Wandern durch's Velebit

Dieses Thema im Forum "Aktive Urlaubsgestaltung" wurde erstellt von Klaus, 30. Apr. 2016.

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  1. Klaus
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    Klaus Alter Forums Knacker

    Heute bei Spiegelonline gelesen.

    Wandern in Kroatiens Velebit-Bergen:

    Schönheit für alle
    Wilde Karstfelsen, Bergwälder und weite Ausblicke aufs Meer: Ein Fernwanderweg im kroatischen Velebit-Gebirge bietet diese seltene Mischung. Trotzdem sind die Pfade bislang nicht überlaufen.

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    TMN/ CNTB/ Boris Kacan

    Der Mann, der seine Berge so liebte, schaut finster drein. Mit zusammengekniffenen Augen starrt Ante Premuzžic von einem Schwarz-Weiß-Foto, der Schnauzer ist korrekt getrimmt, das Kinn vorgereckt. Das Porträt hängt an der Wand der Berghütte Zavižzan. Hier beginnt das Meisterwerk des Forstingenieurs, das heute seinen Namen trägt: Premužieva staza, ein Fernwanderweg durch den Norden des Velebit-Gebirges, 1933 vollendet und seit 2009 offiziell kroatisches Kulturgut.



    "Ante Premuzžžic wanderte oft hier, und dabei kam ihm eine Idee", sagt Ante Vukusic, 64, der Wirt der Zavižzan-Hütte, in der Stube beim Kachelofen. "Er wollte die Schönheit des Velebit für alle erschließen." Der Plan war, einen Weg durch die unzugänglichsten und spektakulärsten Teile des Gebirges zu treiben. Flach und bequem sollte der Pfad auch noch sein. Größere Steigungen und Gefälle wollte Premuzžic mithilfe von gemauerten Dämmen einebnen. Ein kühnes Vorhaben, für das er sich die besten Arbeiter holte.
    "Die Podgorzi lebten auf der Seeseite des Gebirges", sagt Vukusic. "Sie waren erfahren im Bau von Trockensteinmauern." Diese Bautechnik ist eine uralte Kunst. Natursteine werden zurechtgehauen und wie beim Tetris-Spiel aufeinandergesetzt. Klingt simpel, war im Falle des Wanderwegs aber eine mühselige und gefährliche Arbeit. Drei Jahre lang schufteten bis zu hundert Arbeiter zeitgleich. Manche hingen an Seilen und mussten Schießpulver in Löcher stopfen, um Felsen wegzusprengen. Dafür wurden sie allerdings auch ordentlich bezahlt. "Ich kannte den letzten Bauarbeiter, der noch lebte", sagt Vukusic. "Er erzählte, er habe in zwei Wochen so viel Lohn bekommen, dass seine Mutter eine Kuh davon kaufen konnte. Mit dem Restgeld bestellte er Wein im Wirtshaus."

    Übernachtung mit Meerblick

    Wir belassen es lieber beim Radler, der Weg ist noch weit. 57 Kilometer misst der Premuziceva staza insgesamt, verteilt auf drei Etappen. An diesem Tag werden wir mindestens fünf Stunden gehen bis zur Alan-Hütte. Es wäre allerdings dumm, übereilt loszulaufen. Denn rings um die Hütte auf 1594 Meter Höhe gibt es einiges zu sehen. Vor allem das unfassbare Panorama, das uns die kommenden Tage begleiten wird: die bewaldeten Berge, die Blumenwiesen und dahinter, weit unten, das glitzernde Meer und die Inseln in der Kvarner Bucht.

    Das Radler ist getrunken, der aufgezwungene Schnaps auch, wir gehen los. Und bleiben gleich wieder stehen, um uns den botanischen Garten anzuschauen. Fran Kušan, Professor für Pharmazie und Erforscher von Heilpflanzen, wollte hier die Flora des Velebit-Gebirges versammeln. Keine einfache Aufgabe, denn im Velebit mischen sich die Pflanzen der Küste, des Hinterlands und der Berge. Mehr als 950 Arten wurden bisher gezählt. Aber zumindest die seltenen und besonderen Exemplare findet man hier, zum Beispiel die gelb blühende Degenia Velebetica, eine von 40 endemischen Pflanzen. Und viele andere Blumen werden wir später entlang des Wegs sehen.

    Zunächst aber laufen wir an Buchen und Kiefern vorbei. Der Forstingenieur hat vorzüglich gearbeitet. Der Pfad ist breit und flach, zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt liegen nur 200 Höhenmeter. "Genusswandern", wie es die Tourismus-Werber nennen. Also Spazieren am Berg.

    Bald lichtet sich der Wald, wir wandern an bleichen, geriffelten Karstfelsen entlang, aus deren tausendfachen Karren und Ritzen Grün sprießt. Links fällt der Hang steil ab, weit überblicken wir Wälder und Hügel. Nur Menschen sind nicht zu sehen. Der Premuziceva staza wirkt wie eine Autobahn, auf der keiner fährt. "Wir Kroaten sind keine großen Wanderer", sagt Irena Sertic, die als Guide und Marketingfrau für den Nationalpark Nördlicher Velebit arbeitet. "Und die ausländischen Gäste fahren alle zu den Stränden und auf die Inseln." Sie selbst habe zwar in der Schule vom Premuziceva staza gehört. "Aber damals hat er mich natürlich nicht interessiert", sagt sie. Erst mit 29 sei sie den Weg zum ersten Mal gewandert.

    Sertic schlägt einen Abstecher auf den Gromovaca vor. Der Weg zum Gipfel ist eine leichte Kraxelei über Felsen. "Sei vorsichtig, wo du hingreifst", sagt Sertic. "Hornvipern legen sich am liebsten auf Felsen in die Sonne." Die Schlange gehört zu den giftigsten in Europa. Aber das Risiko lohnt sich. Auf dem Gipfel haben wir eine 360-Grad-Aussicht über das Gebirge bis zu den Inseln.

    Steinplatten statt Zement

    Wir gehen weiter und erreichen bald den höchsten Punkt, 1630 Meter über dem Meer. An einer Stelle ist der Weg weggeschwemmt von einem Sturzregen. Nach jedem Winter müssten Schäden ausgebessert werden, sagt Sertic. Keine leichte Aufgabe. Zement zu verwenden sei tabu. "Es ist schwer, heute Arbeiter zu finden, die sich mit dem Behauen der Steinplatten auskennen." Deshalb hätten die ausgebesserten Stellen nicht mehr die gleiche Qualität wie das Original.

    Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir die Rossis-Hütte, ein Steinhäuschen auf einem Vorsprung unter eine Felswand. Im Innern bieten ein Holzofen und Plattformen zum Schlafen einen Minimalkomfort. Die Bank vor der Hütte ist perfekt für die Mittagspause.

    Viele Wanderer drehen hier um - und verpassen so den schönsten Teil des Wegs. Nur einen Kilometer weiter beginnt das Karst-Zauberland der Hajducki und Rožzanski kukovi. Tiefe Dolinen haben sich in den weißen Karst gebohrt, auf ihrem Grund liegt im Frühsommer noch Schnee. Im Boden verbergen sich 300 Höhlen.

    Immer wieder führt der Weg auf schmalem Grat zwischen Kratern hindurch. Kiefern krallen sich in die Felswände, die zerfurcht sind wie das Gesicht eines Hundertjährigen. Und als wäre all das nicht schon wild genug, liegt auch noch Bärenkot auf dem Weg. "Wir sehen hier im Park regelmäßig Braunbären", sagt Sertic. Luchse und Wölfe gibt es auch.

    Massenflucht in die Städte

    Wir erreichen die Alan-Hütte, glücklicherweise, ohne einem Raubtier zu begegnen. Die Hütte ist, gelinde gesagt, urig. Sie hat noch nicht mal Strom. Ein freundlicher Alter bringt Radler, seine Frau kocht Eintopf. Nachtschwärze legt sich über die Berge. Man möchte in so einem Moment nirgendwo anders sein als hier unter den Sternen.



    Der nächste Tag beginnt mit einem Mordsschreck. Neben dem Weg liegt jenes schöne Tier, das sie auf der Zavižzan-Hütte in der Flasche verwahren: eine Hornviper. Zum Glück ist die Schlange in grundentspannter Stimmung. Wir schleichen in respektvollem Abstand an ihr vorbei und wandern weiter, erst durch Buchenwald, dann über Grashügel mit Meerblick. In den Senken sieht man Mauerreste und Ruinen.
    "Das waren früher Dörfer", sagt Sertic. Ihre Bewohner haben hier Schafe gehalten. Aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg zogen viele Bauern weg. Sie wollten endlich Strom und fließendes Wasser, und sie wollten ihren Kindern den stundenlangen Marsch zur Schule ersparen. Nach dem Krieg wurde daraus eine Massenflucht, an die Küste, in die Städte, nach Amerika und Australien.

    Das Land, das sie verließen, hat längst die Natur zurückerobert. Myriaden von bunten Blumen sprenkeln die Wiesenhänge, über die Felsbrocken gewürfelt sind. Schmetterlinge flattern umher, eine Fähre pflügt durchs tiefblaue Meer. Wir wandern weiter, immer die Küste entlang. Und sind uns einig, dass Herr Premuzžic durchaus stolz lächeln dürfte.

    Von Florian Sanktjohanser, dpa/sto
     
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  2. bruce
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    bruce erfahrenes Mitglied

    Danke für' s Einstellen, man kann die Kräuter direkt riechen, auf ins Velebit wo das Meer die Berge küsst, der Sv Rok ruft, ich meine nicht den Tunnel!:)
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2016
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  3. Danval
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    Danval neues Mitglied

    Der Velebit bietet derart mannigfaltige Möglichkeiten für den Urlaub und für Aktivitäten in der Natur, unter welchen wahrlich jedermann etwas für sich finden kann. Wann immer ich Kroatien besuche, ist der Velebit eine unumgängliche Destination. Seit kurzem ist es auf dem Velebit möglich, neben dem Wandern und dem Radfahren, an der Aktivität des Pferdereitens auf einer Ranch gelegen in der Talebene Velika Plana teilzunehmen. Die Ranch ist bekannt für organisierte Reitprogramme und Ausflüge in der Dauer von einem oder mehreren Tagen, die Reitschule, die autochthonen Unterkunftseinheiten charakteristisch für Cowboy-Ranchs, sowie die restlichen organisierten Aktivitäten in der Natur. Was dabei fantastisch ist, ist dass alle Programme unter der Führung von fachkundigen Trainern und Cowboys organisiert werden, welche Ihnen neben der Aneignung von Reitaktivitäten und Tricks auch die Kommunikation beibringen, mit welcher die Pferde Ihre neuen Freunde werden. In Nähe der Ranch befinden sich auch der Fluss Lika, der Aufstieg Oštrovica und die Bärenhöhle.
     
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  4. Heiko705
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    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Hallo Danval, erzähl doch mal ein bissel was über Dich. Über eine kleine Vorstellung würden wir uns sehr freuen!!
     
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