Tante Liese erobert Istrien! Ein mehrteiliger Reisebericht

Tante Liese

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#1
Es war endlich wieder soweit. Wir bestiegen unser überladenes Auto gegen Abend. Auf dem Rücksitz ein fröhliches Kind zwischen Kuscheldecken und Rucksäcken voller Fotoausrüstungen, ausgestattet mit einer "Schnucketüte" von Oma. Wir verließen den nasskalten Knüll gegen Abend. Im CD-Player sang uns Chris Rea auf der neuen Urlaubs-CD "Looking for the summer". Wir wollten sehen, wo unser Sommer war, ihn festhalten, noch ein bisschen, für eine Woche lang. Der Sommer, der in diesem Jahr "getanzt hatte, groß und ganz war... satt und fröhlich". Wir fuhren über Nacht, um in den frühen Morgenstunden in Ljubljana zu frühstücken. Ljubljana liegt am Fluss Ljubljanica, der in der Innenstadt von zahlreichen Brücken überquert wird, an denen sich wunderschöne Ausflugslokale befinden. Ljubljanica, das ist das Interessante, wird unter sieben verschiedenen Namen geführt. Er fließt in Slowenien durch zahlreiche Karsthöhlen und immer, wenn er wieder aus einem Berg herauskommt, erhält der Fluss einen neuen Namen. Jedes Mal wird er neu geboren und kann seine Identität wechseln. Was für eine schöne Vorstellung. Leider empfing uns Ljubljana an diesem Morgen mit heftigen Regengüssen und unsere romantische Idee vom Frühstück an der Ljubljanica wurde weggewaschen. Auch eine kleine Shopping-Tour war nicht möglich, da die Läden ihre Tore erst gegen 10.00 Uhr für uns öffnen wollten. Also beschlossen wir kurzerhand weiter nach Rovinj zu fahren. Unterwegs wurden wir von heftigen Regengüssen begleitet und ich war ein bisschen skeptisch, ob wir ihn wirklich noch finden konnten, unseren Sommer. Rovinj begrüßte uns mit Sonnenstrahlen. "Hier bist du also, mein Sommer", dachte ich. Die 4,70m hohe Statue der heiligen Euphemia, die nicht nur Schutzpatronin von Rovinj, sondern von ganz Istrien ist, winkte mir mit ihrer rechten Hand zu. Sie ist drehbar und zeigt stets in die Richtung, aus der der Wind kommt, so dass sie uns das gute Wetter verkündete, auf das wir so gehofft hatten. Euphemia, die Märthyrerin zur Zeit des Kaisers Diokletias. Man wollte sie den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen, aber keines der Bestien rührte sie an, so dass sie mit einem Dolch erstochen werden musste. Ihr verschwundener Sarg wurde im Jahre 800 bei Rovinj an Land gespült. Seit dieser Zeit bewahrt man ihn in der Kirche der Heiligen Euphemia in Rovinj auf. Sie thront hoch über dem Städtchen und schaut anmutig auf die kleinen gepflasterten Gassen hinunter.

Wir erwanderten diesen bezaubernden Ort, bestaunten die kleinen Kunstgalerien und ich verliebte mich wieder einmal.






Wir speisten am Meer und tranken Wein. Ich aß hausgemachte Nudeln mit Trüffeln und da war sie wieder, diese Freiheit, die man nur am Meer fühlt. Man atmet tief durch, schaut hinaus in die Weite, hört das ewige und stetige Plätschern der Wellen, die sich an den Steinen brechen und der Kopf wird frei, nichts ist mehr wichtig. In weinseliger Stimmung erklärte ich dem wissbegierigen Kind, dass alle Menschen deshalb gerne am Meer sind, weil jeder ganz tief in sich drin diese Traurigkeit hat, dass er nicht frei sein kann und tun und lassen, was er möchte. "Du fühlst es aber, wie es sein könnte, wenn du dem Meer zuhörst. Das ist der Grund", philosophierte ich und nippte gefühlsduselig an meinem Glas.
 
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Kissy

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#3
Hallo Tante Liese,
schön, dass Du diesmal von Istrien berichtest! Wir machen seit 17 Jahren mindestens einmal pro Jahr in Vrsar Urlaub und haben in dieser Zeit so ziemlich alle Orte auf Istrien erkundet, auch im Herbst waren wir schon dort und es hat uns ebenso gut gefallen, wie im Sommer!
Ich freue mich auf Deine Fortsetzung!

Gruß, Rainer
 

Tante Liese

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#6
Tante Liese erobert Istrien Teil 2

Am nächsten Tag war eine Fahrt auf dem Limski Kanal mit Besichtigung der Piratenhöhle geplant und so vertrieben wir uns an diesem Morgen die Zeit mit dem Erkunden der Altstadt von Rovinj. Wir schlenderten am Meer hinauf Richtung Kirche. Das kluge Kind hatte Spaß daran, mit Marco auf den rutschigen Felsen in eine kleine Höhle zu klettern und da sie dabei einige Krebse entdeckten, dauerte diese Erkundung eine Weile. Ich setzte mich unterhalb der Kirche auf eine Bank mit Blick auf das Meer. Es war herrlich ruhig, ein Vorteil des Herbstmonats, Rovinj war nicht überfüllt zu dieser Jahreszeit. Auf den Felsen unterhalb von mir kletterte ein junger Mann mit wilden zerzausten Haaren mit seinem kleinen Hund und ich beobachtete sie eine Weile. Es war ein freier glücklicher Hund, der sich laut bellend in die Wellen schmiss, vermutlich war es sein Herrchen auch- frei und glücklich. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen meine beiden Mitreisenden von ihrer Erkundungstour zurück und wir gingen weiter hinauf zur Kirche. Dort hatte sich eine Hochzeitsgesellschaft eingefunden, der Kirchplatz war voll mit fröhlichen jungen Leuten. Ich wünschte ihnen im Stillen viel Glück, denn das braucht man, wenn die Liebe die Zeit überdauern soll. Meist ist es leider so, wie Tucholsky schon sagte:"Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe." Glücklicherweise nicht immer. Wir schlenderten weiter hinab in die -meiner Meinung nach- schönste Gasse von Rovinj. Sie führt abwärts vom Kirchplatz über tückische Treppenstufen und ist gesäumt von kleinen Lädchen und Kunstgalerien. Wir waren auf der Suche nach einem ganz bestimmten Andenken: Eine Künstlerin sammelt im Winter Treibholz und trocknet es. Sie bemalt die Holzstückchen als bunte Häuschen von Rovinj und fügt sie zusammen. Wir wurden fündig, beschlossen aber, an diesem Tag, wegen der geplanten Schifffahrt, noch nichts zu kaufen. Nach einem herrlichen Mittagessen am Hafen bestiegen wir abenteuerlustig unser Schiff und setzten uns im herrlichsten Sonnenschein nach ganz oben auf das Deck.

Kurz vor dem Start kam die Schiffsbegleiterin auf uns zu und erklärte, dass die Fahrt in den Kanal heute nicht stattfinden würde. Sie erwarteten noch eine größere Reisegruppe, die lieber die Panoramafahrt machen wolle. Wir bekamen die Hälfte unseres Geldes zurück und starteten zu unserem Bedauern zur Panorama-Tour. Zu dieser Jahreszeit war es leider schwierig, ein Schiff zu finden, dass die Kanal-Tour noch machte. Ich fand die Aussicht jedoch herrlich und so nahmen wir uns vor, zu einem anderen Zeitpunkt unserer Reise noch in den Limski Kanal zu fahren.











Rovinj vom Meer aus bot einen herrlichen Anblick, ich muss aber leider hier auf meine Fotos zurückgreifen, weil Marcos Bilder zu groß sind. Ich werde sie später noch hochladen, im Moment gelingt es mir nicht.



Wir fuhren um Rovinj herum und nahmen die erwartete Reisegruppe auf der anderen Seite in Empfang. Es strömten um die 50 Menschen auf das Schiff und eroberten es buchstäblich, wie eine wilde Piratenhorde. Sie enterten auch das Deck, auf dem wir in romantischer Stimmung mit einer anderen kleinen Familie saßen. Es wurde laut. Zu unserem großen Ärgernis stellte sich ein älterer Herr mit roter Jacke direkt vor unseren Tisch, lehnte sich dort an, so dass ich seine Jacke mitunter im Gesicht hängen hatte und bewegte sich dort die gesamte Fahrt über nicht mehr weg. Es waren noch genügend freie Plätze vorhanden, aber er mochte diesen Platz mit der schönen Aussicht für seine Fotos. Dies verärgerte Marco dermaßen, dass er waghalsig über Tische und Bänke an ihm vorbei kletterte, um seinerseits schöne Fotos zu machen. Das kluge Kind fragte mich, warum der Mann wohl nicht merkte, dass er uns im Weg stand. Ich antwortete ihr: "Weil er mal ein Chef, ein Direktor war oder ein Besitzer ist. Es ist jetzt sein Schiff, er hat es erobert." Die Reisegruppe bestand aus Österreichern, er musste die Bemerkung verstanden haben, blieb aber unbeeindruckt stehen. Nun gut, zu allem Übel wurden sie von einer Reiseleitung begleitet, die uns unablässig über Micro mit ihren Kommentaren und Witzen belästigte. Später dann, gab sie aber auch einige interessante Erklärungen und wir lernten beim Umfahren der vorgelagerten Inselchen einiges dazu. Dies aber nicht nur im Hinblick auf das herrliche Rovinj und seine vorgelagerten Inseln, sondern auch in Sachen "Verhalten von Reisegruppen im Urlaub". Letztendlich war diese Schifffahrt bei strahlendem Sonnenschein für uns doch ein großes Erlebnis und wir kamen fröhlich gelaunt im Hafen von Rovinj an. Das Verlassen des Schiffes erwies sich dann aber als mehr oder weniger beschwerlich, weil das "Piratengeschwader" , so schnell wie es das Schiff geentert hatte, nun auch fluchtartig von Bord drängte. Nachdem das Kind in der Menge von einigen älteren Damen behände zur Seite geschubst wurde, damit sie schneller die Leiter erreichen konnten, ließen wir uns ein wenig zurück- fallen, um den Kohorten den Vortritt zu lassen. Die Reiseleiterin kündigte an, dass ihnen eine halbe Stunde Zeit bliebe, bis sie in den nächsten Ort "besetzen"würden. Ich verstand die Eile und sagte zu klugem Kind: "Sie haben es eilig, wir warten." "Warum haben es alte Leute immer so eilig?", fragte das nachdenkliche Kind. "Ihnen läuft die Zeit weg", antwortete ich.
Nun gut, am Abend durften wir Rovinj beleuchtet erleben. Die Gässchen strahlten und das alte Pflaster spiegelte uns im warmen Abendlicht entgegen, als würde es täglich geputzt. "Die Füße der zahlreichen Besucher putzen es", dachte ich. Marco machte wunderschöne Abendaufnahmen, die ich später noch hochladen werde.
 
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#8
Es ist schön, den Urlaub so nochmal miterleben zu dürfen. Besonders wenn man Pause hat und aus dem Fenster seines Büros schaut und draußen alles grau und verregnet ist.

Nehm' bitte die Bilder von der Kamera und nicht die Handybilder. Wir haben doch soo schöne Bilder von Rovinj gemacht :)
 

Hamlet

Oller Meckerpriem!
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#10
Hallo Tante Liese,

schon deine letzten Berichte haben mir sehr gefallen und auch hier hast du wieder eine exzellente und gleichzeitig informative Wortwahl gefunden.
Bitte weiter so.

"Warum haben es alte Leute immer so eilig?", fragte das nachdenkliche Kind. "Ihnen läuft die Zeit weg", antwortete ich.
Sage bitte dem neugierigen Kind, dass ich das auch nie verstehe. Man beobachtet dieses unsägliche Verhalten leider auch immer wieder im Alltag.
Busse und Bahnen werden geentert oder verlassen, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Und die oftmals begleitende Unhöflichkeit toppt noch die der viel verschrieenen "unmöglichen" Jugend.
Vielleicht sollte man Ihnen mal mitteilen, dass die Zeit nicht wegläuft, denn sie kommt ihnen eigentlich unweigerlich entgegen.
 
A

Aero

Guest
#13
Hallo Esther,

schön von dir wieder zu hören.

Es ist natürlich wieder ein informativer sowie amüsanter Reisebericht mit wunderschönen Fotos (großes Dankeschön auch an Marco) , so wie wir schon von eurem Sommerurlaub verwöhnt wurden.

Lieben Dank, dass du uns wieder virtuell auch eurem Herbsturlaub teilnehmen lässt.

Freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße vom Bodensee
Steffi
 

Tante Liese

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Tante Liese erobert Istrien Teil 3
Bevor ich von unserem Ausflug nach Bale, Pula und Fazana erzähle, muss ich noch ein paar Bilder von Tag 1 und 2 zeigen.












Auf dem Weg nach Pula machten wir Station im kleinen Örtchen Bale und waren sofort verzaubert. Eine kleine gepflasterte Gasse führt hinauf zur Altstadt, die auf einem Karsthügel liegt. Von ihr führen weitere Seitengässchen ab, die wir neugierig erkundeten. Wir gelangten auf den kleinen Platz vor der Pfarrkirche St. Julian mit ihrem 36m hohen Glockenturm. Er ist grün bewachsen mit Sitzmöglichkeiten und während Marco auf Fototour ging, blieben kluges Kind und ich ein wenig dort. Wir freundeten uns -wie so oft- mit einem kleinen Hund an, der uns bereitwillig seinen Ort zeigte.









Fremde Hunde haben oft die Angewohnheit, mir auf Schritt und Tritt zu folgen und so ließ auch dieser uns nicht mehr unbeaufsichtigt. Ich nehme an, ich rieche selbst nach Hund oder wir sprechen einfach die selbe Sprache.







Er folgte uns auch noch, als wir schon wieder hinab zum Auto gingen und ich musste ihn eindringlich auffordern, endlich wieder nach Hause zu gehen.
Wir spazierten im schönen Sonnenschein zurück zum Parkplatz neben einer älteren Dame mit Stock, die uns sogleich freudig ausfragte. Sie sprach italienisch mit mir und ich war geschmeichelt, dass sie mich offensichtlich für eine Italienerin hielt. Ich las erst später, dass Bale zweisprachig ist. Wir wären sehr gern noch in diesem bezaubernden Ort geblieben, wollten aber weiter nach Pula. Beim Verlassen von Bale stellte sich uns ein weiterer Straßenhund in den Weg. Da Casanova auch hier residiert hatte, war es wohl die "Hundeausgabe" des Frauenhelden. Groß, stolz und arrogant stellte sich dieser gefleckte Hund mitten auf die Straße und hinderte uns am Weiterfahren. Die alte Dame am Straßenrand hatte ihn "Le bello cane" genannt. Nach mehrmaligem Hupen begab er sich gemächlich zur Seite und ließ uns passieren. Es war sein Bale, das war nicht zu leugnen, und er bestimmte, wer hier rein und raus durfte.
 
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baskafan

Adriasüchtiger
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#17
Wieder, wie schon gewohnt, wunderschöne Bilder und wirklich nett beschrieben.
Ich hoffe Marco vergisst nicht einige davon beim diesmonatigen Photobewerb: "In Kroatiens Städten und Ortschaften" einzustellen. Bis Montag hätte er noch Zeit!!!
 

Tante Liese

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Tante Liese erobert Istrien Teil 4
Wir fuhren weiter nach Pula, mit großen Erwartungen im Gepäck, denn wir hatten eine Menge Sehenswürdigkeiten herausgeschrieben. Pula- mit der 7000jährigen Geschichte, dem Amphitheater, dem Augustustempel und dem Sergierbogen. Wir parkten am Amphitheater und gingen zunächst zum Stadtkern mit der belebten Einkaufsgasse, die wir durch den 8m hohen Sergierbogen betraten. Das vorpubertäre Kind war begeistert, hier gab es sogar ein MC Donald, ein Dm und zahlreiche Möglichkeiten ihr "Oma-Taschengeld" loszuwerden. Wir verdrehten etwas entnervt die Augen. Pula war laut, belebt und hatte -zumindest im Innenstadtbereich zu dieser Tageszeit- nur wenig Romantik für mein gefühlsduseliges Herz zu bieten. Wir arbeiteten uns also durch verschiedenste Souvenirläden über steile Treppenstufen nach oben zum Kastell und genossen die beeindruckende Aussicht. Danach schlenderten wir zurück über die sehr belebten Einkaufsgassen hinüber zum Amphitheater.











Wir betraten das Amphitheater erfürchtig beeindruckt von dessen Größe. Während Marco nun aus unserem Blickfeld verschwand, um es aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven festzuhalten, setzten das geduldige Kind und ich uns auf die alten Steinmauern.









Als uns die Wartezeit schon recht lang erschien, begann ich, dem Kind von Gladiatoren und wilden Bestien zu erzählen. "Wie haben die hier gekämpft?", fragte das wissbegierige Kind. Ich zog sie kurzerhand in die Mitte der Arena. "Ich zeig es Dir!", sagte ich und begann mit Kampfschreien wild fuchtelnd auf sie zuzurennen. Mittlerweile war auch Marco herbeigeeilt und filmte freudig mit dem Handy. In halsbrecherischen Drehungen hob ich die Beine mal vorwärts und rückwärts in der Luft, so dass sich nun noch einige schaulustige Touristen neugierig herbeigesellten. "Mama, du bist so peinlich", kreischte das Kind vor Lachen, ging aber dann auf meinen Angriff ein und fing ebenfalls an, albern in die Luft zu schlagen und zu treten. Wir fochten und griffen an, drehten uns und traten im Schaukampf, den Marco auf seinem Film kommentierte. Er nannte ihn den "Gladiolenkampf". Das bösartige Kind, das nun Gefallen am Kämpfen gefunden hatte, setzte mir dann aber einen üblen echten Handkantenschlag zu, der unseren Kampf je beendete. Ich musste mich geschlagen geben. Lachend verließen wir die Arena. "Du bist sowas von verrückt und peinlich!", kicherte das Kind und schaute sich nocheinmal um, wer uns beobachtet haben könnte. Ich hoffe natürlich, dass ich nicht irgendwann einen Film bei Youtube finde "Bekloppte Deutsche in Pula". Unser Schaukampf hat zumindest die Daheimgebliebenen amüsiert, die das Ganze per Whats App genießen durften.
Nachdem wir uns noch den Augustustempel angeschaut hatten, verließen wir Pula in Richtung Fazana.
Wir hörten Joe Cocker, auch aus Protest, weil das Kind sich beschwert hatte, dass ich immer die gleichen alten Lieder hörte. Dazu passte "N'oubliez jamais" und ich sang fröhlich und etwas provokant "Mama, Why do you dance to the same old songs ?Why do you sing only the harmony?.....In my heart there 's a young girls passion for a life long duet.....So dance your own dance, and never forget...N'Oubliez jamais I heard my father say every generation has it' s way....."
 
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Tante Liese

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#20
Oh, davon habe ich gehört. Da beneide ich Dich wirklich drum. Ich habe ihn auch schon live erleben können, aber nicht an so einem gigantischen Ort. Schade, dass er gestorben ist. Es wird kein Konzert mehr mit ihm in der Arena geben können.
 
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