die Villa Trapp in Pulas Stadtteil Veruda

claus-juergen

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#1
Während die Donaumonarchie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Pula zum Hauptkriegshafen ausgebaut hat, entstanden in Pula nicht nur militärische Einrichtungen sondern auch Wohnhäuser mit unterschiedlich großen und komfortablen Wohnungen, ja nach Bedeutung der Bewohner.

Die höheren Offiziere und hohen Verwaltungsbeamten bauten sich im Stadtteil Veruda ein paar Dutzend Villen, die fast alle heute noch stehen. Die zwei berühmtesten davon sind die Villa Horthy, die dem späteren Reichsverweser, also dem Staatschef von Ungarn ab den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und seiner Familie diente.

https://de.wikipedia.org/wiki/Miklós_Horthy

Die andere heute noch bewohnte Villa ist die Villa Trapp, in welcher dieser Herr mit seiner Familie bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wohnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Ludwig_von_Trapp



Dieses Bild hängt im Marineoffizierskasino in Pula.

Unabhängig davon, daß Georg Ludwig von Trapp ein "Kriegsheld" war, machte er mit seiner Familie zusammen erst nach der Übersiedlung in die USA Ende der 30er Jahre Karriere. Die singende Trapp Familie wurde international ein Begriff.

Ich möchte euch heute mal ein paar Bilder der Villa Trapp in Pula zeigen.



Davor befand sich vor gut 100 Jahren natürlich kein gepflasterter Platz sondern ein subtropischer Garten.



Wie alle KuK Offiziersvillen steht natürlich auch die Villa Trapp unter Denkmalschutz und wird mit EU Geldern zumindest vom weiteren Verfall gerettet. Scheinbar ist das Gebäude nun eine Art Altersheim.



Der Eingang war damals wie es sich gehört von dem für das im Haus wohnende Personal getrennt.












Hier der Hintereingang für die Personalzimmer. Die Garagen wurden erst nach dem Krieg gebaut. Vermutlich waren zuvor Stallungen für die Kutschen und Pferde vorhanden.



Heute befinden sich mehrere Wohnungen im Anwesen. Die Treppenhäuser mit den aus einem Block gehauenen Stufen dürften aus einheimischem Naturstein gearbeitet worden sein.






Vielleicht wurde hinter diesem Tor damals irgendwelches Gerät gelagert.



Die einzelnen Wohnungen sind natürlich nicht allgemein zugänglich.

Da ich jemanden kenne, der in einer dieser Villen in Veruda wohnt, sei erwähnt, daß so eine Villa für den Eigentümer eine kaum tragbare finanzielle Last ist. Renoviert darf so ein Haus wie auch bei uns nur in Absprache mit dem Denkmalschutz werden. Folglich sind diese Renovierungen teuer. Das ist gerade für die Kroaten, die zwar so ein altes Haus in guter Lage besitzen, aufgrund der im Land niedrigeren Einkommen fast unmöglich. So verfallen die Häuser weiter weil nichts gemacht wird.

Möglicherweise gibt es hierfür auch keine oder kaum öffentlichen Gelder weder vom klammen Staat Kroatien oder der Stadt Pula noch von der EU. Ich finde es auch schade, daß nicht zumindest mehrsprachige Schilder vorhanden sind, die auf die Bedeutung dieser Villen und vor allem der Villa Trapp hinweisen. Das kostet doch wirklich nicht die Welt und würde vielleicht sogar die Augen eines Sponsors auf solch erhaltenswerte Kulturdenkmäler lenken.

jürgen
 
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Marius

Guest
#3
Im ersten Moment dachte ich: "Jaaaa, da würde ich mir gerne eine Wohnung einrichten, in so einem Häuschen!"
Aber dann, ja, das ist schon schwierig, schmerzfrei zu finanzieren ist das wohl kaum. Der ansonsten so wichtige Denkmalschutz macht es für private Halter halt nahezu unmöglich, die Gebäude auf einem technisch sauberen Stand zu halten. Andererseits wären wohl schon längst Klimaanlagen auf der Fassade montiert, also wie man es dreht und wendet, es ist ein Problem.

Aber solange solche Häuser noch stehen, sollten wir uns daran erfreuen. Danke für den Ausflug!
 
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