Zaton an der Krka

Dieses Thema im Forum "Gebiet Dalmatien" wurde erstellt von claus-juergen, 8. Nov. 2018.

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  1. claus-juergen
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    claus-juergen Moderator Mitarbeiter

    Heute möchte ich euch einen Ort in Norddalmatien vorstellen, der kaum auf der Besuchsliste von Touristen steht. Er trägt den Namen Zaton und befindet sich an der Krka oder besser gesagt an dem Meeresarm, in welchen die Krka mündet. Einen Ort gleichen Namens gibt es etwas nördlich von Zadar direkt an der Adria.

    Nur wenige Kilometer weiter befindet sich bei Skradin der Haupteingang zum weltbekannten Nationalpark Krka.

    Hier eine Luftaufnahme des Meeresarms mit Zaton.

    https://www.google.de/maps/search/Zagton+krka/@43.7761669,15.8214255,5427m/data=!3m1!1e3

    Und doch ist oder war Zaton etwas Besonderes. Doch dazu später mehr.

    Wir nähern uns Zaton von der Küstenstraße Jadranska Magistrale. Unmittelbar an der Brücke über die Krka nördlich von Sibenik gehts in Richtung Landesinnere. Am Ende des langen und schmalen Kanals liegt Zaton.

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    Kurz vor dem Ort befindet sich ein kleiner Bootshafen. Die hier ankernden Boote sind sowohl vor der Bura als auch vom Jugo geschützt.

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    Mir sind ein paar nette Details ins Auge gestochen.

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    Uralte Nutzfahrzeuge werden immer noch verwendet.

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    Diese Bremse hat wohl ein halbes Jahrhundert lang funktioniert und wird es bei regelmäßiger Wartung auch weiter tun. Ab und zu das Brett erneuern und schon haben wir einen neuen Bremsklotz.

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    Wer ein echter Dalmatiner ist, ist auch ein Fan des bekanntesten Fußballclubs Dalmatiens.

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    Vor der Kirche und dem Rathaus gibt es eine kleine Grünanlage.

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    Da darf das Kriegerdenkmal mit dem obligatorischen Partisan natürlich auch nicht fehlen.

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    Wer genau hinsieht, entdeckt rechts ein Kreuz. Ob das immer schon zu dieser Gedenkstätte gehörte oder erst nach dem Ende des Kommunismus hinzukam kann ich nicht sagen.

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    ...und dann habe ich noch etwas älteres in Zaton entdeckt.

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    Ist das eine alte BMW?

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    Die Firma Pagusa gibt es auch heute noch und tatsächlich stellen die wohl immer noch Motorradsättel her.

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    Ob diese Maschine wohl jemals 140 Sachen gelaufen ist? Mir wird himmelangst wenn ich daran denke, bei der Geschwindigkeit auf dem Sattel sitzen zu müssen.

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    Laut Typenschild wurde die Maschine 1955 gebaut. Da war ich noch nicht so ganz oder eigentlich noch gar nicht auf dieser schönen Welt.

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    Beim Blick von hier aus in die Bucht fällt dem Betrachter eigentlich nichts Besonderes auf an Zaton. Hingegen befinden sich auf der anderen Seite der Bucht seltsame Bauten, die wohl auch nicht ganz neu sind.

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    Schauen wir uns die mal näher an.

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    Das ist ein Schiedsrichterhäuschen.

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    ...und da drin saßen die Journalisten.

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    Zaton diente schon zu Zeiten Jugoslawiens als Ruderregattastrecke. Dies deshalb, weil es hier keine Bora gibt und auch der Jugo nur sanft bläst. Die Ruderer konnten hier also fast das ganze Jahr über trainieren. Auch internationale Wettbewerbe wurden hier schon abgehalten. Ich glaube jedoch nicht, daß die alten Gebäude noch dafür genutzt werden.

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    Einige Kilometer weiter in Sibenik befindet sich auch heute noch das Vereinsheim des örtlichen Ruderclubs.

    Baden kann man übrigens in Zaton natürlich auch. Einfach um den Ort herumfahren und immer am Meer entlang. Ich glaube, daß man an den Stellen dann ziemlich alleine ist.

    jürgen
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Nov. 2018
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  2. weka
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    weka erfahrenes Mitglied

    Sehr interessant für mich. Jürgen. Ich machte schon Anfang der siebziger-Jahre Bootsurlaub in Murter und bin da auch öfters zu den Krka-Fällen gefahren. Da konnte man mit dem Boot noch direkt bis zum Wasserfall fahren.

    Damals hatten uns aber die Einheimischen in Murter gesagt, wir sollen nicht nach Zaton fahren, was wir auch nicht taten.Irgendwie hatten wir ein ungutes Gefühl, konnten aber nicht sagen, warum?

    Und so ist für mich , der über 50 Jahre die Küste bereiste, Zaton ein weißer Fleck geblieben.
     
  3. Harry58
    Online

    Harry58 Guest

    Hallo Jürgen,

    danke für Deinen Bericht, der mir, als viel in Istrien und im Kvarner herumgekommenden, andere Gegenden in Dalmatien vorstellt.

    Gruß
    Harry
     
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  4. nihil-est
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    nihil-est erfahrenes Mitglied

    Mojen @claus-juergen ,

    da habe ich etwas für dich, Link: https://bmw-grouparchiv.de/research/detail/index.xhtml?id=3861982

    Da Du es ja auch mit BMW hast, bloss nicht R25 mit R25/3 verwechseln.

    Ein übrigens recht interessantes Detail, Originalzustand, hast Du im Photo. Leider unkommentiert. Nicht etwa die Spitzengeschwindigkeit ( s. Link oben ) sondern den für heutige Zeiten unüblichen Tacho welcher von rechts nach Links anzeigt.

    Billig sind die nicht, Gespannpreis in gutem Zustand wirst Du kaum unter 15.000€ bekommen können.
    Beiwagen gab es übrigens u.a. aber zumeist von Steib. Mal eckig, mal rund.

    Die R25/3, bei deinem Photo leider Reflektion, hatte auch sowas wie eine " Kühlerfigur "..... vor dem Lenkrad eine übergrosse Flügelmutter. Vielleicht hast Du ja ein weiteres, unveröffentlichtes Photo von diesem Detail.

    Tja, neben Oldtimer-PKW ( ich suche ja vergebens ), kenne ich mich auch ein bisserl mit Oldtimer-Motorrädern aus :)

    Klasse Fundstück!


    Gruss

    Gerd
     
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  5. ELMA
    Offline

    ELMA erfahrenes Mitglied

    Jürgen, da nimmst Du uns in eine Gegend mit, die ganz bestimmt nicht überlaufen ist.

    Wenn man auf der A1 in Dalmatien Richtung Süden fährt, so hat man von der Krkabrücke ( dort wo die Raststätte ist) auf der einen Seite den Ausblick auf Skradin, auf der anderen Seite auf den Binnensee Prokljansko Jezero ( auch Prukljansko Jezero)

    Hier der Ausblick zwei Kilometer weiter.

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    Der Binnensee wird gespeist von der Krka und einem weiteren kleinen Flüsschen, der Guduća.
    Die Krka fließt durch diese Bucht und mündet wenige Kilometer später bei Sibenik ins Meer.
    Das Wasser dieses Sees ist Brackwasser. An der Oberfläche Süßwasser , tiefer unten Salzwsser.

    Immer wieder haben wir uns überlegt , wie man zu diesem See und die Orte Zaton und Raslina kommt.
    Es gibt von der Autobahn hinunter keine kurze Verbindungsstrecke. Man muss über Sibenik und dann Krka - aufwärts fahren, so wie Du es beschrieben hast, Jürgen,

    Hier der Kanal Sveti Josip - hier fließt die Krka Richtung Meer.

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    Unweit davon, am Ende einer schmalen Bucht, ist dieses kleine Dorf Zaton.

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    Ich denke, es ist bei Bootfahrern recht beliebt, liegt der Ort doch geschützt vor Bora und Jugo. Wir waren im März dort und da trainierten die Kanufahrer bereits.

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    Wir fuhren weiter nach Raslina, das direkt am See liegt.

    Ein wenig spektakulärer Ort.

    Es war zwar März, im Sommer sieht es dort wahrscheinlich etwas anders aus . Aber ich hatte den Eindruck, dass Raslina eher ein Ort für Familienurlaub als für den großen Tourismusboom ist.

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    Im Hintergrund Blick auf die Autobahnbrücke

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    Es gab auch einen kleinen familiären Campingplatz , im März natürlich geschlossen.

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    Ich könnte mir vorstellen, dass im Sommer die kroatischen Familien dort unter sich sind,

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    Ein weißer Fleck im Forum ist Zaton an der Krka nicht!

    Schau mal

    http://www.adriaforum.com/kroatien/...lina-am-prokljansko-jezero.69692/#post-684793

    http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/1517_norddalmatien-zaton-kajaktraining.70842/


    Gruß,
    Elke
     
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  6. claus-juergen
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    claus-juergen Moderator Mitarbeiter

    Hallo Elke,

    Danke für deine Ergänzungen zum Thema. Was Raslina angeht, waren wir natürlich auch da. Mal sehen, ob ich euch noch ein paar Bilder von dort zeige und ein paar Infos poste.

    Mehr als 1500 Bilder habe ich aus Norddalmatien mitgebracht. Die müssen erst mal katalogisiert werden.

    Grüße

    Jürgen
     
  7. claus-juergen
    Offline

    claus-juergen Moderator Mitarbeiter

    Hallo Gerd,

    Nein, ich habe kein weiters Bild von der BMW. Nur nebenbei erwähnt sei, dass ich heute bei jemandem war, der alte Motorräder restauriert. Wusstest du, dass Ducati Mototrräder in Lizenz in Spanien gefertigt wurden?

    Grüße

    Jürgen
     
  8. nihil-est
    Offline

    nihil-est erfahrenes Mitglied

    Mojen @claus-juergen ,

    bei Motorrädern kenne ich mich leider im Detail nicht so gut aus an sich. Mag auch daran liegen, entgegen dir, ich habe nicht einmal einen Motorrad-Führerschein.
    Auf Messen oder Oldtimertreffen gilt mein Faible eher den PKWs doch schaue ich gerne immer bei den Gespannen vorbei. Um bei BMW zu bleiben, so ein R75-Gespann, dafür würde ich durchaus auch den Lappen machen :):)

    Lizensfertigung gab es früher und ist ja auch heuer recht verbreitet. Was übrigens alte BMW´s betrifft, die wurden ja noch zig Jahre lang unter anderem Namen recht erfolgreich nicht nur in der SU oder DDR aufgelegt. Nicht unwichtig auch wegen der Ersatzteillage.

    Von " spanischen Ducatis " hingegen habe ich noch nicht zuvor gehört.

    Auf jeden Fall aber habe ich mich über deine Photo´s zur BMW ganz besonders gefreut auch wenn das Strangthema ja an sich primär über Zaton/Krka geht was Du auch wunderbar in Bilder umgesetzt hast.

    Gruss

    Gerd
     
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  9. weka
    Offline

    weka erfahrenes Mitglied


    Elke, falls du dich auf mein Posting beziehst, ich schrieb vom Anfang der siebziger Jahre. Ich glaube kaum, dass jemand vom Forum zu dieser Zeit schon in Zaton war. Wenn ja, dann wäre es interessant , welche Bewohner sich dort befanden?
    Im Dunkeln glaube ich mich zu erinnern, dass der Ort von Serben bewohnt gewesen sein sollte. Könnte ja der südlichste Zipfel der Srb. Krajina gewesen sein.
     
  10. ELMA
    Offline

    ELMA erfahrenes Mitglied

    Nein, Werner, ich bezog mich auf die beiden Positngs in den beiden von mir zitierten Links.

    Du hast in #2 so etwas angedeutet.
    Darüber weiß ich nichts. Aber es wäre interessant, die Geschichte der Menschen, die in diesen Orten lebten und leben genauer zu kennen.

    Danke für den Hinweis.

    Gruß,
    Elke
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Nov. 2018
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  11. claus-juergen
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    claus-juergen Moderator Mitarbeiter

    Hallo Elke und Werner,

    Natürlich waren wir auch in Raslina. Dort haben wir uns mit einem Einheimischen auf deutsch unterhalten können. Er hat uns erzählt, dass auf der anderen Seite des Meeresarms "Serben" wohnten. Diese wurden wohl wie alle in der Region von der jugoslawischen Volksarmee im Jahr 1990 heimlich mit Waffen ausgestattet. Als nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens die bewaffneten Auseinandersetzungen auch hier begannen, kamen die Serben eines Tages mit Booten herüber nach Raslina um die dort wohnende Bevölkerung mit Waffengewalt auszurauben.

    Dieses serbische Dorf existiert heute nicht mehr. Es wurde während des Krieges zerstört. Näheres dazu könnte oder wollte uns Stefan, so der Name des Einheimischen, nicht sagen. Heute ist das Dorf unbewohnt. Stefan nannte uns selbst auf wiederholte Nachfrage nicht einmal den Namen des Dorfes.

    In Knin habe ich mit einem jüngeren Einheimischen gesprochen um zu erfahren, wie hoch denn heute der Prozentsatz der serbischen Bevölkerung in der ehemaligen Hauptstadt der serbischen Republik Krajina sei. Dieser Mann hat mir erklärt, dass es aus seiner Sicht in der Region nie eine serbische Bevölkerung gab.

    Seiner Meinung nach handelte es sich um eine homogene Bevölkerung, die seit Generationen hier gelebt hat und auch den regionalen Dialekt sprach. Ein Teil dieser Bevölkerung war serbisch orthodox gläubig und die anderen eben römisch katholisch. Das sei seiner Meinung nach der einzige Unterschied der Bewohner. Man heiratete selbstverständlich interkonfessionell und lebte, arbeitete und feierte zusammen.

    Allerdings wurde dieser Teil der Bevölkerung vor allem in der zweiten Hälfte der 80er Jahre von Medien und Politikern aus Serbien (!) aufgehetzt. Das Ergebnis kennen wir alle.

    Für mich klingt diese Erklärung des Bewohners aus Knin durchaus nachvollziehbar. Der Mann erzählte mir, dass heute seiner Einschätzung nach weniger als 20 Prozent der heutigen Bevölkerung den serbisch orthodoxen Glauben hat.

    Grüße

    Jürgen
     
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  12. spy56
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    spy56 aktives Mitglied

    Ergänzend zu Jürgens Bericht

    Der bekannte Ausblick auf Zaton

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    Kleiner Bootshafen mit Altstadtansicht

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    Alt aber Bezahlt

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    Auch dieses "Teil" ist noch in Betrieb

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    Ein Fortbewegungsmittel der besonderen Art, zumal ein nicht ganz unwichtiges Teil fehlt

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    Die besagte BMW 25/3

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    Partisanendenkmal

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    Stilleben am Hafen

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    Extra für James Bond

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    Kraut und Kräutergarten in Raslina

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    Vom Strand in Raslina hat man diesen Blick zur Autobahnbrücke

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    Auf was muss ich im Urlaub achten? Hinweise an einem Verkehrsschild in Raslina

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    Ein Parkplatz der besonderen Art am Hafen in Zaton

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    Grüße Martin
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Nov. 2018
  13. ELMA
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    ELMA erfahrenes Mitglied

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    Ein tolles Unikat! :zustimm:
    Ist klar!!




    Die Beleuchtung fehlt !!

    Gruß,
    Elke
     
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  14. claus-juergen
    Offline

    claus-juergen Moderator Mitarbeiter

    Von der Konoba Feral aus hat man nicht nur einen netten Blick auf den kleinen Hafen. Der Wirt hat für jeden Tisch eine individuelle Tischdekoration angefertigt, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

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    Mal was anderes und mal was individuelles schönes wie ich meine.

    grüsse

    jürgen
     
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  15. Zsiggi
    Offline

    Zsiggi Mitglied

    Für alle Interessierten habe ich auch noch Motorradfotos im Juni 2018 aufgenommen.


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    Beim durchlesen dieses Berichtes erinnerte ich mich an ein paar spielende Kinder in Raslina die uns vom Baden in Zaton abrieten.
    Kann sich da jemand einen Reim darauf bilden ?
     

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