An den Berghängen des Učkagebirges: Der Ort Mošćenice

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ELMA

Guest
#1

An den Berghängen des Učkagebirges: Der Ort Mošćenice


Wer auf der Küstenstraße an der Ostküste der istrischen Halbinsel entlang nach Brestova zur Fähre auf die Insel Cres fährt , der kommt irgendwann durch den Badeort Mošćenićka Draga.

Die Badestände am Fuß der Učkagebirges sind dort sind schmal. im Sommer sind Gedränge und Parkplatznot sicher groß.

Wir waren Mitte Januar dort – der Hafen war fast leer, auf der Küstenstraße nur wenig Verkehr.

Am südlichen Ortsausgang führt eine breite, gut ausgebaut Straße 3km hinauf in den mittelalterlichen Ort Mošćenice auf 173m ü.M.

Wir nahmen uns die Zeit und fuhren hinauf.

Blick zurück auf Mošćenićka Draga mit dem kleinen Hafen und vielen neuen Apartmenthäusern,
die im Sommer sicher alle vermietet sind.

Blick auf den Ort und die Bucht von Rijeka



Im Hintergrund Rijeka mit den Hochhäusern und dahinter die Berge des Gorski Kotar- fast schneefrei.
Das war für diese Jahreszeit ungewöhnlich, aber Anfang Januar hatte es einen Wärmeeinbruch gegeben ( von dem wir auf unserer Winterreise durch Istrien auch profitierten).



Ein Blick hinunter auf die breite Straße, die hinauf nach Mošćenice führt.



Etwa 200m vor dem Ort lädt ein großer Parkplatz zum Stehenbleiben ein.
Der Blick von dort auf das mittelalterliche Städtchen mit seinen rund 300 Einwohnern.



Der Ort hat eine lange Geschichte- er wurde schon von den Illyrern besiedelt, von hier aus starteten mutige Seeleute und fügten den römischen Galeeren erhebliche Verluste zu.

Zum ersten Mal wurde Mošćenice 1374 erwähnt. Man weiß aber, dass bereits zur Zeit der Christianisierung der Kroaten um 800 dort oben ein Gotteshaus stand.

Auf dem Platz vor dem Stadttor steht diese Informationstafel



Das alte Stadttor



Wie in vielen Orten der Kvarner Region findet man auch hier das Wappen der Habsburger mit dem Doppeladler.



Wir fanden es auch über dem Eingang eines vornehmen Hauses





Es ist ausgeschlossen, hinter dem Stadttor mit dem Auto zu fahren – die Gassen sind sehr eng.

Hier eine Gasse mit Straßenlampen, die früher wohl mit Gas betrieben wurden.



Die schmale Gasse zur Kirche



Die Pfarrkirche zum Hl Andreas ist romanischen Ursprungs, wurde jedoch im 18. Jahrhundert barockisiert.

Der Glockenturm im romanisch- langobardischen Stil stammt aus der Zeit zwischen 1200 und 1300. Die Kuppel wurde erst in der Barockzeit draufgesetzt.



Auf einer Informationstafel konnten wir lesen, dass bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Liturgie in Sv Andrije aus glagolitischen Büchern in altslawischer Sprache zelebriert wurde, danach aus kroatischen Luturgiebüchern.

Die Kirche war leider geschlossen.

Zwei Skulpturen an der Außenmauer



Ausblick vom Ort hinunter in die Bucht von Rijeka



Vor dem Stadttor kann man auf der einen Seite das Kastell aus dem 13. Jahrhundert sehen, auf der andern Seite die Stadtloggia





Unweit davon befindet sich beim Friedhof die Bartholomäuskirche von 1628



Überrascht war ich, als ich gleich daneben diese Statue sah:



Der Hl Nepomuk – eigentlich ein Brückenheiliger.
Bekannt aus Prag, wo er in die Moldau gestürzt wurde, als er das Beichtgeheimnis nicht verraten wollte.
Info zum Hl Johannes Nepomuk und hier viele Bilder.

Eine solche Darstellung mit dem Zeigefinger auf den Lippen , als Zeichen der Verschwiegenheit, hatte ich noch nirgends zuvor gesehen.

Man muss nicht den gleichen Weg zurückfahren, um wieder auf die Küstenstraße zu gelangen.

Die Straße wird zwar etwas schmaler, führt aber durch Wälder ca 5 km immer am Berghang entlang und mündet bei Brseć – einem weiteren sehr hübschen mittelalterlichen Städtchen, in die Küstenstraße.

Für Radfahrer, die Steigungen nicht fürchten, eine empfehlenswerte, verkehrsarme Strecke mit vielen schönen Ausblicken.

Blick zurück auf Mošćenice




ELMA

s.auch Bilderrätsel hier (mir Restaurantempfehlung)
http://www.adriaforum.com/kroatien/1229_kvarner-bucht-mos-enice-stadttor-t65561/
 

burki

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#2
Ich habe mich sehr gefreut, dass du in einer Jahreszeit nach Istrien gefahren bist, die nicht touristisch überlaufen ist.
Ich kenne das aus meinen Besuchen im November und Dezember.

Zum Fotografieren allemal eine gute Zeit.

Schön etwas von den Orten der Ostküste zu lesen, die ich aus Zeitgründen leider noch nicht besucht habe.

Klasse Fotos, super Bericht und das im Januar, Danke!

burki
 

Habur

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#3
Toller Bericht Elke,

mit Blick für kleine Details, die mir so oftmals gar nicht auffallen.
Es gibt von der Region auch noch einen schönen Bericht vom Mai 2009 von Kim, ich denke sie ist mir nicht böse, wenn ich einen Link hierzu einstelle:
http://www.zeitlose-mediterrane-schoenheit.de/?page_id=2635
Mir gefallen die Farben auf ihren Fotos richtig gut.

Habur
 
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#4
Kann ELMA nur beipflichten, jeder der in die Region kommt sollte zumindest einmal die wunderschöne Bergstraße befahren, außer Radfahrern sieht man kaum Fahrzeuge. Die Aussicht ist hammermäßig schön.



 
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