Istrien
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: In und um Pula - Teil 18: Das Fort Turcian zwischen Pula und Medulin

  1. #1
    Registriertes Mitglied Avatar von Huberlinger36
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    641
    Danke
    98
    378 Mal bedankt in 85 Beiträgen

    In und um Pula - Teil 18: Das Fort Turcian zwischen Pula und Medulin

    Fährt man von Medulin nach Pula, sieht man in Höhe des kleinen Flugplatzes rechts in einiger Entfernung das Fort Turcian auf dem gleichnamigen Hügel. Im Vorbeifahren fiel uns auf, dass die Bauwerke des Forts viel besser als im Vorjahr zu sehen waren. Irgendwie wirkte der Hügel kahler. Weil wir schon früher keinen Zugang zum Inneren gefunden hatten, fehlte mir die Lust auf einen erneuten Besuch. Aber die beste aller Ehefrauen wollte genau wissen, was sich verändert hat. Wer kann da schon auf Dauer widerstehen...
    Am 14. Mai war es soweit. Die Festung und ich waren sturmreif. Wir fuhren hin. Die Schranke an der Auffahrt war zu.

    --Hier sollte ein Bild von der Schranke rein. Aus mir unerklärlichen Gründen wird das Bild vom Programm abgelehnt--


    Also ging es zu Fuß hinauf.. Das Tor der Festung war verschlossen. Von drinnen das übliche laute Hundegebell. Also wieder nichts mit einer Innenbesichtigung.





    Ganz offensichtlich hatten aber Arbeiten stattgefunden. Im Festungsgraben waren Bäume und Büsche entfernt worden, teilweise mit Brandrodung.



    Als wir schon frustriert den Rückweg antraten, erschien ein Pkw mit zwei jungen Männern. Die hatten Schlüssel zur Festung. Sie waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Wir wurden zu einer Besichtigung eingeladen. Welch ein Glücksfall!
    Wir erfuhren trotz erheblicher Sprachprobleme, dass die Festung im Rahmen eines Jugendprojektes wieder begehbar gemacht werde. Die Stadt Pula unterstütze das Projekt durch Überlassung der Anlage und Bereitstellung geringer finanzieller Mittel.
    Neben dem Projekte Turcian gebe es noch zwei weitere, ähnliche Projekte:

    Fort Casoni Vecchi ( ''Monte Paradiso'')
    und
    Küstenfort Punta Cristo.

    Über beide habe ich schon mal berichtet.

    Mit den ''Besatzungen'' dieser beiden Projekte sei man befreundet und betreibe regen Erfahrungsaustausch.
    Ich habe leider nicht so ganz verstanden, wie das alles funtioniert. Anscheinend will man Jugendlichen aus sozialen Randschichten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten. Das scheint auch zu klappen.

    Vielleicht hat jemand nähere Erkenntnisse über diese ''Jugendprojekte''.

    Wir bekamen eine Führung durch die Anlage angeboten. Annahme mit Begeisterung. Leider hatten weder die ''Besatzer'' noch wir eine brauchbare Taschenlampe dabei. So musste mein winziges LED-Zündschlüssellämpchen genügen. Das war dann streckenweise doch sehr abenteuerlich. Dann machte auch noch der Akku der Kamera schlapp, so dass ich den Blitz nicht mehr einsetzen konnte.

    Zunächst der Innenhof, die sogenannte ''Kehle'':





    Ein Blick von innen auf die leicht gepanzerte Eingangstür. Der Verriegelungsmechanismus funktioniert noch.



    Dann ging es in die Unterwelt





    Mit unzähligen Gewölben, Kasematten, Gängen, Treppen und sonstigen Räumlichkeiten.











    Hier die noch jetzt in Betrieb befindliche Toilettenanlage. Wohin deren ''Produkte'' eigentlich verschwinden ist noch unerforscht.



    Unter diesem Raum befindet sich eine große Zisterne.



    Das ''Klubzimmer''



    Ich verlor dort unten bald jede Übersicht. Mein Begleiter fand sich jedoch auch bei völliger Dunkelheit bestens zurecht. Der Wachhund ebenso.
    Wir kamen mal oben, mal unten irgendwo heraus. Immer gab es Neues zu sehen.









    Dann ging es wieder querbeet in den Aussenanlagen herum

















    Eine Hinterlassenschaft der letzten Besatzung. Vermutlich die kroatische Armee.



    Ein Wächter der besonderen Art, der seinen Harem hütet. Besser etwas Sicherheitsabstand halten...



    Ein Blick in die ehemalige Mannschaftsküche



    Ein Markierungsstein von 1887



    Alle Zugänge sind stark gesichert. Ungebetene Besucher stehlen alles, was zu finden ist. Besonders beliebt: Werkzeug, Elektrogeräte und Baumaterial.





    Ein Blick auf das ferne Pula



    Ein letzter Blick zurück:





    Dann verlassen wir den gastlichen Ort. Wir versprechen, dass wir uns im nächsten Jahr vom Fortgang der Arbeiten überzeugen werden. Ein kleines monetäres Dankeschon für die interessante Führung ist selbstverständlich...
    Besucher sind übrigens in der Festung, wie auch bei den beiden anderen im Text erwähnten, herzlich willkommen. Feste Öffnungszeiten gibt es aber nicht. Wenn von der ''Besatzung '' jemand anwesend ist, (erkennbar an der geöffneten Schranke und dem offenen oder angelehnten Tor) kann man eintreten.

    Viel Freude beim Nachmachen wünscht
    Huberlinger36
    Jeder möchte alt werden, keiner möchte alt sein...

  2. Die folgenden 3 Nutzer bedanken sich bei Huberlinger36 für den guten Beitrag:

    claus-juergen (18.06.2009), Franto (23.06.2009), Hero (17.06.2009)

  3. #2
    Registriertes Mitglied Avatar von Huberlinger36
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    641
    Danke
    98
    378 Mal bedankt in 85 Beiträgen

    AW: In und um Pula - Teil 18: Das Fort Turcian zwischen Pula und Medulin

    Wie findet man die Festung Turcian?
    Sie liegt an der Straße Pula -> Sisan nahe der Ortschaft Sikici auf der rechten Seite.
    Am einfachsten erkennt man die Lage auf den angehängten Bildern von Google Earth. Die Bilder jetzt direkt in den Text einzufügen habe ich leider nicht geschafft...
    Huberlinger36
    Jeder möchte alt werden, keiner möchte alt sein...

  4. #3
    Moderatorin:
    Camping in der Kvarner Region / Camping in Istrien / Tauchen und Schnorcheln / Insel Krk
    Avatar von tosca
    Registriert seit
    Jun 2006
    Ort
    Landkreis Lörrach
    Beiträge
    2.649
    Danke
    1.869
    1.098 Mal bedankt in 519 Beiträgen

    AW: In und um Pula - Teil 18: Das Fort Turcian zwischen Pula und Medulin

    Toll Huberlinger,

    ich mag so alte Gemäuer - wenn die erzählen könnten.....

    (ist zwar o.T. aber aber ich erwähne es trotzdem Diesen Winter im Skirlaub war mal kein Skiwetter, da habe ich die Festung Nauders in Österreich in der Nähe des Reschenpass besichtigt - hochinteressant!!!)
    Grüssle von tosca

    no stress in Cres


    30.08. - 20.09.2012 Cres - Camp Kovacine - Geht noch soooooooo lange


    Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an


Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •