Schon wieder Kroatien - Ein Reisebericht

Heiko705

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#1
Teil 01:

Schon im Vorfeld der diesmaligen Reise kam es zu allerhand Komplikationen. Der Teufel persönlich wollte uns merkbar davon abhalten, ins gelobte Land zu kommen. Doch wir trotzten ihm…

Einige Monate, bevor es losgehen sollte, hatte Marco beängstigende Träume, die wir zuerst für luzide Träume hielten, sich aber wahrscheinlich als eine besondere Form von Albträumen erwiesen. Jedenfalls machte es ihm richtig zu schaffen. Man kam durchaus einmal zu dem Gedanken, dass es möglich wäre, dass er deshalb eventuell nicht nach Kroatien fahren könnte.

Christine lag ja leider schon im Krankenhaus. Dass sie es nicht rechtzeitig schaffen würde, war abzusehen. Nach langem geistigen Hin und Her und Her und Hin war klar, wir fahren allein. Marco und ich. Dann bekam Marco zwei Speichelsteine im Hals, besser gesagt in der linken Unterkieferspeicheldrüse. Mit der Zeit waren sie unbemerkt gewachsen und machten sich nun bemerkbar. Den Einen hätte man ohne Operation herausholen können, den zweiten jedoch nicht. Die Gefahr, dass es sich entzündet, wenn man wartet, war immer existent.

7 Tage vor der Fahrt stürzte ich beim Joggen über einen blöden Stein, zog mir Schürfwunden, Blutergüsse, eine Rippenprellung und Schmerzen zu. Aufgrund der Schmerzen bin ich noch am späten Abend zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gefahren, um sicherzustellen, dass nichts gebrochen war.

Am Ende schien Marco dem Teufel sogar noch ein bisschen helfen zu wollen. 2 Tage vor Beginn ließ er sich ein Auto über den Fuß fahren.

1 Tag vor der Fahrt schrieb er mir, er habe plötzlich starke Zahnschmerzen. Beim Zahnarzt stellte sich dann heraus, dass es sich um den letzten, in Marco’s Mund noch verbliebenen Weisheitszahn handelte, und der saß genau über der besagten Unterkieferspeicheldrüse, so dass ein Entfernen zu riskant war. Man hätte dies in einer Klinik machen müssen. Er bekam Antibiotika vom Arzt.

Am Morgen vor der Fahrt war mir richtig schlecht und ich hatte Kopfschmerzen. Meine Prellung tat stark weh. Die Übelkeit war wohl auf das Fußballschauen am Vorabend – Brasilien gegen Kroatien – zurückzuführen, da wir auch einige Gläser dabei geleert hatten. Ich spielte schon fast mit dem Gedanken, nicht zur Arbeit zu gehen.

Anreisetag
Freitag, der 13.06.2014:

Nachdem auch noch die Klimaanlage von Marco’s Auto repariert wurde, da auch sie uns den Dienst versagen wollte, ging’s also an einem Freitag, den 13. los. Hatten wir etwa noch nicht genug Unglück gehabt?

Vorweg nehmen möchte ich schon einmal, dass wir mit dem Wetter wirklich Glück hatten. Von den 13 Tagen regnete es ca. zweieinhalb. Und das dann zu einer Zeit, wo es uns nicht störte. Ansonsten waren es immer zwischen 23 und 29 Grad, meistens 27 oder 28. Die fühlten sich aber wie 32 an. Also war die Klimaanlage wieder mal sehr wichtig. Manchmal etwas bedeckt, doch meistens sonnig. Anfangs war das Wasser ein wenig kühl – schätzungsweise 21 Grad – was uns vom Schwimmen bzw. Baden aber nicht abhielt. In den letzten Tagen wurde das Wasser dann deutlich wärmer, vielleicht 22-23 Grad. Nur etwas windig war es immer, wodurch unsere Kerze, wenn wir abends auf dem Balkon saßen und Fotos betrachteten, immer ausgeblasen wurde und ich sie immer wieder anstecken musste. Dadurch hatte die See aber einen guten Wellengang, was den Spaß auf dem Wasser ab und an intensivierte. Lag man zum Beispiel mit der Luftmatratze auf dem Wasser, wurde man doch deutlich durchgeschaukelt.

Um 21.30 Uhr ging es dann also los. Das Auto war gerammelt voll. Diesmal fuhren wir die herkömmliche, von Google Maps vorgeschlagene Strecke: Über München und durch die üblichen Tunnel. Katschbergtunnel, Tauerntunnel und Karawankentunnel. 2012 waren wir ja auf eine östlichere Route ausgewichen, doch da wir uns nun nicht in der Hauptsaison befanden, entschieden wir uns „straight“ durchzufahren.

1. Tag - Hallo, gelobtes Land!
Samstag, der 14.06.2014:

Ich erinnere mich an eine etwas dickliche Urlauberin, die wir an einem Rastplatz sahen. Dies müsste nahe München gewesen sein. Dort wurde eigentlich von allen Umherstehenden Bockwurst gegessen. Ich selbst hatte mir für die Fahrt einige Red Bull und Bifis eingepackt, durfte später aber auch von Marcos Bockwurst genießen. Von weitem hätte man denken können, die Besagte wäre sehr durchtrainiert und hätte starke Bauchmuskeln, doch von nahem sah man, was es wirklich war.

Im Radio bekamen wir noch mit, wie Holland bei der Fußball-WM Spanien mit 5-1 zerlegte. Geil.

Den Katschbergtunnel habe ich ein bissel verschlafen, da mir ein wenig die Augen zugefallen waren. In Österreich fielen mir natürlich die vereinzelt stehenden Häuser auf den Berghügeln auf. Auf jedem noch so hohen Hügel musste irgendein Österreicher sein Haus stehen haben. Ja, spinnen’s die? Ich war ja bislang noch nicht im Hellen durch Austria gefahren. Wäre es denn nicht einfacher gewesen, im Tal zu bauen? So muss man doch die Baumaterialien den Berg hinauf schaffen. Die Alpen waren natürlich imposant.


An einer Tankstelle in Österreich am frühen Morgen...

Wenn man den Karawankentunnel verlässt, ist man auch schon bald auf slowenischem Boden. Kurz fährt man auch hier noch durch die Alpen.

Ljubljana, Slowenien:

Am frühen Morgen erreichten wir Ljubljana. So hatten wir’s ja auch geplant, da Marco unbedingt in Ljubljana frühstücken wollte. Die Randbezirke sahen, man möge mir verzeihen, doch etwas ärmlich und heruntergekommen aus. Hier und da mal ein Hochhaus. Dann kamen wir in die Innenstadt und – schon deutlich besser! Hier standen recht stattliche Gebäude. Wir parkten neben einem Park und ich fragte meine erste Person im Urlaub. Eine Frau im Kiosk, die zum Glück englisch sprach. Ich wollte wissen, ob man einen Parkschein braucht, da Samstag war, und wenn ja, ab wann. Man brauchte einen. Aber erst ab 08.00 Uhr. Wir hatten 07.30 Uhr. Wir wollten ja nur kurz schauen und frühstücken, zogen aber für 3 Stunden, so dass wir bis 10.30 Uhr Zeit hatten.


Prešernov Trg Bild 1

Im Park lungerten drei Einheimische herum, die grölten und sangen. Sie hatten wohl die Nacht durchgefeiert. Jetzt begrapschten sie eine Blondine, die zur Seite springen konnte. Marco betonte, dass wir uns lieber nicht in deren Nähe begeben sollten. Die Blondine kam an uns vorbei. Wirkte, als wolle sie zur Arbeit.

Dann wandten wir uns in Richtung des absoluten Zentrums, in Richtung des Platzes Prešernov Trg. Unterwegs kamen wir an einem Desigual-Geschäft vorbei, was bei Marco (dem Markenkind) für eine heruntergeklappte Kinnlade sorgte. Alsbald kamen wir am Prešernov Trg an – wow.


Prešernov Trg Bild 2

Die grölenden Feierer waren mittlerweile auch hier angekommen. Sie unterhielten sich gerade mit einer philippinisch aussehenden Frau. Einer von Ihnen versuchte sich dann sogar an relativ ernsthaftem Gesang. Er hatte eine etwas tiefere Stimme – es klang gar nicht so übel (ich hatte dabei Eros Ramazotti im Kopf).


Über die Brücke...

Aber die Atmosphäre am Platz! Die tollen Gebäude. Der Kanal in der Mitte, der auch per Boot befahrbar ist. Auf der Brücke waren leere Stände aus Holz aufgereiht, die nur darauf warteten, geöffnet zu werden, damit aus ihnen schöne Waren angeboten werden konnten. Auf der anderen Seite hinter dem Kanal fand bereits ein Markt statt. Alles war in herrliches Sonnenlicht getaucht. Die Bars, deren Tische und Stühle auf den Gassen standen, öffneten langsam und richteten ihre Tische her. Dies alles vermittelte ein unglaubliches mediterranes Feeling. Das hätte ich Ljubljana nicht zugetraut. Marco war es, der unbedingt hier her wollte. Und nach und nach füllten sich die Gassen mit Menschen. Ja, mitten hier in Ljubljana pulsiert das Leben!


Haus in der Miklošičeva cesta

In der Touristeninformation ließen wir uns eine Stadtkarte geben und Möglichkeiten zum Frühstücken nennen. Schon vorher hatten wir ein schönes Café ausfindig gemacht, wo man urig sitzen konnte, doch auf Nachfrage sagte man uns, man könne dort nichts essen. Nun kundschafteten wir noch die Gassen rund ums Zentrum aus, die auch allerhand Tolles und somit Motive zum Fotografieren bieten konnten. Und dies nicht nur wegen der hübschen jungen Damen, die hier und dort begannen, die Tischdecken aufzuziehen. Nein, im Ernst – auch hier stehen allerhand sehenswerte Gebäude und existieren urige Gassen. Über Allem thront die Burg Ljubljanski grad.


Stadthalle

Aber wir wollten ja frühstücken und entschieden uns für das kleine Café neben der Schusterbrücke (Čevljarski most) namens „Paninoteka“, weil man dort sehr schön sitzen konnte. Wir bestellten erst einmal ein englisches Frühstück. Dies bestand aus Rührei, Tomaten, Kräutern, Speck und Bohnen. Dazu sollte Brot gereicht werden. Und ein kräftiger Kaffee sollte her. Bald kam der Kellner und wir bestellten. Ja und dann – dann dauerte es. Gäste, die später kamen, bekamen ihr Essen vor uns. Aber irgendwann (mindestens 30 Minuten) kam es und sah auch ganz lecker aus. Doch das Brot fehlte. Ich winkte und sagte Bescheid. Er hatte es vergessen. Bald kam es und wir konnten essen. Der Kellner erschien auch recht sympathisch. Marco bestellte noch einen Kaffee. Mittlerweile waren wir mit dem Essen fertig. Nach 15 Minuten fragten wir noch mal nach. Vergessen – Entschuldigung. Okay. Doch der Kaffee kam nicht. Nach gewisser Zeit ging der Kellner durch die Tische und hatte auch einen Kaffee auf seinem Tablett. Na endlich. Doch was war das? Mit dem Kaffee auf dem Tablett verschwand er wieder im Innenraum. Als er wieder raus kam, fragten wir. Oh ja, Entschuldigung – vergessen. Mann, Mann, Mann. Dann wollten wir gehen und zahlen und gaben Bescheid. Und – nicht zu fassen – der Kellner kam nicht mehr. Irgendwann konnten wir ihn heranwinken und – tja, vergessen, ‘tschuldigung. Wie gesagt, er war nicht einmal unsympathisch, aber wir fragten uns noch später, was dieser Kerl wohl geraucht hat. Vor dem Gehen schaute ich noch einmal zu ihm rüber. Da fragte er, ob er denn noch was vergessen habe. Er sagte, so viele Menschen seien da, und jeder will etwas Anderes.


Ja, was nehm' ich denn bloß?


Auch Marco setzt sich zum Frühstück...


Unser englisches Frühstück!

Jetzt waren wir schon über 3 Stunden in Ljubljana, doch die Stadt ist es wert. Wir hatten Angst, dass unser Parkticket schon abgelaufen ist, da wir schon ca. 10.45 Uhr hatten. Doch als wir hinkamen war weder eine Kralle an den Reifen noch ein Strafzettel an der Scheibe. Die 3 Stunden, für die wir gezahlt hatten, hatten zum Glück erst um 08.00 Uhr angefangen zu zählen.


Was ist das denn für eine slowenische Tradition?

Die hinterhältigen Slowenen haben ja einfach die kroatische Sprache kopiert und dann ein bisschen abgewandelt. So machten sie z.B. aus „Hrvatska“ „Hrvaška“ oder aus „ Dobar dan“ „Dober dan“.


Am Mestni trg nahe der Stadthalle

Als wir Ljubljana verließen, standen drei junge Mädels (höchstens 15) an der Straße. Sie reckten ein Schild mit der Aufschrift „Koper“ in die Luft. Marco und ich unterhielten uns noch, was die Mädchen von heute sich alles trauen. Mitnehmen ging sowieso nicht, da unser Auto bereits überfüllt war.


Brunnen am Mestni trg

Ich hatte noch gedacht: Hoffentlich hatten die Kroaten nicht allzu schlechte Stimmung. Sie hatten ja am Vortag bei der WM mit 1-3 gegen Brasilien verloren.

Alsbald standen wir im Stau. Nach relativ kurzer Zeit stellten wir jedoch erleichtert fest, dass es sich nur um eine Baustelle handelte. In der Folge gab es dann einige solcher kleiner Verzögerungen. An einer Tankstelle holte ich mir schon mal mein erstes Cedevita. Später stellte ich fest, dass es neue Sorten gibt. Bekannt waren mir bisher Orange, Zitrone und Limone. Nun gab es noch Grapefruit. Und ich sah zwei verschiedene Sorten von Cedevita Kids: Erdbeer Multivitamin und eine andere, die ich leider nicht mehr weiß. Irgendwann passierten wir die Grenze.

Rijeka:

Und plötzlich waren wir schon in Rijeka. Auf der diesjährigen Route kommt 20 km hinter der Grenze direkt Rijeka. Wir waren so plötzlich dort, dass ich noch gar nicht richtig vorbereitet war. Leider kamen wir auf einer anderen Straße in den Ort hinein, als das letzte Mal. Das letzte Mal waren wir ja so gefahren, dass man das Meer erst ganz spät zum ersten Mal sah und von einem auf den anderen Moment plötzlich mitten in Rijeka war. Dies war diesmal leider nicht der Fall. Man sah das Meer schon von weitem und kam gemächlicher in den Ort hinein. Doch dann standen wir auf dem großen Parkplatz unweit des Kanals, wo der Fluss Rječina (vom dem die Stadt ihren Namen hat) herunterkommt. Von hier blickte ich auf die Rückseite des Staatstheaters und hoch zur Burg Trsat. Ich konnte kaum glauben, wieder hier sein zu dürfen. Wir mögen Rijeka sehr. Das Wort „schwindelig“ will ich an dieser Stelle nicht benutzen, doch es schien alles unwirklich. Wir liefen zur Hauptgeschäftsstraße Korzo. Hier hat es mich am Meisten „geflasht“. Die Atmosphäre, die sich spiegelnde Gasse, die Sonne, die Gebäude, die Menschen: Ich hätte mich fast erst mal setzen müssen. War das toll, wieder hier zu sein. Unbeschreiblich.


Hauptgeschäftsstraße Korzo


Stadttor mit Uhrturm


Vor der Reederei Jadrolinija

Wir beschlossen, erst einmal Geld zu wechseln und eine Stange Zigaretten zu holen. Ich tauschte erst einmal 500 Kuna zu einem Kurs von 7,53. Die Pall Mall waren seit 2012 von 15 auf 19 Kuna geklettert. Sogar ein paar neue Gebäude haben wir gefunden, die wir noch nicht kannten. Über den Obst- und Gemüsemarkt. Durch den kleinen Park am Theater. Und natürlich zu unserem Hafen. Hier fand eine Regatta statt. Die Angehörigen der Teilnehmer schossen viele Fotos. Und ein riesiges Schiff lag inmitten des Hafens, wodurch die Größe des Hafens verdeckt blieb, weil man von der einen nicht zur anderen Seite sehen konnte. Auch baute man die Bühne auf für ein Konzert, was direkt am Hafen stattfinden würde. Dann sind wir noch an unserem Lieblingsbistro „Bistro Mornar“ vorbei. Es war herrlich, die Atmosphäre aufzusaugen.


Interessantes Boot am Hafen (weil so schmal)

Ich befürchtete schon hier in Rijeka, dass es wieder so werden könne wie in 2012, als Marco und auch ich die Sch...erei bekamen und laufend aufs Klo mussten. Ich hatte nämlich ganz plötzlich ein starkes Bedürfnis, sanitäre Anlagen aufzusuchen. Und ich musste eine ganz schön lange Zeit warten, diesem Bedürfnis Folge leisten zu können. Doch heuer blieb ich von diesem Problem zum Glück verschont. Hängt wahrscheinlich auch mit den Temperaturen zusammen. Von den 37 Grad, die wir im letzten Urlaub hatten, waren wir ja doch ein Stück weit entfernt. Lediglich Marco erwischte es in den letzten Tagen anscheinend noch ein wenig.


Theater Palais Modello


Radio Rijeka


Kapucinska crkva Gospe Lurdske


Staatstheather

Als wir nach Rijeka hineinfuhren, hatten wir noch ein Schild „Opatija“ gesehen, doch jetzt mussten wir etwas rumkurven, um die Straße wiederzufinden. Wir waren sogar schon bis hoch nach Trsat gefahren, doch mussten wieder umdrehen. Das Navi hatte keinen GPS-Empfang. Irgendwann war es dann geschafft.

Fortsetzung folgt...
 
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#3
Super Bericht, Heiko! Freue mich schon auf die Fortsetzungen und darauf, den Urlaub mit dir noch mal erleben zu dürfen :)
 

burki

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#9
Danke erstmal für deinen Bildbericht, macht Spaß euch zu Folgen.

Das mit den Schuhen findet man wohl in Fußgängerzonen, also in der belebten Innenstadt.

Mich hat das auch erstmal völlig platt gemacht und musste im Netz nach dem Sinn recherchieren.

Das werden wir dann sicher auch bald in Kro sehen :)

DSC06023-1.jpg

burki
 

weka

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#11
Heiko hatte geschrieben:
"In Österreich fielen mir natürlich die vereinzelt stehenden Häuser auf den Berghügeln auf. Auf jedem noch so hohen Hügel musste irgendein Österreicher sein Haus stehen haben. Ja, spinnen’s die? Ich war ja bislang noch nicht im Hellen durch Austria gefahren. Wäre es denn nicht einfacher gewesen, im Tal zu bauen? So muss man doch die Baumaterialien den Berg hinauf schaffen".

Die Österreicher, die so hoch oben ihre Häuser haben , sind "Bergbauern", die ihre hochgelegenen Almen unter schwierigsten Bedingungen bewirtschaften und seit vielen Generationen dort leben. Dies dient u.a. auch der Landschaftspflege und auch dazu, unseren Urlaubsgästen eine schöne Landschaft bieten zu können.
Damit es so bleibt, bekommen diese Bergbauern auch finanzielle Unterstützung seitens der EU.

Gruß Werner
 

Sporting 505

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#12
Toller Bericht ,Heiko.:joyful:
Bei uns fing es auch so chaotisch mit der Urlaubsplanung an.Vor ein paar Wochen wussten wir noch nicht ob wir fahren können.Hat sich Gott sei Dank zum Besten gewendet.Hatte ich doch nacheinander bd.Elternteile im Krankenhaus.
Jetzt kommt etwas Ruhe in die Geschichte und wir machen uns morgen auch auf den Weg.Deine Geschichte werde ich wohl ,wenn wir wieder zu Hause sind ,zu Ende lesen.
Dann erfreue ich mich an der schönen Landschaft in Ö. und mein Mann kommt wieder nicht aus dem Staunen raus und fragt mich,wie immer dann,,wie mähen die nur die steilen Hänge dort"?
Vielelicht kann mich jemand aufklären und ich hab morgen die passende Antwort parat:p
L.G.Ute
 

miltonia98

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#14
insgesamt ein sehr schöner Bericht, aber diese ein Passage finde ich persönlich unnötig und abwertend. aus dem Bericht kopiert

"Ich erinnere mich an eine etwas dickliche Urlauberin, die wir an einem Rastplatz sahen. Dies müsste nahe München gewesen sein. Dort wurde eigentlich von allen Umherstehenden Bockwurst gegessen. Ich selbst hatte mir für die Fahrt einige Red Bull und Bifis eingepackt, durfte später aber auch von Marcos Bockwurst genießen. Von weitem hätte man denken können, die Besagte wäre sehr durchtrainiert und hätte starke Bauchmuskeln, doch von nahem sah man, was es wirklich war."

könnte ja ich gewesen sein!!
Ansonsten gefällt mir dein Bericht echt gut.
Grüße Anja
 

sonnesand&meer

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#16
Hallo Heiko,

schön, dass du dir die Mühe gemacht hast und deinen Urlaub (zumindest den ersten Teil) mit uns teilst!
Nach dem Bericht von mir weiß ich, dass das megaviel Arbeit macht.

Ich wundere mich in Österreich auch immer, wie ganz ganz oben solch große Höfe z.T. entstanden sind.

Das Bild mit den Schuhen erinnert mich an einen Bericht im Fernseher, den ich vor einiger Zeit mal gesehen habe. Allerdings landeten die Schuhpaare dort im Baum....

Allerdings muss ich Miltonia 98 Recht geben. Die paar Zeilen fand ich auch ein wenig unfair, dass macht man(n) nicht.
Ansonsten warte ich gespannt auf den 2. Teil!
 

weka

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#17
Dann erfreue ich mich an der schönen Landschaft in Ö. und mein Mann kommt wieder nicht aus dem Staunen raus und fragt mich,wie immer dann,,wie mähen die nur die steilen Hänge dort"?
Vielelicht kann mich jemand aufklären und ich hab morgen die passende Antwort parat:p
L.G.Ute
Vielleicht kannst du erahnen, unter welchen Umständen die Hochalmen gemäht und vor der Verwilderung bewahrt werden.
Diese Menschen verdienen unseren Respekt und Dank, dass wir unsere schöne Bergwelt erhalten und bewundern können.
Viele Urlauber fahren extra in diese schöne Bergwelt und erfreuen sich daran, genauso wie andere in den engen Gassen eines Städtchens am Meer.

Gruß Werner
 
A

Aero

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#18
Hallo Heiko,

093.jpg

für Deinen tollen Bericht und die wunderschönen Fotos.

Freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Gruß
Steffi ;)
 

Sporting 505

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#19
Vielleicht kannst du erahnen, unter welchen Umständen die Hochalmen gemäht und vor der Verwilderung bewahrt werden.
Diese Menschen verdienen unseren Respekt und Dank, dass wir unsere schöne Bergwelt erhalten und bewundern können.
Viele Urlauber fahren extra in diese schöne Bergwelt und erfreuen sich daran, genauso wie andere in den engen Gassen eines Städtchens am Meer.

Gruß Werner
Danke für den sehr informativen Film.Dachte ich es mir doch alles noch von ,,Hand zu Fuß" Dazu gibt es keine Maschinen die das machen können.Die könnten an den Steilhängen gar nicht fahren,oder? Das ist richtig Knochenarbeit,mein Respekt.!!!!!
Ich erfreue mich immer an gepflegter sowie unberührter Natur.
L.G.Ute
 

Heiko705

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#20
Teil 02:

Volosko:

Bevor wir nach Opatija kamen, stand gleich ein Schild mit der Aufschrift „Volosko“ am Rand und wies Richtung Wasser. Dieser kleine Ort ist heute ein Vorort von Opatija. Wenn ich an Volosko denke, steigt mir sofort dieser für ein Fischerdörfchen typische Duft in die Nase nach frischem, salzigem, gebratenem und leckerem Meeresgetier, der mich in diesem Urlaub hier zum ersten Mal beschlich. Mit der Zeit hat man das wirklich zu schätzen und lieben gelernt. Volosko ist an Idylle fast nicht (oder sogar gar nicht) zu übertreffen. Über dem kleinen Dorfkern ist ein Weg hinter einer Mauer. Geht man dort entlang und schaut hinab – unbeschreiblich. Die kleinen Häuser stehen so dicht an dicht, wie man es selten sieht. Und steht man am kleinen Hafen, möchte man es kaum glauben. Ein Hochzeitspaar ließ in den süßen Gassen Aufnahmen von sich schießen. Mit Schleier und allem Drum und Dran. Ich habe keinen Zweifel, dass die Aufnahmen toll geworden sind. Ein paar Mal mussten wir zwischen dem Fotografen und dem Paar hindurchlaufen. Dabei schämte man sich ein wenig. Wir wollten sie doch nicht stören. Eine Konoba war so was von urig. Sie lag in einer so was von engen Gasse. Hier hätten wir eigentlich essen müssen. Wir hätten hier einen Parkschein ziehen müssen, haben aber keinen Strafzettel bekommen. Volosko ist sehr sehenswert.


Eine Gasse hinunter...


Oberhalb des kleinen Hafens...


Hafen Bild 1


Hafen Bild 2


Hafen Bild 3


Hafen Bild 4

Opatija:


Hotel Kvarner

Von Opatija hatten wir in der Vergangenheit erst einmal die richtige Aussprache lernen müssen. Sonst sagte ich immer „Oo-pah-ti-jaah“, dabei spricht man es ganz salopp aus. So ähnlich wie dieser bayrische Brotaufstrich Obazda. „O-bad-ja“. Wir staunten über die tollen Villen in der Ulica Maršala Tita. Viel besser, als ich es mir vorgestellt habe. Im Park Angiolina schauten wir nach einem Heckenlabyrinth, doch dachten wir wirklich, man könne sich hier verlaufen. Doch das Ganze war ziemlich klein und flach. Das alte und bekannte Hotel „Kvarner“ sah für meine Begriffe relativ prächtig aus. Dann liefen wir noch zur Uferpromenade Lungomare, auf der man von Lovran bis nach Opatija laufen kann. Wir hatten vorher zwei Einheimische auf ihrem Boot gefragt, wo es denn eine bekannte Steinstatue geben würde, eine Frau. Wenn einem mehr dazu nicht einfällt, ist dies auf Englisch gar nicht so einfach, wenn man trotzdem eine hilfreiche Antwort erwartet. Nach einer Weile zeigte der Eine aber in eine Richtung auf ein Hotel und sagte, dahinter müsse sie sein. Um das Hotel konnte man aber leider nicht rumlaufen. Dann dachte ich: Dann lass uns noch mal in den Park Angiolina. Und tatsächlich kamen wir durch den Park zur besagten Promenade. Wir liefen um eine Kurve, und ganz hinten sah man etwas Kleines am Ufer. Ich sagte zu Marco: „Guck‘ mal! Könnte sie das sein?“ Und sie war es. Die Rede ist natürlich von der Statue „Das Mädchen mit der Möwe“ von dem Künstler Zvonko Car, die 1956 dort aufgestellt wurde. Sie ist die bekannteste Statue Opatijas. 55 Jahre lang kannte niemand die Antwort auf die Frage, wer die Frau wirklich ist, bis Frau Jelena Jendrašić aus Crikvenica zugab, dass Sie damals Modell für die Statue gestanden hatte. Zu dieser Zeit war sie Nachbarin des Bildhauers.


Ulica Maršala Tita


Am Strandbad...


„Das Mädchen mit der Möwe“ Bild 1


„Das Mädchen mit der Möwe“ Bild 2


Heckenlabyrinth im Park Angiolina

So! So langsam hatten wir bereits 17.00 Uhr hinter uns gelassen, und um 18.00 Uhr soll man ja normalerweise spätestens bei unserer Vermieterin in Vrbnik eintreffen. Gut, wir wussten ja, dass sie es nicht so eng sieht. Daher wäre es nicht weiter schlimm, wenn wir es nicht ganz schaffen sollten. 2012 haben wir genau um Punkt 18 Uhr an ihrer Tür geklingelt. Also nun zurück nach Rijeka und auf die neue Autobahn A7 zur Krk-Brücke. Also, ich muss schon sagen, die neue Autobahn ist fantastisch. Höchstens 15 Minuten haben wir von Rijeka bis zur Krk-Brücke gebraucht. Und wenn man es schön und langsam will, fährt man halt die Abfahrt Bakar wieder runter und an der Küste entlang. Aber man konnte sie bislang erst in diese eine Richtung fahren. Unsere Vermieterin zeigte sich später auch begeistert, da sie die meisten Einkäufe ja in Rijeka tätigt.


Blick gen Rijeka

Krk:

So, jetzt waren wir wirklich wieder vor Ort. Unglaublich. Wenn ich mich nicht irre, betrug die Brückenmaut pro Person 17,50 Kuna. Obwohl mir das irgendwie wenig vorkommt. Es war ein herrliches Gefühl. Marco legte schon mal die Hubert Kah-Musik auf. Hubert Kah ist irgendwie zu unserer Krk-Musik geworden. Besonders die Songs“ Goldene Zeiten“ und „Wenn der Mond die Sonne berührt“. 2012 haben wir das auch gehört, als wir hier lang fuhren. Eigentlich hat es bereits bei der Buchung im Mai 2012 angefangen. Wir tranken etwas und hatten gegrillt, diese Musik gehört und Vrbnik-Urlaub gebucht. Über die bekannten Inselstraßen ging‘s Richtung Vrbnik. Ca. 17.40 Uhr. Noch war es möglich. Dann durch das Weinanbaugebiet. 17.55 Uhr. Mist, das reicht nicht. Wir wollten es ja sowieso nur aus Spaß bis 18.00 Uhr schaffen, da wir ja wussten, dass eine kleine Verspätung nicht schlimm sei.

Vrbnik:

Dann lag das Städtchen vor uns. Der Kirchturm. Wir sind wieder da. Diesmal hatte unsere Vermieterin gesehen, dass wir angekommen waren und kam um 18.05 Uhr aus ihrer Haustür heraus. Wir begrüßten sie und lachten. Sie erinnerte sich an mich. Marco war ja 2013 auch für 8 Tage hier. Ich ja das letzte Mal 2012. Aber nach meiner Freundin mit den langen Haaren fragte sie nicht. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Unsere Pässe brauchte sie natürlich. Wir bekamen wieder zwei Schlüssel. Und eine weitere Decke brachte sie noch. Wir brachten unsere Sachen in das uns wohlbekannte Apartment und wollten erst einmal unten in der Zgribnica-Bucht in die Fluten springen. So hatten wir es das letzte Mal auch gemacht. Auspacken und Duschen dann später. Nur Badehose und –schuhe an, Handtuch mitgenommen und los.


Blick auf das Altstädtchen mit Glockenturm


Glockenturm

Strand Zgribnica:

Etwas kühl war es. Es war ja auch schon nach 19.00 Uhr. Die Wellen waren sehr hoch. Bei den Treppen, die neben der Bucht ins Wasser führten war etwas umgebaut worden. Ich glaube, vorher waren es noch zwei. Und jetzt drei. Und etwas anders angelegt als vorher. Wenn man die erste Treppe hinunterging, bis man ganz im Wasser war, ersoff man dort fast, wenn die Welle kam. Auch auf der Treppe sitzend, riss sie einen gnadenlos mit. Das Schwimmen war eine gute Abkühlung. Ein Mann spielte plötzlich mit seinem Kind genau bei unseren Handtüchern, obwohl er die ganze Bucht für sich gehabt hätte. Ein wenig in Sorge war ich, weil wir unter die Handtücher einen Geldschein gelegt hatten, falls die Bar an der Bucht noch aufhaben sollte. Dies war jedoch nicht der Fall. Marco hatte mir vorher bereits dazu geraten, hier unten mal ein Pan-Bier vom Fass zu trinken. Na gut, das nächste Mal. Bei dem Geldschein handelte es sich jedoch nur um 20 Kuna.


Das bekannte "Blaue Haus"

So. Einkaufen wollten wir ja auch noch. Und Essen, falls die Zeit das noch zuließe. Was für ein Tag. Unsere Vermieterin sagte uns bereits, wie lang die Supermärkte in der Umgebung geöffnet hatten. Zu meiner kleinen Enttäuschung hatten Plodine und Konzum nur noch bis 21 bzw. 22 Uhr geöffnet. In 2012 war das noch bis 23 Uhr, was natürlich auch daran gelegen haben könnte, dass wir damals in der Hautsaison hier waren. Also fuhren wir schnell nach Krk-Stadt zum Einkaufen, um uns für die nächsten Tage schon mal einzudecken. Bier, Likör, Wein, Lebensmittel für’s Frühstück, Mineralwasser und Ähnliches gingen über den Ladentisch.


Placa Vrbničkog statuta


Ulica Vitezićeva


Trg Škujica

Ich weiß nicht, wie spät es genau war, als wir vor der Konoba Nada in Vrbnik standen und fragten, ob wir noch was zu Essen bekommen würden. Mein erstes „Dobra većer“ für diesen Urlaub war an den Mann (bzw. die Frau) gebracht, und man sagte uns, ja, es ginge noch, aber nicht mehr alles auf der Karte. Ich war dann sehr froh, als wir noch Sir und Pršut aufgetischt bekamen und im Anschluss Šurlice mit Tintenfisch (ich) bzw. Šurlice mit Lamm (Marco). Dazu ein frisches Ožujsko-Pivo vom Fass und einen halben Liter Rotwein (für mich). Ich freute mich, dass der Tintenfisch mir so gut schmeckte, da das für mich immer noch ein wenig Neuland war. Ich überprüfte noch gleich, ob meine neue sprachliche kroatische Errungenschaft „Molim vas račun“ (Bitte die Rechnung) korrekt verstanden wurde.


Typische Gasse...

In der Folge unterhielten wir uns noch mit dem Wirt, was noch lustig wurde. Zuerst versicherte er Marco, dass der Pršut natürlich nur vom Besten sei und die Šurlice seien natürlich von Oma im Keller gemacht. Dann erzählter er, wie schön Krk sei, und auch ich erzählte aus meinen Erfahrungen, was mir alles besonders gefiel. Marco war später der Ansicht, dass nicht nur der Wirt, sondern auch ich etwas übertrieben hätten. Dann redete ich noch mit Marco über den Wirt und das, obwohl er hinter mir saß und alles mithören konnte. Nun ja, auf jeden Fall wurde noch viel gelacht und am Ende kam der Wirt zu dem Schluss, dass mein Wein wohl sehr gut gewesen sein musste. Hehe.

Irgendwann fielen wir zu Hause ins Bett. Aber erst nachdem wir auf dem Balkon auch noch ein Schlückle getrunken hatten und uns die ersten Urlaubsfotos angeschaut hatten. Mein Kopf war sehr rot. Natürlich hatte ich einige Mützen dabei, doch die waren ja noch in den Koffern. Dass ich sie auf der Hinfahrt bereits brauchen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Was für ein erster Tag.

Fortsetzung folgt...
 
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