Šeget (Seghetto)
Schon öfter sah ich aus der Ferne im vorbei fahren, diese markanten Baumwipfel.
Eines Tages nahm ich mir die Zeit, von der Hauptstrasse weg, dem Bild zu folgen und erreichte eine kleine Ansammlung von Häusern, das Dörfchen Šeget (ca. 3-4 km.von Umag entfernt).
Eigentlich wollte ich nur diese Bäume fotografieren und kam so bis an die Rückseite eines größeren Anwesens, mit, zum Teil verfallenen oder aufgelassenen Gebäuden.
Nun wollte ich das ganze auch mal von vorne sehen – und erlebte eine Überraschung:
die Vorderseite des großen – renovierten - Gebäudes , ca. 30 Meter abseits, nicht mit dem Gebäude verbunden und ebenfalls renoviert ein Turm.
Da es nirgendwo einen Hinweis auf Funktion oder Vergangenheit dieser Bauwerke gab, versuchte ich es dann zuhause im Internet. Tatsächlich gab es ein paar Informationen in kroatischer Sprache, welche ich aber mit meinen bescheidenen Sprachkenntnissen, nicht zuverlässig übersetzen konnte. (Mit dem Google-Translator war das Ergebnis inakzeptabel).
Also wandte ich mich an das Forum:
Wer weiß mehr??
Tatsächlich bekam ich ein paar Einzel-Hinweise, (mein besonderer Dank an Conrad und Hamlet) welche ich hier zu einem ganzen zusammenfügen möchte:
Das Land um das heutige Šeget war schon in der Römerzeit besiedelt, was durch Funde belegt ist.
In der Zeit als Istrien unter venezianischer Herrschaft stand, siedelten diese im Jahr 1604 Flüchtlingsfamilien aus Griechenland und Dalmatien dort an.
1623 ging der Landbesitz an die venezianische Familie Venier
1720 kaufte die Familie de Francescho das Land und baute ein Land- Gutshaus im barock-klassizistischen Stil, mit einer fantasievollen Fassade, die dem Haus das Aussehen eines Schlosses gab. (Villa de Franceschi)
In einem Winkel des Grundstückes befindet sich in einiger Entfernung zum Haupthaus
ein Turm, der eigentlich nicht so recht zur restlichen Architektur passt und wohl mehr dazu diente Wohlstand zu repräsentieren.
Im Gutshaus eine kleine Kapelle, im hinteren Teil Garten und eine Ölmühle, sowie Reste eines römischen Tempels, außen herum Ställe und zahlreiche Nebengebäude.
Das ganze bildete ein Quadrat, auf einer Seite Richtung Land offen
Blick vom Haus Richtung Meer
Familie de Franceschi war bekannt für die Einführung moderner landwirtschaftlicher Anbau-Methoden.
Der italienische Name „Seghetto“ wird mit „Säge“ übersetzt, was vermuten lässt, dass es sich um ehemals Waldreiches Gebiet handelt.
(Quelle:Google Earth)
Werde im nächsten Jahr noch einmal hin fahren um evt. Besichtigungs-Möglichkeiten zu erkunden.
Wer weiß, in wie vielen kleinen Dörfern abseits der Touristenpfade, sich noch solche oder ähnliche Geheimnisse verbergen. Die Geschichte Istriens lässt vermuten, dass es unzählige Dinge sind, die es noch zu entdecken gilt.
Viel Spass dabei, Gruß
Peter











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