Makarska und Insel Pag – Tante Liese im Glück

Dieses Thema im Forum "Urlaubsregion Mitteldalmatien" wurde erstellt von Tante Liese, 12. Juli 2018.

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  1. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Gestern Abend zur späten Stunde sind wir aus unserem Urlaub zurückgekehrt. Natürlich habe ich wieder Erkenntnisse über das Leben gewonnen, einen echten "Tante-Liese-Katastrophen-Stuhl-Unfall" hingelegt, mit den Kroaten Fußball gefeiert, getanzt, über seltsame Menschen gelacht, ein Liebesschloss aufgehängt, auf einem Friedhof nach einem Skelett gesucht, vor Freude geheult, Sonnenuntergänge betrachtet, mich mit selbstbewussten kroatischen Hunden angefreundet, Ratten gefüttert, in verlassenen Dörfern gegessen und überhaupt ganz hervorragend gegessen und und und....... Vorweg kann ich sagen: Es war fantastisch und ich werde davon lange zehren. Alle Erlebnisse habe ich in meinem Kopf und Marco hat sie fotografiert. Für Euch und für mich schreibe ich wieder alles auf. Viel Spaß beim Lesen!
    Teil 1: Ankunft in Makarska-JUHU

    Außerordentlich gut gelaunt brachen wir gegen 13.00 Uhr mit einem völlig überladenen Auto Richtung Makarska auf. Auf der vollgestopften Rückbank hatte das kluge Kind (nun bereits im Teenageralter) ein kleines, schmales Plätzchen mit Kissen zugestopft und sich darin eingekuschelt. Zwischen meinen Füßen stand ein dicker Rucksack und eine moppelige Handtasche. Dennoch: Alle Urlaubstage waren unangebrochen, wie kostbare Geschenke, die ausgepackt werden dürfen. Die Urlaubsmusik-CD dudelte und wir freuten uns, wie man sich mehr nicht im Leben freuen kann, außer es wird ein kluges Kind geboren.

    Urlaub, das ist die einzige Zeit im Jahr, wo du weißt dass du genau jetzt in diesem Moment glücklich bist. Du merkst es nicht erst hinterher: „Oh, da war ich glücklich!“. Nein, du weißt es genau jetzt. Deswegen schwingt alles im Einklang: Das, was du gerade an Eindrücken gewinnst und das, was du fühlst. Deine „Glücksglocke“ macht quasi die ganze Zeit „Ding Dong“ und schwingt das hüpfende Herz hin und her. So ging es uns also, als wir losfuhren und wir sangen und lachten und freuten uns. Die Fahrt durch die Nacht verlief problemlos. Am Sveti Rock erwartete uns die altbekannte Bura, ansonsten kamen wir hervorragend durch. Als unsere Ausweise an der kroatischen Grenze vom schwitzenden und genervten Grenzer gescannt wurden, zauberten wir ihm ein Lachen ins Gesicht, weil wir so glücklich waren und er nicht anders konnte als zurückzulachen. Wir düsten „Put Makra“, die steile Hangstraße in Makarska, hinauf zu unserer Wohnung. Vor zwei Jahren hatten wir die Wohnung darüber gebucht, die mit dem herrlichen Dachbalkon. In diesem Jahr war es die etwas günstigere Wohnung darunter, die einen wirklich genauso hervorragenden Blick auf Makarska besitzt. Branka, unsere Vermieterin, hatte uns ein Fläschchen hausgemachten Kirschlikör hingestellt und alles war liebevoll vorbereitet. Ich trat auf unseren Balkon mit Blick auf die Stadt und wusste, dass ich es bin,dass ich es schon immer war und dass ich es sein würde, zwei ganze Woche lang: DIE KÖNIGIN VON MAKARSKA.
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  2. Zimme und Julia
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    Zimme und Julia erfahrenes Mitglied

    Super Esther! Nicht wundern,aber ich bin froh, dass euer Urlaub vorbei ist, denn ich konnte es kaum erwarten von dir zu lesen.
    Dachte, wann meldet sie sich endlich?!
    Jetzt ist es soweit, Tante Liese legt wieder los :dance:
    Gut dass ich die Wäsche gestern fertig gebügelt habe!
    Liebe Grüsse,Julia
     
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  3. knurzelchen
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    knurzelchen erfahrenes Mitglied

    Hallo Esther,

    ist Euer Urlaub tatsächlich schon vorbei - ich dachte es war gestern als Du glücklich abgereist bist.... Wie doch die Zeit rennt.

    Freue mich auf Deine Berichte

    Viele Grüße
    Andrea
     
  4. Barraquito
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    Barraquito erfahrenes Mitglied

    Liebe Königin von Makarska,

    welch Glück aus Deinen ersten paar Zeilen strömt, wunderbar, und das, ohne ein einziges Erlebnis berichtet zu haben, ohne wirklich was rausgelassen zu haben ausser vielversprechenden kleinen Hinweisen...das verspricht eine herrliche Urlaubsnachlese.
    Ich freue mich!
     
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  5. Tante Liese
    Offline

    Tante Liese aktives Mitglied

    Teil 2- Unser allererster Urlaubstag in Makarska



    Da unsere Wohnung bereits um 11 Uhr morgens bezugsfertig war, luden wir unsere Sachen aus und fuhren zum Einkaufen. Wenn man in Makarska einkaufen will, geht man am besten ins Kaufland. Hier ist es noch günstiger als in unserem hochgelobten „Apfel“. Wir kauften also an unserem allerersten Urlaubstag sehr wichtige Dinge, die man unbedingt braucht, wenn man in Kroatien Urlaub macht: Cedevita (aufschrauben, zuschrauben, schütteln, austrinken), Vindi-Saft (Blueberry), Karlovacko-Bier (im Kaufland kein Theater mit dem Pfand, weil Kroaten kaum Bierkisten kaufen, Pfandautomat) und lauter schöne Sachen, die man für ein wunderbares Frühstück braucht. Danach liefen wir mit unseren Schwimmsachen hinab in den Ort, der sich uns von seiner allerbesten Seite präsentierte: sonnig, gut gelaunt und einladend.
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    Wir legten uns an den Strand in der Nähe des Leuchtturmes, weil dort in der Hochsaison immer noch ein Plätzchen frei ist. Diese Ecke ist unbedingt zu empfehlen.
    Wenn du lange Auto gefahren bist und du hast einen vollen Einkaufswagen geschoben und du bist so froh, dass du endlich da bist, dann kommt jetzt der absolut wichtigste und heiligste Moment deines Urlaubes: Der Moment, in dem Du ins Meer springst. Und das taten wir. Kluges Kind riss sich förmlich die Kleider vom Leib, während ich noch etwas mühselig in meine Badeschuhe schlüpfte (man entwickelt aber nach ein paar Tagen eine gewisse Routine sowie eine Verfeinerung der Technik) und Marco schnell noch das ein oder andere Foto schoss. Und dann, dieses Zischen, wenn du deine ausgelaugte und erschöpfte Seele in das große, kühle, weite, gute Meer tauchst, das dich umarmt und streichelt. "Da bist du ja endlich wieder",hat es gesagt und ich konnte gar nichts sagen, weil ich so froh war und einen dicken "Meeres-Glückskloß" im Hals hatte. Übermütiges Kind sprang mir ins Genick und wir tauchten und gurgelten und konnten es nicht satt haben, so schön war es.
    Danach liefen wir in wichtiger Mission um den Leuchtturm und Sveti Petar, mit seinem Schlüssel in der Hand, lächelte geheimnisvoll. Der heilige Peter bewacht die Schlüssel zum Paradies und deshalb hängen die Liebenden ihre Schlösschen hier auf. So soll die Liebe ewig halten. Wir hatten dies schon einmal getan, doch unser Schlösschen in Herzform, war so schön, dass Peter es anscheinend selbst für sein Paradies im Himmel haben wollte. Jedenfalls war es schon eine Woche später verschwunden, ein Freund, der für uns nachschaute, bewies uns dies. Diesmal hatte Marco ein etwas unauffälligeres Schloss gekauft und wir hängten es in einer kleinen Zeremonie auf. Wenn ihr jemals in Makarska sein solltet: Es hängt rechts neben der vierten Säule von oben, am unteren Band, zur Meeresseite gedreht, damit es einen schönen Ausblick auf den Hafen hat. Der Schlüssel liegt auf dem Grund des Meeres.
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    [​IMG] Wir gingen weiter diesen schönen Weg entlang und ich sah das blaue Meer, dessen strahlende Farbe dir mitten in dein Herz hinein knallt und dessen Strahlen sich auf dich überträgt. Ich wusste es genau in diesem Moment, als ich dort oben stand und auf den Hafen mit seinen bunten Schiffen hinab sah, ich wusste es und Sveti Petar wusste es auch, dass ich genau in diesem Moment glücklich war - zum Platzen glücklich war. Kluges Kind nahm meine Hand: "Mama, du wirst doch jetzt nicht schon wieder heulen?" "Nur ein bisschen", sagte ich, "nur ein kleines bisschen."
    Am Abend hatten wir in einem der besten Restaurants (siehe Tripadvisor) "Hrpina" reserviert. Ich aß ein Thunfischsteak mit grünem Pfeffer und wir bekamen Pizzabrot, einen Gruß aus der Küche und Schnaps "aufs Haus". Das Essen war hervorragend und das Lokal so liebevoll dekoriert, dass man sich gar nicht satt sehen konnte. Es war alles so, wie du es dir im Restaurant wünscht. Du hast das Gefühl, der Kellner liebt dich mehr als alle Menschen, die er je gekannt hat und du liebst den Kellner. Wir verabschiedeten uns satt und glücklich.
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    Ein würdiges Essen für einen ersten heiligen Urlaubstag und unbedingt zu empfehlen! Später wankten wir ein wenig angedudelt zum Taxistand am Hafen und stiegen -ohne zu verhandeln- in das erste Taxi. Beim Taxifahren muss man vorsichtig sein und eigentlich vorher verhandeln. In Makarska kostet die Fahrt hoch zu Put Makra am Abend 60 Kuna und am Tag 50 Kuna. Dieser Taxifahrer ließ sich auf nichts ein und wollte 100 Kuna haben. Nach kurzer Diskussion und kurzer Fahrt warf er uns aus dem Taxi. Wir gingen zum Taxistand an der Ecke und dort konnten wir für 60 Kuna mit einem sehr freundlichen Taxifahrer zu unserer Wohnung fahren. Marco und Taximan wollten sich gar nicht voneinander trennen, weil sie ein gemeinsames Thema hatten und sich darin ereiferten: "Fußball". Den restlichen Abend verbrachten wir auf unserer Terrasse und ich konnte es nicht glauben, als ich die Lichter unter mir sah und von Ferne den Lärm und Trubel der Stadt hörte. "Endlich bin ich da!", dachte ich und das Leben pochte in mir und das Glück wollte raus und weil ich die Nachbarn nicht mit Glücksgeschrei wecken wollte, tranken wir noch ein kleines Kirschschnäpslein von Branka und sagten uns, wie glücklich wir genau in diesem Moment waren.
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    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2018
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  6. Barraquito
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    Barraquito erfahrenes Mitglied

    Genauso soll es mir am Sonntag abend gehen...ich kann nichts hinzufügen.:)
     
  7. Wuppi1009
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    Wuppi1009 erfahrenes Mitglied


    Warum ???????????????????????????????????????denn.
     
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  8. Marius
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    Marius Forums-Philantrop

    Wuppi, beruhige dich, alles cool. :)

    Tante Liese for President!
     
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  9. Barraquito
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    Barraquito erfahrenes Mitglied

    Gegenfrage: warum nicht?
    Es ist mein Ankunftstag in meinem verdienten Sommerurlaub.
    Und es wird schön sein, ich werde im Blau ertrinken und den Duft der Kräuter im Garten in der Nase haben.
    Ich werde vieles so empfinden wie die Liese es tut.
    Und das ist gut so.
     
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  10. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Liebe Barraquito, ich wünsche Dir einen ganzen Haufen Freude und Glück für Deinen wohlverdienten Urlaub und ein bisschen beneide ich Dich auch, weil Du alles noch vor Dir hast. :)
     
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  11. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Teil 3- Brela



    Den nächsten Tag begannen wir mit einem Panorama-Frühstück auf dem Balkon. Danach ging es nach Brela an den Punta Rata, der für mich immer noch der Strand aller Strände ist. Offenbar auch für die amerikanische Zeitschrift „Forbes“, die ihn 2004 zu den zehn schönsten Stränden der Welt zählte. Wir parkten –wie immer- gleich rechts oberhalb des Ortes beim Hotel am bewachten (teuren) Parkplatz im Pinienwald. Von dort läuft man nicht weit zum Dugi Rat Strand mit dem schönen Bäumchen auf dem Felsen. Dahinter befinden sich aber noch weitere herrliche kleine Buchten. Wir liefen auf der Promenade am Wasser entlang und hinter jeder Felsenkurve tat sich ein neues Paradies auf, wie es Sveti Petar da oben auch nicht schöner haben konnte.


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    Wir schlenderten also an diesem Morgen am Punta Rata entlang und staunten und fotografierten. Heute wollten wir endlich einmal am Sveti Rovenska baden, der nördlich vom Dugi Rat liegt. Hier hast du nur morgens Sonne. Das Wasser ist türkisblau am Punta Rata und die gelben Felsen schmiegen sich wie Karamellen an den Sand. Der Weg ist im Rücken ebenfalls von Felsen gesäumt und hier und da stehen Bänke zum Verweilen. Das fröhliche Kind freute sich aufs Schnorcheln, denn sie kitzelt gern Fische oder taucht in ihre Schwärme ein, um sie zu Tode zu erschrecken.
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    Das Kind schrie, als es mich ansah und ein paar Schaulustige sammelten sich um mich. Ich wusste nicht so richtig, was mir geschah, zwei riesige Flügel bedeckten meine Augen und irgendetwas Entsetzliches hatte es sich auf meiner Nase bequem gemacht. Ich begann ebenfalls zu schreien und wie so oft, wenn ich in Not bin, war Marco dabei, auf besonderes Licht zu warten, um ein Blatt, eine Palme oder einen Stein zu fotografieren- sprich- er war nicht da. Von meinem Geschrei hatte sich die Monsterfliege, Riesenzikade oder der Mutantenkäfer gestört gefühlt. „Sie ist weg!“, rief mir ein Mann zu und Erleichterung machte sich breit. Ich hatte mich glücklicherweise nicht so gesehen und keine Ahnung, wie riesig oder hässlich Monsterinsekt war, aber möglicherweise werde ich mich noch auf einem Internetkanal wiederfinden. „Es“ hatte nicht gestochen, mich aber dennoch nachhaltig geschockt. Marco kam fröhlich gelaunt mit dem „Ich-hab-super-Fotos-gemacht-Gesicht“ zurück und fand es schade, dass er das Tier nicht abgelichtet hatte.
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    Nach einem ausgiebigen Bad im kristallklaren Wasser verlor sich der Schockzustand und ich fiel unter meinem Sonnenschirm in einen todesähnlichen Schlaf. Erst vom Rütteln des Kindes wurde ich wach: „Mama, du schnarchst, die Leute gucken schon! Was sollen die denken?“ „Was die Leute denken sollen, kann ich ihnen nicht vorschreiben“, sagte ich, „und was sie überhaupt denken, werden wir eh nicht erfahren.“ Und wie so oft, wenn ich klugem Kind etwas über andere Leute erkläre, wiederholte ich: „Das Denken von anderen Leuten, findet in den Köpfen von anderen Leuten statt. Und in den Köpfen von anderen Leuten haben du und ich nix zu suchen.“ „Mensch, Mama!“, kriegte ich nur als Antwort.

    Wir badeten ausgiebig und lang, obwohl das Wasser von der Bura an diesem Tag kühl war. Man darf sich darüber nicht erschrecken. Wenn in Kroatien Bura war, ist das Wasser ein bis zwei Tage danach eisig und man kann gar nicht glauben, dass es am nächsten Tag wieder ganz warm sein kann. Die Strömung ändert sich einfach. Wir schauten uns am Nachmittag den Ort Brela an und saßen in einer hübschen Strandbar. Ich dachte, dass es an diesem Tag genau in dieser Minute keinen schöneren Ort auf der Welt für mich geben könnte und dass ich vielleicht einfach zukünftig und für immer in dieser Strandbar arbeiten sollte, damit ich immer hier sein könnte. „Was für ein Tag ist heute?“, fragte kluges Kind und leckte an ihrem Eis. Es spielte keine Rolle, welcher Tag heute war und dass wir erst gestern angekommen waren, obwohl wir das Gefühl hatten, schon eine Ewigkeit im Urlaub zu sein. Zeit ist eine ganz subjektive Geschichte und ich halte es wirklich für möglich, dass es sowas wie Zeit eigentlich gar nicht gibt. Wenn du am Anfang deines Urlaubes stehst oder viel Neues erlebst, dann vergeht Deine Lebenszeit nicht. Das Leben bleibt stehen, es ist tiefer und dauert länger und du empfindest eine Minute wie eine Stunde und eine Stunde wie ein ganzes glückliches Jahr. Ich antwortete also auf die Frage, was heute für ein Tag ist: „Es ist einer der besten Tage vom Rest unseres Lebens.“ Wir waren gerade dabei, die Zeit zu überlisten.
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    Nach endlosen wunderbaren Stunden, die nur Minuten waren, gingen wir zum Auto und fuhren zur Konoba Ivandica Dvori Adresse: Banje 1, 21322 Brela (Tel: +385 (0)21 618 407) , wo wir für 19.30 Uhr einen Tisch reserviert hatten.
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    Sie liegt weit oberhalb des Ortes Brela und besteht aus den Bekavac-Ivandic Häusern, die im Jahre 1880 als Dorf Brela zuerst erwähnt wurden. Heute sind die Häuser unbewohnt. Die Brüder Hrvoje und Zeljan Bekavac eröffneten hier eine Konoba mit hervorragendem Essen. Leider hatten wir nicht das Glück ganz oben an der Westseite auf der hohen Terrasse zu sitzen, sondern etwas darunter. Man hat aber auch von dort einen schönen Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Ich aß an diesem Abend einen hervorragenden Fisch und wir freuten uns über den gelungenen Tag.
    Wir hörten "Time stands still for no one.." als wir über die dunkle Magistrale nach Hause fuhren. Was für ein Tag!
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2018
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  12. Aero
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    Aero erfahrenes Mitglied

    Liebe Esthet,

    dein Reisebericht geht einem wieder so nah, als wäre man selber dabei gewesen.

    Es macht richtig Freude deine Urlaubserlebnisse, die du wie in einem Roman niederschreibst, aber im wirklichen Leben erlebt hast, virtuell nach deiner Rückkehr mit zu verfolgen.

    Marcos fazinierende und stimmungsvolle Motive dazu runden das Ganze nochmals besonders ab.

    Freue mich auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße vom Bodensee
    Steffi
     
  13. Harry58
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    Harry58 Erklärbär


    :loldev:

    :yau:
     
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  14. Zimme und Julia
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    Zimme und Julia erfahrenes Mitglied

    Liebe Esther, die Gegend und die Strände sind uns auch bekannt.
    Wir hatten in Makarska sehr viel Spass und Erholung, werden die Riviera bald wieder besuchen.
    Jetzt bin ich gespannt, wie es in deinem Bericht weiter geht.
    Bis jetzt habe ich mich köstlich amüsiert und deine ersten Berichte, auch schon zweimal durchgelesen, ein drittes Mal ist nicht ausgeschlossen und im Winter dann vielleicht nochmal , um meine Seele zu erwärmen und meine Sehnsucht zu besänftigen.
    Wenn die Prinzessin nicht wäre, die auf ihre Königin aufpasst,hihi
    Kluge Prinzessin!
    Marco, du bist ein Spitzenfotograf, weiter so! Klasse Motive und schöne Farben!
    Übrigens Esther, der Hut( Avatar ) ist wie für dich gemacht, Kompliment!
    LG,Julia
     
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  15. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Teil 4 – Pocitelj, Kocusa Waterfalls und Strand



    Am nächsten Morgen war es bedeckt und etwas kühler. Wir beschlossen nach Bosnien-Herzegowina zu fahren. Eigentlich war an diesem Tag auch das Baden an den Kravice Falls geplant, doch das Wasser dort ist auch im Hochsommer sehr kalt. Im letzten Jahr war die Außentemperatur über 40 Grad, als wir dort herrlich baden konnten. Wir entschlossen uns also, die Kravice Falls wegen des bedeckten Himmels nicht zu besuchen. Ein Tag in Bosnien-Herzegowina also diesmal ohne Mostar und ohne Kravice, was natürlich auch ein bisschen traurig war, aber wir lernten ja etwas Neues kennen. Marco ließ seine Drohne lieber zu Hause, denn er hatte die erforderlichen Papiere nur von der kroatischen Luftfahrtbehörde, in Bosnien würde er Gefahr laufen, dass man das teure Gerät konfiszierte und davor hatte er Respekt. In den letzten Jahren machten wir die seltsamsten Erfahrungen in Bosnien-Herzegowina: Die Autobahn war von streikenden Männern besetzt und wir mussten sie als Geisterfahrer zurückfahren, das Auto wurde durchsucht, Marco wurden in Mostar Drogen angeboten, wir konnten die Autobahngebühr nicht bezahlen, weil wir keine Konvertible Mark hatten und man wollte uns nicht durchlassen, Marco wurde in Medjugorje beinahe vom Blitz erschlagen und hat sich stundenlang in der Kirche versteckt usw. In diesem Land musst du also auf Überraschungen gefasst sein. Es ist fast überall 40km/h und hinter einigen Ecken haben sich Polizisten postiert, die Urlauber zur Kasse bitten. Wenn du keine grüne Versicherungskarte dabei hast, die du in Kroatien nicht brauchst, kommst du nicht über die Grenze. Wir fuhren an diesem Tag keine Autobahn, weil wir wieder keine Konvertible Mark hatten. Die Autobahn, so stellten wir fest, ist aber mittlerweile weiter ausgebaut worden und soll irgendwann bis nach Sarajevo führen, eine Stadt, die wir sehr gern besuchen würden. Wichtig für Bosnien ist ebenso: Mobile Daten im Handy ausschalten, sonst kann es sehr teuer werden! Wir dachten an all diese Dinge, dennoch war ich wieder ein bisschen nervös. Du weißt nie, was dir passiert. Trotzdem finden wir dieses Land bzw. seine Sehenswürdigkeiten interessant und werden es auch zukünftig immer wieder besuchen.
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    Pocitelj liegt an der Neretva etwa 30km südlich von Mostar. Unter osmanischer Herrschaft entstanden typisch orientalische Stadtgebäude, die von zwei Festungen überragt werden. In Wikipedia kann man zum Bosnienkrieg folgendes lesen (Zitat): „Im Krieg zwischen 1992 und 1995 wurde Počitelj zunächst von serbischen Truppen, dann von der HVO angegriffen und verwüstet. Die Truppen der selbsternannten Republik Herceg-Bosna nahmen 1993 viele überwiegend muslimische Einwohner gefangen, deportierten sie in Gefangenenlager, deren größtes das Lager Dretelj war, und zerstörten die Moschee, den Hamam sowie den Han und zahlreiche osmanische Häuser aus dem 18. Jahrhundert[1]. Die Rekonstruktion der meisten historischen Gebäude wurde 2002 abgeschlossen.“
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    Wir erreichten die Stadt nach ca. 1h30min und parkten direkt an der Hauptstraße. Ich sah bereits bei der Ankunft, dass es sich um ein anstrengendes Unterfangen handeln würde, sie zu besichtigen, da alle Gebäude sehr steil am Hang angelegt waren. Marco zeigte sich wenig beeindruckt von der Hanglage. Mit dem Fotoapparat hatte er sich bereits vor einigen Jahren unter schlimmsten Hitzebedingungen ins Minarett in Mostar gequetscht, damit er von oben ein Foto der Stadt machen konnte. Er war also auch an diesem Tag wild entschlossen, die Festung bzw. auch beide Festungen zu erklimmen. Mürrisches Kind auf der Rückbank und ich wollten uns dann mit der halben Höhe zufrieden geben. In die Stadt hinauf führte eine kleine Gasse mit Stufen und glatten runden Steinen, auf denen man mehr oder weniger hin und her schlitterte. Das Kind warnte mich beständig, musste sich aber selbst abmühen. Wir traten durch ein enges Tor, gesäumt von zwei aufdringlichen Saftverkäuferinnen, die ihre selbstgebrauten Obstsäfte dort verkaufen wollten. Es war jetzt doch wärmer, aber ich mochte die Säfte, die in Sprudelflaschen abgefüllt waren, nicht probieren. Sie akzeptierten dies nur unter Protesten und wir schleusten uns an ihnen vorbei, als sie ein neues Opfer gefunden hatten. Marco nahm all dies nicht wahr, denn er eilte mit Fotoblick die Stufen hinauf. Ich hatte ein bisschen Angst um ihn, denn manchmal übernimmt er sich und klettert waghalsig auf Felsen herum. Die Treppenstufen nach oben waren weiter besetzt von Frauen, die selbst hergestellte Dinge verkaufen wollten und sie zupften an uns, sprachen uns an, riefen uns hinterher und weil wir nichts kauften, hatte ich das Gefühl, ihre ärgerlichen Blicke bohrten sich in unsere Rücken. Ich fühlte mich ein bisschen bedrängt und das Kind ebenso, denn sie nahm meine Hand und wir schauten die Waren dann auch gar nicht mehr an, um nicht noch mehr in Bedrängnis zu geraten. Marco verschwand in der engen Gasse und als wir um die Ecke vor der Moschee bogen, wo keine Verkäuferinnen mehr waren, passierten wir eine Gruppe muslimischer Männer, die von unserer Sommerkleidung wenig beeindruckt waren und uns ein wenig abwertend hinterher sahen. Jetzt wurde es still und die Treppe immer steiler, sodass kluges Kind den Vorschlag machte, lieber umzudrehen. Wir gelangten auf dem Rückweg in eine Seitengasse mit einem kleinen Geschäft, dass von einer alten Dame bewacht wurde. Es sah einladend aus, so dass wir hinein gingen. Kaum hatten wir den Durchgang betreten, schien sie uns in ihren Fängen zu haben und postierte sich in der Tür, um uns den Rückweg zu versperren. Ich fühlte mich ein bisschen wie im Hexenhäuschen gefangen und vor mir stand eine äußerst hungrige Hexe, die statt Hänsel nun mich und den Zwerg an meiner Seite verspeisen wollte. Sehr freundlich beteuerten wir, dass wir nichts kaufen wollten. Es war warm und eng und eine leichte Panik kam auf. Vielleicht hatte sie einige Kunden, die nichts kaufen wollten, im Hinterzimmer in Käfigen eingesperrt. Wir mussten uns unseren Weg nach draußen also sehr bestimmt erkämpfen. Freundlich beteuernd, dass wir nichts gefunden hätten, drängte ich im Türrahmen vor, während sie keinen Millimeter zur Seite wich. Es war ein sanftes, aber bestimmendes Geschubse. Als wir unsere Freiheit erobert hatten, sagte das erleichterte Kind „Boah!“ und ich sagte „Puh!“. Wir hatten nun noch wenig Lust etwas zu kaufen und arbeiteten uns die Gasse –mitten durch die „Sirenen“, die uns die Tiefe ziehen wollten- wieder zurück. Als wir den Torbogen mit den Getränkefrauen passiert hatten, entdeckten wir trotzdem noch ein ganz normales Geschäft mit einer Frau, die sich vorsichtig zurückhielt, während wir ihren Schmuck anschauten. Hier kaufte ich mir eine schöne Kette mit passendem Armband in Silber. Danach bestellten wir uns im Restaurant Getränke und warteten auf Marco, der mit einem „Oh Mann!“ auf den Lippen wenig später völlig verschwitzt ankam. Er stöhnte, weil die Stufen zur Festung, die er erklettert hatte, wohl ziemlich rutschig und anstrengend zu begehen gewesen waren. Außerdem war es ihm nicht gelungen, zum Fotografieren in die Moschee einzudringen bzw. er hatte es sich nicht getraut. Wir beobachteten noch viele verschleierte Frauen, die die Stadttreppen hinaufgingen und bei den „Treppenhyänen“ kauften.
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    Ich hatte genug und wir fuhren zu den Kocusa Waterfalls, die etwa 30 min von hier entfernt waren. An diesem Ausflugsort gibt es eine schöne Konoba, wo man wunderbar essen kann, während im Hintergrund das Wasser rauscht. Sie sind nicht zum Baden angelegt, es ist aber wohl auch nicht verboten. Es war nicht schwer, diesen Platz zu finden und da alles hier nicht so überlaufen war, wie wir es von Kravice kannten, ergatterten wir auch einen schönen Tisch direkt vor den Wasserfällen. In diesem herrlichen und kühlen Ambiente aßen wir gemütlich. Das Restaurant war äußerst gepflegt mit ordentlichen Toiletten und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte.
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    Wir beobachteten ein paar Kinder, die mit Kopfsprung vom Felsen in das tosende Wasser sprangen und bekamen nach dem Essen auch große Lust zu baden und so fuhren wir zurück nach Kroatien ans Meer, parkten an der Magistrale vor Podgora und liefen zu einem schönen Strand hinab, den wir von der Straße aus entdeckt hatten. Die kleinen Strände an der Magistrale haben den Vorteil, dass sie wenig überlaufen sind und du nicht mittels „Landgewinnung“ einen Platz erobern musst. Zum Thema „Landgewinnung am Strand“ berichte ich später. Wir lagerten also nach kurzem Fußweg gemütlich am Wasser und freuten uns über diese Erfrischung. Das Kind im Teenageralter war sehr erheitert über einen nackten Stehboardfahrer der fröhlich vor uns hin und her paddelte. „Leben und leben lassen!“, sagte ich und plumpste erschöpft ins Wasser.
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  16. Andy155
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    Andy155 aktives Mitglied

    D512 ️ Ich liebe diese Straße und den Blick von dort!
     
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  17. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Teil 5- Sinj, Trilj und Galopski Konjicki Club Mustang



    Am nächsten Morgen frühstückten wir auf unserem herrlichen Balkon. Was auf den Bildern zu Hause nicht sichtbar war: an unseren Balkon grenzte ein zweiter, der etwas versetzt nach hinten zu einer anderen Wohnung gehörte. Dies war auf dem Dachbalkon, den wir vor zwei Jahren bewohnt hatten, nicht so gewesen. Ich hatte unsere Nachbarn schon einen Tag zuvor bemerkt. Es handelte sich um eine spanische Familie, bestehend aus Eltern und einem Teenager im Alter vom klugen Kind, einem Baby, für das sie einen kleinen Pool auf den Balkon geschleift hatten und einem XXL-Mini-Torrero um die 10 Jahre, stets bewaffnet und in Häuserkämpfe verwickelt. Er war ausgestattet mit den unterschiedlichsten Wasserpistolen, mit denen er versuchte, Passanten auf der Straße zu treffen, um sich dann rasch auf den Boden zu werfen. Ich stellte mir grinsend vor, wie ich ihn morgens mit Taucherbrille und unserer Riesenwasserpistole niederstrecke. Die Mutter hatte, was ja in Mode sein soll, rosa gefärbte Haare und war selten zu sehen. An diesem Morgen staunten wir nicht schlecht, denn Papi pflegte zum Frühstück eine zwei Liter Flasche Ozujsko-Pivo zu leeren. „Guck dir das an, der säuft einen Oschi!“, bemerkte Marco und für einen Moment hatte ich das Gefühl, es spräche ein klein wenig Neid aus ihm. Sie waren ein wenig Wortkarg, so dass wir uns weiter auf unser Frühstück konzentrierten.
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    Kurz darauf machten wir uns auf den Weg nach Sinj. Bevor Medjugorje berühmt wurde, war Sinj der größte Marienwallfahrtsort im Süden Kroatiens. Es gibt Pilgerwege nach Sinj. 1715 soll aus dem Altarbild der Kirche eine weißgekleidete Frau entstiegen sein, bei deren Anblick die osmanischen Belagerer die Flucht ergriffen. Dem Gospa im Bild setzte man später eine goldene Krone auf. Im August gedenkt man diesem Ereignis mit den Alka Ritterspielen. Zum Gedenken an das ewige Bündnis mit der Mutter Gottes bauten die Sinjer eine kleine Kirche hoch oben über ihre Stadt. 2008 wurde eine Bronzestatue neben die Kirche gesetzt. Wir parkten unterhalb des Berges und da es an diesem Tag nicht so drückend heiß war, wanderten wir zur Statue der Mutter Gottes. Der Berg war steiler als wir dachten und mit vielen Pausen mühten wir uns erheblich ab. Ich schimpfte beharrlich in mich hinein mit der Mutter Gottes, dass ich nur wegen ihr diesen Berg hochlaufe, dass ich mir wirklich Mühe gäbe und sie das anerkennen sollte und dass ich extra wegen dieser kleinen Kirche und der Statue nach Sinj gekommen sei. Marco sprang mit der Kamera –wie immer- mühelos und neugierig vorne weg. Das schimpfende Kind und ich ackerten den Berg hinauf wie zwei langsame Schnecken. Als wir schwitzend endlich oben ankamen, wehte eine frische Bura, so frisch, dass wir Mühe hatten uns unterhalb der kleinen Kirche auf eine Steinstufe zu setzen. Ich sprach ein bisschen mit der Madonna darüber, was sie hier für einen fantastischen Ausblick hatte. Der Weg war in jedem Fall lohnenswert, wir konnten weit über die Stadt hinaus blicken. Die Fahne flatterte heftig im Wind und ich dachte, wenn ich nun schon mal dort oben war und mit der Gospa ein kleines Gespräch führen konnte, dann müsste ich auch ein paar Wünsche loswerden. So wünschte ich mir von der Gospa einen Herzenswunsch, den ich seit Jahren beharrlich immer wieder an allen Wallfahrtsorten, die wir besuchen, wünsche. Bisher ging er nie in Erfüllung.
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    Es war sehr zugig und so machte ich mich vorsichtig mit klugem Kind auf den Rückweg. Marco rief uns hinterher: „Guck mal da oben, guck mal da oben!“ Während er auf den Knien lag, um ein schönes Bild von der Gospa zu machen, war es ihm zuerst aufgefallen. Um die Sonne herum und von unten gesehen auch um den Kopf der Madonna herum hatte sich ein bunter Regenbogen gebildet. Er war kreisrund und umrahmte ihren Kopf wie ein Heiligenschein. Wir googelten natürlich später diese Erscheinung. Es handelt sich um einen sog. „Halo“. Zitat:„Halos entstehen, wenn Licht auf Eiskristalle trifft. Typischerweise sind es Cirruswolken in eisigen Höhen zwischen 5.000 und 13.000 Meter, an denen sich die Sonne oder der Mond zu einem kreisrunden Halo bricht. Ähnlich einem Regenbogen sind Halos farbig, nur weniger intensiv und diffuser. Der Rand des leuchtenden Kreises ist innen etwas schärfer begrenzt, mit einer matten rötlichen Färbung, die nach außen immer diffuser wird und am Außenrand manchmal in einen bläulich violetten Farbsaum übergeht.“
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    Sehr ehrfürchtig stiegen wir den Berg hinab und schlenderten anschließend durch die schöne Altstadt von Sinj. Die Burg Kamicak war leider von Gerüsten umstellt und wurde gerade renoviert. So fuhren wir weiter dorthin, worauf sich das pferdebegeisterte Kind die ganze Zeit gefreut hatte, zur Mustang Ranch „Galopski Konjicki“. Wir hatten uns dort nicht angemeldet, hegten aber die Hoffnung, dass wir die Pferde sehen konnten und Liz evtl. auch eine Stunde reiten. Es war gar nicht so einfach die Ranch über verschiedene Feldwege zu finden. Hinter einer engen Kurve tauchte dann jedoch das große Schild auf und ein selbstbewusster kleiner Hund lief uns kläffend entgegen. In Kroatien ist es oft so, dass du an einem Ort zunächst von dem zuständigen Hund empfangen wirst. Er teilt dir recht schnell mit, ob du willkommen bist oder nicht. Dieser hier mochte uns sofort alles zeigen. Er führte uns sogleich zu den Koppeln neben dem Parkplatz, ließ uns aber sicherheitshalber nicht aus den Augen.

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    Da kluges Kind aber irgendwie ein Hundeflüsterer ist, unterhielt es sich sehr anregend mit dem kleinen Köter. Kurz darauf erschien der Kumpel vom Empfangshund, es war ein groß gewachsener Dalmatiner, genauso gastfreundlich, hatte aber weniger zu sagen. Der kleine Kläffer gab den Ton an. Vor uns tat sich ein wunderschöner großer Reitplatz auf, an den eine Terrasse mit Gastwirtschaft grenzte. Wir freuten uns und dachten, während das Kind reiten könnte, würden wir nett auf der Terrasse bei einem Getränk sitzen. Leider kam uns kurze Zeit später eine sehr freundliche Frau entgegen, die sagte, wir könnten uns gern umsehen, aber sie wären gerade dabei alles zu reinigen und Reitstunden gäbe es heute nicht. Das Kind war enttäuscht, die Hunde waren enttäuscht, alle waren enttäuscht. Wir liefen also auf dem herrlich angelegten riesigen Hof herum. Überall waren Sitzplätze im Schatten und weiter hinten noch zusätzliche Koppeln mit Pferden. Wir sollen keine Angst haben, rief uns die Besitzerin noch zu, irgendwo hier liefe noch ein größerer schwarzer Hund herum, der sei aber sehr freundlich. Da wir ja den „Chefhund“ an unserer Seite hatten, der uns glücklicherweise sehr wohlgesonnen war, hatten wir in dieser Hinsicht keine Bedenken. Wir trafen den großen Hund zum Bedauern des Kindes aber nicht. Nach gefühlten Stunden erlaubte enttäuschter Zwerg uns endlich, den Hof wieder zu verlassen. Es war schade, denn diese Mustang Ranch ist unbedingt zu empfehlen. Sollten wir nochmal in der Gegend sein, rufen wir in jedem Fall vorher an.

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    Nun ging es weiter nach Trilj, hier sollte es an der Brücke „Viseci Most“ ein hervorragendes Lokal geben. Wir waren aber enttäuscht als wir eintrafen, denn das Lokal sah verlassen und wenig einladend aus, die Brücke war weniger spektakulär als die Bilder im Internet. So beschlossen wir kurzer Hand zurück nach Makarska zu fahren und dort zu baden. Wir aßen im „Big Mama“ am Strand und sahen zum Abschluss noch einen wunderbaren Sonnenuntergang. „Was hast du dir gewünscht bei der Madonna?“, fragte neugieriges Kind. „Das darf man nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung“, antwortete ich. „Ich hab mir auch was gewünscht“, flüsterte es neben mir. Ich bin sicher, es ist eine Mustang-Galopski-Ranch, aber das darf man ja nicht verraten.

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  18. Klaus
    Offline

    Klaus Globaler Moderator Mitarbeiter

    Moin Tante Lise,

    ihr seit schon ein tolles Team auf Reisen, du mit deinem unvergleichbaren humorvollen Schreibstil,
    Marco mit den sensationellen Bildern passend zu deinen Kommentaren und natürlich das pubertierende Kind,
    mit ihrem Faible für Tiere jeder Art, einfach nur schön zu lesen und anzusehen.
     
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  19. vrbnikfan
    Offline

    vrbnikfan Mitglied

    Vielen Dank für die netten Komplimente ;) Habe dem Lieschen jetzt gezeigt, wie man die Bilder verkleinern kann, so dass sie auch Bilder von der Kamera- und nicht nur vom Handy hochladen kann. Mit vernünftiger Optik und Polfilter wirken die Bilder dann doch irgendwie schöner als vom Handy :cool: Nur leider sind die Bilder der Kamera noch ziemlich unsortiert... kann also evtl. noch etwas dauern o_O

    Die Makarska-Riviera ist immer wieder schön. Bisher hat uns diese Region auch am besten gefallen. Wir werden zwar nächstes Jahr erstmals seit 3 Jahren einen anderen Ort wählen, doch der Makarska Urlaub dieses Jahr wird definitiv nicht der letzte dort gewesen sein. Jetzt haben wir uns erst mal in einen anderen Ort, etwas weiter südlich, verliebt. Das Lieschen wird darüber noch berichten :) Von Peljesac und Korcula kennen wir noch zu wenig- daher wird es uns als nächstes dort hin verschlagen.

    Liebe Grüße

    Marco
     
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  20. Tante Liese
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    Tante Liese aktives Mitglied

    Teil 6 – Zadar

    Am nächsten Tag hatte sich das Wetter grundlegend verschlechtert. Wir mussten nach Alternativen suchen und dies tut man am besten mit „Onkel Wetter.com“. Es hatte sich in der Vergangenheit bewährt, wenn es in Makarska schlecht war, in Richtung Zadar, Primosten, Nin zu fahren, denn dort schien dann meistens die Sonne. Auch heute sah es so aus, als ob dort oben das schönste Badewetter wäre. Wir schmissen unseren Plan also um und fuhren nicht ins Biokovo-Gebirge, sondern nach Zadar, weil „Sweet child of mine“ auch gern mal wieder „shopping“ machen wollte. Die Fahrt dauerte ungefähr 2 Stunden, es hatte sich aber gelohnt, denn die Sonne brutzelte vom Himmel, als wir ankamen. Es gestaltete sich ein bisschen schwierig, den auserwählten Strand vor Zadar zu finden, der direkt bei einem Hotel liegt. Als wir endlich dachten, ihn gefunden zu haben, waren wir erschöpft und sprangen ins Wasser.

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    Letztendlich stellte sich aber später heraus, dass es eigentlich nicht der schöne Strand war, den wir in Internet gesehen hatten. Dieser hier war aber auch schön und wir freuten uns, dass wir überhaupt baden konnten, weil doch das Wetter in Makarska so schlecht war. Am späten Nachmittag fuhren wir dann in die Stadt und parkten an der Stadtmauer. Problematisch sind die Parkautomaten, die meistens keine Scheine annehmen. Wir brauchten also für etliche Stunden viele Kuna in Münzen (15 Kuna die Stunde). Leider wechselte niemand, sodass wir später noch einmal nachlösen mussten. Durch dieses Münztheater hatten wir erheblich an Zeit verloren, denn wir wollten unbedingt ein Lokal finden, in dem das Deutschlandspiel gegen Südkorea übertragen wurde. In Zadar gibt es eine Hauptfußgängerzone mit Geschäft an Geschäft und Lokal an Lokal.
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    Der kaufgierige Teenager hielt uns zusätzlich auf, weil überall ganz kurz geschaut werden musste. Wir hatten es uns in dieser großen Stadt sehr einfach vorgestellt, ein Lokal zu finden, in dem das Deutschlandspiel übertragen wurde, doch von Kneipe zu Kneipe schwand unsere Hoffnung, denn das kroatische Fernsehen übertrug offiziell das Schwedenspiel. Irgendwann ganz am Ende der Fußgängerzone erreichten wir eine Pizzeria, an der wir ebenso enttäuscht vorbeigehen wollten. Dann bemerkten wir jedoch im hinteren Teil ein paar deutsche Trikots und stellten fest, dass auf der Rückseite des „Schwedenfernsehers“ noch ein Fernseher hing und die lobenswerten Deutschen mit ihren eigenen Handys auf diesen Fernseher per Lifestream übertrugen. Wir freuten uns also enorm und fanden auch einen Tisch mit sehr guter Sicht auf den Fernseher.

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    Erschöpft und erleichtert ließ ich mich auf meinen Stuhl hinabsinken als etwas Seltsames mit mir geschah. Der Stuhl verlagerte linksseitig seinen Schwerpunkt gen Erdboden und ich mit. Ich sank sehr langsam, quasi in Zeitlupe, zu Boden und meine beiden Mitreisenden starrten mich verdutzt an. Gleich darauf brachen sie in Tränen vor lauter Lachen aus, denn mein Gesicht musste ein einziges großes Fragezeichen gewesen sein. Nach dem Motto: „Was geschieht mit mir?“ Der Kellner erstarrte mit dem Tablett vor mir. Ich sank weiter („halb zog es mich, halb sank ich hin“), mein Kopf hing nun auf dem Nachbartisch und ich drohte mich ernsthaft zu verletzen, bis mich auf einmal ein rettender Arm hielt, an den ich mich klammerte. Nein, es war nicht der Kellner, der war überhaupt nicht hilfsbereit, sondern nach seiner ersten Erstarrung in schallendes Gelächter ausgebrochen, als er mich dort sinken und hängen sah (Er kann folglich nicht kroatischer Nationalität gewesen sein, bestimmt war er Italiener.). Es war der Mann vom Nebentisch, der mich rettete, hochzog und auffing, bevor ich in sein Essen einschlug. Das ganze Lokal hatte den Vorfall mitbekommen und ich zur großen Erheiterung sämtlicher Gäste beigetragen. Einige Kinder an den Nachbartischen hielten es für witzig, mein Unglück im Rollenspiel nachzustellen. Die Auflösung des seltsamen Vorganges bot sich mir, als ich auf die Erde sah, denn dort war ein Loch für einen Sonnenschirm im Boden, in das ich eins meiner Stuhlbeine gestellt hatte. Als ich das Gewicht verlagerte, sank das Bein in das Loch. „Du machst Sachen, Mama!“, grinste das Kind.
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    Das Spiel erheiterte uns leider nicht. Nicht nur, dass wir zwischenzeitlich gar nichts mehr sahen, weil das Datenvolumen des Handybesitzers verbraucht war und jemand anderes einspringen musste, nein, das Ergebnis war ja auch furchtbar, genauso wie die Pizza. Später erholten wir uns von den Strapazen des Fußballspiels auf der Promenade, lauschten der schönen Meeresorgel, die mich immer wieder fasziniert. Das Wasser spielt dir eine Melodie, die immer variiert und anders ist. Du weißt nie, was nun kommt. Wie im richtigen Leben! Den Sonnenuntergang erwarteten wir am Kunstwerk „Gruß an die Sonne“, das beim Untergang zu leuchten beginnt. So wurde es doch noch ein schöner Abend, zumindest für den Zwerg, der fleißig gekauft hatte und für mich, die froh war, dass sie nicht mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag.

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    Ich trank also ein Aperölchen, während im Abendlicht, neben mir am Nachbartisch eine italienische Stinkbombe bzw. Parfümbombe, die mir die Luft zum Atmen nahm, fröhlich in die Romantik plapperte. Marco jammerte ein bisschen wegen dem Fußballspiel, aber da wir ja auch Kroatienfans sind, hatten wir noch eine Mannschaft im Rennen, mit der man mitfiebern konnte. Auf der Rückfahrt gröhlten sie dann doch wieder über meinen "Stuhlunfall".
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    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2018
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