Berichte aus Hvar

Halbheimchen

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Wieder und wieder kommen herausragende Beiträge :joyful:
Bei Lutz wird man sogar zu einem Experten für Geschichte ausgebildet :kiss:
DANKE!

Ben,
Du kannst von mir auch etwas über Literatur lernen. Die Geschichte des Kommandante von Dubrovnik hat der ungarische Schriftsteller Sándor Márai in seinem Roman “Die Fremde” verarbeitet. Es gibt Parallelen mit dem dem weltberühmten Werk “ Der Fremde” des Nobelpreisträgers Albert Camus, aber der Roman von Márai ist 8 Jahre früher veröffentlicht worden.

Márai ist 1957 in die USA emigriert und hat bis zu seinem Tod in San Diego in Carlifornia gelebt; also in deiner direkten Nachbarschaft. In 1989 hat er sich eine Waffe gekauft und Schießunterricht genommen. Nachdem er mit der Waffe umgehen konnte, hat er sich erschossen. Seine Asche wurde im Pazifik verstreut.


Ich denke, dass der Roman auch in Amerika erschienen ist. Es ist ein existenzialistisches Werk, also keine Belletristik.
 

hiking & biking

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nur unterwegs: Bayern, Dalmatien, Italien
Lieben Dank für die Literatur! :kiss:
Ich werde wohl bald wieder ein Buch in die Hand nehmen müssen. Es wird sogar in deutscher Sprache sein, denn eine englische Übersetzung von "die Fremde" habe ich bei meiner Schnelldurchsicht nicht gefunden (werde noch genauer suchen). Auch interessant: kindle ~$10, gebrauchtes Buch ~40ct :joyful:
Das wird ein schönes Project für Wintertage wie heute... ...google translator, halte dich bereit, es kommt Arbeit auf dich zu! :cool:
 

Halbheimchen

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Von Senj zum Markt von Otočac


Die Kaiserin Maria Theresia von Österreich verfügte persönlich, dass immer mittwochs in Otočac Markt stattfinden sollte. Der Ort hat sich zu einem kleinen Handleszentrum entwickelt. Der Markttag am Mittwoch besteht immer noch. Wenn es zeitlich passt, decken wir uns auf der Rückfahrt aus Dalmatien mit Gemüse, Kartoffeln und Lammfleisch ein. Auf diese Weise verlängern wir unseren Urlaub in der Heimat noch um einige Tage.

Wir haben 1957 auch von der Existenz des Markttags am Mittwoch in Otočac erfahren. Selbstverständlich musste mein Vater dort hinfahren, auch wenn die Umstände damals nicht besonders günstig waren. Die Straßenverhältnisse waren nicht mit heutigen Zuständen zu vergleichen.










Straße von Senj nach Otočac, Im Hintergrund Otočic Zecevo
 

Halbheimchen

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Palmensterben in Hvar

Noch sehen die Palmen an der Riva in Hvar gesund aus. Sie wurden vor über hundert Jahren angepflanzt. Ich habe dieses Jahr aber auch einige abgestorbene Palmen in Hvar gesehen, die gerade abgeholzt wurden. Die Ursache ist der aus Malaysia in den Mittelmmerraum eingeschleppte Palmrüssler. Zum ersten Mal wurde er 2006 auf den Balearen entdeckt. In Kroatien ist er 2011 in Opatija aufgetaucht. Es gibt momentan keine Abwehrmöglichkeit gegen die Invasion der Insekten. Wenn bei einer Palme ein Befall festgestellt wird, ist es für den Baum schon zu spät. Er muss sofort gefällt und verbrannt werden. Der Palmrüssler greift sämtliche Palmenarten an. Die Experten rechnen damit, dass in weinigen Jahren sämtliche Palmen im Mittelmeerraum verschwunden sein werden.

Bis dahin habe ich die Palmen an der Riva fotografisch festgehalten und hoffe, dass noch ein Wunder geschieht.




 
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Die Schulkinder zwischen Turbe und Komar 1957

Jetzt habe ich ein altes Dias aus 1957 gefunden mit dem Untertitel "Schulkinder zwischen Turbe und Komar".

Die Kinder tragen alle eine Tracht. Einige sind barfuß auf der Schotterstraße unterwegs. Die Ortschaft Turbe liegt an der Bahnstrecke von Lašva nach Donje Vakuf. Dort teilt sich die Strecke. Ein Gleis geht über Bugonjo weiter nach Gornje Vakuf, das andere weiter nach Jaice. Komar oder der Komarpass ist der höchste Punkt der Bahnstrecke. Der Betrieb der Schmahlspurbahn wurde in den 1970er Jahren eingestellt. Das liegt alles in Zentralbosnien. Da kommt wahrscheinlich heute noch kein Tourist hin. Und wir waren 1957 dort.



 
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Wasserversorgung in Hvar

Früher gab es noch keine Wasserleitungen vom Festland auf die Inseln. In dem Karstboden der Inseln konnten keine Quellen angebohrt werden, weil das Regenwasser sofort versickert ist. Für die Wasserversorgung wurde das Regenwasser in Zisternen aufgefangen. In Hvar wurde die halbe Pijaca als Regensammelfläche genutzt. Damals waren die Wasserentnahmestellen an den Zisternen das Zentrum des örtlichen Lebens. Es gab genaue Regeln, wer wann wieviel Wasser aus der Zisterne entnehmen durfte. Das war der Beginn der kommunalen Verwaltung. Heute regelt die Kommunalverwaltung unsere ganze Exsistenz: Versorgung mit Strom, Wassser Infrastruktur, Kitas und Schulen und noch vieles mehr.

Hier die gemeinschaftliche Wasserentnahmestelle an der kommunalen Zisterne in Brusje. Heute erhält die Gemeinde das Trinkwasser über eine Leitung vom Festland. Die Zisterne ist schon lange micht mehr in Gebrauch. Aber die Entnahmestelle ist noch vorhanden. Hier das schützende, kunstvoll gearbeitete Metallgitter der Wasserentnahmestelle im letzten Abendlicht.




 
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Marius

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Gornji Vakuf, oder heute auch unter Kroaten Uskoplje genannt, da war ich sehr oft.

Meine Eltern stammen aus der Gegend und als Kind und später als junger Teen war ich oft dort, sprich, da habe ich sogar meine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht.

Wie seid ihr denn da hin gekommen, irre.

Ich bin übrigens mal mit 8 Jahren zu Fuß von Bugojno nach Gornji Vakuf gegangen / gelaufen, das dürften so 18km gewesen sein. Jürgen würde mir das nie glauben. :)

Ich musste dann aber auch wieder zurück, da war ich aber nicht sicher, ob ich es vor dem Einbruch der Nacht schaffen würde, also versuchte ich Autostopping, und eine sehr attraktive blonde Frau, von der ich meine Augen nicht wenden konnte, nahm mich in ihrem VW-Käfer mit, so viel weiß ich noch. :)

Die Erleichterung bei meiner Ankunft (der kleine Marius ist verschwunden, Riesen-Trara) war dann groß und man machte mir auch gar keine großen Vorwürfe, ich war der Held, der von einer geoßen Reise berichten konnte. Kinder dürfen sowas heutzutage ja gar nicht mehr. :)
 
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Die nicht gelöste Kleiderfrage

Diese Frage ist insbesondere für unsere Damen von großer Wichtigkeit. Wir gehen ins Kaufhaus, in eine Boutique oder ins Internet, um unsere Bekleidung zu kaufen. Wir machen uns keine Gedanken darüber, wie der Rohstoff für die Bekleidung entsteht, wie er weiterverarbeitet wird, wo das passiert, wer das macht, was er dabei verdient, wie alt der in der Näherei beschäftigte ist und wie es um den Arbeits- und Gesundheitsschutz bestellt ist. Es gibt sehr viele offene Fragen, deren Antworten wir zwar erahnen, aber die wir uns nicht stellen wollen. Wir möchten möglichst billig kaufen. Alles andere verdrängen wir.

Ich habe zwei Bilder aus dem Jahr 1957, die die Herstellung des Rohstoffs für Leinen dokumentieren. Leinen wird aus den Halmen des Flachses hergestellt. Der Flachs wird in der Flachsrotte weiterverarbeitet. Dazu werden die geernteten Flachshalme gebündelt für mehrere Wochen unter Wasser gelagert, um sie verrotten zu lassen. Bei der Rotte, bzw. der Fermentation werden die unbrauchbaren holzigen Teile von den spinnbaren Teilen getrennt. Anschließend kann der Leinenstoff hergestellt werden. Das hört sich alles sehr einfach an, ist aber eine sehr schwere Arbeit.









Jugoslawien 1957 Flachsrotte bei Zagreb












Jugoslawien 1957 Flachsrotte bei Zagreb
 
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