Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Mifle0371

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#1
Liebe Foris,

hier ist der nächste Teil des Reiseberichtes.

Die vorangegangenen Teile:

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-albanien-2009-anreise-t60209/

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-albanien-2009-qerret-bei-durres-t60264/

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-albanien-2009-durres-t60310/

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-albanien-2009-fahrt-den-sueden-t60348/

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-2009-albanien-himare-t60444/

http://www.adriaforum.com/kroatien/unser-urlaub-albanien-2009-saranda-und-griechenland-t60502/

wir befinden uns immer noch in Butrint.

Zurück ging es wieder mit der Fähre. Wie auch sonst?





Die Sicherheit wurde groß geschrieben. Normalerweise braucht ein Mensch, der noch nicht mit dieser Fähre gefahren ist, ähnliche Sicherheitsmaßnahmen.
Als die Fähre anlegte, geschah das mit einer ziemlichen Wucht, so dass ich mich gerade noch auf den Beinen halten konnte.



Auf dem Rückweg sahen wir diese halb eingestürzten Bauten. Das muss ein Erdbeben verursacht haben, dass in Albanien kurz vor unserer Ankunft gewütet hat.





Trotz einsetzenden strömenden Regens, musste die Schildkröte noch schnell von der Straße genommen werden.





Und immer schön auf die Straße schauen...



Dieser scheue Hund bekam auch etwas zu fressen.



Noch einmal fuhren wir nach Saranda.

Hier hatten die Kühe ganze Arbeit geleistet, und den Müll auf der Suche nach etwas zu Fressen, auf der Straße verteilt.



Alte vergessene Denkmäler aus einer anderen Zeit.





Diesmal besuchten wir einen anderen Teil von Saranda. Hier sieht man ein neues, oder zumindest saniertes Hochhaus.



Viele leerstehende Gebäude waren zu sehen. Waren es Invest Ruinen, oder einfach noch nicht fertig gebaute Häuser? Wir wussten keine Antwort.



Diese sehr farbigen Kunstblumen wurden vor einem Friedhof verkauft.



Das sieht aber auch nicht ganz ungefährlich aus.



In diesem Hafen rosteten alte Kriegsschiffe vor sich hin, die sicher schon vor Jahren aussortiert wurden.









Fotografieren lassen wollte sich der Posten nicht so gern, und drehte sich weg.



Er bewachte diese Kaserne.



Wohnblocks umsäumt von Müll.



Hier turnte ein Arbeiter, ohne jegliche Sicherung, auf dem halbfertigen Bau herum.



Dann ging es wieder ans Essen. Wie gehabt unter 10€ und sehr gut.





Am nächsten Tag schauten wir uns mal ein bisschen die nähere Umgebung an.
Es gab auch noch andere Buchten die zum Baden einluden. Wir haben hier nie Menschen gesehen. In der Hochsaison ist hier sicher mehr los. Bierkisten mit leeren Flaschen, die Theke mit dem Zapfhahn, und andere Sachen standen dort noch herum. Das wird wohl auch jetzt noch so sein.



Diese Puppen, die an Häusern hingen, haben wir öfters gesehen. Was es zu bedeuten hat, weiß ich leider nicht.



Noch eine Bucht weiter konnte man sogar essen. Also dann nichts wie hin.





Wieder einmal war der Hunger zu groß und die Kamera zu langsam.
Der Edelfisch schmeckte wirklich sehr gut. 3000 Lek, ca.22,50€ kam der Spaß, war es aber auch wert.

Das Lustige dabei war, dass Gina am Morgen in unserer Badebucht einen 1000 Lek Schein gefunden hat. Wenn man so will, kostete das Essen dann nur noch 15€.



Die beiden Wohnmobile kannte ich doch.

Das waren wieder die Franzosen. In dieser Bucht war es nicht so schön, und ich ging mal zu ihnen hin und habe erklärt, das es 4 Kilometer weiter nördlich einen Campingplatz gibt, wo sie kostenlos stehen könnten, und die ganze Bucht für sich hätten. Sogar die Sanitäranlagen waren ja noch offen.

Aber sie blieben da unten stehen.



In unserer Bucht befanden sich diese alten Häuser. Wir hatten schon zuvor gesehen, das da immer große Säcke eingelagert wurden. Die Neugier trieb uns dahin, und wir wollten wissen, was da drinnen wohl gelagert wird.



In den Säcken war Salbei. Überall wuchs er dort, und gab einen wunderbaren Duft von sich.



Auch eine kleine Kirche gab es. Allerdings war dieses Kirchlein in einem erbarmungswürdigen Zustand.





Diese alte Festung wollten wir besuchen, haben es aber irgendwie doch nicht geschafft, uns einer Führung anzuschließen.





Überall wuchsen Granatäpfel, aber so richtig genießen konnte man die nicht. Die waren einfach zu sauer. Wochenlang haben wir noch welche zu Hause gehabt, aber sauer blieben sie dennoch.



Das wars wiedermal. Der letzte Teil folgt in Kürze.

Tschüssi

Michael
 

Goldie

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#2
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Hi Michael,

danke für Deine Mühe und den schönen, sehr interessanten Bericht. - Bezüglich der Fähre habt Ihr wirklich Mut bewiesen.

Wir freuen uns schon auf den letzten Teil.
 

wallbergler

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#3
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Servus Michael,
du steigerst dich von mal zu mal.
Wieder ein sehr guter Überblick. Was Menschen bewegt, die Umwelt verkommen zu lassen, man sieht wahrlich ärmliche Häuser, aber nur Mercedes. Aber das kennen wir ja schon.
Die Herren fahren Mercedes und zu Hause weiß man nicht wo man das tägliche Brot hernehmen soll.
Anarchisch .
Mit den Aufnahmen des Militärgeländes und den , wenn auch noch alten verrosteten Pötten, bist du sicher ein großes Wagnis eingegangen. Man hat in manchen Ländern oder auch da unten schon für viel Geringeres Leute eingesperrt.
Insgesamt gesehen, war natürlich darüber hinaus auch wieder ein großer Bilderreigen von nicht gesicherten Straßen, gefährlichen (zumindest in unseren verwöhnten Augen) Fähren, leckerem Essen, dem Kirchlein und den Salbeisäcken usw. zu sehen.
Fantastische Auswahl in dieser stillen Ecke.
Danke dir
Helmut
 

claus-juergen

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#4
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

hallo michael,

ich freue mich immer über die berichte deiner albanien-reise. es ist einerseits erschreckend und andererseits bewundernswert, wie die dort lebenden menschen angesichts der widrigen lebensumstände zurechtkommen.

allerdings habe ich die hoffnung, daß sich auch in diesem land etwas bewegen wird. die landschaft mit nahezu unverbauter küste wird früher oder später vom tourismus entdeckt werden. hoffen wir nur, daß nicht die selben bausünden wie in spanien, frankreich oder italien begangen werden. eine entwicklung wie in kroatien in den vergangenen eineinhalb jahrzehnten könnte als vorbind für albanien dienen.

in der erwartung weiterer bildberichte verbleibe ich mit vielen grüssen nach sachsen

jürgen
 

Mifle0371

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#5
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Bezüglich der Fähre habt Ihr wirklich Mut bewiesen.
Naja, wir können ja schwimmen. Unser Auto allerdings nicht.;)

Mit den Aufnahmen des Militärgeländes und den , wenn auch noch alten verrosteten Pötten, bist du sicher ein großes Wagnis eingegangen. Man hat in manchen Ländern oder auch da unten schon für viel Geringeres Leute eingesperrt.
Da habe ich mir keine Gedanken gemacht Helmut. Ich habe da schon Geschichten, z.B. aus der Türkei gehört, wo Leute ein Steinchen als Souvenier mitgenommen haben, und ins Gefängnis gekommen sind. Nein, solche Gedanken habe ich mir wirklich nicht gemacht. Allerdings kenne ich die Gepflogenheiten in dem Land nicht...

allerdings habe ich die hoffnung, daß sich auch in diesem land etwas bewegen wird.
Ja Jürgen, die Hoffnung haben wir auch. Dem Land wird mehr Bedeutung in der Zukunft zukommen. Da sind wir uns sicher.

Tschüssi

Michael
 

juergi 2008

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#6
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

toller bericht habt bestimmt viel gesehen,ist nicht etwas für jederman.


mfg juergi:xmas:santa::respekt::respekt::tannenbaum::tannenbaum:;)
 
E

ELMA

Guest
#8
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

es ist einerseits erschreckend und andererseits bewundernswert, wie die dort lebenden menschen angesichts der widrigen lebensumstände zurechtkommen.

allerdings habe ich die hoffnung, daß sich auch in diesem land etwas bewegen wird.
Und es bewegt sich schon einiges!
Ich war letzte Woche in Wien in der Ausstellung Balkanology
Architekturzentrum Wien
Sehr interessant!
Neben Kroatien ( Istrien), Montenegro und Rumänien wird dort auch auch ein Blick auf Albanien gerichtet.

Es war ( unter architektonischem Aspekt) vor allem Tirana dargestellt mit seinen Problemen, die aber in anderen Orten ähnlich sind, wie man in Michaels Bericht sehen kann.
Beeindruckt hat mich das Erinnern daran, dass den Albanern jahrezehntelang jegliche Individualität durch die totalitäre Allgegenwart des Staates bis hin in die Familie genommen wurde.

Jetzt, nach rund 14 Jahren versuchen viele , ihre persönliche Lebenssituation zu verbessern- durch wildes Bauen, durch hemmungsloses Nutzen von "Freiräumen" ( ohne Rücksicht auf Natur, Umwelt, oder auch städtebauliche Aspekte)

Verbindliche Gesetze gibt es so gut wie nicht - oder sie werden nicht beachtet.

Seit Ende der Diktatur ziehen viele Menschen in die Städte ( Früher durften sie es nicht: Tirana hat heute 3x mal mehr EW als vor 15 Jahren)

Die Menschen, deren Leben jahrzehntelang bis ins Detail reglementiert und vorgeschieben war , müssen erst lernen, dass Freiheit auch Verantwortung bedeutet.

Der Bürgermeister von Tirana versucht in seiner Stadt durch verschiedene Maßnahmen die Identifikation der Bewohner mit "ihrer" Stadt, "ihrem" Stadtteil zu erreichen, um dadurch das Gefühl der Verantwortung zu wecken für das, was jeder einzelne meist immer noch nur zu seinem Vorteil tut ( z.B. wildes Bauen/ Anbauen zur Schaffung von Wohnraum).

Neben der Gefahr des schnellen Gewinns durch mafiaähnliche Organisationen bei Spekulationen ( vor allem bei Bauprojekten in Tourismusgebieten) und des mangelnden Geldes der meisten Albaner dürfte dieses ungesteuerte Bedürfnis nach Individualität und freier Entfaltung eine der Hauptursachen für manche doch sehr chaotische Entwicklung des Landes sein.

Es dürfte noch ein weiter Weg sein, bis ein Wandel des Bewusstseins einsetzt ( Nicht ganz so extrem, aber dennoch ähnlich erkennbar war es nach 1995 in HR - zum Glück greifen dort jetzt langsam Gesetze ( z.B. gegen wildes Bauen) - am Bereich Istrien/Raum Pula wurde das in der Balkanologyausstellung sehr gut dargestellt.

Gruß,
ELMA
 

Mifle0371

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#9
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Seit Ende der Diktatur ziehen viele Menschen in die Städte ( Früher durften sie es nicht: Tirana hat heute 3x mal mehr EW als vor 15 Jahren)
Das ist mir natürlich auch neu. Galt das Zuzugsverbot nur für die Hauptstadt?

Danke für die vielen Informationen Elke.

Michael
 
E

ELMA

Guest
#10
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Nein, Michael - das galt überall.
Umziehen, Reisen.. war alles streng geregelt.
Unser einheimischer Reiseführer in Shkodra hat uns erzählt, dass die Bewohner von Dörfern sogar Anträge stellen mussten, wenn sie ins Nachbardorf gehen wollten - mit Angabe der Uhrzeit und Dauer der "Reise"(die ja zu Fuß, mit Eseln/ Pferden oder vielleicht auch mit dem Bus gemacht wurden - private Autos waren bis 1990 verboten)

Unvorstellbar - diese Entmündigung und Kontrolle der Bevökerung damals unter Enver Hoxha.

Und vor diesem Hintergrund muss man hat halt auch die heutigen Enwicklungen in diesem Land sehen.

Gruß,
ELMA
 

wallbergler

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#11
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Und vor diesem Hintergrund muss man hat halt auch die heutigen Enwicklungen in diesem Land sehen.
Liebe Elke,
ich habe nicht umsonst so hohen Respekt vor dir , dieser Satz beweist wiederum in wenigen Worten einen große Analysefähigkeit.
Was erneut verdeutlicht, dass wir alle, wirklich alle, aus der Geschichte heraus nur lernen können.

Hab es ja selbst erlebt, seinerzeit 64 in Belgrad, als Schlapphüte einen Jungen von unserem Tisch, zu dem er sich gesellt hat, abholten. Verbrüderungsgefahr zu deutsch. (Fraternisierung)
Diese staatliche Unterdrückung!

Besser kann man eine solchen bildlichen Anschauungsunterricht von Michael gar nicht erläutern.

Vielen Dank
Helmut
 

Mifle0371

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#12
AW: Unser Urlaub in Albanien 2009-Saranda Teil II

Nein, Michael - das galt überall.
Umziehen, Reisen.. war alles streng geregelt.
Unser einheimischer Reiseführer in Shkodra hat uns erzählt, dass die Bewohner von Dörfern sogar Anträge stellen mussten, wenn sie ins Nachbardorf gehen wollten - mit Angabe der Uhrzeit und Dauer der "Reise"(die ja zu Fuß, mit Eseln/ Pferden oder vielleicht auch mit dem Bus gemacht wurden - private Autos waren bis 1990 verboten)

Unvorstellbar - diese Entmündigung und Kontrolle der Bevökerung damals unter Enver Hoxha.

Und vor diesem Hintergrund muss man hat halt auch die heutigen Enwicklungen in diesem Land sehen.

Gruß,
ELMA
Das ist ja unglaublich.

Es stimmt, wenn man die Geschichte dieses Landes nicht kennt, kann man vieles nicht richtig einordnen.

LG
Michael
 
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