Mit dem Cabrio auf der Insel Mljet

E

ELMA

Guest
#1
Nein, wir haben kein Cabrio.

Wir sind nach wie vor mit unserem Wohnmobil unterwegs – hinten in der Garage steht ein kleines Motorrad, mit dem wir „vor Ort“ mobil sein können.

Mit dem Zweirad waren wir auch schon 2007 und 2008 auf der Insel Mljet.

2007
http://www.adriaforum.com/kroatien/insel-mljet-ausflug-zur-gruenen-insel-bildbericht-t49412/
2008
http://www.adriaforum.com/kroatien/inseltraeume-otok-mljet-t55302/

An der Fährenanlegestelle in Prapratno





Es lohnt sich nicht, mit einem größeren Wohnmobil hinüber auf die grüne Insel zu fahren.

Die Kosten für ein größeres Fahrzeug sind hoch, es gibt keinen attraktiven Campingplatz.
Camping Mungos in Babino Polje liegt weit weg vom Meer in der Mitte der Insel, die anderen beiden kleinen Camps sind nur über schmale Straßen erreichbar.
( Ein Minicamp gibt es bei Ropa an der Südseite und das Minicamp Lovor mit ca 6 Stellplätzen bei Kozarica an der Nordseite der Insel)

Als wir in diesem Sommer einige Tage auf dem Camp Prapratno verbrachten, lockte uns die Insel wieder.

Wir waren an zwei Tagen dort - ein Mal mit unserem Motorrad und ein Mal ohne, denn vor 2 Jahren hatte ich mich am Hafen von Sobra in ein kleines, rosarotes Cabrio - "Mini Brum" verliebt, das mir nicht aus dem Kopf ging.



Die Rechnung ist eigentlich einfach:

Die Fährfahrt ( einfach) für einen normalen PKW kostete 2011 140 Kuna .Hin und zurück : 280 Kuna.

Am Hafen von Sobra auf Mljet stehen kleine Mietautos: Von 11 Uhr(Ankunft der Fähre) bis 16 Uhr ( Rückfahrt) : 280 Kuna – ohne Benzin ( am Hafen ist eine Tankstelle, wo man vor der Rückgabe wieder volltanken kann)

Mein kleines rosarotes Cabrio gab es 2011 nicht mehr.
Aber einen hübschen knallgelben Flitzer – ein Fiat Punto Cabrio.



Ohne große Formalitäten bekamen wir dieses Auto. Vollkaskoversichert, vollgetankt. Der Vermieter machte uns lediglich darauf aufmerksam, dass der Verlust eines Rückspiegels ein Bagatellschaden sei und 50 Euro kosten würde. Ein deutlicher Hinweis auf die schmalen , teilweise einspurigen Sträßchen der Insel.

Die Stunden auf der Insel waren ein Traum!

Mit allen Sinnen genoss ich den Ausflug:

Ich kenne keinen Ort der Welt, wo die Kiefern, uralte Aleppokiefern, so intensiv nach Harz duften wie auf der Insel Mljet.
Nirgendwo habe ich bisher das Konzert von Zikaden millionenfach ununterbrochen so laut gehört.
Ohne störendes Autoverdeck spüren, wie in der Sommerhitze die warme Luft über die Haut streicht,
Ausblicke auf traumhafte Buchten – Pausen in kleinen Konobas , in denen kaum Touristen sind…

das ist Mljet!




Wir besuchten Saplunara im Osten der Insel, wo wir bereits schon einmal waren, fuhren dann auch ganz nach Westen bis nach Pomena, dem Ausgangsort für einen Besuch des Nationalparks und dem Ort mit den meisten Touristen .



Zum Copyright für die Karte siehe hier
http://www.korculainfo.com/mljet/map/map-mljet.htm

Hier Bilder unserer Rundfahrt ( ich fasse beide Tage zusammen)

Sobra, der Fährhafen auf Mljet



Die Bucht von Prozurska Luka

Dort hinunter führt in Serpentinen eine gut ausgebaute Straße. Parken muss man oberhalb des Ortes.





Weg zur Bucht















Einer der Süßwasserseen, die es in Karstlöchern auf der Insel gibt.



Die wenigen Häuser von Maranovici mit der Kirche Sv Antun schmiegen sich an einen steilen Abhang oberhalb einer Senke ("Polje"), in der Wein, Oliven und Gemüse angebaut werden



Die Inseln Lukovac, Kosmac, Golic, Prec an der fast unzugänglichen, steilen Südküste von Mljet.
Wenn man genau hinschaut, kann man noch Terrassen erkennen, auf denen früher wohl einmal Wein angebaut wurde.



In die schöne Bucht von Okuklje sind wir dieses Mal nicht hinuntergefahren (s. Bericht von 2008 )

Korita ist ein Dorf, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Zum Schutz gegen Piraten hatten die Bewohner einen wehrhaften Turm erbaut.





Sveti Ilija, oberhalb von Korita



Saplunara, ganz am östlichen Ende der Insel , ist kein alter Ort. In den letzten Jahren entstanden dort Apartmenthäuser und ein Hotel. Das äußerste Ende der Insel ist Militärzone und nicht zugänglich.

Attraktiv sind die beiden Buchten mit den Sandstränden, wie man sie in Kroatien sonst kaum findet.

Die Bucht Saplunara



Ca 1 ½ km entfernt und über einen Schotterweg erreichbar ist diese große, einsame Bucht Uvala Limuna am Rt Blaca

Der Weg zum Sandstrand Uvala



Es ist eine geschützte Bucht, in der ich mir Robinson vorstellen könnte, umgeben von einem großen, alten Kiefernwald - mit Treibholz, angeschwemmtem Seegras und glasklarem Wasser.


Gescanntes Foto / Tourismusverband Mljet

Die Bucht ist sehr flach, wird durch ein paar Felsriffe vom Meer getrennt, für größere Boot nicht befahrbar.

Das Wasser im September war an anderen Stellen in der Regel rund 25 Grad warm – in dieser flachen Bucht waren es Badewassertemperaturen.
Ein kurzes Bad in der Bucht brachte bei 35 Grad Lufttemperatur nicht wirklich Erfrischung.





Bei unseren Besuchen in den anderen Jahren hatten wir uns immer in der Konoba Stermasi in Saplunara verwöhnen lassen - aber dieses Jahr wollten wir mit unserem gelben "Mini Brum" noch auf die Westseite der Insel fahren.
 
E

ELMA

Guest
#2
Von Saplunara nach Sobra sind es ca 20 Kilometer.

Von Sobra bis an das westliche Ende der Insel, über Polace nach Pomena, ca 30 km.

Die Inselstraße von Sobra nach Polace führt fast immer in der Mitte der Insel hoch oben durch Kiefernwald. Die Ausblicke sind weniger spektakulär als auf der Ostseite.



In der Mittel der Insel befinden sich die höchsten Berge: z.B. der Veliki Grad ( 524m) oberhalb von Babino Polje, der Veliki Planjak 391m, Sutilija (390m), Vrh od Kantuna (465 m) und Zirine (488 m)oder der Montokuk oberhalb von Polace ( mit dem schönen Ausblick auf den Nationalpark) – im Frühjahr sind Wanderungen auf den einen oder andern sicher reizvoll.

Wir hatten Zeit und bogen in Blato auf eine schmale Seitenstraße ab, die hinunter nach Kozarica führt.



Blick auf einen weiteren See. Von diesen Wasserlöchern gibt es auf Mljet etliche – manche enthalten Süßwasser ( baltine) , manche Salzwasser ( saltine)- Die meisten trocknen im Sommer aus.



Der Ort Kozarica besteht aus einem kleinen Hafen, einigen wenigen Häusern, einer winzigen Caffe Bar und dem Minicampingplatz Lovor.

Diese Bucht könnte man fast als Privatbucht bezeichnen – sicher sind auch im Hochsommer nur ganz wenige Gäste dort. Das Wasser ist glasklar, der Blick geht hinüber zur Halbinsel Peljesac.



Westlich von Blato beginnt der Nationalpark Mljet mit den beiden Seen und dem Benediktinerkloster.

Für den Besuch des Parks ( Eintrittsgebühr) und der Klosterinsel sollte man sich einen Tag vornehmen. ( Ich werde hier nicht darüber berichten, da wir diesen Ausflug schon vor vielen Jahren einmal mit dem Katamaran von Korcula aus gemacht haben)



Bei Polace könnte man denken, das Meer sei ein See. Die Bucht ist äußerst geschützt und als Ankerplatz beliebt.





Anfang September war noch Hauptsaison – aber davon war in Polace nichts zu spüren. Am Nachmittag standen die Besitzer der Anlegestellen und Moorings winkend am Kai und versuchten, die einlaufenden Boote zu sich heranzuwinken.

Der Katamaran Nona Ana (Linie Dubrovnik- Polace) lag vertäut im Hafen



Polace hat, wohl aufgrund der sehr geschützten Bucht, eine lange Geschichte.





Hier eine Übersetzung der engl. Tafel ( nicht wörtlich, nicht vollständig)

In Polace liegt versteckt und vor Wind und Wellen geschützt in einer natürlichen Bucht an der Nordseite der Insel Mljet.

Hier stand einmal das größte römische Gebäude in Dalmatien.

An einem wichtigen Handelsweg gelegen, bot diese Bucht schon immer Seglern Schutz und Ruhe.

Doch illyrische Piraten überfielen immer wieder die römischen Galeeren mit ihrer kostbaren Ladung. Davon zeugen Funde von Amphoren und Reste von römischen Schiffen in der Bucht.

Die Römer, die diesen sicheren Ankerplatz in dieser schönen Bucht mit dem Trinkwasser nicht aufgeben wollten, bauten daraufhin einen Palast, dessen Reste heute noch zu sehen sind.

Die römische Religion und Lebensweise wurde von den Einheimischen übernommen und brachte Wohlstand. Wein und Olivenanbau auf Mljet reichen bis in diese Zeit zurück.

Die Illyrer zogen sich zurück.

Polace wurde zunehmend bedeutender als geschützter Hafen auf dem wichtigen Seeweg in der Adria.

Die Römer bauten zwischen dem 4. Und 6. Jahrhundert luxuriöse Paläste, was Funde von Bäderanlagen, Thermen , Mosaiken bezeugen.

Als sich das Christentum sich in dieser Gegend ausbreitete, wurden im 5. Jahrhundert zwei Kirchen gebaut, die zusammen mit dem Palast ein Dreieck bildeten. Die Ruinen der Basilika sind heute noch zu sehen.

Polace blieb lange weltlicher rund geistiger Mittelpunkt der Region.

Im 12. Jahrhundert zerstörten Slawen Polace.

Bis zur Ankunft der Benediktiner im 19. Jahrhundert blieb der Ort verlassen.


In Govedari ist die öffentliche Straße zu Ende- wer weiter will, muss Eintritt bezahlen.

Blick auf die Klosterinsel im Großen See







Wenn man von Trubel und Betriebsamkeit auf Mljet spricht, dann ist das heute in Pomena. Hier ist (neben Polace) der Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Klosterinsel. Hier gibt es Konobas und Restaurants, Cafes, Andenkenläden, sowie das Hotel Odisej.

Hier legen die Ausflugsboote an, oft sind es Katamarane, die von Korcula, Dubrovnik usw. die Touristen an einem Tagesausflug zum Nationalpark bringen.



So viel Betriebsamkeit wollten wir nicht. Wir wendeten auf dem Hotelparkplatz und fuhren zurück.

Da wir noch etwas Zeit hatten bis zur Abfahrt der Fähre, genossen wir am Hafen von Sobra in einer kleinen Konoba am Hafen einen Cappuccino.



Am Fährhafen wurde noch das Mini Brum vollgetankt ( wir waren rund 100km gefahren) und dann nahm der Vermieter auch schon unser kleines gelbes Cabrio wohlbehalten wieder in Empfang.



Die Fähre Lubenice in Sobra



Die Rückfahrt nach Prapratno bei schon schräg stehender Sonne.





Es war ein sehr schöner Tag gewesen , wenn auch nicht im rosaroten, so doch im gelben Cabrio.

Ich bin sicher, dass ich nicht zum letzten Mal auf der Insel Mljet war.

ELMA

Hier eine ( kroatische ) Seite mit einer schönen Bildergalerie von Mljet.
http://www.otokmljet.com/
( Bildergalerie)

und hier noch eine Linkempfehlung zu einem Bericht "Wo Odysseus turtelte" (2008)
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,573041,00.html
 

burki

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#3
Sehr schöne Beschreibung mit tollen Tipps wie man es machen kann.

Nun weiß ich, was ich 2008 verpasst habe, als Mljet auch bei uns zumindest auf dem Plan stand.

burki
 

Marius

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#5
Top Bericht, mit herrlichen Bildern, vielen Dank.

Schmunzeln musste ich hier, als ich brav von oben nach unten scrollte, weil ich das zweite Bild freilich erst nach dem Text zu sehen bekam, welchen ich bis dahin dem oberen Bild zugeordnet hatte. ;-)

Ähm, war das jetzt verständlich? ;-)



Einer der Süßwasserseen, die es in Karstlöchern auf der Insel gibt.

 
M

Michael

Guest
#6
Hallo ELMA,
wir haben Mljet heuer ausgelassen. Nächstes Jahr ist es wieder ein absolutes Muss!
Danke für deine ganz tollen Fotos!
LG
Michael
PS: unser "BrumBrum" letzes Jahr war grün!
 

claus-juergen

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#8
hallo elke,

was soll ich zu deinem bericht sagen? sagenhaft sind die bilder, toll die beschreibung und du zeigst uns, daß man nicht einmal ein cabrio sein eigen nennen muß um mit so einem ding auf einer wunderschönen insel bei traumwetter herumzukurven. das nenne ich lebensgefühl. nur noch zwei fragen:

was hat das cabrio den ganzen tag gekostet und wie hoch war der preis für die überfahrt ohne pkw für euch?

grüsse

jürgen
ps: nächstes jahr bin ich in der gegend - ganz sicher!
 
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#9
Das hört sich echt toll an :) Ich habe auch vor auf einer umliegenden Insel eine Motorrad tour zu machen. Generell ist alles in Kroatien recht günstig aber bei überfahrten muss man teilweise recht viel geld berappen. Danke für die Infos:)
Viel Spaß
 
E

ELMA

Guest
#10
Hallo Jürgen!

Ja, Du bringst es auf den Punkt:


Hier die Autos und die Preise ( Stand 2011)

Es gibt auf Mljet nur diese eine Firma. ( Und- sicher aus gutem Grund - nur relativ kleine Autos)

Vermietstationen sind:
An der Fähranlegestelle in Sobra
In Sobra
In Babino Polje
In Polace

Prospekt - gescannt



Die Preise für das Auto ( in KN und drunter in Euro) und rechts die Fähre (Kuna)



http://www.rent-a-car-scooter-mljet.hr/eng_rent-a-car_homepage.html

Wir haben Anfang September nichts reserviert, sondern haben spontan das gewünschte Auto bekommen.
Ein Roadstar Bugy oder ein Golf Bugy stand nicht in Sobra – ich denke, wir hätten so etwas bekommen, wenn wir vorher angerufen hätten.

Unser Punto war in gutem Zustand- ca 4000km.
Ich fand das Angebot fair.

Gruß,
Elke
 
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