Berichte aus Hvar

ELMA

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Danke Lutz für die Arbeit die Du DIr gemacht hast!
Deine Berichte sind jetzt weniger anstrengend und viel angenehmer zu lesen, weil sie immer wieder durch Bilder unterbrochen sind!
Es macht Spaß, Deine Reise und die diversen "Begebenheiten" in Wort und Bild nochmal mit Dir zu erleben.

Gruß,
Elke
 

Zimme und Julia

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Hallo Lutz, auch mir gefallen deine Berichte und die wunderbaren Bilder dazu!
Werde mir sie nochmal genauer durchlesen und die Bilder dazu auf meinem PC anschauen.

Schöne Grüsse, Julia
 
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Bericht aus Hvar 2012, Teil 5

Mit Barbaras Ankunft hatte sich auch das Wetter gebessert. Trotzdem gab es eines Tages Regen. Ich hatte schon seit 2 Jahren auf diesen Zeitpunkt gewartet: Der ideale Termin, mit dem Fahrrad auf den Sveti Nikola zu fahren. Den Weg bis zu Vidikovac am Restaurant Levanda habe ich schon gekannt. danach geht es nach wenigen hundert Metern an dem illyrischen Trullo rechts ab über die Hochebene zum Gipfel. Unterwegs gibt es einige Gehöfte mit kleinen Gärten. Auch einige Weingärten werden gepflegt. Ganz oben steht erwartungsgemäß ein Gipfelkreuz und einen Unterstand für die Feuerwache. Das Panorama ist herrlich. Man sieht die Inseln Brać, Šolta, Vis, Sušac, Lastovo, Šćedro und Korčula. Auf dem Festland den Biokovo mit dem Sveti Jure als höchste Erhebung und den Pelješac mit dem Sveti Iljia. Nach dem Gipfelsturm bin ich an dem etwas tiefer gelegenen Anwesen vorbeigekommen. Dort hat mich der Wirt, ein gewisser Herr Kolumbić, zu sich gebeten und mir Pršut, Sir und Crno Vino angeboten. Ich hatte dort keinen Restaurationsbetrieb erwarten und dementsprechend auch nicht genügend Bargeld dabei. Ich habe dem Herrn Kolumbić mitgeteilt, dass ich sein Angebot abzulehnen hätte, da ich lediglich 60 Kuna bei mir hätte. Dennoch hat mich der Herr Kolumbić quasi in sein Lokal hineingenötigt und hat mir die vorher angebotenen Speisen und Getränke dann tatsächlich serviert. Nach beendetem Mahl hat er mir meine restlichen 60 Kuna abverlangt und mich dann zum Arbeitseinsatz aufgefordert. Zu Beginn der Saison mussten Tische und Bänke aus schwerem Holz aus dem Winterquartier auf die Terrasse verbracht werden. Bei dem ersten Möbelstück hat der Wirt noch mit angepackt, danach hat er sich unter Bezugnahme auf sein Rückenleiden hingesetzt und mein weiteres Arbeiten beaufsichtigt. Nach getaner Arbeit habe ich mir die Verpflegung redlich verdient gehabt.


Mountainbiketour zum Sveti Nikola


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Brać


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Vis


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Sveti Klement und Vis


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Sveti Andrija und Vis


Mountainbiketour zum Sveti Nikola


Mountainbiketour zum Sveti Nikola


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Gipfel mit Feuerwächterhaus


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Sušac


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, neue Straße Dubovica - Sveta Nedjelja


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Hölleninseln


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Hafen Sveta Nedjelja


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Gipfelkapelle


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Gipfelkreuz


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Vela Luka Korčula


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, vorne Šćedro, dann Vela Luka Korčula, hinten Lastovo


Mountainbiketour zum Sveti Nikola, Bucht on Stari Grad, Brać
 
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Bericht aus Hvar 2012, Teil 6

Auf Jerolim wurde 2012 das seit mehreren Jahren geschlossene Lokal wieder eröffnet. Für diesen Ort ist der Umbau viel zu aufwändig geraten. Dass die Preise völlig überzogen sind, versteht sich von selbst. Irritierend ist aber, dass das Personal strikte Anweisung erhalten hat, mit den Gästen ausschließlich englisch zu sprechen. Selbst die kroatischen Gäste mussten mit ihren Landsleuten hinter dem Tresen englisch reden. Das verstehe, wer will.


Wanderung nach Milna, Mekićevica


Wanderung nach Milna, So geht Mittag im Restaurant Moli Onte in Mila


Wanderung nach Milna, Restaurant Moli Onte in Mila

An einem Samstagabend haben wir uns mit Bruno zu einem Rotweingelage bei Ivica auf dem Markt verabredet. Das war die letzte Gelegenheit, bei der wir Bruno abends in der Stadt gesehen haben. Sprechstunden werden nicht mehr abgehalten. Auch die Damen vom Witwenfels bedauern diesen Umstand. Aber die Zeiten ändern sich und nichts ist so beständig wie der Wandel.


Hvar nach dem großen Regen

Bruno hatte uns früher einmal berichtet, dass ein anderer Tourist Vergleichsberechnungen über die verschiedenen An- und Abreisemöglichkeiten angestellt habe. Nach diesen Berechnungen sei die günstigste Alternative die Reise mit der Küstenfähre. Wir haben deshalb eine Überfahrt mit der Liburnija nach Rijeka gebucht. Da wir das Speiseangebot auf dem Schiff aus früherer Erfahrung beurteilen konnten, haben wir uns von Dobrila ein Lunchpaket mitgeben lassen. Das Schiff legte morgens um 6 Uhr in Rijeka an; die Weiterfahrt mit dem Auto war dann entspannt und wir kamen gegen Nachmittag zuhause an.


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Skyline von Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Biokovo


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka, Hafen Split


Fahrt mit der Liburnija nach Rijeka
 

Heiko705

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Hahaha, da musste der Lutz also den Rest des Mahls auf dem Sv. Nikola abarbeiten!! :cool:
 
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Nach dem Aufstieg von Hvar mit dem Fahrrad zum Sveti Nikola hätte ich mir nach dem Essen und insbesondere nach dem Wein etwas schöneres vorstellen können, als schwere Gartenmöbel aus Eichen-oder Olivenholz herumzuwuchten. Aber auch diese Geschichte hatte ein unerwartetes Ende genommen. Der Herr Kolumbic hat mich gefragt, wo ich in Hvar untergebracht sei. Nachdem ich ihm geantwortet hatte, stellte sich heraus, dass er mit meinem Vermieter seit Kindheitstagen bestens befreundet ist. Herr Kolumbic hatte mir damals zwei Flaschen selbst produzierten Rotwein, der im Übrigen sehr gut war, als Entschädigung für meinen Arbeitseinsatz an der Terrassenmöbelfront in meinen Rucksack gepackt. Wie schon immer habe ich in Kroatien noch niemals schlechte Erfahrungen gemacht.
 

Marius

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Lutz, deine Berichte sind ohne Bilder mitnichten anstrengend zu lesen, vielmehr sind deine Texte ein Hochgenuss fuer jeden anspruchsvollen Leser.
Wir haben hier ja einige echte KoenigInnen im Reiseberichtverfassen, aber du bist unser Kaiser.

Ich kann das mit Fug und Recht behaupten, denn ich kann deine Bilder gar nicht sehen. Bitte verwende beim Verlinken der Bilder doch den Code mit “img” am Ende, dann koennen sich auch die Tapatalk-User an ihnen erfreuen. :)
 

Marius

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Ein Vögelchen hat mir heute gezwitschert, dass es hier bei unserem Lutz bald weiter geht, ich freue mich schon darauf! :)
 
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Jetzt der Bericht aus dem Jahr 2013 an Bruno. Wir waren jetzt schon so oft in Hvar, dass ich in der Stadt immer weniger Bilder mache. Das ist wahrscheinlich der Gewöhnungseffekt. Hier zuhause wohnen wir an der Deutschen Weinstraße. Die ist bei Touristen sehr beliebt und man sieht überall fotografierende Gäste. Mir dagegen käme es nie in den Sinn, meine Heimat zu fotografieren. Ich kann das ja täglich live erleben. So geht's mit mittlerweile auch in Hvar:


Bericht 2013

Am Montag, den 3. Juni starteten wir um 6 Uhr in Carlsberg. Barbara reiste als freier Mensch. Nach 16jähriger Betriebszugehörigkeit war ihr kurzerhand gekündigt worden. Das war eines der ersten Anzeichen für den Niedergang der deutschen Möbelindustrie. Die Fahrt nach Hvar war für sie weniger Urlaubsreise als therapeutischer Tapetenwechsel. Wir kamen bis Starigrad Paklenica und nächtigten dort in der Vesna. Davor bei Gewitter und strömenden Regen Abendessen bei Dinko, zusammengedrängt mit den anderen Gästen in der viel zu kleinen Gaststube. Wir haben solche Situationen schon öfter erlebt. Normalerweise sitzen die Gäste auf der geräumigen Terrasse, bei Regen aber müssen alle schutzsuchend zusammenrücken. Dann kommt man mit Menschen in Berührung und ins Gespräch, was man ansonsten vermieden hätte.

Am nächsten Morgen sind wir über die Küstenstraße bis Drivenik gefahren und nach Sućuraj übergesetzt. Das Mittagsmahl nahmen wir in dem Restaurant ein, in dem ich im Jahr zuvor so gute Erfahrungen gemacht hatte, selbstredend nur kulinarisch gesehen. Die freudig überraschte Wirtin verköstigte uns beide gewohnt gut und umfänglich. Vor der Weiterfahrt haben wir noch in einem Weinkeller in Sucuraj einen sehr guten Wein im Kanister gekauft und sind über die Insel bis nach Hvar gefahren.

Da das Wetter sehr unbeständig und regnerisch war, mussten wir von Fahrten auf’s Badeinselchen Abstand nehmen. Stattdessen unternahmen wir mit dem Auto eine Inselrundfahrt. In Jelsa suchten wir das Weingut Tomić auf. Das soll eine der besten Adressen für Rotwein in Dalmatien sein. Barbara war ausgebefreudig. Der Weinprobierraum ist eine originalgetreue Nachbildung eines antiken Kellerraums des Diokletianpalasts in Split. Abgesehen davon, dass das Kitsch ist, ist das auch ein Zeichen für den üblichen kroatischen Größenwahn. Der eine lässt sich den diokletianischen Keller nachbauen, der andere, nämlich Plenković in Sveta Nedelja, errichtet seine Probierstube im und über dem Meer mit einem Fußboden aus Glas. Als ob das die Qualität der Weine erhöhen könnte. Die sind zwar nicht schlecht und unter Berücksichtigung, was sonst noch so auf der Insel als Wein angeboten wird, sogar herausragend. Aber allein auf der Pfälzer Weinstraße vor unserer Haustür gibt es auf 85 Kilometer weit über hundert Winzer, die ähnlich gute Weine produzieren. Jetzt im Schreiben fällt mir ein, dass Zlatan Plenković, ein Cousin unseres Vermieters, im Frühjahr letzten Jahres auf der Überfahrt im Katamaran von Split nach Hvar dem plötzlichen Herztod erlegen ist. De mortuis nihil nisi bene.


Blick aus der Ferienwohnung auf Jerolim


auslaufendes Fischerboot


Krizni Rat


Stephansdom


Arsenal


Pjaca


Spanijola


Hafen


Franziskanerkloster


An einem Tag bin ich mit dem Rad zum Sveti Mikula gefahren. Barbara ist derweil in die so genannte Eierbucht gegangen und hat sich - immer noch im Hochgefühl ihres durch die Abfindung wohl gefüllten Geldbeutels - ein Holzcrevetto gemietet, Irgendwann ist dann der Bruno vorbeigekommen und hat zu ihr gesagt: „Du lebst nicht schlecht für eine angehende Hartz-Vier-Empfängerin.“ Das hat natürlich den Nagel auf den Kopf getroffen und ist seitdem sprichwörtlich. Währenddessen hat der Kolumbić bei mir erfolgreich den Wildschweintrick angewendet: Er hat mir ausschweifend berichtet, ein guter Freund habe ganz in der Nähe ein Wildschwein geschossen. Das werde am folgenden Abend mit Wildkräutern unter der Peka zubereitet. Das sei ein wahrer dalmatinischer Hochgenuss und es gäbe noch freie Plätze. Von so viel Enthusiasmus angesteckt, konnte ich Barbara für das Projekt gewinnen, und auch Bruno wollte nicht zurückstehen und dieses wahrlich außergewöhnliche Mahl mit uns gemeinsam einnehmen. Unter großer Geheimhaltung, da wir keinesfalls die Witwen oder gar den verheirateten Verlobten mitnehmen wollten, haben wir uns rechtzeitig auf den Weg gemacht, um vor dem Abendessen die umwerfende Aussicht ausgiebig bewundern zu können. Mit großer Vorfreude und eben solchem Appetit haben wir uns zum Festmahl eingefunden und mussten feststellen, dass es sich bei dem Braten lediglich um einen Hammel handelte. Durchaus schmackhaft, aber eben bei weitem nicht das, was uns in so lockenden Tönen verheißen worden war. Dann stellte es sich noch heraus, dass der Kolumbić eine überteuerte Rechnung stellte. So ein Gauner!


Vrboska


Jelsa


Makarska Riviera


Insel Brać dem Goldenen Horn in Bol


Insel Vis

Da wir weitere Treffen mit dem verheirateten Verlobten ablehnten, waren wir bei den Witwen nicht mehr gut gelitten. Insbesondere Bärbel sparte nicht mit spitzen Bemerkungen, wann immer sie unser ansichtig wurde. Aber wir haben auch das verkraftet, indem wir therapeutische Gänge nach Milna durchgeführt haben.


Velo Grablje


Velo Grablje


Velo Grablje


Hvar

Abgereist sind wir wieder mit der Liburnija nach Rijeka. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als wir noch jünger, ärmer und mit einer gesunden Bandscheibe ausgestattet waren, haben wir uns eine Kabine gebucht. Wie üblich hat uns Dobrila mit einem Lunchpaket verpflegt. Auch sie hegt Zweifel an Güte und Menge der gebotenen Verpflegung an Bord. Am nächsten Morgen haben wir an Bord, nachdem wir schon auf dem Sveti Mikula den Wildschweintrick erlebt haben, den Frühstückstrick kennen gelernt. Seit 50 Jahren erhalten die Gäste, die eine Kabinennächtigung gebucht haben, am nächsten Morgen ein Frühstück. Die Qualität ist zwar unter aller Kritik, aber es war im Preis für die Kabine inbegriffen. Auch wir haben das früher so erlebt. Also sind wir in den Frühstücksraum gegangen. Der Kellner ist wie üblich gekommen und hat uns nach unseren Wünschen gefragt Beim Servieren hat er dann eine Rechnung dazu gelegt. Auf Nachfrage hat er dann mitgeteilt, dass das Frühstück nicht mehr inkludiert sei, Das stehe so in den allgemeinen Reisebestimmungen. Übrigens war die Qualität des Frühstücks um keinen Deut besser. Wieder eine Erfahrung.


Fähre nach Split


Split, Hafen


Split, Riva


Split, Riva


Split, Hafen
 
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Marius

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Heute habe ich auch noch den Bericht 2014 fertig stellen können:

Bericht 2014

In diesem Jahr hatten wir bereits für die Anreise eine Passage auf der Liburnija gebucht. Schon seit mehreren Jahren ging das Gerücht, dass Jadrolinjia den Küstenfährverkehr einstellen werde, dies sei nun das allerletzte Jahr. Wir wollten die letzte Gelegenheit nutzen, um auf diesem Weg unseren Urlaub anzutreten und fuhren Richtung Rijeka, ganz wie in den Anfangszeiten unserer Kroatien-Urlaube.

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Zeltplatz in Medveja. Das liegt südlich von Opatija an der Küste. Meine Eltern haben dort Anfang der 50er Jahre ihren ersten Urlaub an der Adria verbracht und immer davon geschwärmt. Die Anreise erfolgte mit einem VW-Käfer mit 18 PS über München, Salzburg, Pass Lueg, Radstädter Tauern, Katschberg und den Wurzenpass. Bis 1966 bin ich als Kind auf dieser Strecke mitgefahren und kenne noch die Schwierigkeiten. So mussten wir den Wurzenpass hochlaufen, weil der Wagen nicht die ganze Familie nach oben befördern konnte. Mit der heutigen Motorisierung ist das alles kein Problem mehr.

Die Nacht im Zelt haben wir gut verbracht, es war ausgesprochen romantisch mit Rotwein bei Kerzenlicht und später dem Gesang der Nachtigallen. Wir sind am nächsten Tag durch Opatija und Rijeka gebummelt, abends ging es dann auf’s Schiff, bewaffnet mit Käse, Wurst und Wein, und am nächsten Morgen kamen wir ausgeruht in Stari Grad an. Traditionsgemäß sind wir über die alte Straße nach Hvar angereist. Übrigens war dies tatsächlich unsere letzte Fahrt mit diesem Schiff. Am Ende der Saison wurde die Liburnija in die Türkei zum Abwracken gebracht.


Hafen Rijeka


Rijeka


Der Aufenthalt auf dem Witwenfels wird immer unbehaglicher. Bruno hat schon vor einiger Zeit gesagt, dass der Platz in jeder Hinsicht nicht ideal sei, insbesondere wegen der ungünstigen Strömungs-, Wind- und Wellenverhältnisse und der Sonneneinstrahlung. Dazu kommen noch das kontinuierliche Witwengeschwätz und die uninspirierte Küche von Fabijan. Das Fass zum Überlauf bringen aber die Insassen der Rentnerboote: Ausnahmslos betrunkene junge Amerikaner, die dicht am Fels vorbeifahren, grölen und johlen und mit herunter gelassener Hose und ihrem Gemächt in der Hand in Richtung der Witwen wedeln. Vermutlich haben es sich die Witwen nicht träumen lassen, dass sie noch einmal für so viel sexuelle Aufmerksamkeit sorgen würden. Wir jedenfalls haben den Witwenfels fürderhin gemieden. Wir sind zum Baden in eine kleine Bucht etwas südlich von Milna in Richtung Zaraće gegangen. Die Bucht wird kleines Paradies oder Mali Raj genannt. Ob das der richtige Namen ist, weiß ich nicht. Dort haben wir auch Maja und Sigi kennen gelernt. Sie ist gebürtig aus Belgrad und hat von ihrer Mutter ein Haus in Hvar geerbt, er stammt aus Sachsen. Sie leben aber in jetzt in Stuttgart.


kirchliche Segnung des Lokals Moli Onte in Milna


kirchliche Segnung des Lokals Moli Onte in Milna


Sveti Klement


Palmizana



Vira

Beide sind sehr nett und verträglich und haben einen Humor, der uns gut liegt. Außerdem sind sie trinkfest und essen gern. Wir passen also gut zusammen. Durch die neue Bekanntschaft haben wir Lokalitäten besucht, die uns bis zu diesem Tag unbekannt waren. Die Fahrt nach Vlaka und die dort eingenommene Fischmahlzeit bei Tonći Fisch mit anschließendem Baden in der Backofenbucht haben zu Sieges Ernennung zum Reiseleiter geführt; er nimmt diese Verantwortung sehr ernst und betreut uns sorgfältig und umfassend. Einmal waren wir gemeinsam bei Berti in seiner Konoba in Malo Grabije.


Bootsfahrt nach Vlaka


Bootsfahrt nach Vlaka


Bootsfahrt nach Vlaka


Bootsfahrt nach Vlaka


Malo Grablje


Malo Grablje



Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje


Malo Grablje

Unsere Abreise erfolgte in diesem Jahr über Sućuraj und Überfahrt mit der Fähre nach Drvenik, da wir noch ein paar Tage in Omiš verbringen wollten. Dort fanden wir in einer kleinen Seitenschlucht einen privaten Zeltplatz, sehr charmant, weil ausschließlich Zelturlauber da waren und keine Wohnmobile. Die Stadt konnte man von dort zu Fuß schnell erkunden. Außergewöhnlich für kroatische Verhältnisse ist der große Sandstrand. Der ist entstanden durch Sedimentablagerungen, die die Cetina zum Meer gebracht hat. Wie häufig auf dem dalmatinischen Festland hat man aber auch hier in Omiš eine Insel direkt vor der Nase, in diesem Fall Brac. Wer wie wir beide den Blick auf’s freie Meer bevorzugt, ist in Hvar besser aufgehoben.


Hafen Sućuraj mit Blick auf Korcula


Omiš


Omiš


Omiš


Omiš


Omiš

Am nächsten Tag haben wir eine Bootstour durch die Cetinaschlucht gemacht. Diese Fahrt geht allerdings nur bis Radmanove Mlinice, den Radman-Mühlen. Das ist ein sehr schönes Ausflugslokal direkt am Fluss unter alten Laubbäumen. Es gibt frische Forellen vom Grill und als Spezialität gilt das wagenradgroße, unter der Peka gebackene Brot. Ausgesprochen köstlich!


Cetina


Cetina


Cetina


Cetina


Cetina


Cetina


Cetina


Cetina, Fischerhäuschen

Besichtigt haben wir die Kirche des Sveti Petar aus dem 10.Jahrhundert. Wir standen solange vor der verschlossenen Tür, bis uns eine Frau aus dem Nachbarhaus, die offensichtlich einen Schlüssel zur Kirche hatte, aufsperrte.


Kirche Sveti Peter aus dem 10 Jahrhundert in Omiš


Kirche Sveti Peter aus dem 10 Jahrhundert in Omiš


Kirche Sveti Peter aus dem 10 Jahrhundert in Omiš

In einer Nacht gab es ein schweres Gewitter. Nur durch die dünne Zeltplane geschützt, waren wir der Wucht des Geschehens unmittelbar ausgesetzt. Die Blitze und der Donner schienen sich in der Schlucht gefangen zu haben, es war ein echtes Höllenspektakel. Der Regen war so stark, dass der Karstboden das Wasser nicht aufnehmen konnte. Über Stunden stand das Wasser 10 Zentimeter hoch - ein Zentimeter mehr und die ganze Chose wäre ins Zelt gelaufen. Wir konnten nicht mehr länger bleiben. Für unseren kleinen Neffen haben wir am Souvenirstand noch ein schwarzes T-Shirt mit einem Totenkopf und gekreuzten Knochen gekauft. Es trägt die Aufschrift: Die Piraten von Omiš, der Schrecken der Adria. Das war den folgenden Sommer sein Lieblingsoutfit; heute beeindruckt sein jüngerer Bruder damit seine Kollegen im Kindergarten.
 
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Heiko705

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Zlatan Plenković ist tot? Jetzt wirklich? Letztes Jahr war ich noch auf seinem Weingut in Sveta Nedjelja. Ich liebe seine Weine. Wer führt das Geschäft weiter?
 
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Das machen die Söhne und weitere Verwandte, auch Kinder unseres Vermieters. Es bleibt zu hoffen, dass das Weingut so weitergeführt wird oder gar weiternetwickelt werden kann. Wir mach jährlich Qualitätstests.
 
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Bericht 2015


Da Barbara, seit September 2014 wieder in Lohn und Brot, noch einen geschäftlichen Termin in Amsterdam hatte, bin ich vorher angereist. Zuerst auf die Insel Cres. Genächtigt habe ich im Zelt auf dem Zeltplatz Baldarin in Punta Križa. Dort haben wir unsere gemeinsamen Kroatienaufenthalte im Sommer 1994 begonnen. Damals waren wir fast alleine gewesen. Die Deutschen habe sich ohnehin wegen des Bürgerkriegs in den 1990er Jahren nicht nach Kroatien getraut. Jetzt wird der Zeltplatz sogar von einem Deutschen betrieben. Er hat den Platz mit europäischer Gründlichkeit aufgemöbelt. Das Gelände ist jetzt für die Nicht-Katholischen parzelliert und die Parzellen sind nummeriert. Die Sanitäranlagen sind auf dem neusten Stand der Technik und werden von einem Putzgeschwader, das mit einem elektrisch betriebenen Golfwagen unterwegs ist, unablässig gereinigt. Anni, die schon damals in der Pogana bedient hat, ist jetzt zur Teilhaberin aufgestiegen. Ansonsten hat sich wenig verändert. Mitte Juni waren dort höchstens 10% der Plätze belegt.

Einige Tage später bin ich nach Obrovac abgereist. Das liegt am Unterlauf der Zrmanja. Ab dort weitet sich der Fluss zu einem Canyon und fließt in das Novigrader Meer. In Obrovac beginnt die alte Straße über den Mali Alan Pass nach Sveti Rok. Die Straße wurde von Kaiser Franz-Josef aus militärischen Gründen im 19. Jahrhundert angelegt, um das Hinterland mit dem Meer zu verbinden und um einen weiteren Übergang über das Velebit zu schaffen. Jetzt führt die Autobahn von Zagreb nach Zadar durch einen Tunnel unter dem Velebit hindurch.
Der Pass liegt auf 1044 Metern. Dort oben soll Winnetou in der Karl-May-Verfilmung den Filmtod gestorben sein. Ich habe mich mit meinem Fahrrad auf den Weg gemacht, bin aber nur bis Modrići auf etwa halber Strecke gekommen. Es hatte 39 Grad im Schatten, den es da oben aber nicht gibt. Außerdem endet dort die asphaltierte Straße und es geht auf Schotter weiter. Ich bin deshalb umgekehrt und wieder zum Zeltplatz gefahren. Am Abend habe ich in den Nachrichten erfahren, dass der echte Winnetou - also der Schauspieler Pierre Brice – an diesem Tag tatsächlich gestorben ist. Ich habe einen Extra-Halben-Liter für sein Seelenheil getrunken.

Am nächsten Tag konnte ich Barbara von Flughafen in Split abholen und wir sind gleich auf die Fähre gefahren. Auf der Insel fanden wir alles unverändert vor: Der Schweberat nebst seiner Verlobten war wie jedes Jahr anwesend. Sein Aktionsradius lag jetzt nur noch zwischen seiner Wohnung und seinem Stammlokal im Križna Luka. Die Witwen suchten unbeirrt bei jedem Wetter täglich den Witwenfels und Fabijans Einkehr auf.


Frühstück auf der Terrasse in unserer Ferienwohnung


Südküste Hvar bei Milna


Hvar, Pjaca


Hvar, Fabrika

An einem Tag haben wir uns Stipanska angeschaut. Das ist nicht unsere Welt. Die wenigen Gäste liegen auf aufgepolsterten Krevettos und lassen sich die gebratenen Tauben und alkoholische Mixgetränke anreichen und sich von Musik umsäuseln. Noch bevor die zahlreichen Bediensteten ihren Plan umsetzen konnten uns auszuplündern, sind wir weiter zu Antonio Patak marschiert. Dort speist man vorzüglich. Da in Ždrilca nichts unbemerkt bleibt, hat uns Fabijan mit einem strengen Blick gestraft, als wir an den Bootsanleger gegangen sind.
Theoretisch könnte man mit dem Boot auch direkt zu Antonio Pataki fahren - und die Einkehr in seinem Lokal ist ganz entschieden zu empfehlen - aber es ist nicht einzusehen, warum man nicht nach Lust und Laune entscheiden soll, wo man sein Mittagsmahl einnimmt, bei Patak, bei Fabian oder auch auf der anderen Seite bei unserem spitznäsigen Nachbarn. Statt die Speisekarte zu überdenken und vielleicht auch mal etwas Besonderes anzubieten, vor allem für die Stammgäste, zieht Fabijan einen Flunsch und mimt den Beleidigten - irgendwie typisch!



Hvar, Sonnenuntergang bei Vira


Hvar, Sonnenuntergang bei Vira


Meerenge Solta - Brac


Rat Pelegrin und Nordspitze Sveti Klement


Felder bei Brusje


Felder bei Brusje


Übrigens: während unserer Aufenthalte auf dem Witwenfelsen gelang es uns tatsächlich einmal (in welchem Jahr, lässt sich in der Rückschau nicht mehr feststellen), die Damen über die Felsen zum Mini Beach zu treiben. Wenn man bedenkt, dass diese den Witwenfelsen seit Jahrzehnten mit schöner Regelmäßigkeit mindestens einmal jährlich besuchen, ist es nicht nachvollziehbar, warum sie diesen Gang seit „mindesten 30 Jahren“ nicht mehr angetreten haben. Kann man so wenig unternehmungslustig sein? Offenbar schon! Der spitznäsige Ivo hat den Mlini Beach, so wird er jetzt von ihm für die Touristen genannt, erheblich umgestaltet. Die Bucht ist jetzt terrassiert und betoniert und mit Krevettos versehen. Die Macchia ist zu einem großen Teil abgeholzt worden. Dort hat er Himmelbetten aufgestellt.


Hvar, Riva



Bei einer Fahrraderkundungstour habe ich entdeckt, dass in Velo Grablje eine Konoba aufgemacht hat. Sie befindet sich am Ortsausgang in Richtung Milna. Die Betreiber sind die gleichen, die in Hvar in der Franziskanerbucht das Vartal führen. Jetzt werden Touristen per Jeep auf eine Abenteuerreise gebracht. Das Programm wird von den Touristen gut angenommen und ist ähnlich strukturiert wie der Spaghetti-Bolognese-Express zwischen den Inselchen. Der Höhepunkt ist dann die Einkehr in dieses angebliche kulinarische Kleinod in den Bergen. Um schon einmal vorzugreifen: ich verfüge zwischenzeitlich über ein Fahrzeug mit Allradantrieb. Damit bin ich in der Lage, Ausflüge in die Macchia Zwischen Velo und Malo Grablje zu unternehmen. Das habe ich auch fest vor. Bleibt abzuwarten, wo wir dann einkehren.


Velo Grablje


Velo Grablje


Velo Grablje


Velo Grablje


Velo Grablje, Straße Nach Malo Grablje und Blick auf Vis


Velo Grablje, Straße Nach Malo Grablje und Blick auf Sveti Andrija


Velo Grablje


Ein weiterer Urlaubshöhepunkt in diesem Jahr: eine Reise nach Sizilien im Oktober. Zuerst bis Genua, dann mit der Fähre bis Palermo. Wir haben Taormina, Catania, Syracus, Monreale und Palermo besichtigt, wir waren auf dem Ätna und auf den äolischen Inseln Lipari und Vulcano.

Abgereist von Hvar sind wir über Zagreb, Maribor, Graz und über die Pyhrn-Autobahn bis Linz. Eine Übernachtung im Zelt hatten wir in Gleinkerau bei Spital am Pyhrn.


Hvar, Bucht von Stari Grad


Hvar, Bucht von Stari Grad
 
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Andy155

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Da wir erst bei 2015 sind, nehme ich an, da kommt noch etwas. Ich nehme aber mal vorweg, das du für die Straße von Malo Grablje nach Velo Grablje kein Allradfahrzeug mehr brauchst. Während sie früher als „MTB-Route-extrem“ ausgeschrieben war, ist sie mittlerweile, ich glaube seit 2017, asphaltiert. Somit ist es heutzutage eine besondere Freude, auf schmalen Rennradreifen nach oben zu kurbeln
 
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Hallo Andy,

Das ist richtig. Die Straße zwischen den beiden Grabljes ist jetzt durchgägig asphaltiert. Früher konntest du bergab den Autos mit dem MTB eine halbe Stunde abnehmen. Jetzt ist die Straße sogar für die tiefer gelegten Roadster befahrbar. Ab 2018 ist auch die Straße von Dubivica zum Sveti Nikola fast durchgängig asphaltiert. Es gibt aber noch genügend Auslauf für mein MTB. Und wenn du in Malo Grablje vorbei kommst, musst du unbedingt bei Berti in seinem Lokal Stori Komin ein Kälbchen unter der Peka essen.
 
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