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Die Kirche Sv. Magdalena
Der August zeigte sich, wie auch schon im letzten Jahr, von seiner regenreichen Seite. So grün hatten wir Inneristrien noch nie gesehen. Von der Küste aus gesehen zeigten sich riesige Wolkengebirge am östlichen Horizont über dem istrischen Hinterland, die uns aber in Vrsar nur wenig Niederschlag brachten. Stattdessen regneten sich die dicken Wolken heftig im Landesinneren aus, so dass viele saftige Wiesen und üppig bewachsene Felder zu sehen waren. Hier: Ein Kürbisfeld bei Katun Lindarski im strömenden Regen Die Region südlich der Linie Zminj – Pazin war noch nicht von uns erkundet worden und eine Kirche namens Sv. Magdalena, auf der Landkarte als beachtenswertes Bauwerk gekennzeichnet, weckte unsere Neugierde. Aus Richtung Kanfanar – Zminj ging es über eine wenig befahrene Landstraße Richtung Gracisce. Die Kirche selbst liegt völlig abseitig in einem Waldstück, die nächsten Dörfer Funcici und Bazgalji liegen mehrere Hundert Meter weit entfernt. Von der Landstraße aus führt eine Sackgasse rechts ab und nach wenigen Metern erreicht man eine hügelige Lichtung, lt. unserer Straßenkarte gut 380 m über dem Meeresspiegel. Das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gehöft einer Bauernfamilie stehende romanische Kirchlein Sv. Marija Magdalena beeindruckt durch seine äußere klare Schlichtheit. Lediglich zwei sparsam verzierte Fenster an den Seitenwänden bzw. an der Vorderseite und die ebenso einfach gehaltene Eingangstür lockern die Giebelseite auf. Ein Glockenturm mit einer Glocke, vom Eingang mittels Seil aus zu bedienen, ist auf dem Giebel aufgesetzt. Der Baukörper selbst befindet sich in einem frisch renovierten Zustand. Glücklicherweise wurde die Kirche gerade von der Bäuerin, die nebenan wohnt, gereinigt, so dass wir vor dem einsetzenden Regen im Inneren Schutz finden konnten. Gleich links im Eingangsbereich befindet sich das Weihwasserbecken. Eine dort angebrachte Information weist auf eine Veranstaltung anlässlich des 525. Gründungsjahres des Franziskanerklosters ´Mutter Maria der Engel´ in Pazin hin (Uhrzeiten der stattfindenden Beichten, der hl. Messen und der Prozession). Trotz der abgeschiedenen Lage dieses Gotteshauses findet hier scheinbar ein regelmäßiger Besuch der Gläubigen statt. Die Kirche Sv. Marija Magdalena wurde im 13. Jahrhundert erbaut, der Altar im Jahre 1245 dem Bischof Bonaccorso aus Novigrad (die Urkunde von der Widmung befindet sich im Archiv der Bischofskanzlei in Porec) gewidmet. Die Seitenwände und besonders die halbrunde Apsis sind mit Fresken - teilweise nur noch als Fragmente erhalten- (lt. unserer Literatur aus dem 13. bis 16.Jahrhundert) von einem unbekannten Meister reich geschmückt. Die Bebilderung der istrischen Kirchen bedeutete für das damalige analphabetische Volk einen Ersatz für Bücher. So konnte mittels Visualisierung dem einfachen Volk szenenhaft das Leben Jesu Christi, Maria Magdalenas und anderer vermittelt werden. Diese Bilder der alten Meister sind von unschätzbarem kulturellen Wert und müssen der Nachwelt unbedingt erhalten werden! Wie auch schon in unserem Reisebericht Ausflug nach Visnjan – 1.Teil: Stadtrundgang http://www.istrien.info/forum/thema10781.html bemerkt, ist der Umgang mit diesen einmaligen Kunstschätzen recht unspektakulär, vielleicht sogar etwas lax. Ist man sich in Kroatien der Bedeutung dieser einzigartigen Wandmalereien nicht richtig bewusst? Auch der romanische Tischaltar aus Stein beeindruckt durch seine Schlichtheit, ebenso das hölzerne Pult zum Verlesen der Evangelien. Die Statue links stellt Sv. Marija Magdalena dar. Trotz intensiver Suche in unseren Reiseführern oder auf den Webseiten umliegender Städte konnten wir nur wenige weitere Informationen über die Entstehungsgeschichte des Kirchenbaus bzw. über die Fresken in Erfahrung bringen. Sicher scheint nur, dass die Kirche im Jahre 1714 vergrößert wurde (siehe Jahreszahl über dem Kircheneingang). So wäre es für uns von Interesse, wenn Forenmitglieder oder andere Besucher unserer Webseite weitere Details über die Kirche Sv. Magdalena beitragen könnten. LG Klaus (Wir danken unserem Freund Klaus/Vrsar für diverse Übersetzungen aus dem Kroatischen) |
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Super Klaus
mit Deiner zweifellos geschichtlichen Berichterstattung bereicherst Du unser Forum um sehenswerte Bauwerke vergangener Zeiten. Wieder ein Reisebericht als Orientierung, Istrien zu entdecken und zu dokumentieren! burki
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P.S. Die Rechtschreibung in diesem Posting basiert auf der neuen Rechtschreibung... oder der Alten... oder dem Zufall... oder der göttlichen Eingebung!! Mach mit beim virtuellen Reiseführer: http://www.mein-kroatien.info/Hauptseite |
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