Bevölkerung starben.
Die restlichen Einwohner verließen daraufhin die Stadt.
So entstand aus dieser einstmalig mächtigen und strategisch wichtigen Stadt mit über 200 Gebäuden eine Geisterstadt.
Von den ehemals stolzen Gebäuden sieht man heute nur noch eindrucksvolle von Grün umwucherte Ruinenkomplexe aus Mauern und Wehrtürmen.
Nach einer alten Sage hat hier der berühmte Abenteuerer Sir Henry Morgan einen großen Schatz vergraben.
Wir haben ihn allerdings nicht gefunden.


Hier einige Fotos aus dem verlassen Ort.


















Brücke bei Dvigrad







Zum Abschluss dieses eindrucksvollen Tages genossen wir auf unserer Terrasse bei einem kühlen Bier
und einem leckeren Biska diese herrliche Abendstimmung über dem Vojak. (Učka-Gebirgsmassiv
).










Gruß Harry
 

claus-juergen

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#2
hallo Harry,

danke daß du uns ins Hinterland von Istrien mitgenommen hast. all die beschriebenen orte kannte ich bereits, nur nicht manche von dir genannten Details.

"1943 bombadiert, ist dennoch ein Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlagen erhalten geblieben."

die Tatsache, daß zminj im krieg bombardiert wurde, ist mir neu. was gab es da wohl strategisch wichtiges anzugreifen? vielleicht war es auch wie so oft, daß die Flugzeuge ihre bomben nicht los wurden weil deren piloten das ziel nicht fanden und auf dem Rückflug dann das nächst beste auszumachende ziel angriffen. verrückte welt!

grüsse

jürgen
 
H

Harry1958

Guest
#4
@Jürgen und Albert
Freut mich, dass Euch der Bericht gefällt.

@Jürgen
Das mit der Bombadierung der Städte Pazin und Žminj hängt mit der Kapitulation Italiens im 2. Weltkrieg (1943) in Istrien zusammen.
Istrien war bis 1945 durch die deutsche Wehrmacht besetzt.
Dieses Thema sollten wir hier aber nicht weiter erörtern.


Gruß Harry
 

Malin

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#5
Schöner Bericht und ein sehr schöner Ausblick von deiner Terrasse, so lässt es sich leben.
 
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#12
Danke Harry für die Tipps. Habe mir die zwei CP angesehen. Schauen wirklich sehr verlockend aus. Motovun haben wir uns vor zwei Wochen angesehen. Liegt auch sehr schön, ideal um von dort aus das Umland zu erkunden.

LG
Albert
 
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