Der Rektorenpalast in Lastovo-Stadt - ein Kleinod.

Barraquito

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#1
Auf unserem Spaziergang durch Lastovo-Stadt kamen wir in der Oberstadt am Rektorenpalast vorbei, ein junger Mann winkte uns freundlich und fragte, ob wir Interesse an einem Rundgang im Haus hätten mit ihm zusammen, im Gespräch stellte sich dann raus, dass er bei der Ortsverwaltung arbeitet und zum Lüften ins Haus kommt.

Welch Chance, solch ein bedeutendes Gebäude von innen sehen zu dürfen, das sonst nicht zu besichtigen ist.
Eine Reise in eine vergangene Zeit.

Kommt mit!

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snowflake

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#2
Gleichzeitig imposant und romantisch gestaltet!
So viel Glück haben sicher nur wenige!

Vielen Dank für die herrlichen Bilder!

Gruß
Michael
 

ELMA

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#3
Was hattet Ihr doch für ein Glück!
Und was für ein Glück , dass Du uns jetzt die Bilder von den Innenräumen des Rektorenpalastes in Lastovo zeigst, die so leicht niemand besichtigen kann.
( Wir standen außen vor verschlossenen Türen und da war niemand weit und breit)

Das sieht alles wunderbar erhalten aus.
Ich habe bisher noch nie Bilder von den Innenräumen des Knežev dvor von Lastovo gesehen und ich habe mir nicht vorstellen können, dass sich ein Rektor auf dieser Insel (man würde ihn heute vielleicht Bürgermeister nennen) ein Haus mit solch verspielten , bunten Dekors und Tapeten bemalen ließ.
Was war das für ein Mensch, was war das für eine Familie?
Was ist aus ihnen geworden?

Vielleicht finde ich irgendwann mal Spuren zur Geschichte dieses Hauses. Weißt Du etwas mehr?
War der Rektor von den Bewohnern von Lastovo gewählt , unabhängig oder wurde er von den Habsburgern oder gar italienischen Besitzern eingesetzt ? (Die Ausstattung der Räume könnte auch nach Wien passen)

Napoleon nahm 1806 Lastovo in französischen Besitz, ihm folgten die Engländer (1813-1815), danach die Habsburger , ab 1918 bis 1943 die Italiener.
Sybille, Du hast mir mit diesen Bildern eine große Freude bereitet und mich auf eine Spur geführt, der ich gerne nachgehen möchte.
Danke !

Liebe Grüße,
Elke
 

Marius

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#5
Das muss ein sehr angenehmes Leben gewesen sein in so schweren Zeiten wie damals. Tolle Bilder, sehr beeindruckend auch für mich.

Ich muss dabei immer auch daran denken, wie hart und brotlos viele andere Menschen arbeiten mussten, damit einige wenige in solchem Luxus schwelgen konnten. Fast wie heute.
 

Heiko705

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#6
Ja, ich war letztes Jahr auch dort, hatte aber leider nicht das Glück, dass mich jemand reinlässt :(. Ich habe extra geschaut, doch es war niemand vor Ort. Sieht eindrucksvoll aus. Die ganze Stadt ist fantastisch.
 
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Barraquito

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#7
Allen ein herzliches Dankeschön für Eure Freude!

Es war ein Genuss, hier durchzugehen, voller Ehrfurcht schauten wir uns um und ich konnte mich kaum einkriegen, der junge Mann, der uns rumführte, musste ein ums andere Mal schmunzeln.
Ich gebe auch zu, ich habe sogar einen Stuhl hochgehoben, um zu schauen, ob er vielleicht v Thonet ist.
Leider gabs keinen Hinweis dazu, zumindest sind es Bugholzstühle dieser Art.
Auch empfand ich das ganze Haus als sehr harmonisch eingerichtet, es waren Menschen mit Geschmack und Stilsicherheit, dazu Geld und Ansehen.
Rechts (wenn man davor steht) daneben ist noch so ein Minimuseumchen (das einen Minieintritt kostet), das hat er dann auch noch geöffnet und uns alles gezeigt.
 

Barraquito

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#8
Marius,


schon die Lage in der Oberstadt mit dem Blick auf die Unterstadt (wie in dem einen Bild v Blick aus dem Fenster zu erkennen) zeigt die Abgehobenheit dieser Gesellschaftsschicht.
Es hat sich nichts, aber auch gar nichts verändert.
 

Barraquito

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#9
Heiko,

ich habe es damals sehr bedauert, dass Du das nicht hast anschauen können.
Es war ein Genuss.
 

Heiko705

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#10
Kann man nichts machen. Wenigstens habe ich Bilder vom Innern gesehen. Und vielleicht findet Elke ja noch etwas zur Geschichte raus, was sie dann bitte hier postet!
 
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Daniel_567

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#13
Hallo Sybille.

Vielen Dank fürs Mitnehmen. Tolle Bilder, ein schönes Erlebnis.
Wir schauen uns sowas auch immer gern an. Das war ein gutes Timing, dass dort gerade ein Mitarbeiter war, ansonsten wäre Euch die Besichtigung eines sehr sehenswerten Objektes verwährt geblieben.

Liebe Grüsse, Daniel.
 

ELMA

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#14
Wie heißt denn dieser Rektorenpalast auf Kroatisch?
siehe #3

zeigt die Abgehobenheit dieser Gesellschaftsschicht.
Es hat sich nichts, aber auch gar nichts verändert.
Sybille, nur mit einem Unterschied.Heute sind es meist die "Neureichen", die auf die "armen Schlucker" runterschauen.Davon gibt es immer mehr.
Aber das gehört wirklich nicht hierher.

Und vielleicht findet Elke ja noch etwas zur Geschichte raus, was sie dann bitte hier postet!
Heiko, ich hab mal damit angefangen

Manchmal findet man in deutschen Quellen auch die Bezeichnung "Fürstenpalast"
Ob der Knežev Dvor in Lastovo eine Zusatzbezeichnung hat, weiß ich nicht.
Ich konnte in nicht- kroatischen Quellen noch nicht viel darüber finden.

Ob eine (politische) Verbindung zu Dubrovnik bestand und welche Bedeutung, Aufgaben und Befugnisse der "Rektor" von Lastovo hatte, das weiß ich auch nicht .
Vielleicht weiß das jemand hier.

Der Knežev Dvor in Dubrovnik stammt aus dem 14. Jahrhundert, das Gebäude in Lastovo sieht nicht so alt aus, hatte aber Vorgänger..
Diese Quelle weist darauf hin
http://pp-lastovo.hr/knezev-dvor/
Google übersetzt
"Der Palast des Rektors (Palac) wurde an prominenter Stelle oberhalb des Dorfes Lastovo erbaut und diente als Residenz des Dubrovniker Adligen. Es wird zum ersten Mal in den Dokumenten von Dubrovnik aus dem 14. Jahrhundert erwähnt und im 19. Jahrhundert abgerissen, um in der Familie Grbin eine Residenz im Neorenaissance-Stil zu errichten. Ein rechteckiges, zweistöckiges, zweistöckiges Dach, umgeben von steilen Terrassen und Gärten. Der gesamte Komplex ist von einer Steinmauer umgeben. Der Innenraum zeichnet sich durch eine vertiefte Plattform mit Flursystem aus. Das erhaltene Inventar ist reich an wertvollen Möbelstücken und originalen Wand- und Deckenfresken."

Wer war die Familie Grbin??? Ist es das Ehepaar Grbin, das in Sybilles Bericht auf dem Foto zu sehen ist? Waren es "nur" reiche Adlige, die sich diese Villa erbauen, ließen, aber keine Aufgaben mehr hatten?

Die Skulptur des Sveti Vlaho ( Hl Blasius), an der Fassade des Gebäudes könnte auf die Verbindung zu Dubrovnik hinweisen.





Auch in Janjina auf Peljesac ( heute ein unscheinbares,etwas vernachlässigtes Städtchen ) gibt es einen Knežev Dvor , aber nicht so gut erhalten wie der auf Lastovo.
http://visitjanjina.hr/de/Znamenitosti/PrikaziCijeliClanak/28



mit einem Sveti Vlaho



Ich habe mich vor einiger Zeit mal dort umgeschaut
http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/1135_süddalmatien-peljesac-janjina-wer-weiß-mehr-darüber.64659/

Es wäre sicher interessant herauszufinden, ob und welche Verbindungen zwischen den Orten bestanden , die mit Dubrovnik in Verbindung standen , wie die Rektoren zu ihren Ämtern kamen und welche Aufgabe sie hatten.

Elke
 
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Marius

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#15
Ich habe mich auch ueber den Namen Rektorenpalast gewundert, weil fuer mich ein Rektor bisher nur was mit Unis zu tun hatte.
Wikipedia hat mich aber nun eines Besseren belehrt,

Rektoren gab es frueher auch auf kirchlicher und politischer Ebene, insbesondere bei den Italienern war der Rettore der Buergermeister oder Richter der Stadt.

Grundsaetzlich war die Bezeichnung aber immer mit einer Funktion verbunden, wobei diese freilich auch oft von Adeligen bekleidet wurde.

Wieder was gelernt.
 

Heiko705

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#16
Zum Herrschaftsbereich Dubrovniks gehörte selbstverständlich auch Mljet. Auch unterhalb der Hauptstraße, die unter Babino Polje auf Mljet verläuft, gibt es einen Knežev Dvor (Knežev Dvor u Babinom Polju). Es gibt Einiges zu sehen unterhalb des Dorfs. Das konnte ich alles innerhalb einiger Stunden, als ich mich in Babino Polje befand, nicht anschauen.

Dort ist nicht nur der Wanderweg zur Odysseus-Höhle, sondern auch der Knežev Dvor, ein Wirtschafts- und Gerichtsgebäude (das Sotnica), ein Kastell und eine alte Kirche.

Zu den Zeiten der Herrschaft Dubrovniks tagte in Babino Polje der Inselrat. Der Fürst von Mljet wohnte im Fürstenpalast. Alle sieben Monate wurde ein neuer Fürst gewählt. Dubrovnik bezahlte das 1554 fertiggestellte Gebäude.
 
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#17
hallo Sybille,

danke erst mal für deinen Bilderreigen, der wohl einem Zufall zu verdanken ist.

Mir geht es wie Elke. Ich sehe eine Unmenge Bilder und jedes wirft neue Fragen auf. Es sollte eigentlich möglich sein, die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner der Allgemeinheit zugänglich zu machen, auch wenn dies vielleicht nur saisonal wirtschaftlich ist. Ein Gebäude dieser Art und Größe steht in der Landschaft und wird ab und zu durchgelüftet - unvorstellbar für mich!

grüsse

jürgen
 

Heiko705

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#18
Ich schätze, ob man die Gebäude nun Rektoren- oder Fürstenpaläste nennt, kommt fast auf das Gleiche raus.

Knežev Dvor bedeutet jedoch soviel wie "Rektorenhof".
 
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Barraquito

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#19
Ja, Jürgen,
das waren doch meine Gedanken auch. Der nette junge Mann führt uns zwar rum, öffnete die Fenster, wies einmal auf dieses, dann auf jenes hin (in kaum zu verstehendem Englisch) - aber insgesamt sind wir zwar mit einem Berg v Eindrücken und einem grossen Glücksgefühl wieder raus, aber ohne jegliche Informationen.

Wie schade ist denn das?

Ein paar Tafeln in den gängigen Sprachen, vielleicht ein Infoblättchen zum Mitnehmen, nichts dergleichen, und ich fürchte, dass dies heute (Bilder sind v 2016) noch immer ganz genauso ist.
Jemand, der aufpasst in den Monaten Juni-Juli-August, Eintritt kassiert und ein paar historische Postkarten verkauft - erwarte, erhoffe ich da tatsächlich zuviel?

Und so musste der Zufall, ein Blickwechsel reichen, um dieses Gebäude und das schöne Innenleben anschauen zu können.
Ich liebe ja solche Begegnungen an sich, aber ich finds himmelschade, dass so was Schönes nur im Verborgenen blüht.
Oder sehen die Inselverantwortlichen womöglich nicht den Schatz, den sie da haben?
 

ELMA

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#20
Vielleicht ist es noch in Privatbesitz - oder die Besitzverhältnisse sind noch nicht geklärt.
Zumindest jedoch wird es in gewissem Umfang "betreut". Ob der junge Mann, von dem Sybille erzählt, von der Ortsverwaltung beauftragt wurde oder von Privatleuten, das ist nicht bekannt.
Auf Lastovo ( und auf Mljet) gehen die Uhren etwas anders...langsamer. Der Tourismus ( vor allem der Segeltourismus) boomt im Sommer. Die Urlauberzahlen sind überschaubar im Sommer mehr, im Winter sehr wenig.
Für Urlauber , die Ruhe und Natur suchen ein Paradies !

Es gibt auf Lastovo zwar viele Kirchen mir wertvollen Gemälden , aber sonst wenig Museen o.ä.
An manchen Gebäuden gibt es kleine Täfelchen mit Informationen über Fumaris, über Namen und Alter der Kirchen usw.
Aber sehr viel ist das nicht, Da ist "Luft nach oben"
Auch in den gängigen Reiseführern findet man nicht viele detaillierte Informationen.

Sybille hat das kleine ethnografische Museum in der Crkva Sv. Ivana Krstitelja (Kirche Sankt Johannes der Täufer) aus dem 14. Jahrhundert erwähnt, das neben dem Rektorenplalast steht und auch dazu gehörte . Es ist das älteste Baudenkmal der Stadt mit interessanten Steinfragmenten im Außenbereich.











Sybille, Du warst 2016 auf Lastovo.
Bei mir ist es schon länger her.
Hast Du in Lastovo ein Tourist Office gesehen. wo man Näheres erfahren könnte?
In viele kroatischen Orten hat sich in dieser Hinsicht doch etliches getan.

Ich habe jetzt richtig Lust bekommen , im Sommer mal wieder auf die Insel Lastovo zu fahren.

Gruß,
Elke
 
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