Pula - Valovine: Urlaub wie zu Zeiten Jugoslawiens

claus-juergen

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#1
Heute habe ich euch mal einen Reisebericht ganz anderer Art. Doch auch das gehört meiner Meinung nach zu Kroatien::smile::sad::smile:

Nicht jeder kann sich Urlaub in der Form in Kroatien leisten, wie wir in kennen. Aus der Zeit des früheren Jugoslawien gibt es auch heute noch Ferienanlagen für „das werktätige Volk“, die zumindest teilweise noch genutzt werden.

Eine solche Anlage möchte ich euch heute vorstellen. Sie befindet sich eigentlich nicht weit entfernt von den Regionen, wo wir gewöhnlich Urlaub machen. Diese Anlage besteht aus kleinen Ferienhäuschen mit sehr wenig Komfort und einem heruntergekommenen Gemeinschaftshaus und liegt im Ortsteil Valovine von Pula.

Wenn man am Camp Stoja, der sich auf einer Halbinsel befindet, vorbeifährt, kommt man direkt zu dieser Anlage. Vermutlich gehörte sie in früheren Zeiten einem Staatsbetrieb, dessen Arbeiter dort mit Familien ihren Urlaub verbringen konnten. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurden die Hütten wohl an Privatleute für wenig Geld verkauft. Investiert wurde bis heute so gut wie nichts.

Hier sehen wir Stoja vom Hügel Valovine aus. Unterhalb dieses vor 100 Jahren vom österreichischen Militär zwecks Errichtung einer Festung durchwühlten Hügels befindet sich die Ferienanlage.

Das Foto zeigt den Blick auf Stoja vom Hügel aus.



Wendet man den Blick um 180 Grad, kann man diese teilweise auch heute noch genutzten Hütten sehen.



Das Standardferienhaus misst ca. 2,5 mal 4,5 Meter und steht auf einem Betonsockel. Auf ein Holzgestell sind Zementplatten genagelt und das Ganze ist durch ein ursprünglich unisoliertes Dach aus dem selben Material abgeschlossen. Das war sicherlich im Sommer schön warm, so daß die meisten wohl nur bei Regen in der Hütte geschlafen haben. Strom gab es usprünglich zwar, Wasser jedoch nicht. Duschen konnte man ja im Gemeinschaftshaus. Dies förderte sicherlich die Kommunikation unter den Arbeitern.



Diese Briefkästen am halbverfallenen Gemeinschaftshaus zeugen davon, daß auch heute noch einige Häuser nach der Privatisierung ständig bewohnt sind! Wer von uns würde in so einer Unterkunft wohnen wollen, wenn er nicht aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen wäre?



Natürlich werden manche Hütten heute nur noch zeitweise als Ferienunterkünfte genutzt. Andere stehen leer und verfallen.



Das Gemeinschaftsgebäude ist mittlerweile geschlossen. Früher gab es da einen Laden und die abendlichen Unterhaltungsveranstaltungen.



Folglich werden auch die üblichen Fahnen nicht mehr ausgehängt. Es gibt ja auch nichts mehr zu feiern.



Hier das Beispiel eines ausgebauten Hauses mit Freiluftbadezimmer:



Ein betonierter Weg führt runter zum Strand.



Trotz kleinem Geldbeutel haben die Menschen, die hier ihren Urlaub verbracht haben oder auch heute noch verbringen, ein schönes Stück Küste für sich gefunden.





Nach diesen Felsen geht’s übrigens nicht mehr weiter. Ein Zaun verhindert auf dieser Halbinsel den Zugang zum auch heute noch militärisch genutzten Teil.

Ich wurde beim Durchstreifen der Siedlung doch etwas nachdenklich. Auf der einen Seite scheint die Sonne hier genauso warm und das Meer ist genauso blau und klar wie für uns ausländische Urlauber, ob wir nun auf einem Campingplatz oder sogar im eigenen Haus die Ferien verbringen. Auf der anderen Seite gibt es auch heute noch Kroaten, die nicht nur hier unter primitivsten Verhältnissen Urlaub machen, sondern teilweise dazu gezwungen sind, hier zu wohnen.

Jürgen
 

jadran

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#2
ein feiner fleck für briefkasten Firmen :lol:

Jadran
 
A

AlterNeuer

Guest
#3
Hallo Jürgen,

so ähnlich sahen auch die Apartments Blesicka auf Koversada bis vor einigen Jahren noch aus.
Heute sind die alle renoviert, natürlich mit Klimaanlage, Flachbild-TV (das Wichtigste im Urlaub:x,) Einbauküche und sonstigem Schnickschnack. Die Preise betragen dafür bis 160 Euronen täglich.
Was ich vermisse ist die goldene Mitte.
Gerade in Zeiten, wo in vielen Ländern Europas bei vielen Menschen das Geld immer knapper wird, wäre das m. E. wichtig.
Von einem Extrem ins andere zu verfallen war noch nie gut.

Gruß
Wolfram
 

Huberlinger36

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#4
Ich bin mir da nicht so sicher, ob diese recht schäbige Siedlung aus Armut oder aus einer Geiz-ist geil-Mentalität heraus noch bewohnt ist. Häufig kann man dort Fahrzeuge mittlerer und gehobener Preisklassen stehen sehen. Die Kennzeichen stammen oft aus dem kroatischen Inland oder aus Slowenien. Mitleid mit den "armen" Bewohnern will bei mir nicht richtig aufkommen...
Gruß Huberlinger36
 

claus-juergen

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#5
hallo huberlinger,

das mit den pkw ist so eine sache. leute wie wir, die ein auto noch bar bezahlen und es nicht als statussymbol ansehen, sind mittlerweile in der minderzahl. ich hab bisher nur das auto gekauft, welches ich auch ohne abstottern bezahlen konnte. selbst das vierrädrige spielzeug mit hoher leistung wurde nur unter diesen voraussetzungen gekauft. allerdings leben auch in kroatien und slowenien viele menschen, was den fahrbaren untersatz betrifft, über ihre verhältnisse. ich will damit nur sagen: leasing, finanzierung, der erbonkel oder die oma machens möglich! lieber wird an anderen dingen gespart. es ist halt wie hierzulande: iphone, markenklamotten oder das auto sind und bleiben statussymbole, mit denen sich viele identifizieren.

beim nächsten mal schauen wir, ob in der gezeigten siedlung nicht auch noch alte jugo oder zastava rumstehen. deren halter dürften dann sehr wohl zu den gering- oder garnichts-verdienern gehören.

eines muß man jedoch auch sehen. die menschen, die hier urlaub machen, sind im allgemeinen zumindest im urlaub mit weniger komfort zufrieden als die meisten von uns. denjenigen, die hier dauerhaft wohnen, ist der allgemeine wohnungsmarkt vermutlich zu teuer.

einen sonnigen schönen montag wünscht dir und deinen beiden frauen

jürgen
 
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Huberlinger36

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#6
Lieber Jürgen,

Deine guten Wünsche haben früher auch besser funktioniert. Der heutige Montag ist weder sonnig, noch schön. Wir haben Sturm und Regen, was wahrscheinlich nur den "Windradelbetreibern" gefällt. Und auch sonst ist der heutige Tag einer von der übleren Sorte. Echt zum vergessen....

Gruß Huberlinger36
 
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bruce

Guest
#7
Danke, interessanter Bericht, mich wundert, dass sich dieses Areal sich noch keiner unter den "Nagel" gerissen hat..
 

Huberlinger36

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#8
Hat eventuell längst jemand gemacht. Oder warum sonst investieren die derzeitigen Bewohner / Nutzer absolut nichts in ihre "Traumbesitzungen"?
 

Malin

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#9
Ich bin mir da nicht so sicher, ob diese recht schäbige Siedlung aus Armut oder aus einer Geiz-ist geil-Mentalität heraus noch bewohnt ist. Häufig kann man dort Fahrzeuge mittlerer und gehobener Preisklassen stehen sehen. Die Kennzeichen stammen oft aus dem kroatischen Inland oder aus Slowenien. Mitleid mit den "armen" Bewohnern will bei mir nicht richtig aufkommen...
Gruß Huberlinger36
Tippe einfach auf Wochenend- oder Urlaubshäuschen, die für ein Appel und nen Ei gekauft wurden. Wäre auch ein Grund dafür, dass dort kaum was investiert/hergerichtet wurde (so entsteht kein Schaden bei einem Einbruch) und eben auch die Briefkästen. Eventuelle Urlauber leben dort wohl auch nicht schlechter als viele italienische Wildcamper die mit Sack und Pack in ihren uralten vollgepferchten Minibussen in der Pampa rumstehen. Ne weitere Möglichkeit wären Saisonarbeiter.

Hat halt nicht jeder die Ansprüche wie der durchschnittliche deutsche Urlauber. Auf der Insel vor Porec sv. nikola wären bestimmte Appartements vor einigen Jahren auch nicht mehr vermietbar gewesen, wenn dort nicht Leute aus den östlichen europäischen Ländern ihre Ferien verbracht hätten. Ähnlich in der Nachkriegszeit auf der heruntergewirtschafteten sv. Katarina vor Rovinj, tschechische Urlauber fühlten sich noch wohl, Deutsche waren zu dieser Zeit dort kaum mehr anzutreffen.

Gruß Michael
 

claus-juergen

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#10
hallo michael,

ich kenne diese anlage schon seit jahren. ich habe auch früher schon bemerkt, daß in diesen Häuschen menschen auch heute noch ihren Urlaub verbringen. bisher habe ich mich nicht getraut, durch die anlage zu laufen. irgendwie hatte ich eine scheu davor. als ich in diesem jahr die benachbarte Festung aus kuk-zeit mit Taschenlampe erkundete, hielt ich mich nicht zurück, diese feriensiedlung zu erkunden.

seit jahren ändert sich da nichts. ich habe eher den eindruck, daß es immer mehr Häuschen gibt, die leer stehen. wie bruce richtig erkannt hat, ist die lage unmittelbar am Meer, in der Stadt und damit die entsprechende Infrastruktur recht nah, ideal für den ausbau in ein modernes ferienresort. allerdings glaube ich nicht daran, daß sich hier so schnell was tut. schließlich gibt es noch genügend andere Möglichkeiten, in die touristische Infrastruktur zu investieren.

meines wissens ist die alte jugoslawische Kaserne auf der anderen seite der bucht von pula mit Gebäuden, blick auf hafen und brioni und vor allem unendlich viel platz hierfür besser geeignet. trotzdem brauchen wir uns nichts vormachen. es wird weiter gebaut und es wird weiter hochwertiger gebaut. der Tourist mit viel Geld gibt halt auch mehr aus als der normale camper.

grüsse

jürgen
 

Malin

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#11
hallo michael,

ich kenne diese anlage schon seit jahren. ich habe auch früher schon bemerkt, daß in diesen Häuschen menschen auch heute noch ihren Urlaub verbringen. bisher habe ich mich nicht getraut, durch die anlage zu laufen. irgendwie hatte ich eine scheu davor. als ich in diesem jahr die benachbarte Festung aus kuk-zeit mit Taschenlampe erkundete, hielt ich mich nicht zurück, diese feriensiedlung zu erkunden.

seit jahren ändert sich da nichts. ich habe eher den eindruck, daß es immer mehr Häuschen gibt, die leer stehen. wie bruce richtig erkannt hat, ist die lage unmittelbar am Meer, in der Stadt und damit die entsprechende Infrastruktur recht nah, ideal für den ausbau in ein modernes ferienresort. allerdings glaube ich nicht daran, daß sich hier so schnell was tut. schließlich gibt es noch genügend andere Möglichkeiten, in die touristische Infrastruktur zu investieren.

meines wissens ist die alte jugoslawische Kaserne auf der anderen seite der bucht von pula mit Gebäuden, blick auf hafen und brioni und vor allem unendlich viel platz hierfür besser geeignet. trotzdem brauchen wir uns nichts vormachen. es wird weiter gebaut und es wird weiter hochwertiger gebaut. der Tourist mit viel Geld gibt halt auch mehr aus als der normale camper.

grüsse

jürgen
Das sicherlich Jürgen, wäre auch Schade, wenn Kroatien völlig stehenbleiben würde, was nicht passiert. Ne saubere und relativ moderne Unterkunft erwarte ja auch ich im Urlaub, solange sie die Küste nicht völlig zupflastern und der Urlaub dort noch erschwinglich ist, soll es mir Recht sein. Wollte eigentlich eher darauf hinaus, dass man nicht unbedingt betroffen sein muss, wegen solchen Urlaubshäuschen :) Denke da haben einige Generationen sehr schöne, wenn auch sehr einfache, Urlaube verbracht.

In Pula und Umgebung kenne ich mich ohnehin nicht aus, was Ressorts etc. anbelangt, ich weiß nur, dass dort auch noch etliche alte Bunker (Hotels) rumstehen, welche vermutlich irgendwann mal renoviert werden müssten. Denke das sollte Vorrang haben, bevor an den Küsten im großen Stile neu gebaut wird. Ganz so einfach macht es der kroatische Staat den Investoren auch wieder nicht, darf Gott sei Dank nicht jede Bucht zugebaut werden.

Dir nochmal Danke für den Bericht und die Bilder, mich ziehen solche Sachen irgendwie auch magisch an. In Porec gibt es zum Beispiel so ne hütte in größer (und etwas ansehnlicher) mitten im städtischen Pinienwald am Meer, zwischen Hafen und Brulo, dort darf auch nicht (mehr) gebaut werden, aber wie einsames Hexenhäuschen steht da im Wald diese Art bewohnte Baracke^^ (ist schon ne Weile her, aber vermutlich steht sie immer noch dort)
 

claus-juergen

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#12
...In Pula und Umgebung kenne ich mich ohnehin nicht aus, was Ressorts etc. anbelangt, ich weiß nur, dass dort auch noch etliche alte Bunker (Hotels) rumstehen, welche vermutlich irgendwann mal renoviert werden müssten. Denke das sollte Vorrang haben, bevor an den Küsten im großen Stile neu gebaut wird. Ganz so einfach macht es der kroatische Staat den Investoren auch wieder nicht, darf Gott sei Dank nicht jede Bucht zugebaut werden....
hallo michael,

tatsächlich sind mittlerweile praktisch alle hotels nicht nur in pula, sondern in allen urlaubsregionen der küste privatisiert und mehr oder weniger renoviert worden. natürlich macht so eine renovierung dann nicht so viel her wie ein neubau. die zimmergröße bleibt unverändert, auch die größe des bades und wo ein lift fehlt, lässt sich auch nur für teures geld einer nachträglich einbauen. ich meine aber, das der standard der hotels durchaus den meisten ansprüchen genügt. wäre dem nicht so, wären die dinger reihenweise in den letzten jahren pleite gegangen.

ich habe auch keine befürchtung, daß die küste zugebaut wird. die bausünden, die die anderen mittelmeeranrainer in den 60er und 70er jahren durch zubetonieren begangen haben, wären dort heute sicherlich nicht mehr möglich. wenn ich die nun 20 jahre unabhängigkeit kroatiens ansehe, dann muß ich feststellen, daß die entwicklung schon langsam aber stetig und behutsam von statten ging. die küste wird sicherlich auch in den nächsten jahren nicht zugebaut. da sind die verantwortlichen doch recht sensibel. zudem fehlen die reichen investoren. luxusresorts mit golfplätzen und eigenen marinas, die entsprechend viel platz benötigen etc. für die betuchte klientel kann man nur in begrenztem umfang bauen. das investierte geld soll schließlich auch wieder hereinkommen.

alles in allem glaube ich, daß diese hier gezeigte ferienanlage noch lange im dornröschenschlaf verweilen wird. ich werde die sache weiterhin beobachten und euch bescheid geben, wenn sich da was neues ergibt.

grüsse

jürgen
 

Malin

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#13
hallo michael,

tatsächlich sind mittlerweile praktisch alle hotels nicht nur in pula, sondern in allen urlaubsregionen der küste privatisiert und mehr oder weniger renoviert worden. natürlich macht so eine renovierung dann nicht so viel her wie ein neubau. die zimmergröße bleibt unverändert, auch die größe des bades und wo ein lift fehlt, lässt sich auch nur für teures geld einer nachträglich einbauen. ich meine aber, das der standard der hotels durchaus den meisten ansprüchen genügt. wäre dem nicht so, wären die dinger reihenweise in den letzten jahren pleite gegangen.

ich habe auch keine befürchtung, daß die küste zugebaut wird. die bausünden, die die anderen mittelmeeranrainer in den 60er und 70er jahren durch zubetonieren begangen haben, wären dort heute sicherlich nicht mehr möglich. wenn ich die nun 20 jahre unabhängigkeit kroatiens ansehe, dann muß ich feststellen, daß die entwicklung schon langsam aber stetig und behutsam von statten ging. die küste wird sicherlich auch in den nächsten jahren nicht zugebaut. da sind die verantwortlichen doch recht sensibel. zudem fehlen die reichen investoren. luxusresorts mit golfplätzen und eigenen marinas, die entsprechend viel platz benötigen etc. für die betuchte klientel kann man nur in begrenztem umfang bauen. das investierte geld soll schließlich auch wieder hereinkommen.

alles in allem glaube ich, daß diese hier gezeigte ferienanlage noch lange im dornröschenschlaf verweilen wird. ich werde die sache weiterhin beobachten und euch bescheid geben, wenn sich da was neues ergibt.

grüsse

jürgen
Hallo Jürgen, ist mir so ziemlich alles bekannt, dachte nur, dass es in Pula noch mehr recht einfache Hotels gibt. Mir reicht normaler 3 Sternestandard ja auch, besser als Unsummen für die Übernachtung hinzulegen. Sehe da nur ein Problem, wo die letzten Jahre recht wenig renoviert wurde, dafür die Preise massiv angestiegen sind (v.a. in Porec), dafür hätte man meiner Meinung nach mehr erwarten können. Wenn die jetzt erst richtig mit dem renovieren anfangen, dann wird es dadurch bestimmt nicht günstiger oder gleich bleiben.

Sonst bin ich relativ froh, dass es noch eher gemächlich vorangeht und auch, dass nicht jeder Betonklotz durch einen Neubau ersetzt wird. Was dagegen aus Luxusressortversprechen werden kann, dies zeigt zum Beispiel die ehemalige Luxusanlage Haludovo recht eindrucksvoll und unrühmlich. Die Anlage hätte man nach der Schließung des hotels 2001/2002 durchaus noch recht günstig in ein 3 Sternehotel verwandeln können, aber ein Investor träumte von 5 Sternen, bekam den Zuschlag und überließ die Anlage sich selbst. Schade, dass der Staat da anscheinend nicht eingreifen konnte. Ob der Investor jemals plante die Anlage zu renovieren, könnte auch einfach nur ne Geldanlage in Form des Baugrundes sein, direkt am Meer....

Das dürfte inzwischen sehr teuer zu renovieren sein, wenn es sich denn überhaupt noch lohnt:

[video=youtube;LngAfvdr3Xs]https://www.youtube.com/watch?v=LngAfvdr3Xs[/video]

Gibt leider noch weitere solche Beispiele in Kroatien. Aber ich schweife hier vom Thema ab, nochmal Danke für den interessanten Bericht und halte uns auf dem laufenden zur alten Ferienanlage :)

Gruß Michael
 

claus-juergen

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#14
hallo freunde,

aufgrund erst jetzt erhaltener Infos muß ich meinen Reisebericht ergänzen bzw berichtigen. von einheimischen habe ich erfahren, was es mit der hier vorgestellten feriensiedlung auf sich hat. der Sachverhalt stellt sich nun ganz anders dar:

ortskundigen wird bekannt sein, daß die Halbinsel, auf welcher sich diese feriensiedlung befindet, auch heute noch vom Militär besetzt ist. viel geschieht dort nicht mehr, aber das gelände ist nicht zugänglich und gehört dem Staat. teil dieses militärgeländes war bis zur Unabhängigkeit Kroatiens auch diese feriensiedlung. dort konnten Soldaten mit Familien ihren Urlaub verbringen.

als Kroatien anfang der 90er jahre die Unabhängigkeit vom gesamtstaat Jugoslawien erklärte, waren die kroatischen angehörigen der jugoslawischen Volksarmee natürlich auf Standorte im ganzen land verteilt. die Rekruten wurden von der serbisch geführten armee sofort nach hause (Kroatien) geschickt und auch die Offiziere und Unteroffiziere, die mit Familien an den Standorten wohnhaft waren, wurden quasi expatriiert, also ebenfalls nach Kroatien "heim" geschickt.

nun hatten diese Familien ja keine wohnmöglichkeiten mehr und so wurden sie provisorisch u. a. auf diesem kasernengelände in den Ferienhäusern untergebracht. die militärischen Kenntnisse der familienväter als Berufssoldaten waren nun für die neu zu bildende kroatische armee gefragt. natürlich kamen die herren Soldaten einige zeit später als unangreifbare "Helden" aus dem gewonnenen unabhängigkeitskrieg nach hause. die allermeisten fanden auch bald neue wohnmöglichkeiten ausserhalb des kasernengeländes.

diese feriensiedlung wurde bald nach besiedelung durch die soldatenfamilien vom eigentlichen kasernengelände, welches nun die kroatische armee übernommen hat, abgetrennt und so kam es, daß die soldatenfamilien diese ferienhäuschen als ihr faktisches Eigentum bis zum heutigen tage betrachten und meist nur im sommer nutzen. bisher scheiterte jede Einigung mit der Stadt pula bzw dem Staat. die macht dieser herren reicht bis in die gegenwart.

beobachten wir also weiter, was mit diesem filetstück, was die geographische lage betrifft, geschehen wird.

grüsse

jürgen
 
B

blueeye

Guest
#15
Hallo,
ich war auch erst gestern wieder in der Müzil-Bucht und hatte ähnliche Gedanken: eine wunderschöne Bucht, zum Glück so naturbelassen und frei zugänglich, zugleich auch etwas unbehaglich durch das "menschlich verwilderte" - die zerfallenen Ruinen, Müll, wilde Feuerstellen, wilde Camper mit österreichischem, deutschem oder auch italienischem Kennzeichen - wunderschön und doch auch unbehaglich...
Auch mich hat es gewundert, dass das Gebiet noch nicht mehr genutzt wird - z.B. vom Camp Stoja mitübernommen wird.
Gerade wenn man die rege Bautätigkeit in der Umgebung hier beobachtet.
Wobei ich durchaus froh bin, wenn alles noch ein bisschen bleibt wie es ist und nicht verbaut und kommerzialisiert wird.
Sehr interessant, nun mehr über die Hintergründe des verfallenen Camps zu wissen.
Ich hatte mich auch gefragt, ob hier vielleicht der eine oder andere Saisonarbeiter untergekommen ist.

Was man vom militärisch genutzten Teil der Halbinsel hört, ist, dass aktuelle Pläne der Stadt vorliegen, einen großen Golfplatz und ein Luxushotel mit 2500 Betten darauf zu bauen.
Was nicht allen Bewohnern Pulas gefällt.

lg, blueeye
 

claus-juergen

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Es gibt neues von der Feriensiedlung Valovine. Im Mai bin ich nach Jahren mal wieder da gewesen um nachzusehen, ob es tatsächlich stimmt, daß die Siedlung geräumt wurde. Allem Anschein nach scheint es wohl so gewesen zu sein, daß mancher zwangsgeräumt wurde. Die folgenden Bilder lassen keinen anderen Schluß zu.

Hier der Eingang zur Siedlung von Norden her.



Scheinbar blieb manchen keine Zeit mehr, das persönliche Eigentum mitzunehmen.



Mancher baute noch Fenster und Türen aus.



Auch die Sanitärausstattung hat mancher mitgenommen.



Manches Kind wird wohl sein geliebtes Stofftier vermissen.





Ob die Mastercard noch gültig ist?



Die Gebäude an sich stehen noch. Vermutlich wird bald der Bagger anrücken.



Der Strand unterhalb der Siedlung bis hin zum Campingplatz Stoja ist natürlich traumhaft. Die modernen Häuser oberhalb sind neu.






Ein öffentlicher Strand vor Stoja.



die andere Seite in Richtung der alten Feriensiedlung. Diese befindet sich hinten im Wald.



Die neue Villa von "Graf Protz von Neureich" ist auch fertiggestellt. ;)



das schmucke Anwesen von hinten gesehen



Es bleibt abzuwarten, was mit dem Gelände der alten Feriensiedlung demnächst geschieht. Blicken wir in die Zukunft bin ich zuversichtlich, daß hier nicht allzu groß gebaut wird. Sicherlich werden die Gebäude gut in den Wald integriert. Ich hoffe auch nicht, daß sämtliche Pinien weichen müssen.

Da ich öfters in der Gegend bin halte ich euch auf dem Laufenden.

Jürgen
 
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