Moody's stuft Slowenien herab

Christl

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#1
das wird sicher auch den Tourismus in Kroatien beeinflussen

Wegen Problemen im Bankensektor
Moody's stuft Slowenien herab

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des angeschlagenen EU-Mitgliedslandes Slowenien um drei Stufen gesenkt. Die Bewertung sei von "A2" auf "Baa2" verringert worden, teilte die Agentur mit. Damit ist das Land nach Einschätzung von Moody's nur noch zwei Stufen oberhalb des "Ramsch"-Status angesiedelt. Ab der Einstufung "Ba1" werden Anleihen nicht mehr als Investment empfohlen, sondern gelten als spekulative Anlage.
Probleme im Bankensektor

Die Ratingagentur Moody's (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes Die Ratingagentur bewertet den wirtschaftlichen Ausblick Sloweniens als schwach. Zur Begründung für diesen Schritt nannte die Agentur unter anderem die Notwendigkeit einer weiteren Rekapitalisierung der Banken des Landes. Die Risiken durch das Finanzsystem seien noch immer groß. Das sich verschlechternde wirtschaftliche Umfeld erhöhe zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Hilfe von außen angefordert werden müsse, hieß es weiter. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Slowenien unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen muss.

Weitere Abstufungen sind möglich, da die Agentur den Ausblick auf "Negativ" beließ. Moody's zufolge benötigt das Bankensystem des Landes mehr frisches Geld. Dies erhöhe die Risiken für Slowenien. Zudem stiegen die Finanzierungskosten des Landes und dessen Zugang zum Kapitalmarkt werde schwieriger. Schließlich bleibe die slowenische Wirtschaft schwach.

Quelle: Tagesschau
 
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Franto

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#2
Die haben eh lang gebraucht um das Dickicht der slowenischen Politwirtschaft zu durchschauen. :-(
Slowenien hat aber, im Vergleich zum "deutschfreundlichen" Kroatien, immer eine hervorragende Public Relations "im Westen" und von Paris bis London eine wohlwollende Lobby...

Ich kenne im übrigen kaum ein österreichisches Unternehmen das dort bei Investitionen in bestehende Betriebe nicht "eingefahren" wäre. Alles noch aus der Vergangenheit sehr enge Seilschaften...

Wen wundert's, wenn jetzt Slowenien schon wieder die Kroaten mit einer Blockade der EU-Zulassung erpresst, um nicht die Altschulden der einstigen "sozialistisch-selbstverwalteten" Ljubljanska Banka vergleichen zu müssen? Deren Deviseneinlagen von Kroaten und anderen im Westen arbeitenden Jugoslawen damals vor der "Wende" 1990 ins Ausland transferiert wurden - und nach der Selbständigkeit zur plötzlichen Devisendeckung für den neuen slowenischen Tolar - und die heimlichen Rüstungskäufe (Armbrust) "in Malaysia" :) verwendet wurden.

Die schnelle Aufnahme Sloweniens in die NATO, als Vorspiel zur EU-Zulassung, war aus militärstrategischen Erwägungen, dem "Lückenschluss" des NATO-Gebiets südlich von Östereich aus Italien zum noch 1999 (Kosovo-Krieg) "isolierten" NATO-Land Ungarn betrieben worden. Und wer einmal in der NATO ist - muss in die EU-Töpfe langen können. "Die Kosten der NATO Osterweiterung zahlen unsere europäischen Freunde", sagte der US-Senator Jesse Helms anläßlich der "NATO-Osterweiterung" 1998 zu den Kritikern in den USA, die um ihr "taxpayers money" fürchteten...
 

Janez

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#3
Die haben eh lang gebraucht um das Dickicht der slowenischen Politwirtschaft zu durchschauen. :-(
Slowenien hat aber, im Vergleich zum "deutschfreundlichen" Kroatien, immer eine hervorragende Public Relations "im Westen" und von Paris bis London eine wohlwollende Lobby...

Ich kenne im übrigen kaum ein österreichisches Unternehmen das dort bei Investitionen in bestehende Betriebe nicht "eingefahren" wäre. Alles noch aus der Vergangenheit sehr enge Seilschaften...

Wen wundert's, wenn jetzt Slowenien schon wieder die Kroaten mit einer Blockade der EU-Zulassung erpresst, um nicht die Altschulden der einstigen "sozialistisch-selbstverwalteten" Ljubljanska Banka vergleichen zu müssen? Deren Deviseneinlagen von Kroaten und anderen im Westen arbeitenden Jugoslawen damals vor der "Wende" 1990 ins Ausland transferiert wurden - und nach der Selbständigkeit zur plötzlichen Devisendeckung für den neuen slowenischen Tolar - und die heimlichen Rüstungskäufe (Armbrust) "in Malaysia" :) verwendet wurden.

Die schnelle Aufnahme Sloweniens in die NATO, als Vorspiel zur EU-Zulassung, war aus militärstrategischen Erwägungen, dem "Lückenschluss" des NATO-Gebiets südlich von Östereich aus Italien zum noch 1999 (Kosovo-Krieg) "isolierten" NATO-Land Ungarn betrieben worden. Und wer einmal in der NATO ist - muss in die EU-Töpfe langen können. "Die Kosten der NATO Osterweiterung zahlen unsere europäischen Freunde", sagte der US-Senator Jesse Helms anläßlich der "NATO-Osterweiterung" 1998 zu den Kritikern in den USA, die um ihr "taxpayers money" fürchteten...
Ich wußte bis jetzt nicht,dass Slowenien Deutschfeindlich ist,aber danke für die Aufklärung!

das wird sicher auch den Tourismus in Kroatien beeinflussen,nicht nur das,es wird der ganze Balkan in den Sog mitgerissen,nur machen diese Länder keine Schlagzeilen.Serbien ist de Fakto Pleite sprich Staatsbankrot.....

Die Wirtschaftslage Kroatiens sei "extrem schwierig" und werde "noch schlechter" werden, gestand Finanzminister Slavko Linic, der erst seit sieben Monate das Ressort leitet, kürzlich ein. Das Bruttosozialprodukt würde "ständig schrumpfen" und nur die Arbeitslosenquote steige.

http://www.welt.de/wirtschaft/article108371922/Europas-Schuldenkrise-reisst-den-Balkan-mit.html


http://www.blick.ch/news/wirtschaft/und-schon-sind-die-naechsten-laender-pleite-id1985394.html
 
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Franto

Guest
#4
Hallo Janez!

Da dürfte - trotz deines sehr guten Deutsch :) - ein kleines semantisches Missverständnis vorliegen. Ich habe nirgend wo geschrieben oder gar nur unterstellt, Slowenien wäre "deutschfeindlich"! :-(

Bei meinem Beitrag ging es in dem Zusammenhang um die in den "politischen Kreisen" von Paris bis London vorherrschende Einordnung ("perception"), dass Kroatien apriori mit erkennbaren Vorbehalten als "deutschfreundlich" im Vergleich etwa zu Serbien, eingestuft wird. Während doch Serbien ein Verbündeter gegen den (vorgeblichen) "Völkerkerker" Habsburg war. Von 1941 bis 1945 nicht zu reden. Old habits never die. :)

Was nun die von dir ganz richtig in die Perspektive gebrachten wirtschaftlichen Fakten der Trümmer von Ex-Jugo betrifft, rennst du bei mir offene Türen ein.:) Da ist ein Trümmerfeld von dem einfach nicht lebensfähigen EU-Protektorat BiH bis in den Kosovo. Mich machen wirklich immer wieder die EU-fanatischen Schönfärber wütend, die das relativieren und vertuschen. Dass Serbien jetzt auch schon als ersthafter EU-Beitrittskandidat klassifiziert wurde - na ja, die EU-rokratie und die "glühenden Europäer" in etlichen MItgliedsstaaten waren schon bei RO und BG nicht lernfähig.

Es kann dir auch nicht entgangen sein, dass ich auch hier zur Verärgerung etlicher kroatischen Schönfärber sehr kritisch immer wieder reale wirtschaftliche Fakten in Kroatien dargestellt und analysiert hatte! Das zog sich von dem sehr problematischen Wachstum der Auslandsverschuldung über den Komplex der Rechtssicherheit i.w.S. und die Verwaltungs(un)kultur. Davon dass ein ganz erheblicher Teil der theoretisch exportfährigen Sachgüterproduktion in einem miserablen Zustand, sowohl technisch wie leistungsmäßig ist, hört niemand gerne, der gleich irgend welche "Ausbeutungs"-Arien absingt...
 

Christl

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#5
S&P stufte slowenischen Bankensektor herab

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat nach der jüngsten Senkung der Bonität Sloweniens nun auch den Bankensektor des kleinen Euro-Landes herabgestuft.

Die Risikobewertung (Banking Industry Country Risk Assessment, BICRA) des slowenischen Bankensektors wurde auf Gruppe sieben von zuvor Gruppe sechs geändert, teilte die Agentur heute mit. Die BICRA-Skala reicht von eins bis zehn, wobei eins für die geringsten Risiken steht.

Dieser Schritt folgt der Abstufung Sloweniens am Freitag. S&P senkte die Bonitätsnote Sloweniens von „A+“ auf „A“. Als Begründung wurden die Probleme im angeschlagenen Bankensektor sowie Zweifel an der Umsetzung von Reformen genannt.

Wegen des hohen Anteils von notleidenden Krediten im slowenischen Bankensektor und niedrigen Deckungsreserven erwartet die Ratingagentur, dass der weitere Rückstellungsbedarf die Profitabilität und Kapitalausstattung der slowenischen Banken weiter unter Druck setzen werde.

Quelle ORF Nachrichten
 

Premanturafan

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#6
Hallo Franto,
dass österreichische Unternehmen bei Investitionen in Slowenien eingefahren sind, halte ich für ein absolutes Gerücht und kann ich aus eigener Erfahrung in keinster Weise bestätigen. Deutsche und österreichische Unternehmen erwirtschafteten in Kooperation mit den slowenischen in den vergangenen Jahren und auch noch heute in Krisenzeiten gute Gewinne.Beispiele kann ich dir gerne nennen...Ich finde es wie immer bedenklich alle über einen Kamm zu scheren.
 
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Franto

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#7
Hallo Franto,
dass österreichische Unternehmen bei Investitionen in Slowenien eingefahren sind, halte ich für ein absolutes Gerücht und kann ich aus eigener Erfahrung in keinster Weise bestätigen. .
Na ja, ein großes österreichisches Unternehmen der Baustoffwirtschaft ist dort schon in den späteren 1990-ern ebenso "eingefahren" wie auch , ja die Hypo Alpe-Adria Bank! :) Ein Unternehmen der Medienbranche wurde von den alten Seilschaften ausgetrickst, dass es nur so rauschte...Bei welchen namhaften slowenischen Unternehmen der Sachgüterproduktion - nicht Neugründungen "auf der grünen Wiese" - besteht eine namhafte österreichische Beteiligung? Na ja, die SPÖ-eigene Druckerei Leykam hat ihre Produktion nach Slowenien ebenso verlagert (und in Graz zugesperrt!) wie ein paar Mittelbetriebe.
Vielleicht komme ich auch nur mit den falschen Leuten zuusammen...:)
 

Premanturafan

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#8
Vielleicht komme ich auch nur mit den falschen Leuten zuusammen...:)
das könnte sein;)
Nein im Ernst: Ich betreue beruflich täglich deutsche/slowenische Unternehmen beim Markteinstieg in Slowenien bzw. bei Gründungen von Joint Ventures und Suche nach Geschäftspartnern. Slowenien ist nach wie vor DAS Land von allen Nachfolgestaaten Jugoslawiens wo es eine große Anzahl von erfolgreichen Kooperationen gibt und auch die kulturellen Unterschiede gerade im Geschäftsleben nicht so groß sind.
 
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