Albanien 10 - Fahrt von Saranda nach Vlora

claus-juergen

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Nach vier Tagen in Saranda wo wir die Umgebung bei ein paar Ausflügen erkundet haben ging es nun weiter nach Norden zu unserem nächsten Quartier in Vlora. Das ist immerhin die sechstgrößte Stadt Albaniens. Der Weg dahin führte uns immer auf der SH8 entlang. Anfangs hinter den Bergen und später oft an der Küste oder mit schönen Ausblicken auf das Meer und teils kaum bekannte Strände. Die Straße wurde nach dem Ende der Diktatur ausgebaut und ist gut und sicher zu befahren.



Im Haus ganz links sieht man im Obergeschoß eine Terrasse mit einer weißen Markise. Das ist ein Cafe und dort sollte es am Ortsrand von Saranda erst einmal ein Frühstück geben.



Solche Kleinbusse wie hier einer geparkt ist fahren anscheinend auf eigene Rechnung bestimmte Strecken ab und werden von den Einheimischen genutzt. Der Fahrer hat hier ein Weilchen geparkt, ist ins Cafe gegangen und irgendwann ging es dann mit wenigen Passagieren die einstweilen im geöffneten Fahrzeug Platz genommen haben weiter.



Gegenüber befindet sich der Supermarkt und auch dort gab es nichts außer drei verschiedene Sorten Brot in Folie verpackt. Also haben wir ein paar Meter weiter bei einem Bäcker etwas mitgenommen was als Frühstück dienen sollte. Obwohl wir beide nicht heikel sind, war das ofenwarme Gebäck mit Schinken und zerlaufenem Käse nicht das was wir uns vorstellten. Beide haben wir es probiert. Anscheinend haben die Albaner diesbezüglich einen seltsamen Geschmack. Hätte es wenigstens ein Croissant wie in manchen Bäckereien gegeben wäre das ja zumindest noch ein Imbiß zum Cappuccino gewesen. Aber das Zeug?



Vorbei an diesem wohl vor längerer Zeit hier geparkten oder eingegrabenen Mercedes geht es die Treppe hinauf ins Cafe.



Das schaut doch gar nicht mal so schlecht aus da drinnen. Der Wirt freut sich über uns Touristen die sich in das Cafe an der Ausfallstraße wohl selten verirren.



Die Kaffeemaschine macht einen guten Eindruck und so sollte es doch möglich sein, einen einigermaßen guten Cappuccino hinzubekommen. Wir hatten Glück. Das braune Getränk war durchaus genießbar.



Es gab ein Glas Wasser dazu und der Milchschaum ist auch zumindest rudimentär vorhanden. Also bestellten wir noch eine zweite Tasse was den Wirt noch mehr erfreute. Ansonsten ergab sich kein Gespräch weil wir nicht albanisch und der Wirt nicht deutsch oder englisch sprach. Aber manchmal versteht man sich auch mit Gesten oder einzelnen Worten.



Das ist der private Kleinbus von oben gesehen.



Nach etwa einer Dreiviertelstunde Fahrtzeit hatten wir die Ortschaft Nivice erreicht. Vorab hatte ich mit Hilfe von Tante google erfahren, daß es dort ein Cafe gibt wo man ein richtiges Frühstück bekommt. Zeit und etwas Geld muß man allerdings mitbringen. Beides hatten wir und so wurden wir von der Inhaberin, eine Frau im fortgeschrittenen Alter gut verköstigt.



Man muß schon aufpassen, daß man an dem unscheinbaren Haus nicht vorbeifährt.



Das Cafe ist einfach aber augenscheinlich sauber.



Drinnen trafen wir die Chefin an und erklärten ihr mit Händen und Füßen, daß wir gerne frühstücken möchten.



Das wurde von ihr auch vestanden. Wir nahmen draußen auf der Terrasse Platz und die Inhaberin brachte uns Eier, Käse und Gemüse um uns zu zeigen, daß sie damit für uns ein Omlett zubereiten kann. Akzeptiert.



Natürlich dauert es ein gutes Weilchen bis uns dieses späte Frühstück dann serviert wurde. Aber erstens haben wir Zeit und zweitens freut es mich immer wieder, wenn wir Touristen auch abseits der Hotspots die Einheimischen etwas Geld verdienen lassen.



Bis auf den Milchkaffee gab es nichts zu meckern.



Ein kräftiges Frühstück, dazu Wasser und natürlich die albanische Medizin in Form eines Grappa dazu. Bezahlt haben wir zusammen 10 €.



So gestärkt setzten wir die Fahrt fort und sahen irgendwann das Meer.

Immer wieder hielten wir an nur um den Blick in die Ferne und zur Küste streifen zu lassen. Die Straße war kaum frequentiert. Hier ist anscheinend eine Raststation im Aufbau.



Es gibt anscheinend Strände die sind gar nicht über Straßen erreichbar. Dann andere wo zaghaft gebaut wird und wieder andere wo geklotzt wird. All das werden wir noch im Laufe der nächsten Tage sehen.

Das wäre es. Idylle pur! Wer ein Wohnmobil sein eigen nennt und es schafft da hinunter zu fahren oder mit einem Zelt zufrieden ist kann hier mitten in Europa traumhafte Strände finden.



An der Straße befindet sich ein jetzt im Herbst geschlossener Imbiß.







Wir sehen von hier aus das Druckrohr eines Wasserkraftwerks direkt am Meer. Albanien erzeugt seinen Strom wenn auch aufgrund der im Sommer mangelnden Niederschläge über einen Großteil des Jahres durch Wasserkraft.



Im übrigen ist in Albanien anders als in vielen anderen Mittelmeerländern das Wildcampen erlaubt. Jeder darf also seinen Wohnwagen oder sein Wohnmobil abstellen wo er will und dort seinen Urlaub verbringen. Ist das nicht das was uns die Campingindustrie immer schmackhaft machen will?



Nun habe ich euch erst einen Teil der Strecke unserer Fahrt von Saranda nach Vlora vorgestellt. Es geht noch weiter...

jürgen
 

Julija

erfahrenes Mitglied
Die Albaner kochen und backen so lecker, und schon deshalb ist das eine Reise wert.
Eine Ex Kollegin hat uns immer mit tollsten Leckereien aus ihrem Land versorgt. Und das Eis nach albanischer Rezeptur ist für mich/ und das beste Eis überhaupt.
Ich habe diese Reise schon im " Schöner Reisen" Forum verfolgt.
Irgendwie ist das Land zu weit weg von Kroatien, wie ich finde.
Der Bericht ist trotz allem sehr gut, und Jürgen macht sich für uns die Mühe.

Im AF werden die Reiseberichte leider immer weniger. Schön wäre es, wenn man da wieder mehr Abwechslung bekäme.
 
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claus-juergen

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Unser nächster längerer Stropp auf der SH8 war Borsh. Hier gibt es ein Restaurant welches am Hang direkt in die Kaskaden eines kleinen Flusses gebaut wurde. Einfach toll!



Man sitzt auf verschiedenen Terrassen. Unter und neben dem Gast gurgelt das Wasser den Hang hinab. Das auch jetzt Mitte Oktober wo es den Sommer über kaum geregnet hat.



Dieses Restaurant liegt direkt an der Hauptstraße. Das Wasser fließt unterhalb der Fahrbahn in einem Kanal zum Meer. Wer sich nicht vorab schlau gemacht hat fährt achtlos an dieser Lokalität vorbei.



Für uns ging es von Borsh aus auf einer geteerten Straße nach oben in die Berge. Die Ruine der Festung Kalaja e Borshit war unser Ziel.



Es gibt einen kleinen Parkplatz und dann geht es nur noch zu Fuß auf einem ausgebauten Weg nach oben.



Hier endet auch die Straße. Der Weg war durch eine Barriere versperrt und oben bei der Burg sahen wir Arbeiter. Die Sperre hielt uns nicht davon ab es zu versuchen. Wenn man schon mal da ist, dann muß man auch schauen ob die Besichtigung wie geplant doch stattfinden kann.



Das ist der weitere Verlauf des Tales in die Berge. Es gibt eine Schotterpiste die oberhalb des weitgehend trockenen Flußtals ins Landesinnere führt. Links am Hang erkennt man mit bloßen Auge ein Druckrohr einer Wasserleitung die hinunter nach Borsh zum Kraftwerk führt.



verblaßte Informationen am Weg



Die Arbeiter bei der Mittagspause hatten uns zwei Neugierige inzwischen entdeckt und riefen uns von oben etwas entgegen. Es ging wohl um die Sperre des Weges und den damit verbundenen Gefahren aufgrund der Bauarbeiten.



Als wir die Gruppe passierten sprach tatsächlich einer etwas deutsch. Wir versicherten den Männern, daß wir auf dem Weg bleiben und die derzeit gesperrte Burgruine nur vom Tor aus in Augenschein nehmen wollten. Damit war die Sache erledigt.



Der Zugang war eh verschlossen. Der Ausblick hingegen auf Borsh und das dahinter liegende Meer phantastisch.



Auf dem Bild erkennt man den Verlauf der Schotterpiste ins Tal.



Blick durchs Gitter



Borsh - die Inseln im Meer liegen nördlich von Korfu und gehören zu Griechenland.



Genug gesehen. Der Durst meldet sich und ich will nun endlich eine Runde im Meer schwimmen.



Das sollte an diesem Strand doch möglich sein.



Die Straße zum Ufer ist gut.



Wir fahren ein Stück der Piste am Strand entlang.



An einem Abschnitt wird wohl ein Hotel gebaut.



Woanders haben es sich diese Mädels bequem gemacht.



Fast so schön wie auf einer Alpe im Allgäu - aber nur fast.



Wir wählen diesen Abschnitt für das Bad im Meer. Nein, nicht weil es hier relativ einsam und schön ist. Hier befindet sich die einzige Kneipe die offen hat. Schließlich macht das Schwimmen im Salzwasser durstig.



Auch ein Wohnmobil ist dort geparkt. Wild Camping ist in Albanien überall erlaubt.



Nun aber ab ins Meer.



Die Stranddusche brauche ich nicht.



Neben der Strandkneipe mit dem Namen New Paradise befindet sich übrigens die örtliche Polizeistation. Vielleicht ist das auch der Grund warum die Bar noch geöffnet ist.



Das war ein weiterer Abschnitt der Fahrt von Saranda nach Vlora.

jürgen
 

claus-juergen

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Die Albaner kochen und backen so lecker, und schon deshalb ist das eine Reise wert.
Eine Ex Kollegin hat uns immer mit tollsten Leckereien aus ihrem Land versorgt. Und das Eis nach albanischer Rezeptur ist für mich/ und das beste Eis überhaupt...
hallo Julija,

beim Thema essen gibt es aus meiner Sicht Licht und Schatten in Albanien. Das Eis habe ich einmal probiert und war ehrlich gesagt nicht begeistert. Meine Versuche irgendwo einmal einen richtigen Cappuccino zu bekommen schlugen bis auf eine Ausnahme immer fehl. Im Laufe meiner Berichte werde ich das Thema essen wiederholt ansprechen. Im Allgemeinen ist es gut. Im Vergleich zu Kroatien sind die Preise natürlich auch in der Gastronomie unschlagbar.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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Da bekommt man Lust auf Albanien,da werd ich wohl mal runterfahren wollen Können?!
hallo Peter,

ja, auch ich war angenehm überrascht vom Land. Runterfahren kannst du schon. Aber das zieht sich. Ich bevorzuge für solche Entfernungen das Flugzeug. Wizzair fliegt ab Memmingen was gerade mal 35 Minuten von mir entfernt liegt in etwa zwei Stunden für wenig Geld nach Tirana. Dann zieht es eh die meisten Urlauber ans Meer welches in einer dreiviertel Stunde oder in vielen Stunden Fahrtzeit erreichbar ist. Wir haben weit über 1000 Kilometer in acht Tagen auf den Tacho gespult. Es hat sich gelohnt zumal wir in der Nebensaison da waren und das Wetter wie man auf den Bildern sehen kann fast immer gepasst hat.

grüsse

jürgen
 

claus-juergen

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Wir fahren weiter in Richtung Vlora. Obwohl so ein Strand direkt an der SH8 wirklich einladend wirkt können wir nicht jeden Strand erkunden und ins Meer springen. Da kämen wir ja nie an unser Ziel.



An den Kakteen erkennen wir, daß dieser Küstenabschnitt vor Porto Palermo nun wohl weniger Niederschläge bekommt als andere Gegenden am Meer.



Die immer noch gut ausgebaute Landstraße führt nicht immer am Meer entlang. Die Küste ist gebirgig.



Auf dieser Insel mit einem künstlichen Damm mit dem Festland verbunden steht die Zitadelle Porto Palermo. Gebaut hat die, ihr wisst es schon, Ali Pasha, der allmächtige Statthalter der Hohen Pforte in Südalbanien. Weil wir nicht drin waren im alten Gemäuer könnt ihr Bilder und Infos aus dieser Website entnehmen.




Neugierig wie ich von Haus aus bin habe ich jedoch ein paar Kilometer weiter an der Küste ein anderes Ziel ins Auge gefaßt. Von der Zufahrtsstraße zu dieser Anlage aus kann man die Festung gut erkennen.



Das was mich brennend interessiert ist der alte U-Boot Bunker am Ende dieser Bucht. Da sollte doch eine Straße hinführen. Probieren wir es doch einmal.



Nur ein schmaler Schotterweg scheint die einzige Zufahrt zu sein. Satz mit X - war wohl nix! Das albanische Militär ist immer noch da und will sicherlich keine Besucher sehen. Also vorsichtig auf der schmalen Straße umdrehen. Klaus weist mich hervorragend ein und so kommen keine neuen Kratzer an den Fiat.



Also fahren wir ein Stück weiter und sehen von dort aus immerhin die Festung Porto Palermo auch recht gut.



gezoomt



Ich laufe ein Stück die Straße entlang und entdecke den U-Boot Bunker. Von hier oben hat man den Eindruck, daß das gesamte Areal verlassen ist. Dem ist jedoch anscheinend nicht so.



Weil ich in Kroatien schon in ein paar dieser Tunnel war wäre ein Vergleich mit der albanischen Version angebracht.



So geheim kann die Anlage gar nicht sein. Sonst wäre doch diese Infotafel nicht da. Und doch ist das alles militärisches Sperrgebiet.



Wir fahren weiter nach Norden. Ab und zu sieht man die Käfige der Fischhaltung in Aquakultur.



In Himara gelangt man auf der Küstenstraße wieder direkt bis zum Meer. Der Ort ist gut für den Tourismus erschlossen. Es gibt Hotels in verschiedenen Preisklassen und Privatunterkünfte. Dazu Geschäfte und Restaurants. Fast alles ist jetzt Mitte Oktober geschlossen. Hier kann man sicherlich gut seinen Urlaub verbringen obwohl weiter kräftig gebaut wird.



An den Enden des großen Strands ist es sicherlich auch im Sommer nicht allzu voll.







eigenartige Gesteinsformationen zwischen Himara und Dhermi



Um nun weiter nach Vlora bzw. dessen Vorort Orikum zu gelangen blieb bisher nur die Variante über den Llogara Pass. Damit muß man von Meereshöhe auf 1027 Meter Höhe hinauf und danach wieder hinunter fahren. Der Pass ist zwar mittlerweile relativ gut ausgebaut. Aber es gibt einen sechs Kilometer langen neuen Tunnel. Vor zwei Jahren wurde die erste Röhre im Sommer eröffnet. Bis heute ist der im Winter deshalb gesperrt weil in der Zeit an der zweiten Röhre gebaut wird. Wir kamen zum Tunnel, fuhren hindurch und durften die Maut von 2,50 € nicht zahlen. Die Schranke wurde von einem Bediensteten geöffnet und nach jedem Fahrzeug wieder geschlossen. So ging das auch drei Tage später als wir über den Pass fuhren und erneut durch den Tunnel zurück. Seltsam das Ganze.



Schließlich kamen wir am späten Nachmittag zu unseren Quatier, einer Ferienwohnung die ich zuvor bei booking.com für vier weitere Tage gebucht hatte. Der Vermieter Adrian erwartete uns auf der Straße. Wir brachten das Gepäck ins Haus und machten uns zu Fuß in die einen knappen Kilometer entfernte Gaststätte Varka.



Wir wurden nicht enttäuscht. Speis und Trank waren hervorragend. Schade, daß am nächsten Tag bereits die winterliche Ruhesaison begann und wir nicht ein weiteres Mal dort speisen konnten.



Ungefragt und ohne Berechnung wurde uns zum Salat dieses noch warme Fladenbrot serviert.



Die Pasta mit Meeresfrüchten schmeckten ebenfalls hervorragend.



Die Auswahl der Speisen wie auch die Preise sind für ein Lokal in der Großstadt Vlora wenige Meter vom Strand entfernt sehr akzeptabel.



Wo bekommt man heute noch den Liter offenen Weiswein für 8 €?



Die Spaghetti mit Meeresfrüchten gab es für 7 €.



Im übrigen füllte sich das Lokal schon bald nach unserer Ankunft mit Gästen. Auch andere wissen anscheinend um die Qualiät hier.



Das war unser erster Abend in Vlora.



Noch schnell im Tante Emma Laden zwei kalte Bier als Betthupferl mitgenommen und der Tag auf der Straße fand ein schönes Ende.



Die Fahrt von Saranda nach Vlora über die SH8 ist nicht nur eine Fahrt von A nach B, sondern eine Fahrt die aufgrund der herrlichen Aussicht und der tollen Strecke bei dem spätsommerlichen Wetter wie wir es hatten ein richtiger Genuß ist. Eigentlich könnte man alle paar Kilometer anhalten nur um zu schauen oder etwas näher zu erkunden. Auch diese Überlandstraße ist für jeden machbar.

jürgen
 
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