Hvar zum Jahreswechsel 2018/19

Andy155

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#21
Am 30.12. war es etwas bewölkt, aber trotzdem noch angenehm warm. Das erste Ziel des Tages war Zaraće, östlich von Milna gelegen. Über der Hauptstraße ist eine Anhäufung von typisch dalmatinischen Steinhäusern, tw. bewohnt, tw. unbewohnt. Es schien mir allerdings unpassend, dort mit dem Fotoapparat rumzulaufen. Unter der Hauptstraße ist die Bucht. Eigentlich sind es zwei Buchten. Eine nach Osten gerichtet, eine nach Westen. Beide sind von Felsen eingerahmt. Der nach Westen zeigende Felsen hat eine sonderbare Form. Wenn ich ihn sehe, muß ich immer an ein U-Boot denken.


Blick von oben:








Eine schmale steile Straße führt kurvig hinunter. Im Sommer war ich da schon mal unten. Damals war alles zugeparkt und mit dem riesigen Dienst-Passat war es ein ganz schönes gekurbel. Jetzt, mit dem Miet-Clio und ohne parkende Autos ein Kinderspiel.



In der westlichen Bucht mit kleinem Badestrand:














Unten, zwischen den Buchten:


(Eins meiner Lieblingsbilder)



In der östlichen Bucht:










Fortsetzung vom 30.12. folgt.
 

Andy155

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#23
Fortsetzung 30.12.


Wir fuhren weiter Richtung Jelsa, liesen es aber links liegen. Am Abzweig zur alten D116 etwa 4 km östlich von Jelsa, liegt die Bucht Crikvica mit der kleinen Kirche Sv. Luka. Bisher kannte ich nur Bilder davon. Es gibt einen nicht ganz so tollen Badestrand, aber der Blick auf das Kirchlein und das im Hintergrund liegende Biokovogebirge ist fantastisch.








Auf dem Rückweg wollten wir in Stari Grad etwas essen, fanden aber nichts, was geöffnet hatte. In einem Café hofften wir wenigstens auf ein Stück Kuchen, wurden aber enttäuscht. Nach einem schnellen Kaffee im verqualmten Ambiente traten wir den Rückzug an.

Abends konnte ich doch noch den Tannenbaum im rechten Licht abbilden. So passt es besser, oder?







 
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Sporting 505

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#24
Das Häuschen in der Bucht hat ja eine traumhafte Lage. Ist es bewohnt,zu vermieten...?
Könnte es mir als Ferienhaus vorstellen.
Neid , wenn jemand dort wohnt;)
 

Andy155

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#29
Beinahe vergessen. Am Rand der Nachbarbucht der Kapelle steht ein verlassener, vermutlich niemals fertig gestellter Hotelkomplex. Nicht gerade schön anzusehen, aber ein echter Lost Place. Wir haben einen Blick hineingeworfen.

















 
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Andy155

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#30
Der Silvestertag war wieder sehr sonnig und wir spazierten den Weg zur Festung hoch. Auch heute waren wir die einzigen Leute auf diesem Weg. Die Luft war wieder so klar, man konnte den Leuchtturm auf Vis mit bloßem Auge am Tag erkennen.












Blütenpracht am Wegesrand, 31.12.18


Auf dem Rückweg gingen wir bei der Ziege vorbei, welche auf einer Wiese mitten in Hvar lebt. Seit 3 Jahren besuchen wir sie jedesmal. Ihr Seil reicht genau bis zur Mauer und immer, wenn man vorbeikommt, kommt sie neugierig ran und frisst aus der Hand. An ihrem Bart erkennt man, dass etwas Wind aufkam.







Der Markt in Hvar hat jeden Tag in abgespeckter Form geöffnet, allerdings nur bis maximal Mittag. Das ist alles, was von 2018 übrigblieb:




Nachmittags wollte ich nach bzw. zur Bucht Dubovica. Im August bekam man oben an der Straße keinen Parkplatz. Jetzt stand ein einziges Auto dort. Es hatte ein bulgarisches Kennzeichen und gehörte einer Familie, die sich unten am Strand aufhielt. Vater und Mutter saßen in der Sonne, zwei Kinder schaufelten den Kies um. Die Sonne stand so tief über der Bucht, dass ich keine vernünftigen Fotos hinbekam. Trotzdem ist es ein traumhafter Ort. Zeitgleich mit der Familie stieg ich wieder hoch zum Auto, wir führten etwas small talk. „This is a nice place!“ „Yes, ist is, but not in summer. To much people...“ „I know. But on this time it is beautiful.“ Beim einsteigen noch „Happy New Year!“ und jeder fuhr seines Wegs.


Dubovica


Dubovica


Dubovica


Dubovica


Dubovica


Dubovica


Dubovica


Mein Weg führte nach Milna. Die See war ruhig und der Ort lag total still in der Sonne. Ein alter Mann lief vorbei und grüßte freundlich und etwas verschmitzt lächelnd, während ich am Boden hockend ein Fischernetz fotografierte. Irgendwann läuteten die Kirchenglocken und eine Menge Leute strömten plötzlich Richtung Kirche.


Milna


Milna


Milna


Milna


Milna


Milna


Milna


Der Silvesterabend in Hvar war erstaunlich ruhig. In den vergangenen Tagen waren bei Einbruch der Dunkelheit immer Kinder unterwegs, die Böller in die Gassen warfen. Nach einem furchtbar lautem und nachschallendem Knall rannten sie kichernd zur nächsten Gasse. Heute hatten sie wahrscheinlich nichts mehr übrig Auch sonst war es den Abend über wie ausgestorben in der Stadt.
Gegen 22 Uhr begaben wir uns zur Riva, weil wir die SuperCoverBand sehen wollte. Wenn 22 Uhr im Programm steht, heißt das in Kroatien aber nicht, dass es 22 Uhr los geht, sondern dass 22 Uhr die Band ankommt und damit beginnt, ihre Instrumente aufzubauen. Die Einheimischen scheinen das zu wissen, denn es drückten sich nur zwei Hände voll Leute an den Buden rum.
Kurz nach 23 Uhr fing die Band dann an und plötzlich konnte man an der Riva kaum noch treten. Überall her kamen Leute. Wir tranken einige Glühwein, denn plötzlich kam verdammt heftiger kalter Wind auf. Im Radio hatten sie schon von Bura erzählt. Das waren aber nur die Vorboten.
Der Countdown zu 0:00 Uhr wurde, animiert durch die Band, laut herunter gezählt. Dann wurde gejubelt, ein paar Raketen stiegen hoch und natürlich durften die Bengalos nicht fehlen. 10 min später machten wir uns vom Acker, der Wind tat richtig weh. Ab jetzt ist 2019.


Handybild


Handybild
 
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#31
Die Ziege wohnt direkt unter uns und ist nach Lady Di sicher das meist fotografierte Lebewesen auf diesem Planeten. Wir können das von unserer Terrasse aus zu jeder Tageszeit beobachten. Zum Jahreswechsel ist das wahrscheinlich anders, aber ihr habt sicher festgestellt, dass die Ziege ein echtes Model ist.
 

Sporting 505

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#34
Toller Auftakt ins Jahr 2019! Klasse die Entspannung und Ruhe ist auf den Bildern deutlich zu spüren.
Ih denke es ist ein Versuch wert azyklisch seinen Urlaub mal zu planen.
 
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#35
Ich komme mehrmals am Tag an der Ziege vorbei und mir wurde schon oft ein Handy oder ein Foto in die Hand gedrückt verbunden mit der Bitte, ein Gruppenbild mit Ziege zu machen. Einmal hat mir eine Ostasiatin ihr Handy entgegengestreckt. Wahrscheinlich konnte sie keine Fremdsprachen und hat mir auch nicht zugetraut, dass ich ihre Muttersprache kann. Sie hat dann dauernd “Maeh, Maeh” zu mir gesagt und mit dem Handy rumgefuchtelt. Die Situation war so lustig, dass ich mich noch eine kurze Zeit lang dumm gestellt habe, damit auch eine vorbeikommende Gruppe von Einheimichen daran teilhaben konnte.
 

Heiko705

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#36
Was für fantastische Bilder! Vielen Dank für die tollen Eindrücke aus der Bucht Dubovica. Als ich 2017 dort war, regnete es Bindfäden, und trotzdem fand ich die Bucht herrlich.
 

Andy155

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#37
Der Wind aus der Silvesternacht war am 1. Januar erst mal wieder abgeschwächt. Die Sonne schien am blauen Himmel und wir spazierten vormittags aus der Stadt raus und am Meer entlang zur Pokonji Dol - Bucht.
Dort gibt es zwei Restaurants, wovon das eine, welches auch den Namen der Bucht trägt, in den letzten Jahren sowas wie unser Stammlokal geworden war. Beide Restaurants sind natürlich zu der Jahreszeit geschlossen. Maja hatten wir aber 2 Tage vor Silvester in der Stadt getroffen, kurz gequasselt und uns gegenseitig alles Gute für das neue Jahr gewünscht. Im Sommer ist die Bucht voll Liegestühle und Sonnenschirme, jetzt gab es keine.
Auf den Steinen sitzend ließen wir uns von der Sonne wärmen. Das Meer war ruhig und schimmerte in den schönsten Farben. Kurzerhand zog ich Schuhe und Socken aus, krempelte die Jeans etwas hoch und testete. So kalt war es gar nicht und Neujahrsbaden ist auch nichts ungewöhnliches. Also rein. Diana hat nichts anderes erwartet.















Über den Hügel hinter der Bucht gelangten wir wieder in die Stadt. Auf dem Marktplatz angekommen nahmen wir noch einen Kaffee in Archies Bar.








Beim Kaffee dachte ich, wir könnten ja was essen gehen, schließlich war ja Feiertag Ich schlug vor, in den Gassen nach einem offenen Restaurant zu schauen. Diana wollte lieber in Vrboska essen gehen, in einem kleinen Restaurant am Hafen, wo wir im Sommer schon mal waren. Damit war ich eindeutig überstimmt
In Vrboska fuhren wir bis zum Wasser runter und man konnte sofort sehen, dass das favorisierte Restaurant geschlossen war. Auch alle anderen waren zu. Wir stiegen gar nicht erst aus und hofften auf mehr Glück in Jelsa.
In Jelsa parkten wir auf dem Hauptparkplatz und liefen Richtung Hafen. Aber auch hier sowie in den angrenzenden Gassen war alles, was den Namen Restaurant trägt, geschlossen. Wenigstens konnten wir uns noch hungriger spazieren und ein paar Fotos machen.










Als wir nach Hvar zurück kamen, war es bereits dunkel. Wir einigten uns nun, das „Dalmatino“ zu probieren. An der Tür klebte ein Zettel mit der Aufschrift „See You in April!“ Bis dahin wären wir eindeutig verhungert.
Um die Ecke ist das „Mizarola“, das war offen. Durch die Tür kommt man in eine Art kleinen Hof, der als Freisitz fungiert und mit einem Sonnensegel überdacht ist. Es gab einen angeheizten Kanonenofen, der eine wohlige Wärme abstieß. Der Tisch daneben war frei. Für mich gab es Lamm, eigentlich wie immer bei solchen Gelegenheiten, Diana hatte Beefsteak.
Ich legte es drauf an und führte jegliche Kommunikation mit dem Kellner auf kroatisch. Ich erntete ein Lächeln, er schien Zeit zu haben und verkniff sich den Versuch, auf englisch oder deutsch zu wechseln.
Das Essen, wenn auch nicht ganz günstig, war sehr gut. Wir werden bestimmt eines Sommers wieder mal dort einkehren.
 
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Heiko705

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#38
Zu den Bildern erübrigt sich ja jedes Kommentar, sonst neige ich dazu, mich immer zu wiederholen. Den Strand Pokonji Dol habe ich nicht kennengelernt. Vielen Dank für den guten Tipp.
 

Andy155

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#39
Der 2. Januar hatte die Bura heraufbeschworen. Die 5 Grad, die draußen waren, fühlten sich an wie -15. Da es im Auto aber 100%ig warm sein würde, beschlossen wir an dem Tag nach Bogomolje zu fahren.

Das ist ein Dorf, 32 km östlich von Jelsa und 19 km westlich von Sućuraj. Die höchste Einwohnerzahl war 1921 mit 822 Bewohnern, die jüngste Zahl aus dem Jahr 2001 lautet 98. (Quelle: Wikipedia) Der Ort selbst liegt im Inselinneren, hat jedoch viele zugehörige Strände und Buchten (lt Aussage eines Insiders insgesamt 18) zu beiden Seiten der Insel. Sie sind tw. über asphaltierte Straßen und tw. über Schotter zu erreichen. Was ihre Schönheit angeht, sollen sie ein absoluter Geheimtipp sein für Leute, die auf Ruhe und unberührte Natur abseits der Touristenzentren stehen. Hier steht für die Zukunft eine Erkundung auf dem Zettel.


Blick von der Hauptstraße D116 über Jelsa Richtung Biokovo bei Bura.



Diesmal fuhren wir wegen Olivenöl hin. Im Sommer hatten wir am Stand an der Straße bei einem freundlichen älteren Herrn welches gekauft. Zu Hause stellten wir fest, dass es das Beste war, was wir je hatten. Jetzt, im Winter, gab es erwartungsgemäß keinen Stand. Glücklicherweise wußte ich den Namen des Mannes noch.
Wir schauten uns im Ort um und suchten nach irgendeinem Lebenzeichen. Hinter einer Haustür leuchtet schwach Licht, so dass ich hier klopfte. Eine ältere Frau mit einer Unterarmstütze öffnete und ich fragte sie nach dem Mann. Sie verstand sofort, holte ihr Handy und rief jemanden an, der dann aus dem Haus gegenüber raus kam. Er war der Sohn des Mannes vom Sommer. Ihm erzählte mein Anliegen und er führte mich zu einem Haus 50m weiter. Hier verschwand er kurz und kam mit einem Schnapsglas voll Olivenöl zum kosten für mich zurück. „Jako dobro!“
Ich durfte mir aussuchen, ob er mir welches in Plastik- oder Glasflaschen abfüllen sollte. Ich entschied mich für Plastik, für den Transport auf dem Heimflug ist das sicherer. Er rief eine junge Frau aus dem Haus, die das abfüllen übernahm. Er selbst verschwand mir noch einmal zunickend wieder in Richtung seines Hauses. Ich ließ mir 4l abfüllen. Beim bezahlen wollte uns die Frau noch hereinbitten, um etwas zu trinken, was ich aber mit 1000 dank ablehnte. Mission Olivenöl erfüllt.


Das Gold der Insel in Flaschen.

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch die Bucht Pokrivenik an. @Heiko705 hatte mir mal den Tip gegeben. Irgendwann werden wir mal in so einer Bucht, wo man von der Terasse aus ins Wasser fällt, Urlaub machen. Pokrivenik ist mir dazu aber schon zu groß. Idyllisch ist es bestimmt trotzdem, wobei uns das Wetter die Bucht in ihrer ungemütlichsten Form präsentierte.


Blick von Pokrivenik auf Makarska, oben mit weißer Kappe der Sv. Jure.



Pokrivenik.


Bura.


(verlassenes) Traumhaus bei Pokrivenik.
 
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