Coronavirus - erster Verdacht

A

Aida61

Guest
Es gibt auch schon gute Nachrichten.

Bislang gibt es noch kein wirksames Medikament gegen das neuartige Coronavirus. Ein Präparat aus China wird nun offenbar mit Erfolg in Österreich getestet.

Hier lesen
Es gibt mehrere Medikamente, die in China eingesetzt wurden, aber wie in dem verlinkten Artikel beschrieben, sind sie noch nicht an einer grossen Anzahl von Patienten getestet worden.

Das eine ist Remdesivir, von der Firma Gilead, das ist eigentlich ein Ebola Mittel, wird jetzt aber in Rahmen von klinischen Studien in mehreren Ländern getestet. Die ersten Behandlungen in China waren schon vielversprechend, aber man muss um eine entsprechende Zulassung zu bekommen, viel mehr aufschlussreiche Daten haben, auch zu potentiellen Nebenwirkungen. Zum Schluss entscheidet das Nutzen-Risiko Verhältnis, ob ein Medikament, das auch Nebenwirkungen hat, die Zulassung bekommt.

Das andere ist Chloroquin, ein bekanntes Malariamittel von Bayer. Wer dem POTUS neulich zugehört hat, er hat es grossspurig als effektiv bezeichnet, bis Anthony Fauci eingegriffen hat um zu erklären, dass das alles erstmal getestet werden muss.

Ausserdem arbeitet Takeda (Japanische Firma, grosse Niederlassung und Herstellung in Wien) an einem Immunglobulin gegen Covid-19, das ist ein Medikament hergestellt aus Plasma der geheilten Covid-19 Patienten, das viele Antikörper gegen den Virus enthält. Takeda (ehemals Baxter ehemals Immuno) hofft jetzt auf Plasmaspenden von geheilten Patienten um die Herstellung dieses Medikaments zu beginnen.

Das sind insgesamt gute Kandidaten und bei Wirksamkeit können sie viel schneller den Marktzugang bekommen, als Impfstoff. Ich hoffe sehr.....
 
B

Barraquito

Guest
Nein, ich meine sehr alte Menschen, die vielleicht nicht mehr so auf zack sind oder psychisch labile oder kranke Menschen. Wie erklaert man denen, warum niemand mehr zu Besuch kommt? Oder denjenigen, die auch vorher schon Unterstutzung brauchten, um ueberhaupt erstmal den normalen Alltag zu meistern?

Wir haben hier doch Leute aus der Pflege und aus Krankenhaeusern... Da wuerden mich noch mehr Informationen, nein, eher so eine emotionale, persoenliche Ansichten zu den Vorgaengen interessieren. Falls jemand Lust dazu hat.
Oder gerne auch Erfahrungen mit der eigenen Eltern- oder Großelternschaft.

Seit mein Vater vor 2 Jahren einen schweren Schlaganfall erlitt und zuhause (noch) gepflegt wird, bin ich (100km entfernt) natürlich auch eingespannt, jedes 2.WE zum Einkaufen und Verschiedenes (Apotheke/Friedhof/Bank/Haus+Garten uvm) erledigen.
Nun bin ich auf null gesetzt, von jetzt auf nachher, meine Mutter hat die Logopädin und den Physiotherapeuten abgesagt, ebenso finden "Besuche" nur noch durchs gekippte Küchenfenster statt, Kuchen wird vor die Haustür gestellt. Meine Mutter hat mir verboten zu kommen, es wird nun erst einmal alles aufgegessen, was da ist, va auch in der TK.
Eine Bekannte sorgte am WE für Frischmilch, Joghurt u Quark.
Ein Lieferdienst vom Wochenmarkt brachte Kartoffeln, eine Kiste Äpfel, Salat - Überweisungsträger lag bei.

Ich habe nun eine Kiste Gemüse für meine Eltern (und auch für uns hier) bestellt für Ende dieser Woche:

https://www.reichenauer-gemuesekiste.de/wp/

Mehr kann ich aus der Ferne nicht tun, als ein (sehr) geduldiges Ohr zu haben, zu versuchen, mit meinem Vater zu sprechen und ihm zu erklären, dass die Umstände keinen Besuch erlauben und schon gar nicht eine Umarmung, ein Küßchen.

Darauf sagte er: ich weiss.

Meine Mutter brauchte ein wenig Zeit, um die Dimension dieser Pandemie zu verstehen, aber nun hat sie es verinnerlicht und tut ihren Teil dazu, sich richtig zu verhalten, weder sich noch andere in Gefahr zu bringen.

Ich würde mir wünschen, dass so manch jüngerer Zeitgenosse Vertrauen in die Fachleute hätte, er nicht unbedingt sein eigenes Ding fahren wollte und einfach das täte, was empfohlen wird. stay at home!
Eine klarere und einfachere Anweisung hat es selten gegeben.
Noch dazu die einzig Sinnvolle.
 
M

Marius

Guest
Also nach meiner Logik:
Sterberate = Von 100 Infizierten sterben x Prozent.

Da oben wird die Zahl der Toten aber nciht mit der Zahl der tatsaechlich Infizierten sondern mit der Zahl der positiv Getesteten in Relation gesetzt. Diese muesste man aber erst mal hochrechen auf die Anzahl der tatsaechlich Infizierten. So sagt die Statistik meines Erachtens lediglich aus, dass in Deutschland verhaeltnismaeßig viel getestet wird.
 
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hat doch Recht.
Eine verläßliche Aussage zur Sterberate kann wirklich nur zur Realitation der tatsächlichen Infizierten stehen.
Ich bin mir sicher, wenn alles vorbei ist und man die Zeit hat möglichst viele Zahlen und Umstände aufzuarbeiten wird es eine bessere Statistik geben.

Damit bin ich wieder aus jeglicher Diskussion um dieses Thema raus da ich erst am Ende es besser wissen werde.
 

Suncokret

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(Beitrag selbst überarbeitet, so hoffentlich verständlicher und korrekter): Der Begriff "Sterberate" ist ein Fachbegriff, der eigentlich etwas anderes bezeichnet.

Zitat aus Amboss:

Mortalität und Letalität beschreiben das Sterberisiko an einer bestimmten Erkrankung. Mortalität bezieht sich dabei auf die gesamte Population, während sich Letalität nur auf bereits an dieser Krankheit Erkrankte bezieht. Sie ähneln somit der Inzidenz, nur dass anstelle des Erkrankungsrisikos das Sterberisiko betrachtet wird.
  • Mortalität: „Sterberate“
    • Berechnung: Mortalität = Anzahl der Todesfälle an einer Erkrankung in einem bestimmten Gebiet bezogen auf einen bestimmten Zeitraum / Gesamtzahl der Personen
    • Interpretation: Ermöglicht eine Abschätzung der Bedeutung in der Bevölkerung
    • Angabe: Wie bei der Inzidenz ist ein Zeitraum notwendig
  • Letalität: „Tödlichkeit“
    • Berechnung: Letalität = Anzahl der Todesfälle durch die Krankheit unter den Erkrankten / Gesamtzahl der Personen mit dieser Erkrankung
    • Interpretation: Wie schwerwiegend/tödlich ist eine bestimmte Erkrankung?
  • Beispiele
    • Bronchialkarzinom: Hohe Mortalität („Viele Personen sterben jedes Jahr an einem BC“) und hohe Letalität („Wenn man ein BC hat, stirbt man mit hoher Wahrscheinlichkeit daran“)
    • Glioblastom: Niedrige Mortalität („Da Glioblastome vergleichsweise selten sind, sterben nur wenige Personen daran“), aber sehr hohe Letalität („Wenn man an einem Glioblastom erkrankt, stirbt man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit daran“)
Die Mortalität erlaubt die Einschätzung, wie relevant eine Erkrankung in einer Population ist, während die Letalität die Tödlichkeit einer Erkrankung zeigt!

Weiteres Zitat:
"(...) Wegen all dieser Faktoren kann derzeit wohl niemand zuverlässig sagen, wie viele Infizierte versterben. Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC liegt die Letalitätsrate mutmaßlich in der weiten Spannbreite zwischen 0,25 und 3%." https://www.tagesschau.de/faktenfinder/letalitaet-coronavirus-101.html
 
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Marius

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Ja, Midi, weisst du, ich hab ja null Ahnung von Mathematik und Statistik, drum frage ich ja so bloed, aber wenn du sagst, das stimmt, dann glaub ich das. ;-)
 

Luppo

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Marius, das ist doch vollkommen OK, wenn du mal in einer Disziplin nicht der große Checker bist und es auch noch einräumst.
In der gezeigten Grafik ist eine falsche Definition abgebildet, aber jeder weiß, was gemeint ist. Schlüsse daraus zu ziehen obliegt jedem selbst.
 
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Marius

Guest
Haha, Michi, das war natuerlich ironisch gemeint.
Eine Grafik, aus der jeder seine eigenen Schluesse ziehen kann, ist freilich voellig wertlos. Schließlich ist das ja kein Kunstwerk in das jeder seine Gefuehle und Srimmungen dazu interpretieren kann, sondern das soll eine Information vermitteln, und diese hier vermittelte Information ist eindeutig falsch und irrefuehrend.

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass eine Information korrekt sein muss, und kein Unsinn sein darf. Das war kein Vorwurf an Joerg oder sonst jemanden, der in Mathematik und Statistik jetzt nicht so daheim ist, sondern an solche “Journalisten”. Die haetten naemlich die Moeglichkeit, jederzeit Profis zu konsultieren.

Im Uebrigen sage ich sehr oft, dass ich hier oder da kein Experte bin und stelle Fragen, lasse mir was erklaeren, auch hier. Achte mal ein bisschen drauf, Michi. :)
 

Luppo

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Marius

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Aber natuerlich, Michael, ich dachte mir schon, dass auch dein Posting ironisch gemeint war. ;-)

Danke fuer den Link, guter Artikel, der das Problem mit der Sterberate sehr gut beschreibt, den muesste man allen "Journalisten" zugaenglich machen!
 

berno

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In der ZDF-Mediathek findet ihr die gestrige Folge von Leschs Kosmos zum Thema, insgesamt sehr interessant mit einem ganz besonderen Fun Fact zum duemmsten Praesidenten aller Zeiten. ;-)

Sehr empfehlenswert (geht aber aus rechtlichen Gruenden leider nur in Deutschland)

https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/corona-was-sagt-die-wissenschaft-102.html
Wer es nicht direkt öffnen kann, sollte es bei YouTube versuchen dort kann man die Berichte auch anschauen
Gruß berno
 
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