Istrien
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Thema: Slowenien: Draga Tal

  1. #1
    Registriertes Mitglied Avatar von Klaus
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    Slowenien: Draga Tal

    Beim Besuch der Burg Stein,wurde mir klar hier am Fuße der Ruine beginnt oder endet das Draga Tal.



    Da es ein herrlicher Vormittag war mit bestem Wetter,trieb mich die Neugierde und ich fuhr langsam das Tal hinauf.



    Wenn ich besser zu Fuß gewesen wäre,hätte mir eine Wanderung gut getan,so machte ich mehrere Pausen und genoss die Natur und Ruhe.



    Parallel zum Weg hatte sich der Bach über hunderte von Jahren sein Bett gesucht und plätscherte abwärts.



    Unberührte Landschaft bis auf Holzeinschlag links und rechts.



    Relikte aus vergangenen Jahren entdeckte ich bei meinen Pausen.



    Was Susi hier suchte,hat sie mir nicht verraten.



    Nach etwa 3 km ein Gasthaus, links des Weges.



    Hier ruhte ich mich aus und verfolgte die murmelnden Geräusche des Baches.

    Ich meine eine Stimme zu hören,sie flüstert:

    Hier in dieser Bergwelt
    und in schrecklichen Zeiten
    wurden Männer,Frauen und Kinder dahingemetzelt.
    Nun herrscht wieder Frieden,aber die Stille klagt die Mörder an
    und huldigt die Erschlagenen.



    Wie in Trance erscheint mir vor Augen das Bild einer Bronzeskulptur ,mit Würde erwartet der Deliquent seine Hinrichtung.
    Steine mit Namen und Ort deuten auf eine Gedenkstätte,an die massenhafte Ermordung einheimischer Geiseln, durch die Nazis hin



    Betroffen fahre ich den Weg zurück nach Begunje, was zu der Zeit der Gräuel Vigaun hieß.



    Klar habe ich mich erkundigt,was denn nun wirklich geschah.

    Ausgangspunkt war der Einmarsch der Wehrmacht in Jugoslawien im April 1941.

    Schon nach wenigen Tagen wurde das Oberkrain dem Reichsgau Kärnten eingegliedert.
    Gauleiter war der SS- Brigadeführer Franz Kutschera,geb.im Februar 1904 in Oberwaltersdorf (Niederösterreich.
    Dieser erhielt von seinem Gröfaz den Befehl,das Land wieder deutsch zu machen,mit allen Mitteln.
    Orts und Straßennamen verschwanden,slowenische Vornamen wurden gegen deutsche ausgetauscht,Lehrer wurden gegen deutsch sprechende ausgetauscht,alles was an slowenische Kultur erinnerte wurde verboten Vereine,Archive usw..
    Brutal wurde gegen rassisch unzuverlässige Elemente vorgegangen. Eine Verhaftungswelle gegen Intellektuelle,Führungskräfte, Priester usw. begann, Massenverhaftungen anderer Bevölkerungsgruppen und Deportationen folgten.
    Tausende Gefangene fanden sich in den Sammellagern von Begunje, Goričane und Šentvid wieder.
    Jetzt entstand natürlich bewaffneten Widerstands . Auf die ersten militärischen Erfolge der Partisanen reagierten die Deutschen mit verschärften Repressalien gegen die Zivilbevölkerung. Um der Befreiungsfront die materielle Basis zu entziehen, wurden ganze Dörfer, darunter Kokra und Gradišče »geräumt«, d. h. dem Erdboden gleichgemacht, und wer immer sich der Unterstützung der Partisanen verdächtig machte, musste damit rechnen, hingerichtet zu werden.
    In Begunje, befand sich das Gestapo-Hauptquartier. Hier wurden insgesamt 12.134 Personen festgehalten – neben aktiven Widerstandskämpfern hauptsächlich deren Angehörige bzw. Sympathisanten, darunter auch Kleinkinder und Greise. Die Nazis konnten hier auf die Infrastruktur zurückgreifen, die im 19. Jahrhundert geschaffen worden war, als man das Schloss in ein Frauengefängnis umfunktionierte. Um dem Naziterror den Anschein von Legalität zu geben, installierte Kutschera im Juli 1941 ein »Sondergericht«, das sich unter dem Vorsitz von Kurt Messinger mit der »Aburteilung kommunistischer Elemente« befasste. Das Gericht tagte in der Kapelle des Schlosses; die erste Sitzung fand im August 1941 statt und endete mit vier Todesurteilen, die bereits am darauffolgenden Tag von Polizisten vollstreckt wurden.
    Ihren besonderen Sinn für Proportionen stellten die Nazis bei den Geiselerschießungen unter Beweis. Für jeden Deutschen, der bei Partisanenüberfällen umkam, mussten zehn Geiseln ihr Leben lassen, während für jeden getöteten slowenischen Kollaborateur »nur« fünf Geiseln exekutiert wurden. Meist fiel die Wahl auf Bewohner der betreffenden »Bandengebiete«; ihre Hinrichtung fand entweder vor Ort oder auf dem Richtplatz in Begunje bzw. im Draga-Tal statt.
    Aus der peniblen Buchführung der Nationalsozialisten geht hervor, dass in Gorenjska während der Okkupation (mindestens) 1.270 Geiseln erschossen wurden, darunter 849 Häftlinge aus Begunje. Weitere 5.100 Häftlinge landeten in deutschen Konzentrationslagern, davon 989 in Mauthausen. Die wenigsten kehrten nach dem Krieg zurück.
    Beklemmender als jede Statistik sind die zehn ehemaligen Gefängniszellen im Geiselmuseum.

    Begunje ? Wikipedia


    Wapedia - Franz Kutschera (General)

    http://www.adriaforum.com/kroatien/g...-stein-t58208/

    http://www.adriaforum.com/kroatien/b...ourdes-t58178/

    http://www.adriaforum.com/kroatien/r...enjska-t57524/
    Geändert von ELMA (17.12.2010 um 17:23 Uhr)
    Liebe Grüsse Klaus

  2. Die folgenden 13 Nutzer bedanken sich bei Klaus für den guten Beitrag:

    brfzg (29.05.2011), Christl (11.08.2009), Geli-Pe (11.08.2009), Gerold (30.05.2011), Hero (12.08.2009), Janez (12.08.2009), Manfred (13.08.2009), Markohombre (13.08.2009), perovuk (29.05.2011), tomzut (12.08.2009), vadda (12.08.2009), wallbergler (12.08.2009)

  3. #2
    Dieter
    Guest

    AW: Draga Tal

    Hallo Klaus ,

    Danke für diesen Informativen Bericht mit tollen Fotos.

    Sehr Interessant , auf mich wirken die Bilder ,, trotz der schlimmen Vorgeschichte ,, sehr beruhigend.

  4. Der folgende Nutzer bedankt sich bei Dieter für den guten Beitrag:

    Klaus (12.08.2009)

  5. #3
    Registriertes Mitglied Avatar von vadda
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    AW: Draga Tal

    Danke Namensvetter,

    besonders die Aufklärung über den Teil der Geschichte des Tales hat mich sehr beeindruckt (vergessen sollten wir nie...).

  6. Der folgende Nutzer bedankt sich bei vadda für den guten Beitrag:

    Klaus (12.08.2009)

  7. #4
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    AW: Draga Tal

    Zitat Zitat von vadda Beitrag anzeigen
    Danke Namensvetter,

    besonders die Aufklärung über den Teil der Geschichte des Tales hat mich sehr beeindruckt (vergessen sollten wir nie...).

    Wenn sich Politiker und sogenannte Heimatverbände dieser Worte bedienen, dann führt es aber zu Entwicklungen, wie sie in Österreichs südlichstem Bundesland zu beobachten sind, welches gleich nördlich des Dragatales beginnt.
    Wenn wir niemals vergessen und verzeihen können, werden Aufwiegler immer wieder darin eine Chance sehen, ihr Süppchen zu kochen.

    Meint weka

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    Klaus (13.08.2009)

  9. #5
    Forum-Guide Avatar von tomzut
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    AW: Draga Tal

    Hallo Klaus,

    danke für diesen aufwiegelnden Bericht.

    Erst ganz "harmlos" schöne Bilder und Stimmungen aus der -nahezu unberührten- Landschaft und dann die beeindruckenden Details zur Historie.


    @weka und vadda:'
    beides richtig, ich bleibe aber der Meinung treu "Vergessen sollte man nie", um durch Aufklärung und Bildung (und zwar so früh wie möglich) immer genügend Gegengewicht zu den Scharfmachern zu haben.
    LG Thomas

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist sieht nur eine Seite davon. (Augustinus Aurelius)

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    Klaus (13.08.2009), vadda (12.08.2009), weka (12.08.2009)

  11. #6
    Registriertes Mitglied Avatar von Markohombre
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    AW: Draga Tal

    Moin Klaus,

    danke für diesen beeindruckenden Bildbericht.
    Diese Zeilen machen doch immer wieder sehr sehr nachdenklich.


    Ciao Manfred

  12. Der folgende Nutzer bedankt sich bei Markohombre für den guten Beitrag:

    Klaus (13.08.2009)

  13. #7
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    hallo klaus,
    beim stöbern hier im forum bin ich hier an deinem bericht hängengeblieben.
    danke für diesen beeindruckenden Bildbericht.
    Diese Zeilen machen sehr nachdenklich.
    diese ausage kann ich nur unterstreichen.
    wir fahren jetzt schon das 6te jahr nach kroatien, und jetzt ohne die kids möchten wir mehr kultur und das land kennenlernen . dabei wollte ich mir hier ein paar anregungen holen.

    lg
    tomado

  14. #8
    Registriertes Mitglied Avatar von Klaus
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    Zitat Zitat von tomado Beitrag anzeigen
    Diese Zeilen machen sehr nachdenklich.

    Moin tomado,

    ja der Besuch hat mich auch sehr beeindruckt,darum bin ich letztes Jahr noch einmal zur Gedenkstätte gefahren und habe die Ruhe auf mich einwirken lassen.

    Habe dann noch ein paar Aufnahmen gemacht,einige stelle ich hier ein:









    Liebe Grüsse Klaus

  15. Die folgenden 7 Nutzer bedanken sich bei Klaus für den guten Beitrag:

    Christl (30.05.2011), JoJo40 (30.05.2011), mariesa (30.05.2011), tomado (30.05.2011), tomzut (30.05.2011), weka (30.05.2011)

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