Eine Geschichte aus Dalmatien (Reisebericht Hvar & Mini-Kreuzfahrt)

Dieses Thema im Forum "Gebiet Dalmatien" wurde erstellt von Heiko705, 24. Okt. 2017.

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  1. pedro55
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    pedro55 Mitglied

    Das ist die abgefahrenste Bezeichnung die ich für meinen Qashqai je gehört habe. Stimmt aber voll!
     
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  2. teleskopix
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    teleskopix Moderator Mitarbeiter

    :):) Nissan und Renault ist ja eine Firma, daher gibt es nur in der Wertigkeit der Ausstattung Unterschiede, das eigentliche Blech ist sehr sehr ähnlich, um nicht zu sagen identisch.
     
  3. Heiko705
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    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Pedro, hattest Du eigentlich auch einen kleinen Bericht von Eurem Hvar-Urlaub erstellt?
     
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  4. Heiko705
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    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Kapitel 20

    Da ich nicht zu viel Geld wechseln wollte, um am Ende zuviel Kuna übrig zu haben, hatte ich nicht besonders viel getauscht und merkte jetzt, dass es noch nicht reichen würde. Also fragte ich wieder an 1-2 Wechselstuben, die wieder einen läppischen Kurs von 7,15 anboten. Letztlich wechselte ich in der Nähe der Kathedrale Sv. Stjepan für 7,23.

    Nun fuhren wir nach Vrboska, worauf ich mich sehr freute. Ich wusste bereits, dass es ein idyllischer, kleiner Ort war. Das Auto wurde unweit des Wassers westlich des Meeresarms abgestellt, und wir mussten erst einmal den Weg bis zur ersten Brücke zurücklegen. Drei Brücken überspannen den sich immer weiter verjüngenden Meeresarm in der Bucht von Vrboska. Noch vor der ersten Brücke befindet sich ein Inselchen in der Mitte mit Pflanzen und einem Denkmal für Befreiungskämpfer.

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    Ankunft am Hafen von Vrboska

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    Hafenidylle in Vrboska 1

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    Hafenidylle in Vrboska 2

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    Hafenidylle in Vrboska 3

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    Hafenidylle in Vrboska 4

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    Hinter der ersten, großen Brücke 1

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    Hinter der ersten, großen Brücke 2

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    Hinter der ersten, großen Brücke 3

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    Hinter der ersten, großen Brücke 4

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    Inselchen in der Mitte mit Pflanzen und Denkmal 1

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    Hafenidylle in Vrboska 5

    Vrboska hielt, was es versprach. Das süße Küstendorf zog mich in seinen Bann. Alte, sehr schöne Häuser zierten die andere Seite des Hafens. Den nördlichen Stadtteil nennt man Podva, während der südliche Teil Pjace heißt. Nach Überqueren der Brücke bewegten wir uns wieder am anderen Ufer zurück. Hier befinden sich die meisten alten Häuser am Hafen, und auch einige Konobas reihen sich aneinander; auch ein Fischereimuseum gibt es, auf welches wir aber verzichteten. Dann kamen wir zur beeindruckenden Festungskirche Sv. Marija. Der Bau wirkt sehr klobig und mächtig. Sie wurde nach dem türkischen Angriff 1571 erbaut und ist das herausragendste Architekturdenkmal des Dörfchens. Sie steht an der Stelle einer älteren Kirche, die in das Jahr 1465 datierte. Sie Kirche besitzt Beobachtungsposten und Schießscharten.

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    Seitenansicht der Festungskirche Sv. Marija

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    Festungskirche Sv. Marija 1

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    Festungskirche Sv. Marija 2

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    Festungskirche Sv. Marija 3

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    Festungskirche Sv. Marija 4

    Durch zahlreiche, hübsche Gassen gelangten wir zuerst zur Kirche Sv. Lovro und anschließend zum Wasser zurück. Die Brücken werden aufgrund des engeren Meeresarms immer kleiner. Auf der Zweiten angelten 3 Jungs, wie sie es wohl jeden Abend taten. Welcher von ihnen würde den größten Fisch in den Händen halten? Ich stellte mir vor, wie es gewesen wäre, hätte ich eine solche Kindheit gehabt. Am Ende passierten wir sogar noch eine weitere, vierte Brücke und kehrten auf der anderen Seite wieder zurück. Nach Hvar und Stari Grad ist Vrboska für mich der drittschönste Ort der Insel.

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    Kirche Sv. Lovro

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    Hafenidylle in Vrboska 6

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    Die zweite Brücke 1

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    Die zweite Brücke 2

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    Die dritte Brücke 1

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    Die dritte Brücke 2

    Zum Essen wollten wir heute wieder in "unsere Stadt". Wir stiegen ins Auto, und ich ließ mich vom Navigationsprogramm aus dem Ort leiten. Warum nur? Es zeigte mir den kürzesten Weg entlang des Wassers nach Westen, an den kleinen Brücken vorbei. Gesagt, getan. Die Straße wurde oberhalb der zweiten Brücke schmaler. Und dann noch schmaler - rechts eine Hauswand, links das Wasser. Langsam wurde es etwas bedenklich; und dann kam eine etwas herausragende Hausspitze. Passten wir da noch durch? Ich konnte eventuell meine Spiegel einklappen. Aber nachher würde es vielleicht noch schlimmer sein, und dann wäre auch ein Zurücksetzen eine schwierige Aktion. Lieber sofort zurück! Aber auch das machte ich lieber nur gaanz langsam. Das sah sicher peinlich aus, doch wollte ich das Wasser und die Wand hinter mir genau im Blick behalten. Was für eine Aktion! Aber nach wenigen Minuten waren wir raus.

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    Die vierte Brücke hinter dem Ortsausgang

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    Inselchen in der Mitte mit Pflanzen und Denkmal 2

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    Abschied von Vrboska

    Dies war der letzte Abend in Hvar, und auch aus diesem Grund wollte ich unbedingt noch einmal die Atmosphäre der Stadt einfangen. Also parkten wir zuhause und gingen zu Fuß wieder in die Altstadt - ein letztes Mal an den Palmen der Riva vorbei. Hvar, lass‘ mich Dich noch einmal spüren! Wir begaben uns die Treppen in Richtung der Festung Španjola hinauf. Auf halber Höhe liegt dann auf der rechten Seite die Konoba Menego. Hier saßen eine junge Dame und ein Herr auf der Treppe. Man wartet hier draußen, bis innen die gewünschten Plätze frei werden und bekommt zu diesem Anlass sogar Sitzkissen gereicht. Auch ich sagte dem Herrn am Eingang, wir würden einen Tisch für 2 Personen benötigen. Wir gesellten uns zu den anderen Wartenden, blieben aber stehen. Bei der Gelegenheit konnte ich ja nochmal einen Blick auf die Speisekarte werfen, obwohl ich sie mir im Internet auch schon einmal angeschaut hatte. Ein weiteres Pärchen kam die Treppenstufen hinauf und benötigte ebenfalls einen Tisch für zwei Personen. Wir alle warteten.

    Nach 10 Minuten gab es plötzlich einen Zweier-Tisch. Ich nahm nun an, dass die Beiden, die bereits vor uns auf den Treppen warteten, nun eintreten würden, doch taten sie dies nicht. Offenbar warteten sie auf einen Tisch für 5 Personen, und 3 Freunde waren noch in der Nähe. Die Beiden, die nach uns gekommen waren, wurden herangewunken. Die junge Frau stieß ihren Partner in die Seite und freute sich offenbar, doch dieser drehte sich um und sagte ehrlicherweise, dass wir vor ihnen an der Reihe waren. Es war schön, dass es hier noch einen ehrlichen Menschen gab. Auch der Mitarbeiter der Konoba an der Tür sagte, dass es so etwas nicht mehr allzu oft geben würde. Ich kann jedoch gar nicht verstehen, warum er selbst nicht mehr wusste, dass wir an der Reihe waren. Ich gab dem Partner der Dame die Hand und bedankte mich für die Ehrlichkeit. Nach ca. 10 weiteren Minuten saßen dann auch sie bereits an einem Tisch.

    Die Konoba ist herrlich altmodisch eingerichtet. Wir hatten einen Tisch an der Wand. Als Vorspeise bestellten wir eine Kroatische Platte, wovon Christine das meiste aß, da sie nichts Weiteres essen wollte. Diese war mit Schinken, Käse und Salat herrlich angerichtet und sah sehr lecker aus. Bier oder Cola gibt es hier nicht, stattdessen macht man seinen eigenen Zitronensaft, wovon Christine 0,5 Liter nahm. Die Konoba ist etwas Besonderes; man bekommt nicht die gleichen Speisen wie in all den anderen Lokalitäten. Ich bestellte roten Hauswein. Ferner entschied ich mich für Viška pogača, eine Spezialität der Insel Vis. Diese bestand aus Teigtaschen, die mit einer Füllung aus Gemüse, Tomaten und Fisch aufwarten konnten und Papučice, mit Gemüse und Mandeln gefüllte Paprikaschoten. Die Papučice waren gut und sehr interessant, das Viška pogača war leider etwas trocken und die Füllung sehr dünn. So war es ein etwas "alternatives" Mahl und heute ohne Fleisch, was mich aber nicht weiter störte. Ich hätte auch Pašticada bestellen können, was ich aber heute nicht mochte. So war es ein recht gelungenes Abendessen in der Konoba Menego.

    In der Ferienwohnung packte ich schon mal das Meiste in die Koffer, so dass ich am nächsten Tag nicht allzu viel zu tun haben würde. Ein letztes Mal genoss ich den Abend auf dem Balkon, heute nur mit Blick auf das Nebenhaus und die Festung Španiola.
     
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  5. pedro55
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    pedro55 Mitglied

    Nein habe ich nicht! Aber mit ein paar weniger Erkundigungen und weniger Wanderungen (meine LG ist nach 3 Knie OP s nicht mehr so gut zu Fuss ) spiegelt sich dein Reisebericht von Hvar dem unsren! Bin schon jeden Tag aufs neue gespannt!
     
  6. pedro55
    Offline

    pedro55 Mitglied

    Na jetzt verstehst du wohl wieso wir 2 Wochen im Mai in vrboska verbrachten! Auf der linken Seite des wasserarms radelten wir zu unserem Strand. Auf der rechten Seite ging es traumhaft schön am Wasser entlang nach jelsa! Und abends dann an der Uferpromenade essen und ein oder zwei Schoppen Wein oder Aperol spritz! Ab und an einen Orahovac oder kruskovac und dann gemütlich in die Unterkunft! Wir haben dort bereits Kontakt zu einem Ehepaar aus Augsburg geknüpft! Die besitzen dort ein Haus mit Ferienwohnungen und verbringen jedes Jahr den Sommer in vrboska! Sind nämlich Kroaten!! Beim nächsten Hvar Urlaub werden wir dort unsere Zelte aufschlagen.
    Das beste und doch sogleich beindruckenste Erlebnis passierte allerdings eine Woche nach unserer Abreise. Da schlug der Tsunami zu und die Hauptbrücke des Ortes stand fast unter Wasser. So wie du es von jelsa mit Bildern gezeigt hast! Unser Lieblingslokal stand unter Wasser. Aber auf deinen Bildern ist davon nichts mehr zu sehen!!
     
  7. pedro55
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    pedro55 Mitglied

    Vrboska auf der Rückfahrt von Jelsa
    IMG_20170521_150159.jpg
    Unser Lieblingslokal
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    Vrboska Abenddämmerung

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    und bei Nacht

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  8. schneckerico
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    schneckerico Mitglied

    Hallo Heiko,

    so, bin jetzt mit Kapitel 15 durch. Also wirklich Respekt für eure Wanderung. Aber den Bildern nach hat es sich wirklich gelohnt. Genial:happy::happy: und wir dürfen sie ohne Anstrengung genießen.
    Ich könnte mir die kroatischen Kirchlein und Kapellen stundenlang ansehen... Einfach schön....

    Freue mich aufs Weiterlesen. Da ich ja aus zeitlichen Gründen ziemlich hinterher hänge, ist meine Vorfreude umso größer.

    Vielen Dank für deine Mühe, die du dir gibst und uns alle teilhaben lässt:happy::happy::happy:
    Viele Grüße
     
  9. Heiko705
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    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Kapitel 21

    12. Tag – Abschied von einer wunderbaren Insel
    Mittwoch, der 13.09.2017:

    Unser letzter Tag im sowie geliebten als auch gelobten Land begann. Christine trug heute den zweiten neuen Rock. Auch heute lächelte die Sonne ohne jede Behinderung vom azurblauen Himmel. Das Frühstück genossen wir in aller Ruhe. Danach musste ich wohl das Packen des Autos in Angriff nehmen. Beim Aufwaschen des Geschirrs erschrak ich. Eine kleine Echse schaute zwischen den Ritzen hinter der Arbeitsplatte hervor und kam heraus. So etwas hätte ich nicht erwartet. Ich meine, man hat ja schon so manches Getier in der Wohnung gehabt, aber eine Echse in der Küche war mir neu. Christine wollte sie fangen und in Sicherheit bringen, doch war das Tier schneller.

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    Der kleine Besucher

    Beim Beladen des Autos kam ich noch einmal mit Petar ins Gespräch. Ich konnte ihn gut leiden, und er wünschte eine gute Heimreise. Ich erzählte, dass es uns sehr gut bei ihm gefallen hatte und wir erst gegen Abend die Reise antreten würden. Dann bekamen wir noch zwei mit Lavendel gefüllte Duftsäckchen. Wir winkten, ich hupte, und dann fuhren wir los. Aller Abschied ist schwer. Ich glaube, Petar mochte uns auch ein wenig. Auf Wiedersehen, Hvar.

    Am letzten Tag nun standen noch einige Dörfer auf dem Programm. So fuhren wir also zuerst nach Vrisnik, welches wir bereits ein paar Tage zuvor von Svirče aus so schön am Hang liegen sahen. Wir parkten gleich unten vor dem hübschen Dorf auf einem Parkplatz neben einem Baum. Es folgte ein ausladender Spaziergang durch die verwinkelten Gassen eines der schönsten Inseldörfer. Es gab einiges zu entdecken. Viele der Pflanzen vor den Häusern blühten noch, Granatäpfel hingen an den Bäumen, und auch Wein wuchs hier. Katzen und Hunde kreuzten unseren Weg. Die alten Natursteinhäuser des Dorfs üben einen gewissen Reiz aus. An einer kleinen Kirche fegte eine alte Frau mit einem Reisigbesen. Wir kamen nun an der kleinen Kapelle Sv. Rok vorbei und ganz bis hinauf zur Kirche Sv. Ante, von dessen Vorplatz man eine schöne Aussicht hat. Hier oben liegt der Friedhof. Vrisnik überzeugte mich, war es doch das schönste der kleinen Dörfer, welches wir bislang sehen durften.

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    Ankunft in Vrisnik

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    Impressionen aus Vrisnik 1

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    Impressionen aus Vrisnik 2

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    Die Natursteinhäuser in Vrisnik 1

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    Die Natursteinhäuser in Vrisnik 2

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    Kapelle Sv. Rok

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    Idyllischer Aufstieg

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    Blick vom Kirchplatz auf Svirče

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    Kirche Sv. Ante

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    Kirche Sv. Ante (Rückansicht)

    Nach dem Rundgang fuhren wir in das 1,5 Kilometer entfernte Pitve, welches sich ebenfalls als Perle entpuppte. Es liegt unter dem Berg Samotarac (neben Sv. Ante), zu Beginn der Schlucht Vratnik. Auch hier erzeugten die alten Häuser einen ganz besonderen Charme. Pitve ist in den alten, oberen Teil Gornji Pitava und in den unteren Teil Donji Pitava aufgeteilt. Hinter dem Dorf liegt der bekannte Tunnel. Wir hatten unten am Dorfeingang geparkt. Hier verkaufte eine Einheimische Wein, Dessertwein, Olivenöl und Oregano. Wir haben sie sicher enttäuscht, als wir nichts kaufend vorübergingen. Wir wanderten den Ort hinauf und kamen noch vor dem Ort an einer Ruine vorbei. Die Pfarrkirche Sv. Jakova liegt ganz oben auf einem Hügel. Das war uns zu weit. Wir kamen nun an vielen Häusern vorbei, auf die man solch ein schwarzes Fischskelett gemalt hat, wie um jemandem einen bestimmten Weg zu weisen. Es war merkwürdig. Die Konoba Dvor Duboković ist aüßerst gemütlich. Man kann hier sehr, sehr schön im Garten sitzen. Eingekochte Kirschen standen in Einmachgläsern auf einer Mauer. Ein Einheimischer mit langen Haaren fragte uns nett, ob wir Hilfe brauchten, was ich aber dankend ablehnen konnte. Wir kamen zu dem Schluss, dass Pitve und Vrisnik die sehenswertesten beiden Dörfer Hvars darstellen.

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    Das idyllische Pitve 1

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    Das idyllische Pitve 2

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    Das idyllische Pitve 3

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    Pfarrkirche Sv. Jakov

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    Harmonie in Grün

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    Das idyllische Pitve 4

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    Das idyllische Pitve 5

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    Konoba Dvor Duboković

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    Das idyllische Pitve 6

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    Abschied von Pitve

    Und nun wollte ich mir auch noch Vrbanj anschauen. Wir hatten ja noch viel Zeit. Vrbanj ist 6 km von Pitve entfernt. Bereits vorher schon waren wir durch den Ort, um den herum sehr viel Wein steht, hindurch gefahren. Ich hatte ursprünglich einen Besuch des Weinguts Plančić geplant, hatte nun aber bereits 5 Flaschen guten Wein für zuhause, was ausreichen würde. Vrbanj hat eine längliche Form und zieht sich ein ganzes Stück an der Straße entlang. Wir hatten vor einem kleinen Einkaufsmarkt geparkt. Hier kaufte ich erst einmal eine Dose Karlovačko, eine Dose Ožujsko und eine Dose Laško. Sie sollten für zuhause sein - von jeder Sorte eines. Ebenfalls entdeckte ich diese kleinen 0,25 Liter - Fläschchen Karlovačko, die man einfach nur niedlich finden kann. Die mussten auch mit. Und Mineralwasser für Christine. Wir ließen das Auto hier stehen. Vrbanj liegt am Nordhang des Berges Gorice. Gerade am Hang hinauf lagen besonders hübsche alte Gebäude, weswegen wir auch diesen Weg einschlugen. Ein Einheimischer verbrannte undefinierbare Dinge in seinem Garten, was weithin wahrnehmbar war. Wir erreichten dann so etwas wie einen Marktplatz. Hier war eine Konoba, in der viele einheimische Handwerker aßen. Ich sagte noch zu Christine, dass hier sicher faire Preise gelten würden. Durch die engen Straßen kam ein alter, blauer Golf. Wir kamen zur Pfarrkirche Sv. Duh aus dem Jahre 1793. Am anderen Ende des Dorfs wuchsen stattliche Weißweinreben an einem Haus. Die Trauben musste ich einfach auch einmal kosten. Leider musste ich dafür die Treppe vor der Haustür hinauf und pflückte sie oben direkt vor der Tür. Schnell weg! Sie waren groß und lang und schmeckten süßer als ich dachte. Auch Vrbanj ist ein sehr grünes Dorf und sehr sehenswert, auch wenn die benachbarten Vrisnik und Pitve es noch übertreffen.

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    Ankunft in Vrbanj

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    Pfarrkirche Sv. Duh

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    Überblick über Vrbanj 1

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    Die Konoba der Einheimischen

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    In den Gassen Vrbanjs

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    Überblick über Vrbanj 2

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    Natursteinhäuser in Vrbanj 1

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    Natursteinhäuser in Vrbanj 2

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    Natursteinhäuser in Vrbanj 3

    Ich freute mich auf unseren letzten Strandbesuch, und so arbeiteten wir uns bereits wieder ein Stück weiter nach Osten vor. Zwischen Poljica und Zastražišće liegt die Uvala Vela Stiniva. Ich wusste, dass auch sie ziemlich schön sein musste. Als wir ankamen, war ich begeistert. Ja, dieser Strand war würdig, unser Letzter zu werden. Er war etwas vergleichbar mit der Uvala Pokrivenik, in der wir am 8. Tag waren. Die Schlucht schnitt nicht ganz so tief in das Land wie in der Bucht bei Pokrivenik, doch auch die leichte Biegung des Strands war ähnlich. 3-4 Häuser standen am Strand, vor allem auf der linken Seite, wenn man am Strand steht. 2 Häuser davon waren Konobas. Es war herrliches Wetter, doch außer uns lagen nur noch 2-3 andere Personen hier. In der geöffneten Konoba (die andere war geschlossen) bestellte ich ein kleines Bier für den Strand und trank einen Travarica, den ich zuvor noch nie probiert hatte. Schmeckt eigentlich so ähnlich wie ein Sliwowitz, da die Kräuter nicht herauszuschmecken waren. Und dann legten wir uns gemütlich an den Strand. Zum letzten Mal richtig entspannen!

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    Die herrliche Bucht Vela Stiniva 1

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    Die herrliche Bucht Vela Stiniva 2

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    Die herrliche Bucht Vela Stiniva 3

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    Die herrliche Bucht Vela Stiniva 4

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    Bucht Vela Stiniva - Großansicht

    Auf der rechten Seite des Strandes lagen einige Boote, zwischen denen ich hindurch schwamm. Auf der linken Seite war in einiger Entfernung ein großer Steinring, zu dem ich ebenfalls hinüberschwamm, aber ich schaffte nicht, mich hinaufzuziehen. Wohl zu wenig Kraft in den Armen, ich Schwächling! An allen Tagen unseres Hvar-Aufenthalts badete Christine ebenfalls, so auch heute. Zum letzten Mal am Meer liegen! Es war sehr schön hier. Ich kostete es richtig aus.
     
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  10. Antoinettekarl
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    Antoinettekarl neues Mitglied

    Der alte Mann und Kroatien, ein ganz besonderer Reisebericht !
    Danke Heiko
     
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  11. berndmuc
    Offline

    berndmuc Mitglied

    Vielen Dank für den wirklich tollen Reisebericht, Heiko. Es war eine grosse Freude, täglich die Fortsetzungen zu lesen :):)
     
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  12. perovuk
    Offline

    perovuk Aktiver Oldie

    Kann mir die Szene gut vorstellen, erlebte das im Herbst in Draguć,
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    danke fürs mitnehmen
     
  13. vadda
    Offline

    vadda erfahrenes Mitglied

    Was meint Petar Hektorović zum Abschied?

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    HEU FUGIUNT FLUXU NON REDEUNTE DIES
    Oh, weh, wie auf Nimmerwiedersehen die Tage dahinfliehen

    Mensch Heiko, da hast du ja in wenigen Tagen so viel entdeckt, was wir erst nach mehreren Jahren erkundet hatten.
    Tolle Bilder, toller Bericht.

    Gruß,
    Klaus
     
  14. Heiko705
    Offline

    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Ein kleiner Teil kommt aber noch...
     
  15. pedro55
    Offline

    pedro55 Mitglied

    Ja der Heiko hat ja auch ein super Forum, wo man sich vor der Reise schon viele Tipps holen kann. Dann fällt die eigene Recherche nicht mehr so schwer!!!
     
    Zimme und Julia gefällt das.
  16. maxi009
    Offline

    maxi009 aktives Mitglied

    Super, freuen uns schon auf eine Fortsetzung :)
     
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  17. Zimme und Julia
    Offline

    Zimme und Julia erfahrenes Mitglied

    In allen slawischen Ländern wird der Platz um die Kirche sauber gehalten und in der Nähe von der Kirche darf sonntags keine Wäsche draussen hängen.
    Die älteren Herrschaften wechseln sich da oft ab,so haben sie ihr "Gottesdienst' geleistet und bleiben etwas in Bewegung!
    Meine Oma ging oft mit dem Besen zur Kirche......
     
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  18. Heiko705
    Offline

    Heiko705 Forum-Guide Mitarbeiter

    Kapitel 22

    Gegen 15.00 Uhr verließen wir dann den wunderbaren Ort und fuhren Richtung Sućuraj. Das Ende kam näher. Wir parkten am idyllischen Hafen, der mir sofort sehr gefiel. Die älteren Einwohner des Städtchens leben auf der östlichen Halbinsel, im Teil Gornja Banda. Donja Banda ist im Südwesten. Zuerst führte unser Weg auf der Put Polja nach Osten zum Leuchtturm am Kap. Offenbar kann man den Turm auch als Ferienwohnung nutzen, wie ich sah. Ein anderes deutsches Pärchen machte mit ihrem Hund hier hinten auch einen Spaziergang. Eine Fähre kam von Sućuraj und fuhr um das Kap. Bald würden auch wir dort mitfahren. Natürlich ist einem das Herz am Ende immer ein wenig schwer, aber versuche ich stets, es im Rahmen zu halten, was mir auch - zumindest ein wenig - gelingt, denn wir kommen ja wieder in dieses herrliche Land. Auf dem Rückweg machte ich Fotos von der ehemaligen Festung, und nicht weit dahinter (wie der Name vermuten lässt) kommt die Konoba Fortica. Hier wollte ich essen. Wir bestellten hausgemachte Würstchen und Bratkartoffeln als Vorspeise. Sie entpuppten sich als herkömmliche, kleine Bratwürstchen (in Hessen kann man die als "Nürnberger" so auch im Supermarkt kaufen). Ich musste sie allein essen, da Christine lediglich ihre Spaghetti Bolognese essen wollte. Unser Kellner konnte sehr gut Deutsch. Und ich; nun, ich wollte schon immer einmal dieses dalmatinische Brodet probieren, diesen Fischeintopf, doch bisher hatte ich es nie gewagt. Jetzt wagte ich es.

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 1

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 2

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    Auf dem Weg zum Leuchtturm 1

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    Auf dem Weg zum Leuchtturm 2

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    Leuchtturm am Kap mit Festland im Hintergrund links und Pelješac rechts

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    Leuchtturm mit Festland im Hintergrund

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    Leuchtturm mit Pelješac und Fähre im Hintergrund

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 3

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    Nördliche Hafenseite 1

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 4

    Vom Ergebnis war ich dann "nicht außergewöhnlich beeindruckt". Ich hatte Reis, Polenta und Fischstückchen mit ein wenig Flüssigkeit auf dem Teller bekommen. Ich kann nicht sagen, dass das nicht schmeckte, doch hätte ich mir Brodet doch etwas anders vorgestellt. Ich dachte, Brodet wäre ein richtiger Eintopf, also eine dicke Suppe mit Fischstückchen darin. Ich erwartete einen Topf. Ich glaube noch immer, dass das auch so etwas ist. Vielleicht wurde es hier nur auf eine andere Weise gemacht. Vielleicht hatte man auch genau so etwas in der Küche und hat mir einen Löffel daraus gegeben, und Reis und Polenta waren zusätzliche Beilagen, das glaube ich aber nicht. Man hatte doch keinen großen Topf in der Küche, aus dem man den Kunden jeweils einen Löffel gab! Die Konoba kam mir nämlich nicht so vor, als hätte sie soo viele Kunden. Wie auch immer - ich werde es noch einmal in einer anderen Konoba in Dalmatien probieren, um mir wirklich ein Urteil bilden zu können.

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    Die alte Festung an der Nordseite des Hafens

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    Nördliche Hafenseite 2

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    "Nürnberger" Würstchen

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    Hauptspeise 1

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    Hauptspeise 2

    Dann begaben wir uns an der Kirche Sv. Jure und an einem hübschen Palmenpark mit Skulpturen im Norden des Hafens vorbei auf die andere Hafenseite. Auch hier machte es Spaß, die Gassen und alten Häuser zu erkunden. Sućuraj ist meiner Ansicht nach der fünftschönste Ort auf Hvar, nach Hvar, Stari Grad, Vrboska und Jelsa. Wir statteten dann der Kirche Sv. Antun einen Besuch ab und liefen am Ende bis hinab zum Fähranleger und der bekannten Statue des hl. Nikolaus, der seine Hand zum Gruße an die Schiffsleute zum Meer hinaus streckt.

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    Kirche Sv. Jure

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 5

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    Kirche Sv. Antun

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    Statue des hl. Nikolaus 1

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    Statue des hl. Nikolaus 2

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht daran gedacht habe, dass wir die Überfahrt mit der Fähre ja auch noch in Kuna bezahlen mussten; und das geschieht mir, der ansonsten doch immer an alles denkt.

    „Was ist los mit Dir?“, dachte der alte Mann. "Du willst über das Meer und vergisst doch die Hälfte?"

    Und so kam es, dass ich wirklich noch einmal Geld wechseln musste - gleich in der Nähe des Fähranlegers. Gern hätte ich nur noch das getauscht, was ich für die Fähre brauchen würde, aber es ist nicht möglich, wenn man nur einen 50 € - Schein hat, einen Teil in Euro und einen Teil in Kuna zu bekommen. So wechselte ich die 50 € zu einem Kurs von 7,28. Und dann kam, was kommen musste - schnief - wir fuhren zum Fähranleger und stellten unser Gefährt in die Reihe. Wir waren ca. Sechste oder Siebte, also recht früh; die Fähre würde in 45 Minuten um 19.30 Uhr abfahren. Wir bezahlten die Tickets, holten etwas zu trinken und schauten uns noch ein wenig um.

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    Am zentralen Platz 1

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    Fischeridylle 1

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 6

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    Südöstliche Hafenseite

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    Fischeridylle 2

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    Am Fähranleger

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    Statue des hl. Nikolaus 3

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    Am zentralen Platz 2

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    Der idyllische Hafen von Sućuraj 7

    Dann kehrten wir zurück, und ich setzte mich schwermütig auf eine Mauer neben dem Wasser - nicht weit von Christine und dem Auto - und trank zum Abschied eine Flasche Pan. Eine Weile dauerte es noch, bis unsere Fähre ankam. Die Schlange wurde länger und länger. Dann wurde es Zeit. Wir fuhren hinauf und ließen uns den Platz für's Auto zeigen. Nach dem Ablegen drehten wir im Hafen, und dann ging's Richtung Drvenik am Festland.

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    Reihe vor dem Fähranleger

    Ich war etwas geistig umnachtet, als ich mich nach dem Drehen freute, dass wir ja nun ganz vorn waren und als eine der Ersten hinausfahren würden können. Wir waren nämlich an die Seite ganz nach hinten gestellt worden. Doch natürlich drehten wir bei der Ankunft in Drvenik wieder, und alles war beim Alten.

    Was passierte dann? Ich fuhr der Fähre hinab und – raaatsch – das Auto setze mit einem lauten Geräusch auf, und manche in der Nähe schauten. Mann, mann, mann.

    Die Rückfahrt begann. Ich hatte geplant, dass wir uns irgendwo in der Nacht hinstellten und etwas im Auto schliefen, weil ich es sonst nicht schaffen würde. Man weiß, wie's ist. Irgendwann fallen einem dann doch die Augen zu. Wozu solch ein unnötiges Risiko eingehen? Ohne Beulen gefällt mir mein Mazda besser. Um dennoch schon einmal ein weites Stück zu schaffen, hörte ich laute Musik. Christine schlief trotzdem bald ein. Und mir half es. Als wir gegen Mitternacht in der Nähe von Zagreb waren, spürte ich allerdings, dass ich etwas müde wurde. Es würde nicht mehr lange dauern, und die Augen würden beginnen zuzufallen. Das war für mich das Zeichen. Schluss jetzt. Ich parkte auf dem nächsten Parkplatz. Und da ich mitgedacht hatte, hatte ich eine Schlaftablette für mich dabei. Ich kenne es so: Du bist hundemüde, Dir fallen schon die Augen zu, und wenn Du dann versuchst, im Auto zu schlafen, geht es nicht. Oder jedenfalls kaum. Aber diesmal nicht. Nicht mit mir, hehe. Bald schon war ich im Reich der Träume.

    Abreisetag
    Donnerstag, der 14.09.2017:

    Es hatte sich gelohnt. Gegen 05.00 Uhr wachte ich auf. Christine schlief noch. Das hatte gut funktioniert. Nun war ich wieder voll da. Natürlich kann der eine oder andere Kaffee an einer Tankstelle nicht schaden.

    Auch auf der Rückfahrt plante ich, den Grenzübergang Macelj zu umgehen. Vielleicht hatte ich ja diesmal mehr Glück. Also fuhr ich bei Gornji Macelj von der Autobahn ab Richtung Tracosčan. Dann wollte ich meine restlichen Kuna noch vertanken, so dass wir das Geld optimal einsetzen würden. In der Nähe von Trakosčan biegt man zum Grenzübergang bei Cvetlin links ab. Dies tat ich nun nicht und fuhr weiter geradeaus. In der Nähe musste es doch eine Tankstelle geben. Wir fuhren an der Straße nach Cvetlin vorbei, und dann standen 2 Polizisten vor uns. Das konnte ich absolut nicht verstehen. Wenn sie Personen, die die Grenze passieren wollten oder passiert hatten, kontrollieren wollten, hätten sie sich doch nur direkt an die Straße nach Cvetlin stellen brauchen. Dort würde jeder vorbeifahren. So wie sie hier standen, erwischten sie aber nur diejenigen, die bei der Einfahrt nach Kroatien bei Tracosčan links abbiegen würden. Die Rechtsabbieger würden ihnen entgehen. Was sollte das? Oder diejenigen, die von Tracosčan auf der 508 nach Pleš fuhren, so wie wir, die gar nicht Richtung Grenze fuhren. Sehr merkwürdig. Ich hielt an. Was konnten sie uns schon? Ausweise, Fahrzeugschein und Führerschein wollten sie sehen. Damit sind sie dann für 2 Minuten in ihrem Wagen verschwunden. Dann kamen sie wieder hinaus und sagten, wir könnten fahren. War ja klar. Warum auch nicht? Bis nach Lepoglava musste ich fahren, um eine Tankstelle zu finden, doch nun hatten wir das Geld optimal genutzt. Eine halbe Stunde war vergangen, als wir wieder an den Polizisten vorbeikamen. Sie schauten kurz auf und ließen uns dann vorbeifahren. Wir bogen nach Cvetlin ab und überquerten den kleinen Grenzübergang. Niemand war vor uns, und den Kontrolleuren genügte ein relativ kurzer Blick auf die Ausweise. Der Übergang war wirklich klein. In engen, schmalen Kurven führte die Straße hinter dem Grenzübergang durch den Wald. Die Landschaft hier im Grenzbereich war sehr schön, und dazu zeigte sich die Sonne.

    Slowenien war recht schnell durchquert. Genau wie auf dem Hinweg wollte ich wieder an den beiden österreichischen Tankstellen tanken. Als ich an der Tankstelle bei Graz ankam, wehte ein starker Wind. Ein Mitarbeiter mähte die Rasenstreifen und hatte ebenfalls mit den starken Windböen zu kämpfen. Leider war die A9 dann mittendrin gesperrt, so dass ich auf die S6 ausweichen musste, um jenseits der Autobahn die Fahrt nach Norden fortzusetzen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die A9 aufzufahren. Ich Intelligenzbolzen vertraute jedoch stur meinem Navigationsprogramm, welches natürlich nach wie vor auf die gleiche Strecke eingestellt war und auch von der Sperrung natürlich nichts "wusste". Deswegen kam ich zwei weitere Male an den Punkt, an dem ich von der A9 abfahren musste, bevor ich merkte, dass ich erst einmal ohne Navi-Programm fahren musste, um weiterzukommen. Es wird gegen Mittag gewesen sein, als wir auf der S6 dann im Stau standen und ca. 45 Minuten komplett stehen mussten. Irgendwo in Österreich musste ich an einer Tankstelle wieder meinen Koffer vom Gepäckträger schnallen und ihn mit dem verbliebenen Regencape umwickeln, da der Regen wieder eingesetzt hatte. Diesmal gelang es mir besser, so dass das Cape auf der Fahrt nicht so schlimm umherflatterte. Am späten Nachmittag erreichte ich meine Tankstelle in Wels, um den Benzinpreisvorteil zu gut wie möglich zu nutzen. Für die Verpflegung mussten verschiedene Snacks an Tankstellen wie belegte Brötchen, Sandwiches oder Bockwürstchen herhalten. Und dann gerieten wir zwischen Passau und Nürnberg in einen wirklichen Stau. Anderthalb Stunden lang bewegte sich gar nix. Man darf sich einfach nicht allzu sehr aufregen. Als der Abend begann, fing es an, fürchterlich zu regnen, und zwar derart, dass man kaum mehr was auf der Straße erkennen konnte. Das bremste mich sehr aus. Aber wir kamen näher. Gegen 20.00 Uhr standen wir dann auf der A7 im Stau, aber nach einer halben Stunde hatte es sich aufgelockert. Es ist dann immer ein merkwürdiges Gefühl, wieder heim zu kommen. Nach insgesamt 26,5 Stunden kamen wir gegen 22.45 Uhr in Kassel an. Ich hatte aber noch die Kraft, fast alles aus dem Auto in die Wohnung zu holen, bevor ich ins Bett fiel. Der Urlaub war sehr, sehr gut, wir haben sehr viel gesehen, darunter sehr viel Neues, viel erlebt und 2.800 Fotos gemacht.

    Und so kehrte der alte Mann vom Meer wieder heim, zwar ohne einen gigantischen Marlin zu fangen, aber nicht ohne dem Meer hoch und heilig zu versprechen: Ich komme wieder.
     
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  19. Marius
    Offline

    Marius Forums-Philantrop

    Einfach schoen.
    Danke, Heiko!
     
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  20. pedro55
    Offline

    pedro55 Mitglied

    Der Wahnsinn - nein für so eine Fahrt bin ich schon zu alt. Deswegen machen wir jetzt immer unseren Zwischenstopp in Slowenien. Aber trotz allem Hut ab und Respekt an Heiko und Christine. Und nochmals vielen Dank für den tollen Reisebericht!!
     
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