Berichte aus Hvar

Julia 35

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Ach je, das habe ich überlesen:) Danke für den Hinweis! Habe die Nachricht erst gestern bekommen.
 

Halbheimchen

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Hvar ist wohl die beliebteste Insel in Kroatien. Ich war nur in Jelsa, muss mir irgendwann auch den Rest anschauen:)

https://kurier.at/reise/kroatien-warum-diese-insel-die-beliebteste-in-europa-ist/400641953
Unbedingt auch den Rest anschauen, insbesondere Starigrad und die Stadt Hvar. Und alles andere natürlich auch.

Nur weil Condé Nast Traveller die Insel als beliebteste Europas gewählt hat bedeutet das nicht, dass man da nicht mehr hinfahren sollte. Für mich ist Hvar auch die beliebteste Insel Kroatiens. Die anderen Inseln in Europa kenne ich bis auf wenige Ausnahmen nicht.

Hvar bietet alles: viel Trubel, aber auch unberührte Natur, einsame Buchten, Wander- und Fahrradwege, die Sonne vom Aufgang bis zum Untergang und einen weiten Blick auf das Meer.
 

Julia 35

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Machen wir auf jeden Fall;)
Ich weiss von meiner kleinen Schwester, wie toll es dort ist. Habe schon viele Bilder bei ihr gesehen. Sie ist ein absoluter Hvar Fan. Unser bester Freund ist jedes Jahr mit einem Segelschiff unterwegs und kommt zufällig immer an " seiner" Insel vorbei :smuggrin:
 

xorox

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Halbheimchen

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Bootswerft Leonhard Mader aus Fisching bei Waging am Waginger See

Vor vielen Jahren war ich sehr erfolgreich im Regattasegeln. Der Höhepunkt meiner Segelekarriere war im Jahr 1978 in der Kielzugvogelklasse. Da haben wir unter anderem die Europameisterschaft in Medemblik am Ijsselmeer, die deutschen Meisterschaften in Travemünde und die Kieler Woche gewonnen. Ich war damals nur der unbeachtete Vorschoter. Man musste als Fockaffe möglichst groß und stark sein, um beim Kreuzen dem Wind viel Gewicht entgegen zu setzen können. Es kam nur auf die Steuermänner an. Die bestimmten den Kurs und die Taktik und bekamen bei einem Sieg die Anerkennung. Aber dafür mussten die die gesamte Zeche bezahlen. Regattasegeln ist ein sehr kostspieliges Vergnügen.

Ich war damals auch im deutschen Olympiakader und wir haben uns in der Starboot-Klasse auf die olympischen Spiele in Moskau vorbereitet. Die Segelwettbewerbe fanden damals in Tallinn statt. Aus verschiedenen Gründen hat das mit der Vorbereitung nicht funktioniert. Im Nachhinein war das nicht tragsich, weil die westliche Welt die olympischen Spiele in Moskau wegen des Einmarschs der sowjetischen Armee in Afghanistan boykottiert hatte.

Wir hatten damals - wie eigentlich alle Spitzenteams im Regattasport - unsere Boote von der Bootswerft Leonhard Mader aus Fisching nach Maßanfertigung bezogen. Damals musste ich öfters dort hinfahren, um die Boote reparieren zu lassen oder um neue Boote abzuholen. Wenn ich dort angerufen habe, wurde sich immer mit bayrischem Akzent gemeldet mit: "Hier ist die Bootswerft von Leonhard Mader aus Fisching bei Waging am Waginger See."

Das ist jetzt alles schon über 40 Jahre her und ich habe schon lange nicht mehr an meine Segelei und schon gar nicht mehr an die Bootswerft Mader gedacht. Vor zwei Wochen sind wir abends in Hvar an der Riva entlang nach Križna Luka gelaufen. Dort gibt es den Hvarer Segelklub Zvir. Plötzlich haben ich einen Kielzugvogel von Leonhard Mader gesehen. Barbara sagte, dass das in der Dunkelheit niemand erkennen könnte. Obwohl ich keinen Zweifel hatte, habe ich zu Beweiszwecken eine Aufnahme des Typenschilds gemacht. Selbstverständlich war es ein Boot aus der Bootswerft von Leonhard Mader aus Fisching bei Waging am Waginger See.







Segelklub Zvir in Hvar








Kielzugvogel von Leonhard Mader
 
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Marius

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Ich sitze im Büro und grinse von einem Ohr bis zum anderen, so schön finde Lutzens Berichte immer.
Ich hoffe für jeden Leser, dass er diesen feinen und recht subtil daher kommenden Humor, der in jedem seiner Sätze sitzt, erkennt. Nicht wegen Lutz, nein, ich hoffe das für den Leser, weil ich mir wünsche, dass jeder so froh und zufrieden mit der Welt ist wie ich, nachdem ich wieder mal einen Beitrag von Lutz gelesen habe.

Ich wäre dafür, dass wir Lutz einen "Gold Member" Status verleihen, der unter seinem Namen steht, damit er uns ja nicht abhanden kommt, dieser Tausendsassa.
 

Halbheimchen

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Markttag in Dubrovnik 1959

Unlängst habe ich in einem Zeitungsartikel gelesen, dass der Markt der Ursprung der Zivilisation und der ersten menschlichen Ansiedlungen war. In grauer Vorzeit trafen sich die Menschen auf dem Markt, um einen Austausch zu haben. Es wurden Waren ausgetaucht, Informationen und es wurden Ehen geschlossen. An der Marktplätzen haben sich die ersten Städte entwickelt. Das war der Beginn unserer Kultur.

Auch 1959 sind die Frauen aus dem Hinterland von Dubrovnik mit Eseln in die Stadt gekommen, um auf den Markt zu gehen. Sie hatten die selbst produzierten Waren dabei, die sie verkaufen wollten. Wahrscheinlich haben sie auch die zu hause benötigten Dinge auf dem Markt eingekauft.

Den Damen ist die Vorfreude auf den Markttag anzusehen. Auch wenn es auf Eseln über Schotterpiste, die eigentlich die Hauptverkehrsstraße nach Dubrovnik war, gegangen ist.


 

Halbheimchen

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Schafsversteigerung auf der Insel Rab 1957


Gemeinsam mit dem Kapitän zur See Fröbe haben wir von Novi Vinodolski aus einen Schiffsausflug auf die Insel Rab gemacht. In der Stadt Rab hat während des Wochenmarkts eine Schafsversteigerung stattgefunden. Im Hintergrund sieht man auch einen Teppichverkäufer.




 

xorox

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Hallo Barbara und Lutz,
nochmals danke für den Tipp mit der Eisdiele! Das Eis ist ist wirklich sensationell. Der Name der Eisdiele "L'amore per il gelato" (die Liebe zum Eis) verspricht nicht zuviel!
Ich hatte Orange mit Ingwer und Caramel mit Fleur de Sel. Gerne hätte ich noch mehr probiert, aber die Kugeln sind wirklich sehr groß, und nach 2 Stück war ich pappsatt.

Da wir in Stari Grad gewohnt und uns während unseres viertägigen Aufenthalts auf Hvar auch noch Jelsa, Vrboska, Humac, Malo Grablje, Sveta Nedjelja und einige andere Orte angeschaut haben, blieb leider nur ein Tag für die Stadt Hvar. Geplant war eigentlich, dass wir nach der Besichtigung der Altstadt und der Festung Španjola schön essen gehen. Nur leider waren alle die Restaurants, die wir uns vorab ausgesucht oder die uns Freunde empfohlen hatten, geschlossen. Geöffnet waren nur noch ein paar Lokale an der Riva, die gut besucht waren von koreanischen, japanischen und amerikanischen Reisegruppen und auf uns wie die typischen Tourifallen gewirkt haben. Also Planänderung: Eis essen in Hvar und zum Abendessen zurück nach Stari Grad.

Hier ist das Beweisfoto:



L'amore per il gelato.jpg
 

Halbheimchen

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Das tote Meer in Hvar

Bis auf die alten Einwohner von Hvar weiß heute niemand mehr um die Bedeutung des toten Meeres in Hvar. Das ist in keinem Reiseführer beschrieben und es gibt auch keine wissenschaftliche Untersuchung über dieses Naturphänomen.

Diese ganz spezielle Geschichte hat mir der Bruno weitergegeben.

Das tote Meer hat seinen Ursprung in der Tramuntana. Das ist ein kalter Wind, der aus Norden kommend über den Kanal von Hvar fegt. Dann tragen die ablandigen Wellen alle weiße Schaumkronen und der Sturm peitscht die Gischt über das Meer. Die Luft ist trocken und die Fernsicht ist bestens. Man glaubt, die Insel Vis zum Greifen nah zu haben. Im Winterhalbjahr ist von erhöhter Position aus sogar die Insel Palagruža mit dem für die Schifffahrt so wichtigem Leutfeuer zu sehen.

Nach dem Abflauen der Tramuntana beruhigt sich das Meer im Kanal von Hvar. Der Wasserspiegel wird glatt wie Öl. Nirgends ist eine Bewegung des Meeres zu sehen. Nur an dem Franziskanerkloster gibt es einen fast nicht sichtbahren Seegang. Wenn man auf der Bank an der Uferstraße vor dem Franziskanerkloster sitzt, kann hören, wie das Meer die Kieselsteine deutlich hörbar knirschend aneinander schiebt. Diese Besonderheit nennen die Alten von Hvar das tote Meer.







FranziskanerKloster in Hvar, der Schauplatz des toten Meers von Hvar









Bank vor dem Franziskanerkloster in Hvar, von der aus das tote Meer zu hören ist
 
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Halbheimchen

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Lokrum - die verfluchte Insel

Die Insel Lokrum liegt eine gute Drittel Seemeile vor der Altstadt von Dubrovnik. Es gibt unzählige Legenden über das kleine Inselchen. Im 10. Jahrhundert soll König Richard Löwenherz dort Schutz vor einem schweren Sturm in einen sicheren Hafen gefunden haben. Im Mittelalter wurden die Benediktinermöchne, die auf der Insel in einem Kloster gelebt haben, auf Betreiben von drei Adligen aus Dubrovnik von Lokrum verbannt. In der Nacht vor ihrem Exodus haben die Mönche die Insel dreimal mit brennenden Kerzen umrundet und die Insel verflucht. Alle künftigen Besitzer der Insel sollten eines unnatürlichen Todes sterben. Es heißt, erst wenn alles Wachs, das damals auf die Klippen vergossen wurde, aufgesammelt wird, ist der Fluch aufgehoben.


Als erstes hat es folgerichtig die drei Adligen getroffen, die die Initiatoren für die Verbannung der Mönche waren. Alle sind in kurzer Folge eines unnatürlichen Todes gestorben.

Das erste prominente Opfer des Fluchs war König Ludwig der Zweite von Bayern. Das war der, der das Schloss Neuschwanstein hat bauen lassen. Der hat einen Sommer auf Lokrum verbracht. Als er danach zurückgekehrt ist, hat er erfahren, dass ihn das bayrische Parlament für verrückt erklären und entmündigen hat lassen. Danach ist er umgekommen. Es wird heute noch darüber spekuliert, ob er suizidiert hat oder ob er ermordet wurde.

Danach ging das Eigentum auf Erzherzog Maximilian, den jüngeren Bruder von Kaiser Franz Joseph dem Ersten von Österreich, über. Das war der, der das Schloss Miramare in Triest hat bauen lassen. Der hat mit seiner Frau Charlotte auch mehrmals die Insel Lokrum besucht. Später wurde er der Kaiser von Mexiko und ist nur wenig später im Auftrag der abgesetzten, demokratischen Regierung erschossen worden. Es gibt ein bekanntes Bild von Édouard Manet über die Exekution, das in der Kunsthalle in Mannheim hängt; also ganz in unserer Nähe.

Maximilians Neffe erbte die Insel. Bei der ersten Überfahrt nach Lokrum kenterte das Boot in einem plötzlich eingetretenem Sturm und alle Insassen ertranken.

Sodann erbte Rudolf, der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph dem Ersten von Österreich die Insel. Er zog nach Lokrum und lebte dort einige Zeit. Später erschoss er in Schloss Mayerling erst seine Geliebte und dann sich selbst.

Kaiserin Sissi, die Mutter Rudolfs, wollte dem Fluch entgehen und hat Lokrum in einer Versteigerung zum Verkauf angeboten. Die Versteigerung wurde aber von den kaiserlichen Behörden untersagt. Sissi ist anschließend durch ein Attentat ums Leben gekommen.

Schließlich war es der Erzherzog Ferdinand, der nach seinem Besuch in Sarajevo den Sommer 1914 mit seiner Frau auf Lokrum verbringen wollte. Beide wurden aber in Sarajevo erschossen und deren Tod war der Beginn des ersten Weltkriegs.










Dubrovnik und die Insel Lokrum 1957







Wir haben damals beim Kommandante gewohnt. Er war früher der Stadtkommandant von Dubrovnik. Heute würde man wahrscheinlich Oberbürgermeister sagen. Der Kommandante hat eine weitere Geschichte über die verfluchte Insel Lokrum aus den 1930ern beigetragen: Einmal hat sich ein Tourist aus Österreich im einem Grand Hotel in Dubrovnik eingemietet. Seine Zimmernachbarin hat die ganze Zeit Musik auf einem Grammophon abgespielt. Irgendwann hat er die Ruhestörung nicht mehr ertragen können und hat die Nachbarin erwürgt. Danach hat er sich auf Lokrum übersetzen lassen und ist abends nicht mit dem letzten Boot zurück in die Stadt gefahren. Stattdessen hat er sich entkleidet, hat seine Kleidung penibel zusammengelegt, ist in die Klippen ans Ufer gegangen und hat sich dort mit einem Revolver erschossen. Am nächsten Morgen wurde seine Leiche gefunden.












Stadtmauer Dubrovnik, Blick auf Lokrum 1957
 
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