auf der Ceste Sira im Ucka Gebirge

claus-juergen

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#1
Am südwestlichen Hang des Ucka Gebirges, welches das Gebiet des Kvarner von der Halbinsel Istrien trennt leben in verstreuten Siedlungen nur sehr wenige Menschen unter meist einfachen Verhältnissen. Neben Forstwirtschaft werden hier Schafe gezüchtet, deren Milch in Familienbetrieben zu Käse verarbeitet wird. Ein paar dieser Betriebe haben sich zur Ceste Sira, der Käsestraße, zusammengeschlossen um ihre Produkte besser vermarkten zu können. Diese Straße gibt es im eigentlichen Sinne nicht, weil die Käsereien im gesamten Kvarner verstreut sind. Die Zupanja nennt sich Primorje-Goranski.

http://www.autohtono.cprr.hr/upload/documents/ceste-sira.pdf

Ich möchte euch die Gegend zwischen Vela Ucka und Mala Ucka vorstellen. Vela Ucka liegt direkt am Poklon Paß. Von dort aus führt eine schmale geteerte Straße nach Mala Ucka, für mich das "Ende der Welt".



Keine Angst - der Weg ist zwar schmal, aber es gibt Ausweichstellen bei Gegenverkehr.






Auch im Hochsommer ist es hier auf etwa 1000 Meter Meereshöhe immer grün, weil es ganzjährig regelmäßig regnet.



Die öffentlichen Wasserstellen dürften aus der italienischen Zeit oder sogar aus der KuK-Zeit stammen.



Von Vela Ucka aus kann man die Antennen auf dem Vojak, der höchsten Erhebung dieses Gebirges erkennen.



Mit zunehmender Höhe ändert sich die Vegetation.



Weil der Berg oberhalb von Mala Ucka bewaldet ist, nehme ich an, daß die relativ ebenen Flächen vor Generationen bereits gerodet wurden, um hier Landwirtschaft zu betreiben.



In Mala Ucka selbst sind die meisten Häuser verfallen und unbewohnt.



Hier bietet eine alte Frau Käse an. Ob es sich bei den Stück auf dem Stuhl in der prallen Sonne nur um einen Deko-Artikel oder echten Käse handelt, konnte ich nicht feststellen.



Im Hintergrund die Halbinsel Istrien






Blickrichtung Südwesten - unterhalb befindet sich Istrien



Gelegentlich sieht man offene Kanäle, die das Wasser teilweise kilometerweit bis an den Fuß der Hänge am Cepicko Polje leiten. Manche Kanäle führen ganzjährig Wasser. Auch sind hier überall Quellen gefaßt um das Trinkwasser ins Tal zu leiten. Das ist wohl einfacher und billiger, als unten viele Meter durch das Gestein nach Grundwasser zu bohren.



Hier sehen wir eine solche Quelle. Über den kleinen Steg rechts beginnt der Wanderweg auf den Vojak.



Rechts davon führen Wege zum Sisol, auf den Poklon Paß und sogar bis Lovran ans Meer.



Auf den Sisol bin ich vor Jahren bereits von Brsec aus gegangen. Hier der Bericht dazu:

http://www.adriaforum.com/kroatien/threads/novemberwanderung-von-brsec-über-den-sisol-nach-plomin.75031/



Der offene Kanal links von der Straße ist deshalb so grün, weil er Wasser führt.



Auch hier kann man Schafskäse kaufen






und selbst hier am "Ende der Welt" hat der Zweite Weltkrieg seine Opfer gefunden.



Zum Abschluß noch einmal der Blick auf den Vojak. In etwa eineinviertel Stunden ist der Wanderer von hier aus auf dem Gipfel.



jürgen
 
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Klaus

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#2
Hallo Jürgen,

mal wieder auf Abwegen, in einer Region in der ich noch nicht war.
Darum ein Dankeschön führ deine Erkundung, prima das du deinen Aufenthalt in Liznjan,
immer zu Abenteuer Touren nutzt.
 

weka

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#4
Jürgen, ist die Strasse zu dem Sender auf den Vojak noch für Privatfahrzeuge geöffnet, oder muss man herunten parken und den Berg zu Fuß besteigen?
Vor etwa 15 Jahren durften wir noch bis zum Sender fahren.
 

claus-juergen

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#5
Hallo Werner,

Meines Wissens war die Straße schon immer gesperrt. Das entsprechende Verkehrsschild ist auch heute noch vorhanden. Allerdings stört es wohl niemanden, wenn man mit dem Pkw zum Gipfel fährt. Kommt ein Fahrzeug des Betreibers der Sendeanlage oder der Forstverwaltung entgegen muss man halt ausweichen. Ich war sowohl zu Fuß von der Gaststätte aus auf der Passhöhe als auch wiederholt mit dem Auto oben.

Demnächst möchte ich mal die Wanderung von Mala Ucka aus absolvieren.

Grüße

Jürgen
 

Daniel_567

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#6
Hallo Jürgen,

vielen Dank für das Vorstellen einer schönen Region, in der ich auch noch nicht war.:)
Du bist dort bestimmt nicht auf viele Touristen gestossen, oder?

Viele Grüsse, Daniel.
 

claus-juergen

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#7
Hallo Jürgen,

vielen Dank für das Vorstellen einer schönen Region, in der ich auch noch nicht war.:)
Du bist dort bestimmt nicht auf viele Touristen gestossen, oder?...
Hallo Daniel,

Ein paar Touristen befahren den Poklonpass. Ganz wenige von denen machen einen Abstecher nach Mala Ucka. Von dort aus führt sogar eine Asphaltstrasse weiter. Ob die durchgehend geteert ist und wo man da wieder in der Zivilisation rauskommt, habe ich noch nicht erforscht.

Enge und "kriminelle" Schotterstraßen darf ich im Beisein meiner Gattin nicht mehr befahren. Das gibt sonst Ärger.

Gelegentlich kommt ein Bergradler des Weges. Aber ansonsten ist hier tatsächlich nix los. Die meisten Besucher machen es wie wir und fahren vom Poklonpass rüber um sich umzuschauen.

Grüße

Jürgen
 

wallbergler

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#8
Nähert man sich dem herrlichen und aussagekräftigen Bilderbogen vom Ucka Gebirge, wohnen 2 Seelen in meiner Brust.

Mit deiner Bilderauswahl hast du eigentlich auch schon für den Betrachter einen Zugang zu dieser Landschaft gefunden.

Es zeigt in erster Linie eine karge Lebensform , aber auch Raum, dass sich Bauernfamilien mit den gegebenen Landschaftsstrukturen arrangieren können.

Es sind in meinen Augen herrlich verwunschene Landschaften und zeigen einen extrem schmalen Grad zwischen, Verfall, Armut und Idyll.

Aber, es macht auch nachdenklich, dass hier auf riesigen Flächen keine mit Augenmaß gezielte Landwirtschaft als achtsamer! Wirtschaftszweig gefördert wird.

Ein Bericht , der neben schönen Bildern durchaus zum Nachdenken verleitet.

Lieben Gruß
Helmut
 
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