Goli otok - das Alcatraz Kroatiens

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nihil-est

Guest
#1
Mit Slideshow spendiert uns t-online einen Artikel: http://www.t-online.de/reisen/kroatien/id_75962920/goli-otok-das-alcatraz-kroatiens.html

Weitere Info´s hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Goli_otok

Zugegeben, es war 1994, habe ich " das " Alcatraz in den USA besucht. Goli otok hingegen ist mir fern. Weiss auch nicht ob man dies als Tourist nun unbedingt haben muss.

Wer auch immer ( touristisch ) in diese Gefilde möchte kann sich also einen ersten Einblick verschaffen.


Gruss in die Runde
 

claus-juergen

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#2
hallo Gerd,

Goli Otok mit Alcatraz zu vergleichen ist schon weit hergeholt. Die einzige Parallele ist doch die Tatsache, daß es sich bei beiden Gefängnissen um Inseln handelt. In Amerika wurden hier
Schwerverbrecher weggesperrt. Auf Goli Otok wurden politische Gefangene eingekerkert, gequält, gefoltert und zumindest beim Versuch der Flucht übers Meer erschossen. Wieviele Opfer hier zu beklagen sind, wird wohl nie herauskommen. Nach dem Tod von Tito wurde das Gefängnis aufgelöst und sämtliche Unterlagen vernichtet. Der neue Staat Kroatien hat natürlich mit der Vergangenheit der Gefängnisinsel nichts zu tun.

Kaum jemand hat heute ein Interesse, die Geschichte aufzuarbeiten. Sicherlich wäre das für viele ehemalige Beteiligte unangenehm, wenn Fragen gestellt werden würden. Zudem gibt es im Land noch eine ganze Reihe "Ewiggestrige". Ich glaube deshalb nicht, daß ich es noch erleben werde, daß hier eine Gedenkstätte errichtet wird. Auf absehbare Zeit bleibt diese Insel und auch das benachbarte Grgur eine makabre Touristenattraktion. Leider...

grüsse

jürgen
 
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nihil-est

Guest
#3
Mojen Jürgen,

wie Du ja gesehen hast, ich bin erst gar nicht auf den Vergleich mit Alcatraz gekommen. Das war halt ein Journalist.

Bin auch sofort deiner Meinung, " makabere Touristenattraktionen " braucht es nicht. Allerdings möchte ich kurz einmal ausholen. 1994, Alcatraz, OK, andere Zeiten?!? Grob 80% waren US-Amerikaner, 20% andere Teilnehmer. In meiner Besichtigungsgruppe waren es nur die US-Amerikaner ( Touristen im eigenen Staat ) welche wie selbstverständlich ihre Cola schlürften beim Rundgang. Kauften auch Plunder wie das Cappy zur Tour.
OK, lange her.

Besichtige ich heuer, sagen wir ein gar Mahnmal düsterer Zeiten, unterdessen wird da nicht nur jeder Plunder ( vornehmlich " Made in China " ) verhökert. Nein, auch Cola schlürfen oder ein Softeis schleckend traben da die Touristen durch. Kann gar nicht düster genug sein, die Vergangenheit, gar lautes lachen gehört da scheinbar zum akzeptierten Verhalten.

Deene Worte: Ich glaube deshalb nicht, daß ich es noch erleben werde, daß hier eine Gedenkstätte errichtet wird.
Ich sag mal so - an sich muss man ja eher hoffen das es nimmer passiert.


Gruss


Gerd
 

claus-juergen

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#4
...Ich sag mal so - an sich muss man ja eher hoffen das es nimmer passiert...
hallo Gerd,

hoffen kannst du schon. Mir allein fehlt nur der Glaube. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen Ländern es heute noch Gefängnisse a la Goli Otok gibt, wo Menschen ohne Prozeß eingekerkert, gequält und ermordet werden, weil den Regierenden deren Nase nicht passt. Nordkorea ist da nur die Spitze des Eisberges.

Um aber auf Goli Otok zurückzukommen. Da gehört meiner Meinung eine Gedenkstätte hin. Kroatien hat da nicht wegzusehen. Die Täter stammen auch aus dem heutigen Kroatien, woraus sich eine Verantwortung auch für dieses Land ergibt. Nur sieht man da derzeit leider nur die eigenen Opfer des Unabhängigkeitskrieges und die ganz alten noch die Opfer der deutsch-italienischen Besatzung. Vielleicht ist der Geschichtsunterricht in den Schulen auch diesbezüglich etwas einseitig. Ich kann es nicht sagen.

Wenn ich derzeit die Diskussion um das Attentat auf den österreichischen Thronfolger vor 100 Jahren in Sarajevo verfolge, so "verehren" die einen den Attentäter Gavrilo Princip als Feiheitshelden während die anderen in ihm einen Terroristen sehen. Alles scheinbar Ansichtssache. Geschichte kann man scheinbar auch nach Gutdünken schreiben oder "verfälschen"...

grüsse

jürgen
 
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bruce

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#5
Die Geschichtsbücher sind leider voll von solchen Gruselgeschichten, nur um deren Aufarbeitung ist es schlecht bestellt. Da brauch ich nur auf unsere eigene Vergangenheit schauen, mir läuft es kalt über den Rücken wenn ich die öster. Innenpolitik verfolge und damit verbunden gewisse Wählerschichten.
Aber da ist ja eigentlch nicht das Thema..., Während Tito auf seiner Insel, eine Art "Vergnügungsinsel" in Feudalmanier bewohnte, wo sich Promis und Politiker die "Ehre" erwiesen, wurden seine politischen Gegner auf Goli otok bis 1985 gefangengehalten und zur Zwangsarbeit verdammt...;
Beide Inseln sind heute für Touristen zugänglich und erfreuen sich regen Andrangs, ich war auch schon dort....:troll:
 

claus-juergen

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#8
Hallo Traudl,

Vielleicht bekennt sich Kroatien ja doch noch zur Zeit des kommunistischen Jugoslawien und arbeitet die Verbrechen, die auf dieser öden Insel geschahen auf. Wie schon oben geschrieben, wäre es an der Zeit eine Gedenkstätte für die Opfer zu errichten.

Nur glaube ich, dass in einer Zeit wo noch so mancher TITO Schriftzug an Berghängen von Ewiggestrigen gepflegt wird, dies noch nicht möglich ist. :(

Grüße

Jürgen
 

dalmatiner

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#9
Hallo Jürgen für die Jugend in Kroatien finde ich es gut,das sie nun mit dieser Insel vertraut werden und mit anderen Jugendlichen aus anderen Ländern ,denn in der Schule wurde und wird von diese Zeit nicht informiert, so wie es auch in meiner Schulzeit war,was in der Zeit 1933-1945 geschah . Gruß Traudl
 
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