Berichte aus Hvar

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Wieder und wieder kommen herausragende Beiträge :joyful:
Bei Lutz wird man sogar zu einem Experten für Geschichte ausgebildet :kiss:
DANKE!

Ben,
Du kannst von mir auch etwas über Literatur lernen. Die Geschichte des Kommandante von Dubrovnik hat der ungarische Schriftsteller Sándor Márai in seinem Roman “Die Fremde” verarbeitet. Es gibt Parallelen mit dem dem weltberühmten Werk “ Der Fremde” des Nobelpreisträgers Albert Camus, aber der Roman von Márai ist 8 Jahre früher veröffentlicht worden.

Márai ist 1957 in die USA emigriert und hat bis zu seinem Tod in San Diego in Carlifornia gelebt; also in deiner direkten Nachbarschaft. In 1989 hat er sich eine Waffe gekauft und Schießunterricht genommen. Nachdem er mit der Waffe umgehen konnte, hat er sich erschossen. Seine Asche wurde im Pazifik verstreut.


Ich denke, dass der Roman auch in Amerika erschienen ist. Es ist ein existenzialistisches Werk, also keine Belletristik.
 

hiking & biking

aktives Mitglied
Registriert seit
21. Feb. 2017
Beiträge
311
Zustimmungen
488
Punkte
63
Ort
nur unterwegs: Bayern, Dalmatien, Italien
Lieben Dank für die Literatur! :kiss:
Ich werde wohl bald wieder ein Buch in die Hand nehmen müssen. Es wird sogar in deutscher Sprache sein, denn eine englische Übersetzung von "die Fremde" habe ich bei meiner Schnelldurchsicht nicht gefunden (werde noch genauer suchen). Auch interessant: kindle ~$10, gebrauchtes Buch ~40ct :joyful:
Das wird ein schönes Project für Wintertage wie heute... ...google translator, halte dich bereit, es kommt Arbeit auf dich zu! :cool:
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Von Senj zum Markt von Otočac


Die Kaiserin Maria Theresia von Österreich verfügte persönlich, dass immer mittwochs in Otočac Markt stattfinden sollte. Der Ort hat sich zu einem kleinen Handleszentrum entwickelt. Der Markttag am Mittwoch besteht immer noch. Wenn es zeitlich passt, decken wir uns auf der Rückfahrt aus Dalmatien mit Gemüse, Kartoffeln und Lammfleisch ein. Auf diese Weise verlängern wir unseren Urlaub in der Heimat noch um einige Tage.

Wir haben 1957 auch von der Existenz des Markttags am Mittwoch in Otočac erfahren. Selbstverständlich musste mein Vater dort hinfahren, auch wenn die Umstände damals nicht besonders günstig waren. Die Straßenverhältnisse waren nicht mit heutigen Zuständen zu vergleichen.










Straße von Senj nach Otočac, Im Hintergrund Otočic Zecevo
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Palmensterben in Hvar

Noch sehen die Palmen an der Riva in Hvar gesund aus. Sie wurden vor über hundert Jahren angepflanzt. Ich habe dieses Jahr aber auch einige abgestorbene Palmen in Hvar gesehen, die gerade abgeholzt wurden. Die Ursache ist der aus Malaysia in den Mittelmmerraum eingeschleppte Palmrüssler. Zum ersten Mal wurde er 2006 auf den Balearen entdeckt. In Kroatien ist er 2011 in Opatija aufgetaucht. Es gibt momentan keine Abwehrmöglichkeit gegen die Invasion der Insekten. Wenn bei einer Palme ein Befall festgestellt wird, ist es für den Baum schon zu spät. Er muss sofort gefällt und verbrannt werden. Der Palmrüssler greift sämtliche Palmenarten an. Die Experten rechnen damit, dass in weinigen Jahren sämtliche Palmen im Mittelmeerraum verschwunden sein werden.

Bis dahin habe ich die Palmen an der Riva fotografisch festgehalten und hoffe, dass noch ein Wunder geschieht.




 
Zuletzt bearbeitet:

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Die Schulkinder zwischen Turbe und Komar 1957

Jetzt habe ich ein altes Dias aus 1957 gefunden mit dem Untertitel "Schulkinder zwischen Turbe und Komar".

Die Kinder tragen alle eine Tracht. Einige sind barfuß auf der Schotterstraße unterwegs. Die Ortschaft Turbe liegt an der Bahnstrecke von Lašva nach Donje Vakuf. Dort teilt sich die Strecke. Ein Gleis geht über Bugonjo weiter nach Gornje Vakuf, das andere weiter nach Jaice. Komar oder der Komarpass ist der höchste Punkt der Bahnstrecke. Der Betrieb der Schmahlspurbahn wurde in den 1970er Jahren eingestellt. Das liegt alles in Zentralbosnien. Da kommt wahrscheinlich heute noch kein Tourist hin. Und wir waren 1957 dort.



 
Zuletzt bearbeitet:

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Wasserversorgung in Hvar

Früher gab es noch keine Wasserleitungen vom Festland auf die Inseln. In dem Karstboden der Inseln konnten keine Quellen angebohrt werden, weil das Regenwasser sofort versickert ist. Für die Wasserversorgung wurde das Regenwasser in Zisternen aufgefangen. In Hvar wurde die halbe Pijaca als Regensammelfläche genutzt. Damals waren die Wasserentnahmestellen an den Zisternen das Zentrum des örtlichen Lebens. Es gab genaue Regeln, wer wann wieviel Wasser aus der Zisterne entnehmen durfte. Das war der Beginn der kommunalen Verwaltung. Heute regelt die Kommunalverwaltung unsere ganze Exsistenz: Versorgung mit Strom, Wassser Infrastruktur, Kitas und Schulen und noch vieles mehr.

Hier die gemeinschaftliche Wasserentnahmestelle an der kommunalen Zisterne in Brusje. Heute erhält die Gemeinde das Trinkwasser über eine Leitung vom Festland. Die Zisterne ist schon lange micht mehr in Gebrauch. Aber die Entnahmestelle ist noch vorhanden. Hier das schützende, kunstvoll gearbeitete Metallgitter der Wasserentnahmestelle im letzten Abendlicht.




 
Zuletzt bearbeitet:

Marius

Forums-Philantrop
Registriert seit
27. Feb. 2008
Beiträge
19.332
Zustimmungen
13.191
Punkte
113
Ort
Medulin
Gornji Vakuf, oder heute auch unter Kroaten Uskoplje genannt, da war ich sehr oft.

Meine Eltern stammen aus der Gegend und als Kind und später als junger Teen war ich oft dort, sprich, da habe ich sogar meine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht.

Wie seid ihr denn da hin gekommen, irre.

Ich bin übrigens mal mit 8 Jahren zu Fuß von Bugojno nach Gornji Vakuf gegangen / gelaufen, das dürften so 18km gewesen sein. Jürgen würde mir das nie glauben. :)

Ich musste dann aber auch wieder zurück, da war ich aber nicht sicher, ob ich es vor dem Einbruch der Nacht schaffen würde, also versuchte ich Autostopping, und eine sehr attraktive blonde Frau, von der ich meine Augen nicht wenden konnte, nahm mich in ihrem VW-Käfer mit, so viel weiß ich noch. :)

Die Erleichterung bei meiner Ankunft (der kleine Marius ist verschwunden, Riesen-Trara) war dann groß und man machte mir auch gar keine großen Vorwürfe, ich war der Held, der von einer geoßen Reise berichten konnte. Kinder dürfen sowas heutzutage ja gar nicht mehr. :)
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Die nicht gelöste Kleiderfrage

Diese Frage ist insbesondere für unsere Damen von großer Wichtigkeit. Wir gehen ins Kaufhaus, in eine Boutique oder ins Internet, um unsere Bekleidung zu kaufen. Wir machen uns keine Gedanken darüber, wie der Rohstoff für die Bekleidung entsteht, wie er weiterverarbeitet wird, wo das passiert, wer das macht, was er dabei verdient, wie alt der in der Näherei beschäftigte ist und wie es um den Arbeits- und Gesundheitsschutz bestellt ist. Es gibt sehr viele offene Fragen, deren Antworten wir zwar erahnen, aber die wir uns nicht stellen wollen. Wir möchten möglichst billig kaufen. Alles andere verdrängen wir.

Ich habe zwei Bilder aus dem Jahr 1957, die die Herstellung des Rohstoffs für Leinen dokumentieren. Leinen wird aus den Halmen des Flachses hergestellt. Der Flachs wird in der Flachsrotte weiterverarbeitet. Dazu werden die geernteten Flachshalme gebündelt für mehrere Wochen unter Wasser gelagert, um sie verrotten zu lassen. Bei der Rotte, bzw. der Fermentation werden die unbrauchbaren holzigen Teile von den spinnbaren Teilen getrennt. Anschließend kann der Leinenstoff hergestellt werden. Das hört sich alles sehr einfach an, ist aber eine sehr schwere Arbeit.









Jugoslawien 1957 Flachsrotte bei Zagreb












Jugoslawien 1957 Flachsrotte bei Zagreb
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Das Tor von Split

Der Seeweg von Split auf das offene Meer führt für die Schiffe durch das Tor von Split. Das ist die Meerenge zwischen den Insel Šolta und Brac. Alle müssen da durch. Die Yachten, die großen Fähren und die Frachtschiffe. Die Meerenge ist sehr schmal und bei regem Schiffsverkehr kann das schon eng werden.

Früher hat die Autofähre aus Split auf die Insel Hvar in Vira angelegt. Das war noch vor der Zeit, als der Fährhafen in Stari Grad fertig gestellt wurde.

Wenn damals die Fähre aus Split in Vira angelegt hat, ist der Kapitän in eine Hafenkneipe in Vira eingekehrt. Die Rückfahrt war planmäßig zwei Stunden später vorgesehen. Tatsächlich verzögerte sich die Abfahrt, weil der Kapitän noch nicht ausgetrunken hatte. Damals hieß es, das Schiff lege esrt dann ab, wenn der Kapitän gerade noch den Durchlass in das Tor von Split finden konnte. Seine Offiziere haben den richtigen Zeitpunkt erkannt und haben ihren Kapitän diplomatisch an Bord gelotst. Dann konnte die Rückfahrt nach Split beginnen.






Vira auf Hvar
Das Tor von Split
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
An einem Morgen lag die Sailing Yacht A im Kanal von Hvar vor Anker. Das ist die größte Yacht der Welt und gehört einem russischen Krösus. Bei der Überfahrt mit dem Taxiboot von Hvar zu der gegenüberliegenden Insel Jerolim haben alle Passagiere das Schiff fotografiert und sich gegenseitig erzählt, was sie bei Google darüber erfahren haben. Die Leute waren ganz aufgeregt. Selbst der Taxibootfahrer hat Bilder mit dem Handy gemacht. Da habe ich dann auch ein Bild gemacht, obwohl ich das Ding ziemlich hässlich finde.


 

Marius

Forums-Philantrop
Registriert seit
27. Feb. 2008
Beiträge
19.332
Zustimmungen
13.191
Punkte
113
Ort
Medulin
Also mit gefaellt‘s.
Dennoch bin ich der Meinung, dass niemand so ein Schiff besitzen sollte, schon gar nicht mit ergaunertem Geld.
 

Halbheimchen

aktives Mitglied
Registriert seit
4. Dez. 2018
Beiträge
452
Zustimmungen
2.083
Punkte
93
Die Loggia in Hvar

Es gibt eine Legende über die Loggia in Hvar, die der Historiker Grga Novak 1918 aufschrieb:

Am Heiligabend des Jahres 1509 versammelten sich die Hvarer in der Sankt Stephans Kathedrale. Sie gingen wie es üblich durch das kleine Tor und bekreuzigten sich. Während der Messe bemerkten sie, dass jeder von ihnen ein schwarzes Kreuz an der Stirn hatte. Im Weihwasserbecken neben der kleinen Tür bemerkten sie die schwarze „Tinte“ eines Tintenfisches. Sie erfuhren, dass es sich um eine Übeltat von Adligen handelte, und sie beschlossen, sich zu rächen. Sie schworen vor einem kleinen Holzkreuz, dass sie alle „Herren“ am Tag der hl. Dorothee, am 6. Februar, töten würden. Sie metzelten die Adligen nieder, bis auf einen Jungen aus der Familie Jakša, der gerettet wurde, indem er sich im Schornstein versteckte. Wegen dieses Gemetzels gab es einen schweren Sturm, bei dem das Gewölbe der Kirche Anuncijata zerbarst und das Kreuz, auf das sie schworen, zu bluten begann. Nach diesen Ereignissen kamen die Venezianer, nahmen die Anführer des Aufruhrs gefangen und töteten sie. Um den Hvarern Angst einzujagen und sie zu warnen, modellierten sie die Köpfe der Getöteten und platzierten sie auf den Spitzen der Bögen der Loggia.









Vorne rechts die Loggia. Die Spitzen der Bögen sind heute noch vorhanden. Dort wurden 1510 die abgeschlagenen Köpfe der Anführer aufgespießt. Links und direkt dahinter ist das Hotel Palce Elisabeth. Im Hintergrund oben ist die angestrahlte Festung Spanijola
 

HeimchenimWald

aktives Mitglied
Registriert seit
11. Dez. 2018
Beiträge
244
Zustimmungen
605
Punkte
93
Das erinnert mich an Amboise an der Loire: Auch dort hat Königin Catherine de Medici die vermeintlich falschgläubigen Hugenotten am Balkon des Schlosses aufhängen lassen.. Von unserem Campingplatz auf der ile d'or ist die Fassade des Schlosses gut zu sehen. Gruselig !
 
Top Bottom