die Blumeninsel in der Bucht von Kotor in Montenegro

claus-juergen

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#1
Heute möchte ich euch ein Stück Vergangenheit und Gegenwart aus Montenegro zeigen. Zur Stadt Tivat gehört die westlich davon in der Bucht von Kotor gelegene Ostrvo Cvijeca, zu Zeiten vor dem Tito-Jugoslawien auch Insel des Erzengels Michael genannt.

Diese gerade 200 mal 300 Meter im Durchmesser große Insel ist schon vor langer Zeit durch einen Damm mit dem Festland verbunden worden. Hier der Blick in die Bucht von Kotor.



Ganz früher befand sich auf der Insel ein Kloster von welchem heute nur noch die 1883 erneuerte Kirche Sveta Trojica (heilige Dreifaltigkeit) steht. Die Insel trägt heute den Namen Blumeninsel, weil das Mikroklima hier in der geschützten Bucht von Kotor wärmer als im Umland ist.

Blick hinüber in das östlich gelegene Tivat.



Der internationale Flughafen (!) von Tivat mit dem Lovcen Gebirge im Hintergrund.



Auf einer Anhöhe steht die Kirche Sveti Trojica






Das ist sicher ein Gebimmel wenn die Glocken auf der Kirche und auch noch daneben gleichzeitig läuten.



Irgendwann während der Tito-Diktatur wurde hier eine Feriensiedlung für Militärangehörige gebaut. Dazu gehörte auch eine separate Zugangskontrolle. Ist ja klar, daß nicht die einfachen Soldaten sondern "verdiente Offiziere" mit ihren Familien hier ihren Urlaub verbringen durften. Dafür ist ja der Kommunismus bekannt - alle sind gleich und manche sind gleicher.



Bis vor einigen Jahren wurden anscheinend die Bewohner der Anlage im Empfangsgebäude noch irgendwie verwaltet.



Aktuell ist auf jeden Fall der Aushang des Verbrauchs von Strom und Wasser der einzelnen Einheiten.



Etwa 100 Villen in verschiedenen Größen verteilen sich über die kleine Insel.



Hier die einfache Form von Unterkünften für niedrigere Offiziersdienstgrade.



Die Häuser sind überwiegend auch heute noch oder auch wieder bewohnt.












Südwestlich der Insel wurde ein Bootshafen angelegt.



Die neuere Geschichte ist schnell erzählt. Im Zuge des Krieges in Kroatien wurden serbische Militärangehörige der JVA aus dem Nachbarland ausgewiesen und so hat sich mancher hier mit Familie eingenistet. Irgendwann wurde das ein Dauerzustand. Die JVA löste sich mit der Zeit auf und die Menschen wußten nicht mehr wohin. So wurde diese Hausbesetzung geduldet. Mit der Zeit wurde dann Gemeinschaftseigentum, welches transportabel war geplündert und verschachert.

Wie die Zukunft der Anlage und der Bewohner aussieht, steht wohl in den Sternen. Ihre Heimat soweit man diese als solche bezeichnen kann ist wohl seit mehr als 20 Jahren für viele so ein Häuschen am Meer. Zum Leben wohl zu wenig und zum Sterben wohl zu viel.

Dieser fünf Jahre alte Artikel zeigt einen guten Einblick in die Situation der Bewohner.

https://translate.google.de/transla...kao-da-je-protutnjio-uragan-75955&prev=search

jürgen
 
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